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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rioja - Rion
derttausende von Rindern für den Export geschlachtet. Man salzt das Fleisch ein und trocknet es an der Luft (Xarque und Carne seca) und treibt damit nach den nördl. Häfen Handel. Die Waldprodukte sind kostbare Holzarten und Paraguaythee. Die Ackerbauerzeugnisse sind Mais, Reis, Bohnen, Zwiebeln, etwas Lein, Weizen, Roggen, Gerste, auch Zuckerrohr und Kaffee in freilich unsichern Ernten. Eisen, Kupfer, Zink und Gold finden sich in nicht unbedeutender Menge; ferner Amethyste und Bergkrystalle. Achate und Jaspis kommen auch zum Export. Die Industrie ist noch in den Anfängen und litt wie alle wirtschaftlichen Verhältnisse 1893 durch die polit. Wirren. - Der Staat ist wichtig durch die zahlreichen deutschen Kolonien: São Leopoldo, Mundo, São Pedro, Hamburger Berg, Taquary, Montalverne, Santa Cruz, Germania, Sant Angelo, Santa Maria, die sämtlich am Abfall des Berglandes gegen die Ebene liegen. Neuerdings nimmt das ital. Element sehr zu. Hauptstadt ist Porto-Alegre (s. d.). - 2) Hafenstadt im gleichnamigen Staate am Ausflüsse der Lagoa dos Patos, meist Rio Grande oder São Pedro genannt, mit gegen 19000 E., worunter viele Deutsche. Dieselbe ist der Sitz eines Appellationstribunals, eines Handelsgerichts, eines deutschen Konsulats, hat überseeischen Handelsverkehr und bietet Schiffen von 4,5 in Tiefgang noch einen sichern Hafen. 1893 liefen 471 Schiffe mit 200798 Registertons ein. Leichterschiffe unter deutscher Flagge bringen die Waren von hier nach Pelotas und Porto-Alegre. Die Einfuhr besteht in Mehl, Salz, Steinkohlen, Wein, Spirituosen, Baumwollwaren und Schuhwerk, die Ausfuhr in Häuten, Haar, Wolle, Tabak, Maniokmehl, Fett, Yerba mate und gedörrtem Fleisch. R. ist Station der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrt. Die Umgegend der Stadt bietet eine trostlose Sandfläche. Eisenbahnen fphren nach Cacequy, Fortsetzung bis Uruguayana ist im Werke. - Vgl. Lange, Südbrasilien (Berl. 1882), Die deutschen Kolonien der Provinz R. G. d. S. (Lpz. 1881); Zoller, Die Deutschen im brasil. Urwald (2 Bde., Berl. und Stuttg. 1883); Breitenbach, Die Provinz R. G. d. S. (Heidelb. 1885); Beschoren, Beiträge zur Kenntnis der brasil. Provinz Säo Pedro do R. G. d. S. (im Ergänzungsheft 96 zu Petermanns "Geogr. Mitteilungen", Gotha 1889); Hettner, Das südlichste Brasilien (in der "Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde", Verl. 1891); Grimm, Heimatkunde des Staates R. G. d. S. (Santa Cruz 1892).
Riōja, La (spr. -cha), alter Name der wein- und getreidereichen, teils aus Hügelland, teils aus Ebene bestehenden Landschaft im NO. Altcastiliens, fast ganz aus der span. Provinz Logroño bestehend. Sie ist etwa 115 km lang (von Villafranca Montes de Oca und Belorado in der Provinz Burgos bis Cervera und Alfaro am Rio Alhama) und zwischen Ebro im N. und den Gebirgszügen im S. (Montes de Oca, Sierra de la Demanda 2305 m hoch, Pico de Urbion 2252 m, Sierra Cebollera 2176 m, del Madero und del Moncavo 2349 m) 36-50 km breit. Oberhalb Logroño am Ebro und an dem unterhalb mündenden Iregua ist die obere R. (R. alta) und südöstlich davon die niedere R. (R. baja).
Riōja, La (spr.-cha), westl. Provinz Argentiniens, zwischen 27 1/2 und 32° südl. Br. und 65 und 70° westl. L. von Greenwich, hat auf 90600 qkm etwa 86000 E. R. zerfällt in mehrere Längsabschnitte, die eigentlichen Anden im W. mit 4080 m hohem Passe Peña Negra, dem 4356 in hohen Passe Come Caballo und bis 6000 m hohen Gipfeln, östlich bis 900 in zum Rio Vermejo abfallend, dann den Gebirgsstock der aus Gneis und ältern Schiefern sowie mesozoischen Sandsteinen und Porphyr bestehenden, bis 6020 m hohen Sierra de Famatina und die Sierra de Velasco und endlich die gegen Cordoba und San Luis sich ausdehnenden Salzsteppen. Zwischen ihnen steigen einzelne Bergketten, wie die Sierra Malanzan auf. Hauptfluß ist der Vermejo (im Oberlaufe Rio Jaguel). Das trockne Klima zeigt große Differenzen zwischen Sommer und Winter. Regen fällt fast nur vom Anfang Dezember bis März. Furchtbar sind im Sommer die erstickend heißen Nordwinde mit ihren salzigen Staubwolken. Indes gilt das Klima für gesund. Bewässerung macht den Boden sehr fruchtbar. Das Gebirge ist reich an Erzen, auch an Gold und Silber, die Lagerstätten sind aber schwer zugänglich. Die Bewohner, meist Mischlinge, sind teils Ackerbauer in den Thälern, teils Viehzüchter in den Bergen. Vortrefflich gedeihen Weizen, Wein und Luzerne sowie auch Orangen. - Die Hauptstadt La R. in 540 m Höhe liegt inmitten von schönen Orangenhainen am Westrande der großen Ebene, an der Sierra Velasco und zählt etwa 6000 E.; sie ist durch eine Zweigbahn mit der Hauptbahn Cordoba-Tucuman verbunden.
Riolen, soviel wie Rigolen.
Rio Lesseps, Nebenfluß des Orinoco, s. Guaviare.
Riom (spr. -óng). 1) Arrondissement im franz. Depart. Puy-de-Dôme, hat auf 2298,48 qkm (1891) 142575 E. in 13 Kantonen und 137 Gemeinden. - 2) Hauptstadt des Arrondissements R., auf einem von der Ambene umflossenen Hügel hübsch gelegen, an den Linien (Nevers-) Gannat- Clermont Ferrand und R.-Volvic (11 km, nach Limoges) der Mittelmeerbahn, ist Sitz eines Appellhofs, Gerichtshofs erster Instanz, Handelsgerichts, Ackerbaukammer, Sparkasse, hat (1891) 8244, als Gemeinde 11189 E., in Garnison das 105. Infanterieregiment; eine schöne Kirche St. Aimable (11. bis 14. und 18. Jahrh.), Notre-Dame du Marthuret (15. Jahrh.) mit Kuppelturm, got. Ste. Chapelle (14. und 15. Jahrh.) mit Glasmalerei, alten Herzogspalast, jetzt Justizpalast, fast ganz umgebaut, und einen Uhrturm (15. Jahrh.) mit herrlicher Aussicht, Zuchthaus für Männer, aus dem 17. Jahrh. Es bestehen: ein Kommunal-Collège und das Collège Ste. Marie, Pensionate, ein Spital, eine Bibliothek, ein Museum (200 Gemälde), Theater; eine Tabaksmanufaktur, Wollspinnerei, Fabrikation von Leinwand, Strohhüten, Plüsch und Handel mit Getreide, Kalk, Flachs, Garn, Stärkemehl, Öl und Wein. 5 Km im Nordwesten der Badeort Châtel-Guyon (1618 E.) mit warmen Mineralquellen und 21 km nordwestlich Châteauneuf les Bains (s. Châteauneuf 1).
Rio Marīna, Stadt auf Elba (s. d.).
Rion, Vorgebirge, s. Rhion.
Rion oder Rhion, bei den Alten Phasis, Fluß im ruß. Gouvernement Kutais in Transkaukasien, entspringt auf dem Südabhange des Hauptrückens des Kaukasus, in der Nähe des Berges Adaj-Choch und des Passes Mamison, stießt durch wilde, teilweise bewaldete Bergschluchten, tritt bei Kutais in die Ebene, und mündet nach einem Gesamtlauf von 315 km bei Poti ins Schwarze Meer, schiffbar auf 84 km bis zum Dorf Orpiri an der