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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ronsdorf - Roos (Joh. Heinr.)
Par. 1857-67) und Marty-Laveaux, Bd. 1-3
<ebd. 1887-90). Eine Auswahl "(^uvreZ c1i0i3i68"
gab Samte-Veuve (Par. 1828) heraus. - Vgl.
Sainte-Bcuve, Il^ean äs 1^ poesi? ti-an^i36 l^u
XVI^ 8ieci6 (2. Aufl., Par. 1843); Gandar, R.
00N8icI6r6 comms imitateur ä'IIoiuoi'ß 6t äs?iu-
<1ai-6 (Metz 1855): Bizos, Rons^rä (Par. 1891).
Ronsdorf ^ Stadt im Kreis Lenncp des preuß.
Neg.-Vez. Düsseldorf, am Morsbacb, imniedcrrhein.
Schiefergebirge, an der Linie Elberfeld-Rcmscheid-
Hasten der Preuß. Staatsbahncn, der Nebenlinie
R.- Müngsten der Bergiscken Privateisenbahn und
der Varmer Bergbahn, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Elberfeld), hat (1890) 11762 (5910
männl., 5852 weibl.) E., darunter 1599 Katholiken
und 38 Israeliten, Postamt erster Klasse, Telegrapb,
Fernsprecheinricktung, drei Kirchen, Kaiserdcnkmal,
Rektoratschule, Armeu- und Krankenhaus, Volts-
bank; Kupferwalzwerk, Drahtstiftfabrik, sechs Ham-
merwerke, Tampfsagewerk, Maschinenfabrik, Eisen-
gießerei, Färbereien und Fabrikation von Bändern.
Ronsdorfer Sekte, s. Ellerianische Sekte.
Ronsse (spr. rongs), Nenair, Stadt im Bezirk
Oudenaarde der belg. Provinz Ostflandern, 40 km
südlich von Gent, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt,
mit (1890) 16912 E., geistlichem Seminar, Tabak-
bau und bedeutender Leinen-und Baumwollindustrie.
Rood (spr. rnd), älteres schott. Längenmaß,
s. Fall; auch engl. Feldmaß ^ ^ Acre (s. d.).
Roof (engl., spr. ruf), das Deckshaus auf Han-
delsschiffen, der Mannschaftsraum.
Roogen, Fischeier, s. Rogen.
Roon, Albrecht Theodor Emil, Graf von, preuß.
Generalfeldmarschall, geb. 30. April 1803 zu Pleus-
hagen bei Kolberg, trat aus dem Kadettenhause 1821
als Sekondclientenant in das ^4. Insanterieregi-
ment ein, besuchte 1825-27 die Allgemeine Kriegs-
schule und wurde Okt. 1828 als Erzieher zum Ber-
liner Kadettenhause kommandiert. Aus Veranlassung
K.Ritters verfaßte R. die "Grundzüge der Erd-,
Völker- und Staatenkunde" (Berl. 1833; 3. Aufl.,
3 Bde., 1847 - 55). Ein Leitfaden für Schüler:
"Anfangsgründe der Erd-, Völker- und Staaten-
künde" (Berl. 1834; 12. Aufl. 1868), sckloß sicb
an. R. kehrte 1832 zum Regiment nach Münden
zurück und wurde sodann zum Topographischen
Bureau und 1835 zum Generalstab kommandiert,
in den er 1836 als Hauptmann versetzt wurde. Be-
reits 1835 waren ihm an der Allgemeinen Kriegs-
schule Vorlesungen über Geographie und Taktik
übertragen worden; 1836 trat er auch als Exami-
nator bei der Ober-Militüreraminationskommis-
sion in Thätigkeit. Damals schrieb er: "Militär.
Länderbeschreibung von Europa" (Berl. 1837), die
den 11. Band der "Handbibliothek für Offiziere"
bildet, auch begann er eine Monographie: "Die
Iberische Halbinsel. Vom Gesichtspunkt des Mili-
tärs" (ebd. 1839), von der aber nur die erste Abtei-
lung erschienen ist. 1842 kam R. als Major zum Ge-
neralstabe des 7. Armeekorps, wurde icdoch schon
1843 nach Berlin zurückversetzt, um seine Vorlesun-
gen wieder aufzunehmen. Seit 1844 erteilte er dem
Prinzen Friedrich Karl Unterricht in der Geographie
und Taktik und begleitete ihn 1846 auch nach Bonn
zur Universität sowie später auf Reisen. Im März
1848 kehrte R. in den Großen Generalstab zurück
und wurde im Mai zum Generalstabe des 8. Armee-
korps versetzt und im Angust zum Chef dieses Sta-
bes ernannt. R. nahm unter General von Hirsch-
feld an dem Feldzuge in Baden 1849 teil und
wnrde 1850 Commandeur des 33. Infanterieregi-
ments, worauf er Dez. 1851 zum Oberst aufrückte.
1856 ward er Commandeur der 20. Infanterie-
brigade, stieg Okt. 1856 zum Generalmajor auf und
wurde Nov. 1858 Commandeur der 14. Division.
Die Ersahrungen, die er in diesen verschiedenen
Stellungen, besonders aber bei den Mobilmachun-
gen von 1832, 1849 und 1850 gesammelt hatte,
hatten ibn über die Mängel der preuß. Wehr-
vcrsassung belehrt und zu Entwürfen für eine Ver-
besserung derselben geführt, die er Juni 1858 dem
Prinz-Regenten vorzutragen und in einer Denk-
fchrift einzureichen veranlaßt wurde. Im Mai 1859
wurde er Generallieutenant. Die Mobilmachung
von 1859 bestätigte R.s Wahrnehmungen aufs
neue, weshalb er im Herbst 1859 zum Mitglied
zweier Kommissionen ernannt wurde, die über die
Organisation der Armee berieten. Noch in dem-
selben Jahre, 5. Dez., wurde R. zum Kriegsminister
und 16. April 1861 auch zum Marineministcr er-
nannt. Die große Aufgabe, dem "Volk in Waffen"
eine den veränderten Zeitverhältnissen entsprechende
Wehrvcrfasfung zu verleihen, hat R. mit Beharrlich-
keit und Energie trotz mehrjährigen Widerstandes
des Abgeordnetenhauses durchgeführt. (S. Preußen,
S. 414". fg.) Nachdem R. 8. Juni 1866 zum Ge-
ueral der Infanterie ernannt worden war, nahm
er im Großen Hauptquartier des Königs am bo'hm.
Feldzuge teil. Im Mai 1869 wurde R. zum Vor-
sitzenden des Bundesrats für den Deutschen Zoll-
verein und im August desselben Jahres zum Ver-
treter des Bundeskanzlers ernannt. Noch glänzender
als 1866 bewährte sich N.s gewaltiges Organisa-
tionstalent bei der Kriegserklärung Frankreichs im
Juni 1870. Die schnelle Mobilmachung und die
außerordentliche Schlagfertigkeit des norddeutschen
Bundeshecrs waren vorzugsweise sein Werk. Auch
diesmal begleitete er den König in den Krieg, und
dieser erhob ihn 16. Juni 1871 in den erblichen
Grafenstand. Nachdem das Marineministerinm
dem Reichskanzler uutergeordnet war, wurde R.
31. Dez. 1871 dieses Portefeuilles enthoben. Zu Neu-
jahr 1873 wurde R. zum Generalfcldmarschall und
in Stellvertretung Vismarcks zum preuft. Minister-
präsidenten ernannt, bald darauf ins Herrenhaus
berufen; 9. Nov. 1873 genehmigte der König auf
R.s wiederholtes Gesuch dessen Entbindung von
den Stellungen als Ministerpräsident und Kriegs-
minister. Seitdem lebte R. auf feinen Gütern.
Während eines Aufenthalts in Berlin fetzte ein
Lnngenschlag 23. Febr. 1879 seinem Leben ein Ziel.
Nach seinem Tode gab sein Sohn "Denkwürdigkeiten
aus dem Leben des Generalfeldmarschalls Kriegs-
ministers Grafen R. Sammlung von Briefen,
Schriftstücken und Erinnerungen" (2 Bde., 1. bis
3. Aufl., Vresl. 1892) und "Kriegsminister von
N. als Redner politisch und militärisch erläutert"
(Bd. 1, ebd. 1895) heraus. Seinen Namen trügt
seit 1864 ein Fort bei Posen und seit 1873 das
Fort Nr. 3 (Mandolsheim) bei Strahburg. 1889
wurde auch das ostpreuß. Füsilierregiment Nr. 33
nach ihm benannt. Im Park des Schlosses zu Crob-
nitz in der Oberlausitz wurde ihm 1893 eine Ge-
dächtniskirche mit dem Denkmal R.s über dem
Grusteingang errichtet.
Noos, Joh. Heinr., Landschafts- und Tiermaler,
geb. 27. Okt. 1631 zu Ottersberg in der Pfalz, kam
im neunten Jahre nach Amsterdam, wo er malen