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Roquetas – Rosa
«Regain. La vie parisienne» (1853) und «Les coulisses de l’Opéra» (1855). Er starb 24. April 1870 zu Paris.
Roquetas (spr. -kē-), Salinendorf bei Almeria (s. d.).
Roquette (spr. -kétt), Otto, Dichter, geb. 19. April 1824 zu Krotoschin, widmete sich zu Heidelberg, Berlin und Halle philos., geschichtlichen und litterar. Studien, war 1853‒56 Lehrer an der Blochmannschen Erziehungsanstalt zu Dresden und wurde 1862 Lehrer der Geschichte der allgemeinen Litteratur an der Kriegsakademie zu Berlin, trat aber 1867 als Docent an der Gewerbeakademie zu Berlin ein. Seit 1869 ist er Professor der Litteratur und Geschichte am Polytechnikum in Darmstadt. Im Zusammenhange mit seiner Schul- und akademischen Stellung erschienen seine litterarhistor. Arbeiten, namentlich «Geschichte der deutschen Litteratur» (2 Bde., Stuttg. 1862‒63: 3. Aufl. 1878 u. d. T. «Geschichte der deutschen Dichtung»). Seinen Ruf als Dichter begründete R. mit «Waldmeisters Brautfahrt» (Stuttg. 1851; 66. Aufl. 1893), einem anmutigen Märchen, in dem er den heitern Lebensgenuß am Rhein feiert. Diesem folgten: «Liederbuch» (Stuttg. 1852; 3. Aufl. u. d. T. «Gedichte», 1880), «Der Tag von St. Jakob» (ebd. 1852 u. ö.), «Herr Heinrich» (ebd. 1854 u. ö.), «Hans Heidekukuk» (Berl. 1855; 4. Aufl., Stuttg. 1894). Ein anderes Gebiet der Dichtung betrat R. mit dem Roman «Heinrich Falk» (3 Bde., Berl. 1858; 2. Aufl. 1879). Diesem schlossen sich an «Erzählungen» (Frankf. a. M. 1859), «Neue Erzählungen» (Stuttg. 1862), «Susanne» (ebd. 1864), «Luginsland» (ebd. 1867), «Welt und Haus» (2 Bde., Braunschw. 1871,1875), «Der Maigraf» (2. Aufl., Berl. 1879) und «Die Prophetenschule» (2 Bde., 2. Aufl., ebd. 1882). Fünfundzwanzig Jahre nach dem Erscheinen seiner ersten Dichtung erschien in unmittelbarer Anknüpfung an diese: «Rebenkranz zu Waldmeisters silberner Hochzeit» (5. Aufl., Stuttg. 1885). Seine ältern dramat. Arbeiten stellte R. als «Dramat. Dichtungen» zusammen (Bd. 1, Stuttg. 1867: «Die Protestanten in Salzburg», «Sebastian», «Reineke Fuchs»; Bd. 2, ebd. 1876: «Der Feind im Hause», «Der Rosengarten», «Rampsinit», «Die Schlange»). Jüngere Dramen sind: das Schauspiel «Lanzelot» (1887) und die einaktigen Lustspiele «Der Schelm von Bergen», «Hanswurst», «Der Dämmerungsverein» (Lpz. 1890, alle drei in Reclams «Universalbibliothek»). In dramat. Form ist auch die Dichtung «Gevatter Tod» (Stuttg. 1873) abgefaßt. In neuester Zeit veröffentlichte R. noch: «Das Buchstabierbuch der Leidenschaft» (Berl. 1878), die bedeutendste seiner novellistischen Dichtungen, «Im Hause der Väter» (ebd. 1878), ferner «Idyllen, Elegien und Monologe» (Stuttg. 1882), die Erzählung «Inga Svendson» (ebd. 1883), «Neues Novellenbuch» (Bresl. 1884), «Große und kleine Leute in Alt-Weimar. Novellen» (ebd. 1887), «Über den Wolken» (Dresd. 1887), «Cesario. Erzählung in Versen» (Stuttg. 1888), «Frühlingsstimmen. Novellen» (Bresl. 1890), endlich die in einem Bande vereinigten erzählenden Dichtungen: «Ul von Haslach», «Der fahrende Schüler», «Spindel und Thyrsus», «Ambrogios Beichte», «Paris der Bessere» (Berl. 1891). Die Geschichte seines Lebens enthält das Buch «Siebzig Jahre» (Darmst. 1894).
Röraas, Röros, Bergstadt mit etwa 2000 E., im norweg. Amt Söndre Throndhjem, 161 km südsüdöstlich von Throndhjem, an der Bahn Kristiania-Throndhjem, in einem Seitenthal des Glommen, liegt 627 m ü. d. M., in einem engen Thal, von Schneebergen umgeben, hat rauhes Klima, ist berühmt wegen seiner Kupfergruben, welche, 1644 entdeckt, jährlich etwa 12000 t Kupfererz liefern. Die wichtigste Grube ist Stovarts-Grube. Auch besteht eine große Schmelzhütte. ^[Spaltenwechsel]
Rorarĭi, in der altröm. Legion die mit Wurfspeer und Schleuder bewaffneten und deshalb nur als leichte Truppen verwendeten Bürger der untersten Vermögensklassen. An ihre Stelle traten später die Velites.
Rorāte (lat., «tauet»), die in der kath. Kirche in der Adventszeit zu Ehren der Maria abgehaltenen Messen (Roratemetten) nach ihrem mit Jes. 45, 8 beginnenden Introitus (s. d.). Danach heißen besonders der vierte Adventssonntag und der vorhergehende Mittwoch R.
Röros, s. Röraas.
Rorschach. 1) Bezirk im schweiz. Kanton St. Gallen, hat 48,2 qkm und (1888) 14815 E., darunter 3501 Evangelische und 49 Israeliten, in 9 Gemeinden. – 2) Marktflecken und Hauptort des Bezirks R., am südl. Ufer des Bodensees, in 400 m Höhe, an den Linien R.-Romanshorn-Winterthur-Zürich (98 km) der Nordostbahn, R.-St. Gallen-Winterthur (74 km) und R.-Chur (92 km) der Vereinigten Schweizerbahnen sowie an der Rorschach-Heiden-Bergbahn (s. d.), Dampferstation, hat (1888) 5867 E., darunter 2100 Evangelische und 41 Israeliten, Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, alte kath. und neue evang. Kirche, palastartiges Kornhaus, großes Kauf-, Zoll- und Lagerhaus, mehrere Gasthöfe, Seebäder, röm.-irische Bäder, bedeutenden Getreide-und Speditionshandel, und wird in neuerer Zeit als Bade-, Molken- und Luftkurort viel besucht. Am Abhang des Rorschacherberges liegt das alte Kloster Mariaberg, jetzt Lehrerseminar.
Rorschach-Heiden-Bergbahn, führt von Rorschach am Bodensee nach dem auf einem Ausläufer der Appenzeller Alpen belegenen Molkenkurort Heiden und wurde 6. Sept. 1875 eröffnet. Die Baulänge beträgt 5,726 km, die Betriebslänge 7,108 km, da die Züge von der Bergstation Rorschach bis nach Rorschach (Hafen) durchgeführt werden. Die R. wird auch im Winter betrieben, und jährlich werden etwa 47000 Personen und 15000 t Güter befördert.
Ros, s. Normannen (Bd. 12, S. 440 b).
Rosa (lat.), die Rose.
Rosa, Name des 223. Planetoiden.
Rosa, Salvator, genannt Salvatoriello, ital. Maler und Kupferätzer, zugleich ein ausgezeichneter satir. Dichter und Tonkünstler, geb. 20. Juni 1615 zu Arenella im Königreich Neapel, dessen bedeutendster Künstler er ist, wurde in einem Klosterseminar unterrichtet, widmete sich dann als Improvisator der Musik und der Dichtkunst, endlich der Malerei. Die Landschaftsmalerei lernte er ohne Anleitung lediglich durch eigene Anschauung und eigenes Studium, wozu er, 18 J. alt, die Berge Apuliens und Calabriens durchstreifte. Er trat dann in Riberas Kunstwerkstatt ein, um das Figurenmalen zu erlernen, ging zu Aniello Falcone über, dessen Schlachtenbilder ihn mächtig anzogen. Seit 1634 lebte er abwechselnd in Neapel und Rom, von 1639 an als Mittelpunkt eines Kreises geistreicher und freigeistig gesinnter Männer, aus dem zahlreiche scharfe Satiren auf Staat und Geistlichkeit hervorgingen, die ihm viele Feinde