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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Roquetas - Rosa
"ReFkin. I.K V16 MliäiLnuk" (1853) und "1^68
cou1i3868 äs i'Opei-H" (1855). Er starb 24. April
1870 zu Paris. ^ lls. d.).
Roquetas (spr. -ke-), Salinendorf bei Almcria
Roquette (spr. -kött), Otto, Dichter, gcb. 19. April
1824 zu Krotoschin, widmete sich zu Heidelberg,
Berlin und Halle philos., geschichtlichen und littcrar.
Studien, war 1853-56 Lehrer an der Vlochmann-
ichen Erziehungsanstalt zu Dresden und wurde 1862
Lehrer der Geschichte der allgemeinen Litteratur an
der Kriegsakademie zu Berlin, trat aber 1867 als
Docent 'an der Gcwerbeakadcmie zu Berlin ein.
Seit 1869 ist er Professor der Litteratur und Ge-
schichte am Polytechnikum in Darmstadt. Im Zu-
sammenhange mit seiner Schul- und akademischen
Stellung erschienen seine litterarbistor. Arbeiten,
namentlich "Geschichte der deutschen Litteratur"
(2 Bde., Stuttg. 1862-63: 3. Aufl. 1878 u. d. T.
"Geschichte der deutschen Dichtung"). Seinen Nuf
als Dickter begründete N. mit "Waldmeisters Braut-
fahrt" (Stuttg. 1851; 66. Aufl. 1893), einem an-
mutigen Märchen, in dem er den beitern Lebens-
genuß am Rhein feiert. Dicfem folgten: "Lieder-
buch" (Stuttg. 1852; 3. Aufl. u. d. T. "Gedichte",
1880), "Der Tag von St. Jakob" iebd. 1852 u. ö.),
"Herr Heinrich" (ebd. 1854 u. ö.), "Hans Hcidekukuk"
(Berl. 1855; 4. Aufl., Stuttg. 1894). Ein anderes
Gebiet der Dichtung betrat N. mit dem Roman
"Heinrich Falk" (3 Bde., Verl. 1858; 2. Aufl. 1879).
Diesem schlössen sich an "Erzählungen" (Franks,
a. M. 1859), "Neue Erzählungen" (Stuttg. 1862),
"Susanne" (ebd. 1864), "Luginsland" (ebd. 1867),
"Welt und Haus" (2 Bde., Braunschw. 1871,1875),
"Der Maigraf" (2. Aufl., Bcrl. 1879) und "Die
Vrophctenschulc" (2 Bde., 2. Aufl., ebd. 1882).
Fünfundzwanzig Iabre nach dem Erscheinen feiner
ersten Dichtung erfchien in unmittelbarer An-
knüpfung an diese: "Rebenkranz zu Waldmeisters
silberner Hochzeit" (5. Aufl., Stuttg. 1885). Seine
ältern dramat. Arbeiten stellte R. als "Dramat.
Dichtungen" zusammen (Bd. 1, Stuttg. 1867: "Die
Protestanten in Salzburg", "Sebastian", "Reincke
Fuchs"; Bd. 2, ebd. 1876: "Der Feind im Hause",
"Der Rosengarten", "Rampsinit", "Die Schlange").
Jüngere Dramen sind: das Schauspiel "Lanzelot"
(1887) und die einaktigen Lustspiele "Der Schelm
von Bergen", "Hanswurst", "Der Dämmcrungs-
vercin" (Lpz. 1890, alle drei in Reclams "Univer-
salbibliothek"). In dramat. Form ist auch die Dich-
tung "Gevatter Tod" (Stuttg. 1873) abgefaßt. In
neuester Zeit veröffentlichte R. noch: "Das Buch-
stabierbuch der Leidenschaft" (Berl. 1878), die be-
deutendste seiner novellistischen Dichtungen, "Im
Hause der Väter" (ebd. 1878), ferner "Idyllen,
Elegien und Monologe" (Stuttg. 1882), die Er-
zählung "Inga Svcndson" (ebd. 1883), "Neues
Novellenbuch" (Bresl. 1884), "Große und kleine
Leute in Alt-Weimar. Novellen" (ebd. 1887), "über
dcn Wottcu>^(Drcsd. 1887), "Cesario. Erzählung
in Versen" (stuttg. 1888), "Frühlingsstimmen. No-
vellen" (Vresl. 1890), endlich die in einem Vande
vereinigten erzählenden Dichtungen: "Ul von Has-
lach", "Der fahrende Schüler", "Spindel und Tbyr-
sus", "Ambrogios Beichte", "Paris der Besfere"
(Berl. 1891). Die Geschichte seines Lebens enthält
das Buch "Siebzig Iabre" (Darmst. 1894).
Röraas, Röroö, Vergstadt mit etwa 2000 E.,
im norweg. Amt Söndre Throndhjem, 161 kin süd-
südostlich von Throndhjem, an der Bahn Kristiania-
Throndbjcm, in einem Seitenthal des Glommen^
liegt 627 in ü. d. M., in einem engen Thal, von
Scbneebergen umgeben, hat rauhes Klima, ist bc-
rüdmt wegen seiner Knpfergruben, welche, 1644 ent-
deckt, jährlich etwa 12 000 t Kupfererz liefern. Die
wichtigste Grube ist Stovarts-Grube. Auch besteht
eine große Scbmclzhütte.
Itora.rii, in der altröm. Legion die mit Wurf-
fpecr und Schleuder bewaffneten und deshalb nur
als leichte Truppen verwendeten Bürger der unter-
sten Vermögenstlasscn. Au ihre Stelle traten spä-
ter die Vo1it68.
Il.ora.to (lat., "tauet"), die in der kath. Kirche
in der Advents;cit zu Ehren der Maria abgehalte-
nen Messen (Roratemetten) nach ihrem mit
Ics. 45, 8 beginnenden Introiws (s. d.). Danach
heißen besonders der vierte Adventssonntag und der
vorbergebcnde Mittwoch 1l.
Röros, s. Roraas.
Rorschach. 1) Bezirk im schweiz. Kanton St.
Gallen, hat 48,2 ^kin und (1888) 14815 E., darunter
3501 Evanqcliscke und 49 Israeliten, in 9 Gemein-
den. - 2) Marktflecken und Hauptort des Bezirks-
R., am südl. Ufer des Vodenfees, in 400 m Höhe,
an den Linien R.-Romanshorn-Winterthur-Zürich
(98 kin) der Noroostbabn, R.-St. Gallen-Winter-
thur (74 km) und R.-Chur (92 km) der Vereinigten
Scbweizerbahncn sowie an der Norschach-Heiden-
Bergbahn (s. d.), Tampferstation, hat (1888) 5367
E., darunter 2100 Evangelische und 41 Israeliten,
Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, alte kath.
und neue evang. Kirche, palastartiges Kornhaus,
großesKaus-, Zoll- und Lagerhaus, mehrere Gast-
Höfe, Seebäder, röm.-irische Bäder, bedeutenden Ge-
treide-und Speditionshandcl, und wird in neuerer
Zeit als Bade-, Molken- und Luftkurort viel be-
sucht. Am Abbang des Rorschachcrberges liegt das
alle Kloster Mariabcrg, jetzt Lehrerseminar.
Rorschach-Heiden-Bergbahn, führt von Ror-
schach am Vodensec nach dem auf einem Ausläufer
der Appenzellcr Alpen belegenen Molkenkurort Hei-
den und wurde 6. Sept. 1875 eröffnet. Die Baulänge
beträgt 5,726 km, die Vetriebslünge 7,i08kin, da
die Züge von der Vergstation Rorschach bis nach
Norschach (Hasen) durchgeführt werden. Die R. wird
auch im Winter betrieben, und jährlich werden etwa
47 000 Personen und 15 000 t Güter befördert.
Ros, f. Normannen (Bd. 12, S. 440d).
Rosa. (lat.), die Rose.
Rosa, Name des 223. Planetoiden.
Rosa, Salvator, genannt Salvatoriello^
ital. Maler und Kupfcrätzer, zugleich ein ausge-
zeichneter satir. Dichter und Tonkünstler, geb.
20. Juni 1615 zu Arcnella im Königreich Neapel,
dessen bedeutendster Künstler er ist, wurde in einem
Klostcrseminar unterrichtet, widmete sich dann als
Improvisator der Musik und der Dichtkunst, end-
lich der Malerei. Die Landschaftsmalerei lernte er
ohne 'Anleitung lediglich durch eigene Anschauung
und eigenes Studium, wozu er, 18 I. alt, die
Berge Apulicns und Calabriens durchstreifte. Er
trat dann in Riberas Kunstwerkstatt ein, um das
Figurenmalen zu erlernen, ging zu Aniello Fal-
cone über, dessen Scklachtenbilder ihn mächtig an-
zogen. Seit 1631 lebte er abwechselnd in Neapel
und Rom, von 1639 an als Mittelpunkt eines
Kreises geistreicher und frcigeistig gesinnter Män-
ner, aus dem zahlreiche scharfe Satiren auf Staat
und Geistlichkeit hervorgingen, die ihm viele Feinde