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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rosaceen - Rosanilin
und Verfolgungen zuzogen. Von Ende 1642 oder
1643 bis 1651 arbeitete er am großherzogl. Hofe zu
Florenz, in gleicher Geselligkeit lebend, endlich 1652
-73 wieder in Rom. Er starb 15. März 1673. N.
hat zunächst eine Anzahl Figurenbilder geschaffen,
wie Die Verschwörung des Catilina imPitti-Palast
zu Florenz, einige geistreich ausgeführte Bildnisse,
wie die Selbstbildnisse in den Uffizien und im Pitti-
Palast (dort auch den Krieger, den Dichter, den
Greis), dann Schlachtenbilder von großartiger
Lebendigkeit und feinster einheitlicher und charakte-
ristischer Farbenstimmung, die bedeutendsten in
Paris, in Wien, Rom, Florenz (im Pitti- und im
Corsini-Palast), endlich Landschaften, von denen die
meisten in den grosien Florentiner Sammlungen, im
Louvre, in Petersburg und in der Nationalgalerie
zu London sich vorfinden. Diese haben hauptsächlich
seinen Ruhm begründet und ihm Nachfolger bis ins
19. Jahrh, hinein verschafft. Ein wildromantisch-
phantastischer Zug geht durch diese naturalistischen
Kompositionen, der auch in der Staffierung und der
Beleuchtung sich ausdrückt. Auf schöne Linien und
Farbenpracht verzichtet er gänzlich. Seine Farben
beherrscht meist ein graugclbcr Ton; die Gesamt-
wirkung erstrebt er mehr als schöne Einzelheiten.
Besonders berühmt sind die vier Bilder im Pitti-
Palast, 12 Hafcnansichten, die Verglandschaft mit
dem die Waffen verbrennenden Frieden und die
Waldlandschaft mit dem Diogenes, der seinen
Becher wegwirft (la. loreLta äsi 6lc)8oii). N. hat
auch 86 geistvoll radierte Blätter hinterlassen, die
ineist aus seinen spätern Lebensjahren stammen.
Seine 6 moralischen Satiren, wie es scheint aus
Improvisationen entstanden, sind oft berausgegeben
worden. Sein Leben schrieben auch Baldinucci (zu-
letzt Flor. 1728), Passen und Pascoli, auch Cantü
(Mail. 1844). Romanhafte Behandlungen lieferten
Lady Morgan, "I^ite and timeg ot' äÄlvHtai-I>."
(deutsch, 3 Bde., Dresd. 1824-26), und Wolfgang
Kirchbach ^2 Bde., Lpz. 1880).
Nofaceen, Pflanzenfamilie aus der Gruppe der
Dikotyledonen mit über 1000 über die ganze Erde
verbreiteten Arten. Sie sind im Habitus sehr ver-
schieden, ihre Blüten sind meist regelmäßig und
zwitterig, haben in der Regel einen fünflappigen,
freien oder mit dem Fruchtknoten verwachsenen
Kelch, der einen tellcr- oder krngförmigen Vlüten-
boden bildet, an dessen Rande die gewöhnlich in der
Fünfzahl vorhandenen Blumenblätter sitzen. Die
sehr zahlreichen Staubgefäße sind auf dem Rande
des Vlütenbodens eingefügt. Die gewöhnlich zu
mehrern vorhandenen Fruchtblätter stehen im
Grunde des Kelches: jedes besitzt einen Griffel. Die
Frucht ift sehr verschieden ausgebildet. Nach der
Fruchtbildung werden mehrere Abteilungen unter-
schieden, die früher als eigene Familie betrachtet
wurden: die Pomeen haben eine beerenartig ent-
wickelte 2-5fächerige Frucht, die sog. Apfclfrucht
(s. d<); die Roseen zeigen ein fleischig entwickeltes
sog. Receptaculum, das durch Umbildung des
Vlütenbodens entsteht, worin die zahlreichen nüß-
chenartigen Früchte eingeschlossen sind; die Poten-
tilleen haben gleichfalls zahlreiche nußartige
Früchtchen, sind aber nicht von dem Blütenbodcn
umschlossen, sondern sitzen demselben oberständig
auf; dabei kann jedoch der Blütenboden selbst, wie
z. B. bei der Erdbeere, ebenfalls fleischig entwickelt
sein; die Rubeen haben eine Scheinfrucht, die da-
durch entsteht, daß die einzelnen Früchtchen mit
einer fleischigen Hülle als Steinfrüchte entwickelt
und miteinander zu einem Gebilde, wie es z. B. die
Himbeere darstellt, vereinigt sind; die Poterieen
besitzen Nüßchen, die von dem trockenhäntigen
Vlütenboden umschlossen sind; die Spiräen haben
kapselartige mehrsamige Früchte; die Pruneen
oder Amygdaleen haben meist einsamige Stein-
früchte mit fleischig entwickeltem Perikarp; 1)ie
Chrysobalaneen haben ähnliche Früchte, nur
ist bei ihnen die Stellung des Griffels in der Blüte
eine etwas andere wie bei den Pruneen; außerdem
haben sie zuweilen unregelmäßige Blüten. Zu den
R. gehören zahlreiche als Kulturgewächse und Zier-
pflanzen wichtige Arten, wie die Obstbäume und
-Sträucher aus den Abteilungen der Amygdaleen
und Pomeen, die Erdbeeren, Himbeeren, Brom-
beeren u. s. w., die zahlreichen Nosenarten (s. Rose),
sowie die Gattung Lpiraea u. a.
Rosalia, Name des 314. Planetoiden.
Il.082.1ia., Küfer, s. Alpenbock. -II. ist auch Händ-
lername für das Löwenäffchen (f. Krallenäffchen).
Rosalie, in der Musik die mehrmalige Wie-
derholung eines Motivs auf verschiedenen Ton-
stufen in geschmackloser Weise. Die berechtigte
Wiederholung heißt Sequenz und ist eine Form
der Melodieentwicklung, die von Monteverdi zuerst
eingeführt wurde, um die Steigerung einer erregten
Empfindung auszudrücken. Für 3t. bedient man sich
auch des deutschen Wortes Schustersleck.
Rofalle, die Heilige, normann. Prinzessin im
12. Jahrh., Nichte König Wilhelms des Guten von
Neapel, zog sich früh von der Welt zurück, führte
in einer Felsenhöhle auf dem Monte-Pellegrino
bei Palermo ein beschauliches Leben und starb da-
selbst um 1170. Im 17. Jahrh, wurde sie zur
Schutzheiligen von Palermo erklärt, wo jährlich vom
11. bis 15. Juli ihr Fest begangen wird. Auf dem
Monte-Pellegrino ist ihr eine Kapelle geweiht.
Rofamunde (Rosemunda), Tochter des Ge-
pidenkönigs Kunimund, wurde nach dem Untergang
ihres Volks und dem Tode ihres Vaters durch des-
sen Überwinder, den Langobardenkönig Alboin (s. d.),
genötigt, ihm die Hand zu reichen, 566 oder 567
n. Chr. Als Alboin sie später nach der Eroberung
von Oberitalien zu Verona in der Trunkenheit
zwang, bei einem Gastmahl aus dem Schädel ihres
Vaters zu trinken, ließ sie ihren Gemahl durch sei-
nen Waffenträger Helmichis und einen Gehilfen
Peredeo ermorden (573). Sie floh mit Helmichis
zu dem byzant. Exarchen Flavius Longinus nach
Ravenna. Als dieser um ihre Liebe warb, wollte
sie den Helmichis durch Gift aus dem Wege räumen,
wurde aber von ihm gezwungen, den Rest des Gif-
tes felbst zu trinken. -
Nofamunde Elifford, die Tochter Walter
Cliffords (s. d.), die bekannteste der Geliebten Hein-
richs II. von England, deren Gestalt von Sage und
Dichtung ganz mnwoben ist. Sagenhaft sind auch
die angeblichen Verfolgungen R. C.s durch die
Königin Eleonore (s. d.).
Röfanaphthylamin, f. Magdalarot.
Nosanilnl, Triamidodiphenyltolylcarbinol, ein
Methylderivat des Triamidotriphenylcarbinols oder
Pararofanilins (willkürlich gewählter Name)
0(0H)-(^II^H-
^^II^H,)-^
Nosauilin
^"ll^NII",
0(011)-0,114-Nil,
^H^NII,.
Pararosanilin.