Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

1012
Roßwerk - Rostock
Kochschule, Wasserleitung, Kanalisation, Gasanstalt;
Wollspinnereien, Tuchfabriken (eine Innungsfabrik
mit eigener Spinnerei, Walkerei und Appretur),
Strumpfwirkereien, Färbereien, Gerbereien, Eisen-
uno Metallgießereien, Kunstmühle, Ziegeleien, Fa-
briken für Wagenachsen und -Federn, Werkzeug-
und landwirtschaftliche Maschinen, Cigarren, Filz-,
Metall- und Schuhwaren, Haar- und Wolldecken,
Lama und Militärtuche, Gravier- und Prügeanstalt,
Glasschleiferei mit Sandgeblüse, Metalldrcherei und
Fräserei, zwei chem. Fabriken und im nahen Böh-
rigen (1155 E.) eine bedeutende Wollwarenfabrik.
Roßwerk, s. Tretwerke.
Rost, Eisenrost, im wesentlichen Eisenoxyd-
hydrat (s. d.), mit dem sich das Eisen an feuchter
Luft überzieht. - In der Botanik ist R. eine durch
Rostpilze (s. Uredineen) hervorgerufene Krankheit
des Getreides und anderer Pflanzen (s. ^uccinia);
über den weißen R. s. OMoM8.
Rost, im Grundbau s. d. und Pfahlrost; R. bei
Feuerungsanlagen s. d. (Bd. 6, S. 745 d).
Rost, Alexander, Dramatiker, geb. 22. März
1816 zu Weimar, studierte zu Jena die Rechte und
schrieb hier sein erstes Drama: "Kaiser Rudolf in
Worms", das 1841 auf dem Weimar. Theater einen
glänzenden Erfolg erzielte. Als auch sein zweites
^tück, "Landgraf Friedrich mit der gebissenen
Wange", mit Beifall aufgenommen ward, verließ
R. 1848 den Staatsdienst, um sich der Dichtung zu
widmen. Er lcbte seit 1870 in Weimar und starb
daselbst 15. Mai 1875. Seine "Dramat. Dichtungen"
(6 Lfgn., Weim. 1867-68) enthalten außer den
schon erwähnten: "Ludwig der Eiserne oder das
Wundermädchen aus der Nuhl", "Verthold Schwarz
oder die deutschen Erfinder" u. a. Später erschien
noch das Drama "Der ungläubige Thomas" (1875).
Rost, Valentin Christian Friedr., Schulmann
und Philolog, geb. 16. Okt. 1790 zu Friedrichroda
im Gothaischen, studierte in Jena Theologie und
Philologie, wurde 1814 Kollaborator am Gymna-
sium zu Gotha und 1842 Direktor dieser Anstalt
mit dem Titel eines Oberschnlrates. Er starb, seit
1859 im Ruhestand lebend, 6. Okt. 1862 zu Gotha.
Seine Hauptwerke sind die "Griech. Grammatik"
(Gott. 1816; 7. Aufl. 1856), das "Griech.-deutsche
Wörterbuch" (4. Aufl., 11. Abdruck, 2 Bde.,
Braunschw. 1888) und das "Deutsch-griech. Wörter-
buch" (10. Aufl., 2 Bde., Gott. 1874). Außerdem
veranstaltete R. eine neue Ausgabe von Duncans
"Xovum lexicon ^ra6cum" (Lpz. 1831-33). Auch
leitete er seit 1842 die Lcbensversicherungsbank für
Deutschland, an deren Gründung er teilnahm.
^?O6?"/., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung
sür Joseph Thomas von Rostafinski, geb.
14. Aug. 1850 in Warschau, ist seit 1882 Professor
der Botanik in Krakau.
Rostarschölvo, Stadt im Kreis Vomst des
preuß. Reg.-Vez. Posen, hat (1890) 1052 E., darun-
ter 102 Katholiken, Postagentur und Telegraph.
Rostbeize, s. Eisennitrate.
Roftbirnen, achte Klasse des Lucasschen Virnen-
systems (s. Birne, Bd. 3, S. 32 d).
Röstbitter, s. Assamar.
"osstolia., Pilz, s. (^mnoZpoi-HnMm.
Rösten, in der Metallurgie die Oxydation von
Erzen durch Erhitzen an der Luft, namentlich zur
Entfernung des Schwefels und Arsens, die dabei
großenteils als schweflige und arsenige Säure ent-
weichen. Die zum R. dienenden Vorrichtungen,
die Röstmeiler, Nöststadel und Röstofen,
haben mehr oder weniger abweichende Gestalt je nach
der Natur der zu röstenden Erze. Beispiele von Röst-
vorrichtungen s. Eisenerzeugung (Bd. 5, S. 923 d
u. 924 a.) und Gold (Bd. 8, S. 122 a). Über das R.
des Flachses (oder Hanfes) s. Flachsspinnerei (Bd. 6,
S. 8581) u. 859 a).
Rostgans ('laäornH 8. VuiMN86r rutiia. I^ltt.),
eine durch ihre rostrote Färbung ausgezeichnete
Fuchsente, die im südöstl. Europa, Mittelasien und
Nordafrika heimisch ist, häufig lebend in die deut-
schen Tiergärten gelangt und sich dort leicht fort-
pflanzt. Der Preis stellt sich auf etwa 50 M. das
Rostgelb, f. Nanking. sPaar.
Rostgeneratoren, s. Gasfeuerungen (Bd. 7,
Röstgummi, f. Dextrin. >S. 571 a).
Roftislaw (Rastislaw), Fürst von Mähren
(s. d., Bd. 11, S. 488a).
Rostkitt, s. Eisenkitt.
Röstmeiler, Röstofen, s. Rösten.
Rostock, Stadt in Mecklenburg-Schwerin, die
größte Stadt des Landes, an der Warnow, die sich
hier baffartig erweitert und für
Seeschiffe von 4 m Tiefgang
fahrbar wird, an den Linien
Neustrelitz - Warnemünde, Gü-
strow-R. (34,i km), Bützow-R.
(31,2 km) und der Nebenlinie
R.-Wismar (58,8 km) der Meck-
lenb. Friedrich - Franz - Eisen-
bahn,sowiederNebenlinü'Stral^
sund-R. (71,9 km) der Preuß.
Staatsbahnen, besteht aus der innern Stadt und
den außerhalb der 1860 in Promenaden umge-
wandelten Festungswälle entstandenen Vorstädten,
ist Sitz des großherzogl. Konsistoriums, obern
Kirchengerichts, der Anwaltskammer, Schulden-
Tilgungskommission, Fidelkommißbehörde, des
engern Ausschusses von Ritterschaft und Landschaft,
eines Oberlandesgerichts (Landgerichte Güstrow,
Neustrelitz, N., Schwerin), eines Landgerichts mit
neun Amtsgerichten (Doberan, Gnoyen, Kröpelin,
Neubukow, Ribnitz, R., Schwaan, Sülze, Tessin),
eines Amtsgerichts, Hauptzoll- und Aichamtes, je
einer Kommission zur Prüfung der Seeschiffer und
Seesteuerleute und der Maschinisten auf See-
dampfern, mehrerer Konsuln und einer Reichsbank-
nebenstelle und hat (1890) 44409 (21212 männl.,
23197 weibl.) E., darunter 582 Katholiken und 311
Israeliten, in Garnison das 1., 3. und 4. Bataillon
des Füsilierreaiments Nr. 90, Postamt erster Klasse
mit Zweigstelle, Telegraph und Fcrnsprecheinrich-
tung. Die Innenstadt, auf der Ost-und Nordseite
von der Warnow umflossen, zerfüllt in Alt- und
Neustadt; jene birgt seit dem großen Brande von
167? außer den Kirchen nur noch einige Reste der
Vorzeit, diese dagegen zeigt mit ihren ansehnlichen
Gebäuden den Charakter der norddeutschen Hanse-
stadt. R. hat vier evang. Kirchen, je eine Kapelle
der Irvingianer und Katholiken. Die Petrikirche
dient durch ihren 127 m hohen Turm den Schiffern
als Landmarke; bei derselben das Denkmal Joachim
Slüters, des ersten evang. Predigers der Stadt. Die
Nikolaikirche hat einen got. Schnitzaltar (15. Jahrh.),
die Marienkirche (14. Jahrh.) zeichnet sich durch die
Höhe ihres Mittel- und Querschiffs und eine astron.
Uhr aus. llnter den Plätzen sind der Neue Markt
mit dem siebentürmigen Rathaus und der Blücher-
platz mit dem Vronzestandbild des hier geborenen