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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rostorf - Roswitha
den Plan des Brandes entworfen und durch Franz
Leppich habe ausführen lassen. 1814 legte er sein
Amt nieder, begleitete den Kaiser Alexander zum
Kongreß nach Wien, fiel aber bald darauf in Un-
gnade und lebte seitdem viel auf Reisen. 1825 kehrte
er in sein Vaterland zurück und starb 12. Febr.
1826 zu Moskau. Seine (unvollständig) gesammel-
ten Sckriften in russ. und franz. Sprache, worunter
seine Proklamationen (atiLki) an die Bewohner
Moskaus, zwei Lustspiele, Bemerkungen auf einer
Reise durch Deutschland und die witzigen "NemoirßZ,
eeritZ 6n äix minut63" wurden in Petersburg 1853
herausgegeben. - Vgl. Kotzebue, RLknwtions 668
N6N0ir63 86er6t8 8UI' 1a KU8816 (Par. 1802);
Varnhagen von Ense, Denkwürdigkeiten und ver-
mischte Schriften, Bd. 9 (Lpz. 1859); Schnitzler,
RoLtopckins 6t I(smt0U8ol (Par. 1863); Ä. de
Se'gur, Viö äu cnmte Ii08topcliili6, (Gouverneur
ä6 N08cou 6n 1812 (2. Aufl., ebd. 1873); Vrück-
ner, Materialien zur Lebensbeschreibung des Gra-
fen Panin (Bd. 4, Petersb. 1890; Bd. 7, ebd. 1892).
Rostorf, Pseudonym für Karl Gottlob Andreas
von Hardenberg, s. Hardenberg, Friedr. Leop.
Rostow (spr. -off). 1) Kreis im südl. Teil des
russ. Gouvernements Iaroslawl, im Gebiet des
Kotorosl und Nerl, hat 4321,9 qkin, 160218 E.;
Getreide-, Gemüse-, besonders Cichorienbau, Fische-
rei, 44 Fabriken. - 2) Bezirk im südwestl. Teil des
russ. Gebietes der Donischen Kosaken, an der Mün-
dung des Don indasAsowscheMeer, hat6898,7 hkm,
297 976 E.; Ackerbau, Viehzucht, Fischerei und
Handel. - 3) Kreisstadt im Kreis R. 1, am nord-
westl. Ufer des Rostowschen oder Nero-Sees und an
der Eisenbahn Moskau - Iaroslawl, hat (1894)
17 446 E., 31 Kirchen und 5 Klöster, berühmt durch
ihre Altertümer, öffentlichen Garten, Stadtbank;
Fabrikation von Heiligenbildern, große Flachs-
spinnerei und 8 andere Fabriken. - 4) N., gewöhn-
lich R. am Don genannt, Bezirksstadt im Bezirk
R. 2, rechts am Don (22 ^in vor seiner Mündung)
und an den Eisenbahnen Koslow-Woronesch-R.,
Kursk-Charkow-Asow und R.-Wladikawkas, hat
(l8l)I) 81935 E., 5 Kirchen, Synagoge, Gym-
nasium, Realschule, Filiale der Reichsbank und 6
andere Banken, viele Prachtbauten, grosie Vazare
und bedeutenden Handel, namentlich mit Weizen,
Ölsamen, Wolle. R. ist der Stapelplatz der Aus-
fuhr für das ganze füdöstl. Ruhland und vermit-
telt den Verkehr zwischen Rußland und Kaukasien.
Im Hafen liesen ein (1893) 42 Seeschiffe, 2476
Küstenfahrer: es liefen aus 39 Seeschiffe und 2399
Küstenfahrer. Dampsschiffahrtsvcrbindung besteht
nack Odessa und Konstantinopel.
Rostpapier oder Nadelpapier, cin mit Vlau-
holzabsud gefärbtes Papier aus Z^'ug, dem man
seines Kohlepulver beigemengt hat und das mit
Leim ohne Alaun geleimt ist; es dient zum Ein-
wickeln feiner Stahlwaren (Nähnadeln u. s. w.), die
es gegen Rost schützt. Auch ucunt man R. feineres
Sandpapier und Schmirgelpapier. Ferner sübrt
diesen Namen das zum Verpacken gröberer Stahl-
waren verwendete, aus alten Schiffstauen hergestellte
Papier, weil es durch seinen Teergehalt den Zutritt
der Feuchtigkeit erschwert.
Rostpendel, s. Pendel (Bd. 12, S. 997d).
Rostpilze, s. Uredineen.
Rostra, im alten Rom die Rednerbühne aus
dem Forum, von der aus die öffentlichen Reden an
das Volk gehalten wurden. Den Namen erhielt sie
von den an ihr angebrachten Schnäbeln (roZtra)
der Kriegsschiffe, welche die Römer den Antiaten 338
v. Chr. abgenommen hatten.
Rostral, Instrument, s. Rastral.
Rostschutzmittel. Die Oberflächen eiserner Ge-.
genstände gegen das Rosten, eine Folge der Ein-
flüsse der Atmosphäre, widerstandsfähiger zu machen
erreicht man 1) durch Veränderung der Metallober-
fläche auf chem. oder mechan. Wege, 2) durch über-
ziehen der Metalloberfläche mit gegen die Atmo-
sphäre widerstandsfähigen Stoffen. Unter die er-
stere Art gehören die Verfahrungsweisen, die reine
Mctalloberfläche auf chem. Wege in eine Oxyd-
schicht oder in eine Schicht einer den atmosphä-
rischen Einflüssen widerstehenden Metallverbindung
zu verwandeln. Hier ist das Bronzieren mit
Vrouziersalz (s. d.) und das Brünieren (i.d.) zu
nennen. Auf mechan. Wege kann man metallene
Gegenstände gegen Rost durch Herstellung einer glat-
ten, glänzenden Oberflüche schützen, wie sie durch
Schaben, Schleifen und Polieren erhalten wird.
Bei den R. der zweiten Art ist das Überziehen der
Flächen mit widerstandsfähigen Metallen (f. Ver-
zinnen, Verzinken, Vernickeln u. s. w.) oder andern
Stoffen (f. Emaillieren und Anstrich) zu unterscheiden.
Gußeiserne Wasserleitungsröhren überzieht man
mit einer Schicht von Steinkohlenteer, ebenso große
gußeiserne Maschinenbestandteile. Eiserne Brücken
schützt man gegen Rost, indem man nach vollkom-
mener mechan. Reinigung des Eisens sämtliche
Fngen, Vertiefungen u. s. w. zunächst mit einem
Kitt aus Mennige, Vleiweiß und Leinölfirnis aus-
streicht; nachdem dieser vollständig getrocknet und
das Eisenwerk wieder gereinigt ist, trägt man in
Pausen von je 8 bis 14 Tagen 4 Anstriche auf, welche
aus einer mit Vleiweiß, Leinöl und Terpentinöl be-
reiteten Farbe bestehen. Für Eisenanstrich ist in
neuerer Zeit die besser als Mennige und Bleiweiß-
farbe schützende Diamantfarbe in Gebrauch ge-
kommen, welche aus fein gemahlenem Graphit und
Leinölfirnis besteht.
Blanke Maschinenteile, welche längere Zeit in
Lagerräumen liegen oder versandt werden sollen,
bekommen einen Überzug von Fett (z. B. Gemisch
von Talg und Vleiweiß), welcher 3-4 Wochen vor
Rost schützt und dann erneuert werden muß, da das
Fett Säure aus der Luft aufnimmt, die das Rosten
befördert. Dauerhafter sind Farben und Lacke, die
sich aber schwer entfernen lassen (mit Terpentinöl
oder Petroleum). Vollständig dauerhaft und leicht
zu entfernen (mit einem mit Terpentinöl angefeuch-
teten Lappen) ist Manuocitin, ein von Müller &
Mann in Eharlottenburg seit 1891 fabriziertes
Produkt, welches aus verschiedenen präparierten
Fetten und einem ätherischem Ol besteht. Nach dem
Auftragen des Mittels mit einem Pinsel verflüchtigt
sich das ätherische Ol und hinterläßt einen dünnen
Fettüberzug, der nicht ranzig wird; 1 K3 dieses
Mittels reicht für 33 hin Fläche.
Röststadel, s. Rösten.
Röststärke, soviel wie Dextrin (s. d.).
Rosweyd, Heribert, s. ^eta ^nctornm.
Roslmtha, Hrotsvrtha (Ilrc)tn8nitli, entspre-
chend dem althochdeutschenIli-uoäLuinä), niedersächs.
Dichterin des 10. Jahrh., aus adligem Geschlecht,
geb. um 935, trat sung in das Benediktinerlloster
Gandersheim (im Vraunschweigischen, nördlich von
Göttingen) und starb daselbst wahrscheinlich erst
nach 1001. In dieser bevorzugten Familienstiftung