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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rotes Totliegendes - Roth (Rud. von)

kam, trat das R. M. mit seinen Küstenländern aufs neue hervor und ist jetzt seit der Eröffnung des Sueskanals neben dem Nordatlantischen Ocean der meistbefahrene Meeresteil der Erde.

R. M. heißt auch der Kalifornische Meerbusen (s. d.).

Rotes Totliegendes, soviel wie Rotliegendes (s. d.).

Rote Tinktur, s. Alchimie.

Rotfärben, s. Färberei (Bd. 6, S. 573 b).

Rotfäule, Astfäule, Stockfäule, durch den Pilz Trametes radiciperda Hart. (s. Trametes) erzeugte Krankheit der Nadelhölzer,besonders an Kiefern und Fichten, findet sich an Bäumen von dem verschiedensten Alter; schon in jungen, fünf- bis zehnjährigen Schonungen und auch in hundertjährigen Beständen werden die Wurzeln von diesem Pilze befallen. Seine hauptsächlichste Einwirkung besteht darin, daß die reiche Entwicklung des Myceliums in Rinde und Holz der Wurzeln Fäulniserscheinungen hervorruft, die auch in den Stamm übergehen und in diesem oft bis zu einer ziemlichen Höhe eine ähnliche Zersetzung des Holzes bewirken. Da die Nahrungszufuhr aus dem Boden so gänzlich aufhört, so müssen die Bäume zu Grunde gehen. Die Fruchtkörper dieses Pilzes finden sich im Boden an den Wurzeln, sie sind von geringer Ausdehnung und von zarterer Beschaffenheit als die der andern Arten der Gattung Trametes. Die Verbreitung der Sporen im Boden geschieht wahrscheinlich durch Mäuse, doch kann auch durch Weiterwucherung des Mycels im Boden sowie durch direktes Aneinanderliegen der Wurzeln benachbarter Bäume die Krankheit fortgepflanzt werden. Als Gegenmittel wird Isolierung der durch den Pilz entstandenen Blößen mittels tiefer Stichgräben empfohlen.

Rotfeder, Fisch, s. Plötze.

Rotfisch, s. Huchen.

Rotforelle, s. Saibling.

Rotfuchs, s. Fuchsfelle.

Rotgar heißen die durch Rotgerberei (s. Lederfabrikation, Bd. 11, S. 13 a) gegerbten Häute.

Rotgießerei, die Herstellung von Gegenständen aus Rotguß (s. d.) für maschinenbauliche und künstlerische Gegenstände (s. Bildgießerei). Das Verfahren ist im wesentlichen das gleiche wie das der Messinggießerei (s. d.).

Rotgimpel, Vogel, s. Gimpel.

Rotgrünblindheit, s. Farbenblindheit.

Rotgültigerz, alter Name für zwei isomorphe Mineralien aus der Gruppe der Sulfosalze, die reiche Silbererze sind; beide krystallisieren rhomboedrisch mit vorwiegend prismatischem oder skalenoedrischem Habitus in Formen, die sich denen des Kalkspats nähern. Das eine ist das karmesinrote bis schwärzlich-bleigraue dunkle R. oder der Pyrargyrit, das Antimonschwefelsilber, 3 Ag2S + Sb2S3 ^[3 Ag<sub>2</sub>S + Sb<sub>2</sub>S<sub>3</sub>], mit 60 Proz. Silber, 22,2 Antimon, 17,8 Schwefel; es hat metallartigen Diamantglanz und ist undurchsichtig bis kantendurchscheinend; spec. Gewicht 5,75 bis 5,85. Das andere ist das cochenill- bis karmesinrote lichte R. oder der Proustit, das entsprechende Arsenschwefelsilber, 3Ag2S + As2S3 ^[3Ag<sub>2</sub>S + As<sub>2</sub>S<sub>3</sub>], mit 65,4 Proz. Silber, 15,2 Arsen und 19,4 Schwefel, mit reinem Diamantglanz, halbdurchsichtiq bis kantendurchscheinend, dem spec. Gewicht 5,5 bis 5,6. Beide schmelzen leicht; Kalilauge zieht Schwefelantimon und Schwefelarsen aus. Die R. sind weitverbreitete Erze; schöne Krystalle liefern unter anderm die Gruben von Freiberg, Joachimsthal, Andreasberg, Chañarcillo im nördl. Chile.

Rotguß, kupferreiche und deshalb rötlich gefärbte Gußwaren aus Legierungen des Kupfers mit Zink, welche gewöhnlich auch Zinn und Blei in geringern Gewichtsmengen enthalten. Bei zunehmendem Zinkgehalte wird die Farbe gelb und die Gußwaren heißen Gelbguß oder Messing (s. d.). Man benutzt den R. für Gegenstände, welche geringere Sprödigkeit als Messing besitzen sollen, z. B. Lagerpfannen. Bei höherm Zinn- und geringem Zinkgehalte wird der R. zur Bronze (s. d.).

Roth, Stadt im Bezirksamt Schwabach des bayr. Reg.-Bez. Mittelfranken, an der Mündung der R. in die Rednitz, der Linie München-Bamberg-Hof und der Nebenlinie R.-Greding (39,3 km) der Bayr. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Nürnberg), hat (1890) 3323 E., darunter 341 Katholiken und 59 Israeliten, Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, ein Luitpold-Denkmal, Schloß (14. Jahrh.); Fabrikation von Bronze, leonischen und Filzwaren und Hopfenbau.

Roth oder Rth., hinter lat. Pflanzennamen Bezeichnung für Albrecht Wilhelm Roth, geb. 6. Jan. 1757 zu Dötlingen in Oldenburg, gest. 10. Okt. 1834 als Arzt zu Vegesack.

Roth, Justus Ludw. Adolf, Geolog und Mineralog, geb. 15. Sept. 1818 zu Hamburg, studierte in Berlin und Tübingen Naturwissenschaften, und ließ sich später in Berlin nieder, wo er 1867 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und zum Professor an der Universität ernannt wurde und wo er 1. April 1892 starb. Seine erste größere Schrift betrifft "Die Kugelformen im Mineralreich und deren Einfluß auf die Absonderungsgestalten der Gesteine" (Lpz. 1844). Später veröffentlichte er die wertvolle Monographie "Der Vesuv und die Umgebung von Neapel" (Berl. 1857), ferner wichtige Untersuchungen, die zumeist in den Abhandlungen der Berliner Akademie erschienen und die sich auf die vulkanische Eifel, auf die Lehre vom Metamorphismus, die Bildung des Serpentins, die Geognosie des niederschles. Gebirges, den Zobtenit u. s. w. beziehen. Daneben aber hat sich R. namentlich um die Petrographie die größten Verdienste erworben ("Die Gesteinsanalysen", Berl. 1861; "Beiträge zur Petrographie der plutonischen Gesteine", ebd. 1869, 1873, 1879, 1884). Von seiner "Allgemeinen und chem. Geologie" behandelt Bd. 1 (Berl. 1879) die geognostisch wichtigsten Mineralien und ihre Veränderungen, Bd. 2 (ebd. 1887) die Petrographie, Bd. 3 (ebd. 1891 - 93) die Zusammensetzung und Veränderung der Gesteine.

Roth, Paul von, Jurist, geb. 11. Juli 1820 zu Nürnberg, studierte in München die Rechte, habilitierte sich 1848 daselbst, wurde 1850 außerord. Professor in Marburg, 1853 ord. Professor des deutschen Rechts in Rostock, 1857 in Kiel und 1863 in München, wo er 1866 auch zum Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek ernannt wurde. 1874 - 89 war er Mitglied der Kommission zur Entwerfung eines Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches. Er starb 29. März 1892 in München. R. schrieb: "Über die Entstehung der Lex Bajuvariorum" (Münch. 1848), "Geschichte des Beneficialwesens" (Erlangen 1850), "Feudalität und Unterthanenverband" (Weim. 1863), "Bayr. Civilrecht" (3 Bde., Tüb. 1870 - 75), "System des deutschen Privatrechts", Bd. 1 - 3 (ebd. 1880 - 86).

Roth, Rud. von, Orientalist, geb. 3. April 1821 zu Stuttgart, studierte zu Tübingen, Paris und London und habilitierte sich 1845 zu Tübingen, wo er 1848 außerord., 1856 ord. Professor der orient.