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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Safety oil - Safranin
-65), "Die ältesten Denkmäler der bühm. Sprache"
(ebd. 1840; mit Fr. Palackh) und "^o^tkove stai-o-
068^6 m1uvnic6" ("Anfangsgründe der altböhm.
Grammatik", als Einleitung in den 1. Tl. der alt-
böhm. Textsammlung "V>dor", ebd. 1845), "la-
N9.tkx 1l1a1i0i8il6i)0 pi86mnictvi" ("Denkmäler des
glagolitischen Schrifttums", ebd. 1853), "Glagoliti-
sche Fragmente" (mit Höfler; ebd. 1857), "Über die
Heimat und den Ursprung des Glagolitismus" (ebd.
1858). In seinem Nachlaß fanden sich unter andcrm
Materialien zu einer großartig angelegten Topo-
graphie der südl. Donauländer. Biographien S.s
schrieben sein Schwiegerson I. Iirecek in der "Osterr.
Revue" (III, 1865), und im "81ovni1c Xancn^, Bd. 9
(1872) sein Sohn Ad albert S. (geb. 26. Okt. 1829
in Neusatz), Professor der Chemie an der böhm. Uni-
versität in Prag.
5atst? oii (engl., spr. hehstl eul), s. Auroraöl.
Saffarlden, Dynastie, s. Persien (Bd. 12, S.
Saffi, marokk. Stadt, s. Sasi. ^1036d).
Saffi, Seffi, s. Persien (Bd. 12, S. 1037 d).
Saffian (nach der Stadt Sasi, s. d.), auch
Maroquin oder Marokkoleder genannt,
ein nach dem Verfahren der Lohgerberei aus
Ziegenfellen bereitetes, sehr feines und weiches,
künstlich genarbtes und einseitig gefärbtes, nicht
lackiertes Leder; unechter S. wird aus gespaltenem
Schafleder oder dünn ausgearbeitetem Kalbleder
hergestellt. Die Fabrikation des echten S. gilt sür
eine arab. Erfindung; 1749 wurde die erste europ.
Saffianfabrik im Eli'aß errichtet, und seit 1797 da-
tiert mit der Gründung der Gerberei zu Choisy bei
Paris der Aufschwung der franz. Safsiangerberei,
welche zu Anfang dieses Jahrhunderts auch in
Deutschland Eingang fand. Noch heute wird im
Orient viel S. produziert, jedoch meist nicht fertig
hergestellt, sondern nur gegerbt und getrocknet. In
diesem Zustand Meschinleder genannt, geht der
S. nach Wien sowie über Leipzig an deutsche Fa-
briken, um hier mit Farbe versehen, geglänzt und
appretiert zu werden. Zum Färben wendet man
jetzt häusig Teerfarben an. S. wird besonders zu
feinem Schuhwerk, Portefeuilleartikeln und Vuch-
binderwaren verarbeitet. (S. Korduan und Ledcr-
fabrikation, Bd. 11, S. 14 d.) ^(s. d.).
Saffianpapier, soviel wie Maroquinpapier
Saffior, andere Schreibweise für Saflor.
Saffron Wälden (spr. ßäffr'n), Municipal-
borough in der engl. Grafschaft Esser, rechts vom
Cam, an der Great-Easternbahn, hat (1891) 6104 E.,
spätgot. Kirche, Burgruine, altertümliche Holzbau-
ten, eine Lateinschule; Eisengießerei und Handel
mit Vieh, Getreide und Malz.
Saft, Assi, auch Saffi, Stadt an der West-
küste Marokkos zwischen Kap Cantin und der Mün-
dung des Wad Tensift, die schönst gelegene aller
marokk. Küstenstüdte, aber mit schlechtem Hafen, hat
9000 E., darunter 1500 Israeliten, Ausfuhr von
Getreide, Pferden und feinem Leder (Saffian).
Safierrhein, s. Nabiusa.
Safin, Kreis im Bezirk Heinzenberg des schweiz.
Kantons Graubünden.
Saflör, Pflanzengattung, s. Oai-t1iainu8; über
den S. genannten Farbstoff s. Kobaltoxyd.
Saflörblumen, Saflorgelb, s. <Ü3.i-t1iaiiiii8.
Saflörrot, s. Carthamin.
Safran, Drogue, die getrockneten, braunroten
Narben von Oi-ocuä 8ativu8 ^. (s. Oocli8), an denen
in der Handelsware noch häufig die hellgelben Griffel-
fäden haften. Sie riechen stark gewürzhaft, schmecken
balsamisch-bitterlich und etwas scharf und färben
beim Kauen den Speichel dunkelgelb; wirksame Be-
standteile sind ein ätherisches, nicht sehr flüchtiges,
brennend scharf und bitter schmeckendes Ol von
goldgelber Farbe (Safran öl) und ein gelber Farb-
stoff, Crocin (Polychroit), der sich in Wasser
und verdünntem Alkohol leicht löst, durch konzentrierte
Schwefelsäure intensiv blau gefärbt wird. Der S.
dient zum Färben und bei vielen Völkern, nament-
lich denen des Orients, als Gewürz an Speisen; be-
sonders wird er von den Orientalen mehrern be-
rauschenden Getränken zugesetzt. Auch in der Heil-
kunde ist er gebräuchlich; er wirkt stark erregend,
nervenbelebend, krampfstillend und erregt in größern
Gaben bedeutende Kongestionen. Da eine große
Menge von Blüten nötig ist, um ein Pfund S. zu
erhalten (nach Marquarts Berechnung sind 60000
Narben erforderlich), so steht der ^. hoch im Preise
und wird deshalb häufig mit Saflor, Kalendula-
blüten, gedörrten Fleischfasern und anderm Mate-
rial verfälscht, auch mit fettem Ol und Mineralsalzen
(Schwerspat) beschwert. Echter S. muß auf Wasser
schwimmen und beim Aufweichen in Wasser die
Narben als gezähnte, an einem Ende erweiterte,
seitlich aufgeschlitzte Röhren erkennen lassen, sich auch
mit konzentrierter Schwefelsäure vorübergehend blau
färben. Die größten Safrankulturen besitzt Spanien
(Produktion 70-100000 kF jährlich). Frankreich
produziert im Arrondissement Pithiviers (Gatinais)
2-4000KF, führt aber auch sehr viel spanischen
S. ein, um ihn als französischen wieder zur Aus-
fuhr zu bringen. Diese beiden Sorten kommen allein
für den europ. Konsum in Frage. Außerdem pro-
duzieren Persien, Indien (Thal von Kaschmir),
China, Japan und Vorderasien, Nordafrika (Tunis,
Marokko) S. Der Gebrauch und die Kultur des S.
waren schon im Altertum bekannt. Nach dem westl.
Europa wurde er zuerst durch die Kreuzfahrer ge-
bracht, nach Osterreich 1198 durch einen Ritter von
Rauhenast. Dort wird er jetzt namentlich um Krems
und Melk gebaut, während ihn früher vorzüglich die
Wiener Bürger anbauten. Die Vorstadt St. Ulrich
zu Wien steht auf ehemaligen Safrangärten. Der
Safranbau verlangt viel Sorgfalt und bietet einen
sehr unsichern Gewinn, da Regen zur Blütezeit die
Ernte vernichtet oder wenigstens sehr beeinträchtigt.
Die Wichtigkeit des S. als gelbes Färbemittel hat
seit Einführung der gelben Teerfarben (Martius-
gelb, Dinitrokrefol, Pikrinsäure, Chrysoidin und
Tropäolin) abgenommen. Die Preise des S. schwan-
ken je nach dem Ausfall der Ernte und der Sorte
zwischen 60-140 M. für das Kilogramm. - Vgl.
Kronfeld, Geschickte des S. (Wien 1892).
Safrantn (S. 1', S. extra), Anilinrosa,
früher auch Pink genannt, ein schon seit 1863 be-
kannter, zuerst durch Oxydation von Mauvem (s. d.)
erhaltener Teerfarbstoff, der heute durch Oxydation
eines Gemisches von Paratoluylendiamin, Anilin
und Orthotoluidin dargestellt wird. Es bildet ein in
Wasser mit roter Farbe lösliches rotbraunes Pul-
ver und färbt mit Tannin und Brechweinstein ge-
beizte Baumwolle rot. Es dient auch in der Seiden-
färberei als Ersatz sür Saflor und im Kattundruck
zum Nuancieren von Alizarinrot. Das S. besteht
zum größten Teil aus einem salzsauren Salz von
der Zusammensetzung tÜ2iII.2i^4^1, das man auch
als Tolusafranin bezeichnet. Eine Reihe von
Farbstoffen analoger chem. Konstitution faßt man