Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

191
Saint Francis-River - Saint Gervaix
Waisenhaus, Theater, Bibliothek, eine große Kathe-
drale, St. Florus (Apostel des Landes), ans dem
1-1. und 15. Jahrh., mit zwei Türmen und fünf
Schiffen; Fabrikation von grobwollenen Stoffen
(Limousines) und Tischlerleim, sowie Vranerei,
Töpferei, Lohgerberei und .Handel.
Samt Francis-Niver (spr. heut frännßls riw-
wer), rechter Nebenflnh des Vtississippi, entspringt
östlich von der Stadt Vismarck in Südmissonri
nnd mündet, 610 1(m lang, in Arkansas 14 i^m
oberhalb Helena. Der Unterlauf ist schiffbar.
Saint Galmier (spr. ßäng galmieh), Stadt im
Arrondissemcnt Montbrison des franz. Depart.
Loire in Lyonnais, anf einer Anhöhe rechts von der
Coise (rechten Nebenflnsses der Loire), an der Linie
Roanne-St. Etienne der Mittelmeerbahn, hat
(1891) 1903, als Gemeinde 3257 E., Herstellung ge-
malter Kirchenfcnster und berühmte Mineralquellen,
deren Wasser versendet wird.
Samt Gaudens (spr. ßäng godängs). 1) Arron
dissement im franz. Depart. Hante-Garonne, bat
auf 2108,42 hkm (1891) 118913 E. in 11 Kantonen
nnd 236 Gemeinden. - 2) Hauptstadt des Arron-
diffemcnts S. G. (in der Gascogne) und früher von
Nebonzan, anf einer Anhöhe am linken Garonne-
ufer, an der Linie Tonlouse-Vayonne der Südbahn,
bat (1891) 3922, als Gemeinde 7007 E., in Garni-
son Teile des 83. Infanterieregiments, einen Ge-
richtshof erster Instanz, .Handelsgericht, Ackerban-
kammer, Forstinspektion, Pensionate, Hospital, eine
schöne roman. Kirche ans dem 11. und 12. Jahrh,
mit großem got. Portal (15. Jahrh.); Fabrikation von
Porzellan, Fayence, Leincnband, Wollspinnerei nnd
-Weberei, Eisengießerei, Mühlen, Papiermühlen,
Albereitung, Lohgerberei und Handel mit Getreide,
Eisen, Wolle, Häuten, Tuch und Wein. 10 km
südlich von S. G. in hübscher Gegend liegt der
Badeort Encausse (524 E.) mit kalkhaltigen, war-
men Schwefelquellen.
Saint George (spr. hent dschohrdsch), Stadt in
der engl. Grafschaft Gloncester, dicht bei Bristol,
mit Glashütten, Eisenindustrie und Vleiwerken, hat
(1891) 36 718 E. gegen 26 433 im I. 1881.
Saint George (spr. ßent dschohrdsch), Hauptort
auf der Insel Grenada (s. d.).
Saint George Hanover Square (spr. ßent
dschohrdsch hännower skwähr), vornehmer Stadtteil
Londons (s. d.) im O. von Hydepark, Brompton
und Chelsea, hat in 11204 Hänsern (1891) 78364 E.
Samt-Georges (spr. ßäng schorsch), Inlcs
Henri Vernoy de, franz. Dramatiker, geb. 1801 zn
Paris, fchrieb 40 Jahre lang, sowohl allein als auch
mit verschiedenen Mitarbeitern, eine große Anzabl
von Opernterten für alle Pariser Operntheater. Er
starb 23. Dez. 1875 zu Paris. Zu seinen eigenen
Stücken gehören: "<l6ui^" (1829), "1.6 Mnteur"
<1839), "I.'o8clav6 (16 Oain0on8" (1843), "1.6 I^a-
1'0N6" (1844), "^VkIIkc?" (1845), "I^'HM6 6H Z)61N6"
(1846), "I.L8 U10N8(1I16Wil'63 ä6 1a. !'6i!16" (1846),
"1.6 Va.1 (I'^näori-o" (1848), "1.6 cliiitLHn lio Varl)6-
I^i6U6" (1851), "1.6 cai-iiionnoni' cl6 Vi'UF63" (1852),
"1^63 llM0ui'8 ciu cIiHdi6" (1852), <MlN'F0t" (1857),
"I.H ^0ii6ini6NQ6" (1862), "^Iaä6M0i36ii6 1a, MÄl-
(1N186" (1869) u. s. w. Mit Scribe, Leuven und
Mazillier lieferte er Texte für mehr als 50 Opern,
darunter "^Iaiti-6 lülauäß" (1861), "1.6 ^oHiiiier äs
s>. )am68" (1862), "1.6 ^I0r6iitiii)) (1874) u. s. w.
Saint Georges d'Qleron (spr. ßäng schorsch
doleröng), Flecken auf der Insel Ole'ron (s. d.).
Saint-Germain (spr. ßäng schärrmäng), Graf,
ein Alchimist und Abenteurer, der sich zuweilen auch
Aymar oder Marquis de Vetmar nannte, war
wahrscheinlich ein Portugiese und trat um 1770 zu-
erst in den feinen Pariser Cirkeln anf. Er war stets
auf Nciscn und verschaffte sich selbst an mchrern
Höfen Zutritt; zuletzt lebte er in Cassel bei dem Land-
grafen Karl von Hessen. Hier starb er 1795, nach
andern Angaben 1784 zu Schleswig. - Vgl. Vülau,
Gcbeime Geschichten und rätselhafte Menschen, Bd. 1
(2. Anst., Lpz. 1863).
Saint Germain-en-Laye(spr.ßäng schärrmäng
ang läb), Stadt im Arrondissement Versailles des
sranz. Depart. Scine-et-Oise, 19 km westlich von
Paris, links über der Seine (darunter am Flnß das
Dorf Le Pecq mit 1747 E.), an den Linien Paris-
Nanterre-S.G. (21km) und Paris-St. Cloud-Marly
le Noi-S. G. (39 km) der Westbahn, ist auch durch die
Große Gürtelbahn und durch Straßenbahn mit Paris
verbunden (s. Karte: Paris nndNmgebung), hat
(1891) 12 298, als Gemeinde 14262 E. (2050 weniger
als 1886), in Garnison das 4. reitende Jägerregi-
ment; eine kath. und eine reform. Kirche, Pensionate,
Hospital, Theater, Vanmschule; Fabrikation von Ta-
peten, Shawls, Wollwaren, Lackleder und Fayence.
S. G. ist seiner schönen, gesunden Lage halber als
Sommerfrische von Parisern sowie Engländern viel
besucht. Das Schloß ist auf Grund von Zeichnun-
gen des Erbauers und Architekten Franz' 1., A. Du
Cercean, neuerdings wiederhergestellt, nachdem es
während der Nepnblik als Kaserne und von Napo-
leon I. als Militärschnle für Kavallerieoffiziere be-
nutzt war, und enthalt ein Nationalmuseum der Alter-
tümer. Vor dem Schlosse steht ein Standbild Thiers'
von Mcrcie'. Das Rathaus enthält die Bibliothek
und Gemälde. Auf dem Rande des Abhangs steht
der Pavillon Heinrichs IV., der einzige Rest des
"Neuen Schlosses" Heinrichs IV., das bis auf Lud-
wig XIV., der es erweiterte und den Hof nach
Versailles verlegte, Residenz blieb, dann zwölf
Iabre lang von Jakob II. von England bewohnt nnd
1776 niedergelegt wurde. Hieran schließt sich nörd-
lich auf dem Rande hin die 2,4 km lange und 35 m
breite Terrasse mit prächtiger Aussicht auf den
Stromlauf und die mit Landhäusern besäten Ufer.
Hinter derselben, nördlich der Stadt, ist der 4400 Iia
große, herrliche, die ganze Höhe der Seine-Halbinsel
bedeckende Wald von S. G., in dem (3 km im
NNW.) das von Anna von Asterreich erbaute Land-
baus (Lcs Loges) liegt, in dessen Nähe Anfang
September die Kirmeß (la Fete des Loges) statt-
findet. - S. G. war schon im frühen Mittelalter ein
königliches festes Schloß, von dem noch eine von Lud-
wig dem Heiligen erbante Kapelle steht, es wurde in
den engl. Kriegen zerstört, von Karl V. wiederher-
gestellt und Franz I. ließ das jetzige düstere Schloß
errichten. Der Friede von S. G. vom Aug. 1570
war den Hugenotten günstig. Durch den Vertrag
von S. G. vom 29. Juni 1679 wurde der Große
Kurfürst geuötigt, seine Eroberungen in Schwe-
disch-Pommern aufzugeben. - Vgl. Lacombe,I^s
cbHt65ii äs 8. (-. (2. Aufl., Par. 1868); 8aint
(^6lM2.ill - 611 -1^2^6 6t 168 c0MMI1N68 V0i8il163.
(^uiä6 inäicHteur (St. Germain 1889).
Saint-Germain-Thee (fpr.häng schärrmäng),
s. Thee, abführender.
Saint-Germans (spr. ßent dschörmänns), Gra-
fen von, s. Eliot, Familie.
Saint Gervaix (spr. ßäng scharrwäh), s. Arve.