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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Salies de Béarn - Salis
folg er Gaßmanns als kaiserl. Kammercompositeur
und Dirigent der ital. Oper. Sein Vorbild wurde
jetzt Gluck, der ihm auch die Komposition des aus
Paris mitgebrachten Libretto zu den "vknaiäeg"
übertrug. 1784 kam die Oper zu Paris mit großem
Erfolg zur Aufführung. Erst nach der 13. Vor-
stellung erschien in den Pariser Journalen ein Brief
Glucks, der S. für den alleinigen Komponisten der
"DanaiäkL" erklärte. S., noch 1784 nach Wien
zurückgekehrt, schrieb die Opern "II i-icco ä'un
Aiorno", "Zkinirainiäo", "1^9. Frottn. äi I'i'oi'onio"
(letztere im Wetteifer mit Mozarts "Figaro") und
"I'i'iinH 1a. inu8ica, poi 1e Pirols". Er begab sich
1786 zum zweitenmal nach Paris, wo er "I^L8 llo-
i-lrc68" mit geringem Erfolg, 1787 "^ai-Ni-s" (Text
von Beaumarchais) mit größtem Beifall in Scene
brachte. Diese letztere Oper überarbeitete er 1788
für die ital. Bühne, und sie machte in diefer Um-
gestaltung als "^xiii-) i-ö ä' 0rinu8" viel Glück. Als
S. Zofkapellmeister wurde, überließ er 1790 die
Operndirektion seinem Zögling Ios. Weigl. Er starb
7. Mai 1825. Zu seinen Schülern gehörten auch
Beethoven und Franz Schubert. Eiue Biographie
S.s verfaßte I. von Mosel (Wien 1827). S. schrieb
gegen 40 Opern, außerdem zahlreiche Kirchenmusi-
ken, kleinere Instrumentalwerke u. s. w.
Salies de Böarn (spr.ßalihs), Stadt im Arron-
dissement Orthez des franz. Depart. Niederpyrenäen,
an der Linie (Bordeaur-)Dar-St. Palais der Süd-
dahn, hat (1891) 3305, als Gemeinde 6243 E.,
die falzreichste von allen bekannten Salinen, die
schon von alters her benutzt wird, und ein kaltes,
das ganze Jahr geöffnetes Solbad, das nach
kurzem Bestehen in Aufnahme gekommen ist; Han-
del mit Gänsekeuleu.
Salige, Waldgeister, s. Vaumkultus.
Saligennt, ein Spaltungsprodukt des Salicins
Salim, Ort in Palästina, s. Salem. ^(s. d.).
Salina, eine der Liparischen Inseln (s. d.).
Salina (spr. ßeleiue), Hauptort des County
Saline im centralen Teil des nordamerik. Staates
Kansas,im Thale des Smoky-Hill-Rivcr,Kreuzuugs-
punkt der Union-Pacific- und der Missouri-Pacific-
Vahnsysteme, mit (1890) 6149 E.; Gctrcidehandel
und etwas Industrie.
Salina Eruz, Hafenstadt im mexik. Staate
Oaxaca, Hafen von Tehuautepec (s. d.), wird regel-
mäßig von zwei Dampfcrlinien angelaufen und ist
als Endpunkt der Isthmus-Eisenbahn wichtig.
Salinator, Marcus Livius, s. Livier.
Saline (lat.), s. Salz.
Salinenscheine oder Partial-Hypothekar-
anweisungen, in Osterreich die Schatzscheine,
welche, ursprünglich bis zum Belaufe von 100
Mill. Fl., als Bestandteile der flottierenden Schuld
ausgegeben werden und auf den Staatsfalinen
von Gmuuden, Hallein und Aussee hypothekarisch
sichergestellt sind. Sie haben gewöhnlich eine Um-
laufszeit von 4 bis 6 Monaten, werden in Stücken
von 50 bis 10 000 Fl. mit veränderlichem Zinsfuß
ausgegeben, und ihre Zinfen werden für die jedes-
malige Umlaufsperiode vorausbezahlt. Durch Ver-
ordnung des Finanzministers vom 20. Nov. 1894
wurde der Höchstbetrag auf 90 Mill. Fl. reduziert.
(S. Schatzanweisungeu.)
Salingre, hcnn. (eigentlich Salinger),
Possendichter, geb. 17. Mai 1833 zu Berlin, widmete
sich dem Kaufmannsstande, ward jedoch durch den
Erfolg feines ersten Stückes "Blauer Montag" auf
dem Woltersdorff-Theater für die Bühnendichtung
gewonnen. Als Berichterstatter für Berliner Zei-
tungen wohnte er dem Deutsch-Französischen Kriege
von 1870und 1871 im Hauptquartier des Königs von
Preußen bei. In seinen letzten Lebensjahren war er
gänzlich gelähmt und erblindet. Er starb in der Nacht
vom 4. zum 5. Febr. 1879 in Berlin. Von seinen
mehr als 100 Possen und Sckwänken sind zu nennen:
"Der Leibkutscher", "Pech-Schulze" (1875), "Preu-
ßen in Sachsen", "Pietsch im Verhör", "Neise durch
Berlin in 80 Stunden" (1877), "Ein ruhiger Mie-
ter", "Der Baum der Erkenntnis".
Salings, Balken, die am Kopf der Untermasten
und Stengen (s. d.) etwa 2-4 m unter dem Topp
befestigt sind, und zwar die Ouersalings in der
Querschiffsrichtung, die Längssalings in der
Kielrichtung. Auf die S. wird der Mars (s. d.) ge-
legt; außerdem dienen sie als Auflager für den Fuß
der Marsstengen, die für gewöhnlich durch einen
Riegel, Schlohholz genannt, am Herabgleiten
verhindert werden. DieBramfalings sind etwas
unter dem Topp der Marsstengen befestigt und die-
nen zum Halten der Vramstengen.
Satins (spr. -läng), Stadt im Arrondissement
Poligny des franz. Depart. Jura, in der Franche-
Comte', 315 m ü. d. M., in gekrümmter Schlucht der
Furieuse, zwifchen zwei Bergen, auf denen im W. Fort
Andrs (598 m), im O. Fort Velin (584 m) liegen,
südlich vom Mont-Poupet (853 m, mit herrlicher
Aussicht) und an der Seitenlinie (Dijon-) Mouchard-
S. (7 kin) der Mittelmeerbahn, hat (1891) 4829,
als Gemeinde 6068 E., Handelsgericht, Salinen,
die jährlich 6 Mill. K3 Salz liefern, trotzdem ein
Teil des Wassers durch 17 km Röhren zu der 1775
angelegten Saline Arc et Senan (an den Linien
Vesancon-Lons le Saunier und Döle-Pontarlier,
mit 13'06 E.) abgeht, sowie eine Kaltwasserheilanstalt
und Solbad. S. hat eine Vronzestatue des Generals
Cler (gest. 1859 bei Magenta) von Perraud, zwei
hübsche Fontänen, am Bahnhof ein Denkmal der
Streiter in den Kämpfen von S. 25.-27. Jan. 1871,
Bibliothek, Museum; ferner Weinbau, Mühlen,
Gießereien, Wollspinnerei und Wattefabrikation.
Salipyrm, die Verbinduug des Antipyrins (s. d.)
mit der Salicylsäure. S. vereinigt die Wirkungen
seiner beiden Bestandteile und wird besonders als
Spezisikum gegen Influenza angewandt.
Salis, altadlige, jetzt zum Teil freiherrliche und
grast. Familie Graubündens, die, schon 1219 ur-
kundlich erwähnt, sich von ihrem Stammsitze Soglio
im Vergell in mehrern Zweigen, wie Salis-Soglio,
Salis-Seewis, Salis-Marschlins, Salis-Zizers
u.s. w., über ganz Graubünden verbreitet hat. Den
Gipfel ihrer Macht und ihres Einflusses erreichte
die Familie während der Parteikämpfe des 17. und
18. Jahrh., in denen die S. meist an der Spitze der
prot. oder franz. Partei Graubüudcns standen.
Rudolf von S. war 1622 Oberanführer der
Prättigauer bei ihrem Aufstand gegen die Oster-
reicher. Karl Ulysses von Salis-Marsch-
lins, geb. 1728, gest. 1800, wurde 1757 Podestä
im Veltlin und 1768 franz. Geschäftsträger in Grau-
büuden. Er schrieb "^raniinenti äei iLtoriH po-
litica. 6 äipioiuatica äeiia. Valtoling." (3 Bde., Zür.
1793) und "Reisen in verschiedenen Provinzen des
Königreichs Neapel" (Zür. und Lpz. 1793). - Joh.
Ulrich von Salis-Soglio, geb. 16. März 1790
zu Chur, machte als Kavallerieoffizier in bayr. Dien-
sten die Feldzüge von 1813 und 1814 mit und trat