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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sarnthein - Sarpedon
Sarnthein ist seit wenigen Jahren durch einen Eng-
lander ein Bergbau ans silberhaltigen Vleiglan; und
Zinkblende eröffnet worden. Der Hauptgang ist 1,5
bis 5 in mächtig und wird von 91 Bergleuten be-
arbeitet. Eine Bahn nach Bozen ist geplant.
Sarnthein, Hauptort des Sarnthats (s. d.).
Saron, im Altertum Name der palästinensischen
Küstenebcne südlich von der dem Kännel (s. d.) vor-
gelagerten Hügellandsckaft. Sie beginnt beim Flusse
Nähr ez-Zerka (Iabbok) und debnt sich nach Süden
bis zu dem Nähr Rubin aus. Ihre Lange beträgt
etwa 80 Km, ihre Breite im Norden durchschnittlich
15 km, im Süden bis zu 30 kni. Ihr nördl. Teil mit
den Ruinen der Stadt Cäsarea Palästina besteht aus
Marschland und Sanddünen und ist noch wenig be-
baut. Die südl. Umgebung des Dorfs Muchalid zeich-
net sich durch eine ansehnliche Mclonenkultur aus,
während am Fuße der Berge von Samaria sich noch
Reste eines Eichenwaldes erhalten haben. Der Nähr
el-Audfche mit seinen Zuflüssen und der quellenreichen
Stätte Ras el-Ain bildet die wasserreichste Gegend
der Ebene. Der südlichste Teil enthalt die größten
zusammenhängendenStrecken von Ackerland in ganz
Palästina. Hier (4 km nordöstlich von Jaffa) liegt
Sarona, eine Ackerbaukolonie der deutschen Temp-
ler, und etwa ebenso weit nach Südosten die Acker-
bauscbule der ^11ianc6 l8i'Äo1it6 Hnivoi-36116, Mik-
wehIisrael. Im Frühjahr ist die Ebene S. von
frischem Grün und farbigen Blumen, darunter be-
sonders eine Anemonenart, die Rosen von S.
(Hohes Lied 2, i), bedeckt.
Saronifcher Meerbusen, jetzt Golf von
'Agina, Meerbnsen des illgaischen Meers, zwischen
Attika und Argolis, reicht von den Vorgebirgen
Sunion und Skylläon (Skyli) bis zur Korinthischen
Landenge.
Saronno, Flecken im Kreis Gallarate der ital.
Provinz Mailand, an der Lura (linkem Zufluß der
Olona) und den Linien Novara-Seregno(-Bergamo),
Mailand-S. (22 km), S.-Como (23 km) und S.-
Varese (29 km) des Adriatischen Netzes und an den
Dampftrambahnen Mailand-Tradate und S.-Gran-
date, hat (1881) 5099, als Gemeinde 619? E., die
berühmte Wallfahrtskirche Santuario della Veata
Virgine (Ende des 15. bis Ende des 17. Jahrb.) in
Barockstil mit herrlichen Fresken von Bern. Luini,
Gaud. Ferrari u. a. - S. liefert die als Amaretti
bekannten Gewürzkuchen.
Saros, Golf von, jetzt Xeros, die nordöst-
lichste Einbuchtung des Agäischen Meers, zwischen
der Halbinsel von Gallipoli und dem Festlande
Thraziens, hieß im Altertum 8inu8 ^lelaZ.
Saros (spr. schahrosch), Komitat in Ungarn,
grenzt im N. an Galizien, im O. an das Komitat
Zemplin, im S. an Abauj-Torna, im W. an Zips
und hat 3821,8i hkin und (1890) 168021 meist
röm.-kath. slowak. E. (35019 Rutbenen, 11811
Deutsche, 5708 Ätagyaren), darunter 51855 Grie-
chisch-Katholische, 14527 Evangelische und 11822
Israeliten. Längs der nördl. Grenze streichen die
Karpaten hin, welche sich unter dem Namen der Ost-
Veskiden oder der Waldkarpatcn bis in das Komitat
Marmaros erstrecken und mit ihren Zweigen das
ganze Gebiet bedecken. Sie sind bewaldet und ent-
dalten vortreffliche Weiden. Hauptstüsse sind die
Tarcza und die Topla. Das Klima ist meist raub
und kalt, im südl. Teile mehr gemäßigt. Auf den
Bergen gedeiht nur der Hafer; die Thäler sind
fruchtbar und erzeugen alle Getreidearten. Die
Berge enthalten Gold, Silber, Kupfer, Eisen, An-
timonerz, Marmor in verschiedenen Farben, Por-
zellanerde, Polierschiefer, Schwefelkies. Der Berg
Libanka bei der Klein-Gemeinde Cservenyicza oder
Vörösvagäs (783 slowak. E.) an der Grenze des
Zempliner Komitats ist seit Jahrhunderten wegen
seiner Opalgruben berühmt. Das Gebiet um Sö-
var (s. d.) oder Salzburg, 2 km von Eperies,
mit einer bedeutenden Salzsiederei, heißt wegen
seines Salzreichtums das Sövärer Salz kam-
mergut. Überaus zahlreich sind auch die Heil-
quellen und Gesundbrunnen, unter denen die Bäder
von Vartfeld (s. d.), der eisenhaltige, zum Baden
und Trinken benutzte Sauerbrunnen von Klein-
Saros (Xi8-3är03), einer Klein-Gemeinde (639 E.),
2 kni von Eperies, die zwei salzhaltigen Gesund-
brunnen des neu angelegten Badeortes Unga-
r isch - I s ck l (NassVÄi- Isclila), unweit Alt - Sebes,
und die eisen- und schwefelhaltigen Quellen des be-
suchten Badeortes Szinye-Lipöcz im Siroker
Tbale, nabe bei Szeben, die namhaftesten sind.
Die Bevölkerung treibt Ackerbau, Vieh-, besonders
Bienenzucht sowie Leinweberei (bekannt unter dem
Namen Epericser Leinwand); ferner Tuch-, Flanell-
und Teppichweberei, Töpferei und Eisenbergbau,
^eit 1870 hat die Auswanderung nach Amerika in
diesem Komitat stark um sich gegriffen; 1883 wurde
die Zahl der Auswanderer auf ungefähr 10000 an-
gegeben. Im Sirokaer Stuhlbezirk liegt die Groh-
Gemeinde Groh-Säros (X^X'^^^), am Tarcza-
fluß und der Linie Abos-Orlö der Kaschau-Oderber-
ger Bahn, mit 2675 meist slowak. E., einem grast.
Szirmayschen Schloß und einer Hauptschule. Auf
einem naben Berge die Trümmer des Schlosses
S., einst Nakoczys Besitztum, von welchem das Ko-
mitat den Namen führte. Das Komitat umfaßt
die Städte mit geordnetem Magistrat Eperies,
Vartfeld und Kis-Szeben (Zeben) sowie 6 Stuhl-
bezirke. Hauptstadt ist Eperies (s. d.).
Saros-Patak (spr. schahrosch, d. h. Kotbach),
Grosi-Gemeinde im ungar. Komitat Zemplin, durch
die Bodrog in zwei ungleiche Teile (Groß- und
Kleinpatak) geteilt, an der Linie Szerencs-Marma-
ros-Sziget der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890)
6350 tatb. und reform. E., alte Burgruine, fürstl.
Bretqenbeimsches Kastell, rcform. theol. Lehranstalt
mit Bibliothek, reform. Obergymnasium, Lehrer-
präparandie; Dampfmühlen, Acker- und Weinbau
und in der Umgegend Mühlsteinbrüche.
Sarosperiode, s. Chaldäische Periode.
8a.rotka.ninus, Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papi-
lionaceen, mit nur einer deutschen Art, dem Vesen-
ginster, Vesenstrauch, Vesenpfriemen, kurz
auch Pfriemen, 8. vul^rig I^'mm. (Z^Hrtium
äco^ai-iuni ^.), dessen aufrechte, scharfkantige Aste
große, bochgelbe, angenehm duftende Blüten tragen.
Die kahlen Zweige werden häufig zur Herstellung
von Besen und groben Korbwaren benutzt und die
Rinde ist reich an Gerbstoff. Die Blüten finden
mediz. Verwendung als Diuretikum. Alle Teile
der Pflanze enthalten das als Herzmittel gebrauchte
Alkaloio Spartem. Wegen der schönen Blumen
pflanzt man den Pfriemen gern in Parkanlagen.
Von ibm bat man auch eine weiße und eine gefüllt
blübende Varietät.
Earpedon, Sohn des Zeus und der Laodameia,
Enkcl des Vellerophon, ist in der Ilias der Führer
der Lycier und der glänzendste Bundesgenosse der
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