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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sauternes - Savannah
Sauternes (spr. ßotarrn), Gemeinde im Arron-
dissement Vazas des franz. Depart. Gironde in
Guyenne, 6 km südwestlich von Preignac (Station
der Linie Vordeaux-Agen der Südbabn), hat (1891)
952 E. und baut einen vorzüglichen Weißwein.
Sautieren (frz., spr. Hot-), rasches Garmachen
von dünnen Fleischschnitten, Kartoffeln u. s. w., in-
dem man sie in einer Pfanne mit Butter über leb-
haftem Feuer hin und ber schwenkt.
Sauvegarde (frz., spr. ßow'gard), früher Sal-
vaguardia genannt, eine Schutzwache für ein-
zelne Personen, Korporationen, Häuser und An-
stalten in Feindesland, um sie vor Mißhandlung
und Plünderung zu schützen. Die S. wird als un-
verletzlich angesehen und ein Vergehen gegen die-
selbe mit geschärfter Strafe geahndet. Zuweilen be-
deutet S. auch einen einfachen schriftlichen Befehl
des Kommandierenden zu gleichem Zweck, welcher
besser Schutzbrief heißt.
3a.uvo yni psnt (frz., spr. ßow ki pöh), rette
sich, wer kann. ^Causses.
Sauveterre (spr. ßow'tähr), Causse de, s.
Hav., hinter lat. Ticrnamen Abkürzung für
Marie Jules Cesar Lclorgne de Savigny
(spr. -winnjih), franz. Zoolog, geb. 1777 zu Paris,
gest. 1851; er begleitete Vonaparte 1798 als Natur-
forscher mit Eticnne Geoffroy Saint-Hilaire nach
Ägypten, schrieb u. a.: "^lömoireg 8^r 163 anim^nx
LHH3 v6rtedi-68" (2 Bde., Par. 1816) und lieferte
die Bearbeitung der niedern Tiere in der "vesciii)-
tion äs i'^F^e" (10 Bde., ebd. 1809-28).
Sava (spr. ßa-), grch. sadliilg, serb. Heiliger,
geb. um 1169, hieß eigentlich Nastko und war der
jüngste Bruder König Stephans des Erstgekrönten.
Den Namen S. nahm er an, als er 1186 ins Kloster
trat. Mit dem genannten Bruder gehört er zu den
ersten serb. Schriftstellern (er schrieb eine Lebens-
beschreibung seines Vaters Stephan Nemansa, ein
Typikon u. a.) und gilt übcrbaupt für den Begrün-
der der serb. Volksbildung. Er gründete mit seinem
Vater Nemanja (als Mönch Symeon) um 1198 das
berühmte Kloster (5hilandar auf dem Berge Athos,
das lange Zeit die Hauptpflanzstütte der ferbischen
litterar. Thätigkeit blieb. Später wurde er der erste
Erzbischof von Serbien (1219 - 34) und starb, von
einer Reise nach Palästina zurückkehrend, im Jan.
1236 zu Tirnova.
Sava, Orden des heiligen, oder Saba-
orden, serb. Orden, vom König Milan 23. Jan.
(4. Febr.) 1883 für Verdienste um Kunst und Wissen-
schaft gestiftet, zerfällt in fünf Klaffen. Ordens-
zeichen ist ein achtfpitziges, weiß emailliertes, blau
gerändertes, goldenes Kreuz mit goldenen Kugeln
an den Spitzen: in der Mitte ein ovales Medaillon
mit dem Bilde des heil. Sava, umgeben von blauem
Reif mit der Devise "Selbstthätigkeit erzielt alles"
in serb. Sprache. In den vier Winkeln des Kreuzes
vier zweiköpfige Adler mit der Königskrone.
Savage (spr. ßäwwedsch), Richard, engl. Dich-
ter, geb. 16. Jan. 1697 zu London, seiner eigenen
Aussage nach ein natürlicher Sohn der Gräsin Mac-
clesfield und des Lord Rivers, wurde von einer
armen Frau erzogen, kam zu einem Schuhmacher in
die Lehre und entdeckte nach dem Tode seiner Pflege-
mutter aus Briefen das Geheimnis feiner Geburt.
Vergebens bat er seine Mutter um Anerkennung',
ja als S. einige Zeit danach in der Trunkenheit
einen Totfchlag beging und deswegen zum Tode ver-
urteilt wurde, bemühte sie sich eifrig, die Begnadigung
zu verhindern. Seine merkwürdige Geschichte, unter-
dessen bekannt geworden, verschaffte ihm Freunde
und Unterstützung, die er aber durch Ausschwei-
fungen verscherzte. Er starb 1. Aug. 1743 im Schul-
ocngefängnis zu Bristol. S. war mit Sam. John-
son befreundet, der eine Biographie S.s ("I^iks ok
Ilickai-ä 3.", Lond. 1744) schrieb. Bald aber tauch-
ten Zweifel auf, ob S. wirklich der sei, für den er sich
ausgab, und seitdem glaubt man, daß der Sohn der
Gräsin Macclessield als Kind starb und S. ein Be-
trüger war. Als Dichter hat sich S. durch seine
Theaterstücke sowie auch durch die Gedichte "I'ks
-^HnäLlLi-" und "I'Iio dllLtllrä" bekannt gemacht, die
reich an schönen Stellen sind. Seine Werke erschienen
zu London 1775 (2 Bde.-, neue Aufl. 1777). Seine
Geschichte gab Gutzkow Stoff zu dem Trauerspiel
"Richard S., oder der Sohn seiner Mutter" (5. Aufl.,
Jena 1880). - Vgl. H. Döring, Richard S. Ein
Genrebild (Jena 1840). ^(Insel).
Savage-Island (spr. ßäwwedsch eiländ), s. Niue
Savaii, größte und westlichste Insel derSamoa-
gruppe Polynesiens im Großen Ocean, mir ihrem
Westkap unter 172° 45^ westl. L. von Greenwich ge-
legen, 701cm lang, 40 km breit, zählt auf 1707 hkm
etwa 13 000 E. Die Südküste ist felsig und schroff,
die Nordküfte weniger rauh und besitzt den einzigen
Ankerplatz der Insel, Mataatu, wo Seeschiffe wäh-
rend der Pasfatwinde nahe dem Lande vor Anker
gehen können. Von den Küsten steigt das Land auf,
erloschene Vulkane ragen einzeln oder in Gruppen
kegelförmig empor; der höchste diefer Krater ist der
Mua bei dem Dorfe Aopo, welcher vielleicht noch
vor einem Jahrhundert thätig war. S. ist rings
von einem schmalen Streifen außerordentlich frucht-
baren und dichtbevölkerten Landes umzogen, nur
der Nordwesten mit noch unverwitterter Lava be-
deckt. Das gänzlich unbewohnte Innere ist von
dichtem Urwald bestanden, welcher Palmen, Pla-
tanen, Citronen und Brotfruchtbäume aufweist. Die
Insel ist durch zahlreiche Bäche bewässert.
Savannah (spr. ßewänne), Fluß im nordamerik.
Staate Gcorgia, entsteht durch den Zusammenfluß
des Tugaloo und Kcowee, bildet die Grenze gegen
^üdcarolina und mündet nach 720 Km in den At-
lantifchcn Ocean, 18 km von der Stadt S.
Savannah (fpr. ßewänn^), Hauptort des County
Chatham im nordamerik. Staate Georgia, zweite
Stadt und Haupthafen des Staates, an der Südseite
des Flusses S., 18 km von seiner Mündung, mit
Bahnen nach vier Richtungen, zählt (1890) 43189
E., darunter 20000 Farbige, ist regelmäßig und
hübsch gebaut, mit breiten, schattigen Straßen und
vielen kleinen Parks. S. hat ein Gerichtshaus
(1891) auf Wright-Square, Zoll- und Postamt, Ar-
senal und Kaserne, Börse, Theater, ein Denkmal
Greenes, ein Kriegerdenkmal im Forsyth-Park, kath.
Kathedrale, schöne presbytcrian. Kirche, OkatiiHm
^caäkm^ und 'iLllaii- ^cliäemv und ein Museum
mit Sammlungen aller Art. Äay-Street ist die
Hauptgeschäftsstraße. Der Hafen ist tief und zu-
gänglich und wird durch die Forts Jackson und
Pulaski verteidigt. Die Barre hat bei niedrigem
Stande fast 6 m Tiefe, doch ist das Fahrwasser zur
Stadt durch Inseln eingeengt und größere Schiffe
müssen 5 km unterhalb Halt machen, haupthan-
! delsartikel ist Baumwolle; daneben Reis, Holz und
! Terpentinspiritus. Die Großhandelshäuser versor-
> gen ein beträchtliches Hinterland mit Waren aller
> Art. Die Industrie ist verhältnismäßig unbcdeu-