Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

347
Savanne - Saverdun
tend; es ist eine Baumwollfabrik, Baumwollölwcrk,
Sägemühlen, Maschinenbau u. s. w. vorhanden. S.
ist Sitz eines deutschen Konsuls. - S. wurde 1733
gegründet. Die Engländer eroberten den Ort 29. Dez.
1778, die Amerikaner besetzten ihn wieder -1. Juli
1782. Im Bürgerkrieg zwang Sherman Dez. 1861
nach Eroberung der Forts MacAllifter und Lee die
Konföderierten zur Räumung des Platzes.
Savanne (span. LHdäna), in den Tropen eine
weite Grasflur mit eingestreuten Bäumen und Vaum-
gruppen, die den sonst gleichartigen Pampas (s. d.)
in Argentinien und der verwandten Vegctations-
form der Puszta (s. Puszten) Ungarns sehlen. Gleich-
bedeutend mit den S. sind die Prairien (s. d.) in
Nordamerika, die Llanos (s. d.) in Venezuela und
die Campos in Brasilien. Außer in den ebengenann-
ten Ländern finden sich S. noch in Guayana sowie
auch im tropischen Afrika. Zu der Savannenform
gehören auch die Eukalyptuswäldcr Australiens.
SavannenhMld ((^nig cluicrivoi'i.i3 ^esma-
'-6s5, s. Tafel: Wilde Hunde und Hyänen I,
Fig. 6, Bd. 9, S. 420), Maikong oder Cara-
sissi, ein 65 cm langer und 55 cm hoher Hund,
mit 30 cm langem Schwänze, oben dunkel grau-
braun, unten gelblich weih, Spitzen der Ohren, der
Schnauze und des Schwanzes sowie die Pfoten
schwarzbraun. Der S. bewohnt die Savannen
Guayanas und Venezuelas.
Savaria oder Sabaria (mit dem Beinamen
Claudia), die Cioilhauptstadt der röm. Provinz
Oberpannonicn, etwa auf halbem Wege zwischen
Wien und Pettau belegen. Früher saften dort wahr-
scheinlich bojische Häuptlinge, bis Kaiser Claudius
S. als röm. Kolonie einrichtete. Von der Blüte der
Stadt geben noch jetzt bedeutende Überreste Zeug-
nis. Später war S. Geburtsort des beil. Martinus
und hat unter seinem alten Namen bis zur magyar.
Eroberung fortbestanden; seitdem heißr es magya-
risch: 5)20mI)HtIi1i<^, deutsch Stcinamanger (s. d.).
Savarts Nad, ein in rasche Drcbung versetztes
gezähntes Rad, gegen dessen Zäbnc ein Kartcnblatt
gehalten wird, das hierbei einen Ton erzeugt. S. N.
kann ähnlich wie die Sirene (s. d.) zur Bestimmung
der Schwingungszahl verwendet werden.
Savary, Anne Jean Marie Nene, Herzog von
Rovigo, franz. General und Polizciminister Napo-
leons I., geb. 16. April 1774 zu Marc (Departement
der Ardenncn), trat 1790 als Untcrlieutenant in ein
Kavallerieregiment, zeichnete sich in den Ncvolu-
tionskriegcn und während der Ägyptischen Expedi-
tion aus und wurde nach der Schlacht dei Marengo
(14. Juni 1800) von Vonapartc zu seinem Adjutanten
ernannt. S. erhielt den Befehl über die Lcibgendar-
mcrie Vonapartes, wurde bald darauf Vrigadc-
sseneral und erhielt 1802 die Leitung der geheimen
Polizei. Er entdeckte 1804 die Verfchwörung Ca-
doudals (s. d.) und leitete die Gefangennabme und
Erschießung des Herzogs von Enghien. C. wurde
danach Divisionsgeneral und führte in dem Fran-
zösisch-Preußisch-Russischen Kriege von 1806 bis
1807 für den erkrankten Lanncs das 5. Korps, mit
dem er die Russen bei Ostrolenka (16. Febr. 1807)
schlug. Bei Hcilsbcrg und Fricdland führte S. eine
Infanteriebrigade und wurde darauf zum Herzog
von Rovigo ernannt. Fortan ward er vorherr-
schend zu diplomat. Aufträgen verwendet und 1810
zum Polizciminister ernannt. Er bekleidete dieses
Amt bis zu Napoleons Abdankung (1814), zog sick
dann zurück und wurde während der Hundert Tage
zum Pair erhoben und mit dem Befehl über die
Gendarmerie betraut. S. wollte Napoleon nach
St. Helena begleiten, wurde jedoch von den Eng-
ländern verhaftet und nach Malta gebracht, von
wo er 1816 entfloh. Er stellte sich 1819 in Paris
freiwillig dem Gericht und wurde freigesprochen.
Seit 1831 führte er den Oberbefehl in Algerien,
mußte aber 1833 wegen seines gewaltthätigen Ver-
fahrens abberufen werden. Er starb 2. Juni 16Z3
in Paris. In feinen ">I6m0ii-68" (8 Bde., Par.
1828) fuchte er sich und Napoleon zu rechtfertigen.
Auch schrieb er "N^mmi-s dn änc äs Novi^o sur
1a. mort ä6 I^iclle^i'n 6tc." (Par. 1825).
Save (spr. ßadw), 148 km langer linker Neben-
fluß der Garonne in Südfrankrcich (Gaseogne),
entspringt 653 m ü. d. M. auf Vorbergen der Pyre-
näen im Depart. Hautcs-Pyrene'es, östlich von
Capvcrn, fließt nordöstlich durch das Depart. Hautc-
Garonne (und Gers) und mündet bei Grenade, 33 Km
unterhalb Toulouse.
Save, auch Sau (lat. 8kvu8), slaw. 8ava, ungar.
3x5va, rechter Nebenfluß der Donau in Österreich,
entsteht beiNadmannsdorfaus zwei Oucllflüssen, der
Wurzencr S. (Quelle 483 m) und der Wocheiner
S. (3avica, d. i. Kleine S.), welche in 837 m Höhe
am Fuße des Triglav (2864 m) in einer Felsschlucht
entspringt, 60 m tief in ein Wasserbecken hinabstürzt
und sodann den einsamen Wochciner See (526 m)
durchfließt. Ibr Lauf ist mit starkem Gefall nach
Südostcn gerichtet, bis sie die Laibach (s. d.) auf-
nimmt und nunmehr schiffbar sich nach Osten durch
ein enges von Bergen eingeschlossenes Thal wendet.
Von Sagor an bildet die S. die Grenze zwischen
Steicrmark und Krain, bis unterhalb Nann, wo sie
nach Kroatien eintritt. Sie durchstießt dieses Tief-
land, an Agram vorbei, und bildet von Sissek an
die Grenze zwischen Kroatien und der ehemaligen
Militärgrenze und vom Einflüsse der Una an die
Grenze zwischen dieser und Bosnien, von dem Ein-
flüsse der Drina die Grenze zwischen der Monarchie
und Serbien und mündet nach einem Laufe von
712 km bei Belgrad in die Donau. Im Tiefland
find die Ufer der S. sumpfig, und die vielen Sand-
bänke, welche stets ihren Ort wechseln, verursachen
der Dampfschiffahrt große Beschwerden. Die Zu-
> flüsse der S. sind links die Kanter und die Feistritz
> in Krain, der Sann (s. d.) und die Sotla in Steier-
i mark, die Krapina, Zelina, Lonja, Ilova, Pakra
! und Orljava in Kroatien; rechts dic Zayer, Laibach
und Gurk in Krain, die schiffbare Kulpa und Una
in der ehemaligen Militärgrcnze, der Vrbas, die
Bosna und Drina in Bosnien.
Savenay (spr. ßaw'näh), Stadt im Arrondisse-
ment St. Nazaire des franz. Depart. Loire-Inferieure
in der Bretagne, an der Linie (Paris-) Nantes-St.
Nazairc und S.-Landerneau (273 km) der Orleans-
badn, bat (1891) 1490, als Gemeinde 3272 E., ein
Lehrerseminar, Spital; Salztcichc und Handel.
Hier sand die Niederlage der Vcndlier 23. Dez.
^ 1793 durch Kleber und Marceau statt.
, Saverdun (spr. -döng), Stadt im Arrondisse-
^ ment Pamicrs des franz. Dcpart. Aricge, am Ariege
^ und an der Linie Touloufe-Foir der Südbahn,
l bat (1891) 1983, als Gemeinde 3466 E., prot.
^ Kultus und prot. Waiscnbaus, Sparkasse; Hütten-
^ werke, Fabrikation von Stahl, Zangen und Feilen
sowie auch Handel. S. war ein Hauptplcch der
Grafschaft Foir, später der Hugenotten und verlor
, 1633 seine Befestigungen.