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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Scävola - Schaaffhausenscher Bankverein, A.
gehörig, geb. 163 v. Chr., führte 115 als Konsul glück-
lich in Gallien Krieg und stand seitdem bis zu seinem
Tode 89 v. Chr. als ?i-ino6p8 Lsnawg an der Spitze
der senatorischen Partei. Doch erwies auch er sich der
Bestechung nicht unzugänglich, als er 112 nach Afrika
als Gesandter zu Iugurtha (s. d.) geschickt wurde.
Aber S. war angesehen und gewandt genug, daß,
als endlich 109 die Untersuchung wegen der Be-
stechungen durch Iugurtha zu stände kam, S. selbst
mit zwei andern mit der Leitung der Untersuchung
beauftragt wurde. 109 war er Censor, 100 leitete
er mit die Bewegung gegen Saturninus. S. gehörte
zu den ersten Römern, die ihr eigenes Leben schil-
derten. Sein Sohn, Marcus genannt, der, da
seine Mutter Cacilia als Witwe 88 den Sulla bei-
ratete, dessen Stiefsohn wurde, vermehrte im Mithri-
datischen Kriege als Quästor und Unterbefehlshaber
des Pompcjus den ererbten Reichtum, verschwen-
dete ibn aber danach als curulischer Ädil 58. Für
Schauspiele errichtete er auf die Dauer eines Mo-
nats ein bölzernes Theater, das 80000 Menschen
faßte, dessen Bühne mit 360 Marmorsünlen, 3000
ehernen Bildsäulen und dem wertvollsten Material
geschmückt war. Nach der Prätur 56 bereicherte er
sich von neuem in Sardinien, wurde dann, als er
sich um das Konsulat bewarb, wegen Erpressungen
angeklagt, aber neben andern von Hortensius und
Cicero, dessen Rede znm Teil erhalten ist, verteidigt
und freigesprochen. Infolge einer neuen Anklage
wegen Ambitus muhte er endlich doch in die Ver-
bannung geben. Berühmt durch Pracht und Reich-
tum an Kunstschätzen war sein Haus auf dem Pa-
latin, daher Mazois feine Untersuchungen über das
röm. Haus "?alai8 ä6 8." (deutsch von Wüstemann,
Gotha 1820) betitelte.
Scävola, Mucius, s. Mucier. fton.
Scävola, Emerentius, s. Heyden, Friedr. Aug.
Sceaux (spr. ßoh). 1) Arrondissement im franz.
Depart. Seine, hat auf 222,6i hkni 289 682 E.,
4 Kantone und 43 Gemeinden, meist Vororte von
Paris. - 2) Hauptstadt des Arrondissement S.,
10 km südlich von Paris reizend auf einer Anhöhe
gelegen (s. Karte: Paris und Umgebung), an
der von Vourg-la-Rcine (Station der Linie Paris-
Limours) abgehenden Zweigbahn nach S.-Robinson
(4 km), hat (1891) 3147, als Gemeinde 3567 E.,
Erziehungsinstitute, Fabrikation von Fayence und
Ackerbaugeräten, Handel mit Vieh und Wein; ein
Stück Park des von Colbert erbauten, in der Revo-
lution zerstörten tönigl. Schlosses, neben der Kirche
eine Büste des Dichters Florian. Eine Viertelstunde
westlich liegt der Weiler Robinson, ein beliebtes
Ausflugsziel der Pariser, mit Aussichtsturm. Hier
fanden 19. Sept. 1870 die ersten Ausfallgefechte der
Franzosen statt, deren drei Divisionen vom 2. bayr.
und 5. preuß. Korps von den Höhen von Plessis-
Piquet vertrieben wurden. - 3) Gemeinde im Arron-
dissement Mamers des franz. Depart. Sarthe, 33 km
nordöstlich von Le Mans, an der Huisne und der
Linie (Paris-) Chartrcs-Le Mans der Westbahn, hat
(1891) 624 E. Hier fand 9. Jan. 1871 ein sieg-
reiches Gesecht des 13. preuß. Armeekorps mit einer
Division der Loirearmee unter Chanzy statt.
Sceffi (spr. sche-), Klara, Stifterin des Ordens
der Klarissinnen (s. d.).
Iooliüotksriiiiu, s. NkF^tiieriuiii.
3osn2.rinin (lat.; ital. scenario), das Verzeich-
nis des äußern Beiwerkes, das zu einer Theaterauf-
führung nötig ist.
Scene (lat.), die Schaubühne im Theater (s. d.),
auch soviel wie Auftritt (s. d.). - Scenerie heißt
das durch Dekorationen u.s.w. hervorgebrachte Büh-
nenbild, im weitern Sinne ein Landschaftsbild.
Scepter (grch.), schon bei den Völkern des
Altertums, namentlich bei den Hebräern und Grie-
chen das Zeichen der Würde und Gewalt, wurde
auch als Zeichen der Übertragung dieser Gewalt
an andere zur Ausführung bestimmter Zwecke ge-
geben. Bei den Römern führten die Könige ein
S. von Elfenbein (geipio ßdurneus), später nur der
ImpLiHtoi- triumpkan8 eine solche Insignie. Im
Mittelalter war das S. unzertrennlich von der Person
des Regenten und wurde diesem bei feierlichen Ge-
legenheiten von eigens dazu bestimmten Beamten
vorgetragen. Das S. allein galt als Repräsentant
der Person und wurde so in vielen Fällen gebraucht,
z. B. zur Übertragung der Richtergewalt an einzelne
Personen oder Korporationen. So war auch das
Berühren oder Küssen des S. ein Zeichen der Unter-
würfigkeit. Als Zeichen der unbeschränkten Richter-
gewalt führten auch die Rektoren der Universitäten
das S. bei öffentlichen Feierlichkeiten und Gerichts?
sitzungen. Das S. bestand aus einem langen Stäbe,
wie ihn noch in neuerer Zeit die Herrscher Frank-
reichs führten, nur daß diefe das Zeichen der oberst-
richterlichen Gewalt, eine Hand (Gerichtshand, s.d.),
auf ihm angebracht hatten. Das kaiserlich könig-
liche S. des Mittelalters ist ein kurzer, meist goldener
Stab, zuweilen durch Ringe oder Knäufe unter-
brocken, oben darauf ein Adler, eine Lilie, eine Kugel,
ein Kreuz u. s. w. (S. Tafel: Infignien, Fig. 5.)
Scepterlehne, Bezeichnung für die geistlichen
Fürstentümer, s. Fürst und Fürstenlehn.
Sceptertau, das Geländer des Fallreeps (s. d.).
Scefaplana (spr. sche-), der höchste Berg des
Rhätikon (s. Ostalpen, Bd. 12, S. 697 a), der viert-
höchste der nördl. Kalkalpen, 14 km südwestlich von
Vludenz an der Grenze Österreichs (Vorarlberg)
und der Schweiz (Graubünden), 2967 m hoch. Aus
dem steilwandigen Kalkstock steigt die oberste Spitze
als Felspyramide zwischen dem Vrandner-Ferner
oder Scesaplana-Gletscher und der Toten Alp auf.
Zur Erleichterung der Besteigung dienen auf der
Vorarlbergseite die Douglashütte am Lüner See
(1924 m), auf der Prättigaufeite die Schamella-
hütte (2350 m).
Fe/".., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für den
Entomologen Christian Joseph Schonherr,
geb. 10. Juni 1772 in Stockholm, gest. 28. März 1848
als Kommerzienrat. Er schrieb "AensrH 6t Fpeciss
curculioniäum etc." (8 Bde., Lpz. 1833-45).
Scha'abän, der 8. Monat im mohammed. Jahr.
SchaaffhausenscherBankverein,A., Aktien
gesellschaft in Köln, seit 1. Aug. 1891 mit Zweig-
niederlassung in Berlin; Konzession vom 28. Aug.
1848, jetziges Statut laut Generalversammlung vom
12. Mai 1891. Aktienkapital bisher 48 M'M. M. m
80000 Aktien I.it. 15 zu 450 M. und 120001.it. ^ zu
1000 M. In der Generalversammlung vom 3. April
1895 um weitere 12 Mill. M. (auf 60 Mill M.)
erhöht; diese 12 Mill. M. werden zu 120 Proz. aus-
gegeben und nehmen ab 1. Juli 1895 an der Divi-
dende teil. Von den Geschäften sind ausgeschlossen:
Ankauf von Immobilien, außer zur Sicherstellung
von Forderungen, Darlehen gegen Hypothek und
Spekulationen, welche außer dem Bereich des Bank-
geschäftes liegen. Kurse der Aktien Ultimo 1890-94
in Berlin: 115, 105,?5, 105,50, 116,50, 138 Proz.