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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schlitz (Joh. Eustach, Graf von) - Schloß (in der Technik)
Schlitz), großherzoglich Hess. Generalmajor a Ia 3uit6
und Präsident der Hess. Ersten Kammer, war Hess.
Gesandter am preuh., sächs., hannov. und kurhess.
Hofe und schrieb "Reise um die Welt in den 1.1844
-47" (3 Bde., Stuttg. 1852-54). Ihm folgte sein
Sohn Graf Emil von S. genannt von Görtz
(geb. 15. Febr. 1851), Direktor der großberzogl.
Kunstschule zu Weimar, als Chef des Hauses. Die
jüngere gräfl. Linie, infolge Verheiratung mit der
Erbtochter des Haufes Wrisbcrg feit 1737 von S.
genannt von Görtz und Wrisberg zubenannt,
wird gegenwärtig dnrch den Grafen Plato von
S. genannt von Görtz und Wrisberg, geb.
24. Mai 1816, vertreten.
L. Otto Hartmann von S. genannt von
Görtz, gest. 1670 als Gchcimrat und Stattbalter zu
Darmstadt, war der Vater von Georg Ludwig
Sittig von S. genannt von Görtz, bess.-
casselschcr Generalmajor, bekannt durch die ruhm-
volle Verteidigung von Rhcinjels gegen Tallard
1692, und von Philipp Friedrich von S. ge-
nannt von Görtz (gest. 1695), die gemeinsam
1694 den Ncichsfreiherrenstano erlangten. Sohn
des letztern war Georg Heinrich Freiherr
von S. genannt von Görtz (geb. 1668), der
als Geheimrat und Hofmarschall in bolstein. Dien-
sten stand, als er sich 1706 bei einer Sendung
an König Karl XII. von Schweden dessen Ver-
trauen erwarb, worauf er in fckwed. Dienste trat
und zuerst Finanz-, dann Premierminister wurde.
S. setzte Flotte und Armee in guten Stand, bracbte
aber Schweden durch seine finanziellen Maßregeln
in die größte Münzvcrwirrung. Auf Mand ver-
handelte er als einer der fchwed. Bevollmächtigten
mit Rußland um Frieden, wurde aber nach dem
Tode Karls XII. auf Befehl des Prinzen Friedrich
von Hessen-Cassel auf die Anklage hin verbaftet,
den König dem Senat und allen Kollegien verhaßt
gemacht, ihn zu verderblichen Untcrnebmungcn ver-
leitet, schlechte Münze eingeführt und die ihm
anvertrauten Summen übel verwaltet zu haben,
wurde unter Verletzung aller Nechtsformen verur-
teilt und 12. März 1719 in Stockholm enthauptet.
Schlitz genannt von Görtz, Joh. Eustach,
Grafvon, preuh.Staatsmann, geb.5. April 1737 zu
Schlitz, studierte zu Leiden und Straßburg, war dann
bei der Negierung zu Weimar und seit 1756 bei der zu
Gotha angestellt und leitete 1761-75 die Erziebung
der Prinzen Karl August und Konstantin von Wei-
mar. 1778 erwählte ihn Friedrich II. von Preußen
zu seinem geheimen Geschäftsträger in München und
Zweibrücken. Hier hatte S. die Aufgabe, die Ab-
tretung Nicderbaycrns an Österreich zu verhindern
<s. Bayrischer Erbfolgckrieg). Nach feiner Rückkehr
nach Berlin wurde er zum Gefandtcn beim Kaifcr von
Rußland ernannt und lebte nun fcchs Jahre am
ruff. Hofe; nur mit Mühe erlangte er 1785 feine Ab-
berufung. Als nach Friedrichs II. Tode die Unruben
der Patriotcnpartci in den Niederlanden ausbrachcn,
wurde er nach dem Haag gefandt, um eine Ausglei-
chung zwifchcn dem Prinzen-Statthalter und der
Patriotenpartei zu verfuchen. Doch vermochte er
nichts auszurichten. Von 1788 bis 1806 war er
Ncichstagsgefandtcr in Ncgensburg, wohnte dem
Nastatter Friedenskongreß und der zur Vollziehung
des Luneviller Friedens in Regensburg zusammen-
getretenen außerordentlichen Ncichsdcputation bei.
Nach dem Tilsiter Frieden nahm er seine Entlassung
und starb 7. Aug. 1831 zu Regensburg. Unter
seinen Schriften sind zu erwähnen: "Nömoirs on
precis in3t0liHU6 8ui' Ia neuti'Hlite armes" Das.
1801), <<^l6M0il-63 6t act68 HMli6NtiHU68 lLiatilg
aux nLAoeiationä hui out pi-ocedß 1o PÄI-WF6 ä6 Ia
?0l()FN6" (Weim. 1810), "^l6inoii-6 liiäwi-i^ns l6>
latif llnx nt^ociationg 6n 1778" (Franks. 1812).
Aus feinen hinterlassenen Papieren erfchienen "Histor.
und polit. Denkwürdigkeiten" (2 Bde., Stuttg.
1827-28). >567d).
Schlitzbrenner, s. Gasbeleuchtung (Bd. 7, S.
Schlitzbrillen, s. Brille Md. 3, S. 539 d).
Schlitzgeneratoren, s. Gasfeuerungen (Bd. 7,
S. 571 k).
Schljufchin, russ. Stadt, s. Schlüsselburg.
Schlochau. 1) Kreis im preuß. Neg.-Bez. Ma-
rienwerdcr, bat 2136,48 csicm und (1890) 64946
<31612 männl., 33 334 weibl.) E., 5 Städte, 79 Land-
gemeinden und 59 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im
Kreis S., am Amtssee und der Nebenlinie Ruhnow-
Konitz der Preuß. Staatsbahncn, Sitz des Land-
ratsamtcs und eines Amtsgerichts (Landgericht Ko-
nitz), hat l1890) 3249 E., darunter 1227 Katholiken
und 436 Israelitcn, Postamt zweiter Klasse, Tele-
grapb, evang. und kath. Kirche, Schloßruine, land-
wirtschaftliche Winterfchule, Taubstummenanstalt,
Kreiskrankenhaus, Schlachthaus, Kreissparkasse;
Metallgießerei, Getreide- und Wollhandel.
Schlömilch, Oskar, Mathematiker, geb. 13. April
1823 zu Weimar, studierte zu Jena, Berlin und
Wien, wurde 1846 außerord. Professor der Ma-
tbematik in Jena und 1849 Professor der höhern
Mathematik am Polytechnikum in Dresden. 1874
wurde er als Geh. Schulrat und Ncferent für höhere
Unterrichtsangelegcnheitcn in das sächf. Kultus-
ministerium berufen. 1885 trat er mit dem Titel
eines Geheimrats in den Nuhestand. S.s litterar.
Nuf wurde zunächst durch eine Reihe vorzüglicher
mathcm. Lehrbücher begründet, die auch im Aus-
lande Anerkennung gefunden haben. Dahin ge-
hören: "Handbuch der algebraischen Analysis"
(6. Aufl., Jena 1881), "Grundzüge einer wissen-
schaftlichen Darstellung der Geometrie des Maßes"
(1. Heft, 7. Aufl.; 2. Heft, 6. Aufl., Lpz. 1883-88),
"Lehrbuch der analytifchen Geometrie" (in Verbin-
dung mit Fort, 5. Aufl., 2 Tle., ebd. 1883,1886),
"Kompendium der höhern Analysis" (1. Bd.,
5. Aufl., Braunschw. 1881; 2. Bd. auch u. d. T.:
"Vorlesungen über einzelne Teile der höhern Ana-
lysis", 3. Aufl. 1879), "Übungsbuch zum Studium
der höhern Analysis" (2 Tle.; 1. Tl., 4. Aufl.; 2. Tl.,
8. Aufl., Lpz. 1888,1883). 1856 begründete S. mit
Witzschel die "Zeitfchrift für Mathematik und Physik",
deren Redaktion er seit des letztern Tode mit Kohl
und Cantor leitet.
Schloppe, Stadt im Kreis Deutsch-Krone des
preuß. Reg.-Bez. Marienwerder, am Salmbach, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Schneidemühle, hat
l1890) 2232 E., darunter 403 Katholiken und 168
Israeliten, evang. und kath. Kirche; Stärkefabrika-
tion, Wollstickcrei und Landwirtschaft.
Schloß, eine Vorrichtung zum Verschluß von
Tbüren sowie von Schubladen, Kästen und sonstigen
Behältnissen durch entsprechende Verschiebung eines
Riegels oder Einstellung einer Klinke. Nach der
Art, wie der Riegel in seiner den Verschluß bewir-
kenden Stellung erhalten wird, teilt man die S. ein
in deutsche, Bastardschlösser und franzö-
sische S., von welchen die lctztcrn gegenwärtig fast
allein üblich sind. Der Riegel besteht immer aus