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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schnellräucherung - Schnepfe
Wiener "Presse" und eine große Anzahl anderer
Zeitungen von starker Auflage. Neuerdings ist die
Benutzung der Rotationsmaschine durch praktische,
einfache Konstruktion und billigern Preis noch
größer geworden, denn alle Zeitungen und Werke
mit großen Auflagen werden aus solchen Maschinen
gedruckt und die mannigfachsten Kombinationen in
der Konstruktion sind darin nutzbar gemacht worden.
Man benutzt dieses System auch für mehrfarbigen
Druck und Illustrationsdruck.
Vorläufer der Rotationsmaschine waren die Ap-
plegathschen Maschinen (s. d.).
Die Rotationsmaschine für wechselnde Formate
von König & Bauer gestattet den Druck aller Ar-
beiten in beliebigem Formate. Das endlose Papier
wird durch verstellbare Schneidecylinder in die er-
forderliche Größe geschnitten und dann durch einen
pneumat. Apparat vom Druckcylinder angesaugt,
auf einer Seite bedruckt und dann vom Widerdruck-
cylinder angesaugt und mit Widerdruck versehen.
Das Abschmutzen des frischen Schöndrucks wird durch
einen Leerlaufbogen (Makulaturbogen) verhindert,
der zwischen den mit dem Widerdruck zu versehenden
Bogen geleitet wird.
Fig. 3 auf Taf. II giebt eine Ansicht der Zwil-
lings-NotationsmaschinederMaschinenfabrikAugs-
burg; dieselbe hat zwei miteinander verbundene
Druckwerke mit einem gemeinschaftlichen Falzappa-
rat und druckt von zwei Papierrollen. Die Maschine
liefert ineinander gefalzte Zeitungen und zwar in der
Stunde 12000 zehn-, zwölf- und sechzehnseitige oder
24 000 sechs- und achtseitige Exemplare sowie 24 000
zweimal gefalzte Bogen. Die gefalzten Exemplare
werden zu je 5 Stück gesammelt abgelegt.
Große Ausmerksamkeit hat man in Frankreich und
England auf Vervollkommnung der Rotations-
maschine verwandt. Die Rotationsmaschine von
Marinoni in Paris (s. Taf. III, Fig. 1) eignet sich
vorzüglich zum Druck von eleganten Werken und
Illustrationen; für letztern wird ein besonderer
Schwärzapparat ohne Schwierigkeiten angebracht,
welcher die Farbe mit 4 oder 6 Farbewalzen auf'
trägt. Die Farbenverteilung wird außer dem ge-
wöhnlichen cylindrischen Farbentisch durch noch zwei
andere Tische mit rückläufiger Bewegung vervoll-
ständigt. Auch Falzapparate sind anzubringen.
Die sechsfache Rotationsschnellpresse mit Falz-
apparat von Hoe & Co. in Neuyork <s. Taf. III,
Fig. 2) ist von außerordentlicher Leistungsfähigkeit;
dieselbe liefert 96000 Bogen zu 6 Seiten, 72 000
zu 8 Seiten, 48000 zu 10 oder 12 Seiten, 36000
zu 16 Seiten in der Stunde.
Auch ist in der neuesten Zeit das System des
Cylinderdrucks für den Steindruck in Anwendung
gebracht worden. Während bei der Steindruck-
handpresse die Pressung durch einen über den Stein
hinstreichenden Holzreiber hervorgebracht ward, er-
folgt der Druck bei der Steindruckschnellpresse
<s. Taf. II, Fig. 1) durch einen auf Federn ge-
lagerten Druckcylinder. Der zum Abdruck bestimmte,
auf dem Fundament gelagerte Stein kann durch
einen Schraubenmechanismus höher oder tiefer ge-
stellt werden, da die Stärke der Pressung nach der
Dicke des Steins reguliert werden muß. Die Farbe
wird durch 5-6 mit Leder überzogene Walzen auf?
getragen. Dabei wird die Oberfläche des Steins
durch einen sog. Wischapparat mit Wasser angefeuch-
tet, um ein anhaften der Farbe an den weißen, von
Zeichnung freien Stellen des Steins zu verhindem.
Die erste lithographische S. wurde von Sigl in
Berlin erbaut. Später haben die Mechaniker Voirin
und Dupun zu Paris, in Deutschland aber König <b
Bauer in Oberzell, Klein, Forst&Bohn Nachfolgerin
Johannisberg am Rhein, Sigl in Berlin, Schmiers,
Werner & Stein in Leipzig, Faber & Schleicher in
Osfenbach u. a. diese Maschine noch wesentlich ver-
vollkommnet und an den meisten die Einrichtung ge-
troffen, die Lithographie zweimal einzuwalzen, wo-
durch bei großen Formaten gute Deckung und Klar-
heit des Druckes erzielt wird. Auch der Lichtdruck
wird jetzt auf S. ausgeführt, die jenen für Stein-
druck ähnlich sind, nur daß sie einige besondere Ein-
richtungen baben. Fig. 2 auf Taf. II zeigt eine solche
Lichtdruckschnellpresse. Auch bei dieser kann
die Platte mehrmals eingewalzt werden, um den
Druck auch zweimal über die Platte zu führen, auch
befindet sich am Cylinder ein Abdeckrahmen, durch
welchen ein Mitdrucken oder Abschmutzen der Ränder
der Druckplatte an das zu bedruckende Papier ver-
mieden wird. Der lithographischen S. ähnlich ist die
Blechdruckschnellpresse; der Unterschied liegt
nur im Oberbau darin, daß diese Maschine zwei
gleich große Druckcylinder hat; der untere Cylinder
ist mit einem Gummituch überzogen, welches die
Zeichnung vom Stein abnimmt und auf Blech über-
trägt. Der obere Cylinder ist mit Greifern versehen
und wird das zu bedruckende Blech an denselben
angelegt. Der Cylinder besitzt einen automatischen
Anleaeapparat, durch welchen es möglich ist auch
auf Blech genau passende Chromodrucke zu er-
zielen. Diese Maschinen werden vielfach in Blech-
emballagefabriken zum Aufdruck von Firmen auf
Blechbüchsen, Straßenschildern u. s. w. verwendet.
Auch für den lithogr. Zinkdruck ist (von I. Schlotte
in Hamburg) eine Doppeldruckpresse erbaut worden,
die, wenigstens sür einfachen Schwarzdruck, der ge-
wöhnlichen lithographischen S. an quantitativer
Leistungsfähigkeit überlegen ist. Zur Erzielung einer
glatten Oberfläche des Papiers vor dem Druck dient
die Satiniermaschine (s. Papier, Bd. 12, S. 864d)
und der Kalanders. Tafel: Papierfabrikation I,
Fig. 3, Bd. 12, S. 862>.
Vgl. Wittig und Fischer, Die S. (Lpz. 1861;
3. Aufl. 1878); Bachmann, Leitfaden für Maschinen-
meister an S. (2. Aufl., Braunschw. 1873); Waldow,
Die Buchdruckerkunst, Bd. 2, Vom Druck (Lpz. 1877);
Künzel, Die S. (ebd. 1872); ders., Zurichtung und
Druck von Illustrationen (2. Aufl., ebd. 1879);
Waldow, Hilssbuch für Maschinenmeister an S.
(3 Tle., ebd. 1886-92).
Schnellräucherung, s. Fleischkonservierung.
Schnellschrift, s. Stenographie.
Schnellschütze, am Webstuhl, s. Weberei.
Schnellseher, s. Anschütz.
Schnellwage, s. Wage.
Schnellzüge, s. Eisenbahnzüge.
Schnepfe (scoloMciäas), eine in mehrere
Unterabteilungen zerfallende Familie der Stelz-
oder Watvögel, die charakterisiert ist durch einen
seitlich zusammengedrückten Kopf, große weit nach
binten liegende Augen, einen ziemlich langen Schna-
bel, der vor den schmal ritzenförmigen, im letzten
Stirnwinkel desselben gelegenen Nasenlöchern linear
ausgezogen und um die Nasenlöcher weder verengt
noch eingedrückt ist, eine dicht über dem Kieferrande
verlaufende Riefe als Verlängerung der Nasengrube,
meist abgerundete Flügel und Watbeine mit vier
freistehenden Zehen. Die zu dieser Familie gehören-