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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schultze - Schultzes Pulver
(Gotha 1881), "Predigten" (ebd. 1882), "Zur Lehre
vom Heiligen Abendmahl" (ebd. 1886), "Grundriß
der evang. Dogmatik" (Gott. 1890; 2. Aufl. 1892),
"Grundriß der christl. Ethik" (ebd. 1891), "Grund-
riß der Apologetik des Christentums" (ebd. 1894).
Schultze, August Sigismund, Jurist, Sohn des
Anatomen Karl August Siegmund S. (geb.
I. Okt. 1795 zu Halle, gest. 28. Mai 1877 zu Jena),
geb. 28. April 1833 zu Greifswald, studierte hier
und in Heidelberg Rechtswissenschaft, trat in den
prenß. Staatsdienst, war Richter in Greifswald und
habilitierte sich daselbst 1870, wurde 1871 Land-
gerichtsrat in Straßburg, 1872 ord. Professor da-
selbst. Er schrieb: "Die Verleitung zum falschen Eide
als selbständiges Verbrechen" (Berl. 1870), "Die
sog. Nebenintervention im Civilprozeß" (ebd. 1880),
"Das deutsche Konkursrecht in seinen jnrist. Grund-
lagen" (ebd. 1880), "Privatrecht und Prozeß in ihrer
Wechselbeziehung" (Bd. 1, Tüb. und Freiburg 1883),
"Von den prozessualischen Zeitbestimmnngen" (Fest-
gabe für Planck, Strahb. 1887), "Civilprozehrechts-
fälle ohne Entscheidungen zum akademischen Ge-
brauch" (Jena 1891), "Zur Lehre vom Nrkunden-
beweis" (in Grünhuts "Zeitschrift für Privat- und
öffentliches Recht der Gegenwart", 1894), "Veiträqe
zur Lehre vom Beweise" (im "Archiv für civilrecht-
liche Praxis", 1895).
Schultze, Bernhard, Gynäkolog, Bruder des
vorigen, geb. 29. Dez. 1827 in Freiburg i. Vr.,
studierte 1847-51 in Greifswald und Berlin Me-
dizin, habilitierte sich 1852 in Greifswald für Anato-
mie und Physiologie, ging 1854 als Afsistcnt der
geburtshilflichen Klinik nach Berlin, woselbst er sich
als Privatdocent für Geburtshilfe habilitierte, und
wurde 1858 als Nachfolger Martins in Jena Pro-
fessor der Geburtshilfe und Gynäkologie sowie Di-
rektor des Entbindungsinstituts und der Hebammen-
schule. S. hat sich um die gynäkologischen Unter-
suchungsmethoden, um die Wiederbelebung schein-
tot geborener Kinder, um die mechan. Behandlung
der Gebärmutterkrankheiten sowie um das Hcb-
ammenwesen hervorragende Verdienste erworben.
Außer zahlreichen Iournalauffätzen veröffentlichte
er: "Lehrbuch der Hebammenkunst" (Lpz. 1860;
II. Aufl. 1895), "Wandtafeln zurEchwangcrfchafts-
und Gcburtskunde" (ebd. 1865; 2. Aufl., Jena
1888 - 90), "Über den Scheintod der Neugebore-
nen" (Jena 1871), "Pathologie und Therapie der
Lagevcränderungen der Gebärmutter" (Berl. 1881),
"Unser Hebammenwefen und das Kindbettsiebcr"
(Lpz. 1884).
Schultze, Fritz, Philosoph, geb. 7. Mai 1846 zu
Celle, studierte in Jena, Göttingen und München,
ward 1871 Privatdocent und 1875 außerord. Pro-
fessor der Philosophie in Jena, 1876 ord. Professor
der Philosophie an der Technischen Hochschule zu
Dresden. Er gehört seiner Richtung nach dem Neu-
kantianismus an. S. schrieb: "Die Tierseele" (Lpz.
1868), "Der Fetischismus" (ebd. 1871), "Der Reli-
gionsunterricht" (Jena 1872), "Geschichte der Philo-
sophie der Renaissance" (Vd.1: "Georgios Gemistos
Plethon und seine reformatorischen Bestrebungen",
ebd. 1874), "Kant und Darwin" (ebd. 1875), "Über
Bedeutung und Aufgabe einer Philosophie der Natur-
wissenschaft" (ebd. 1877), "Die Sprache des Kindes"
(Lpz. 1880), "Die Grundgedankendes Materialismus
und die Kritik derselben" (ebd. 1881), "Philosophie
der Naturwissenschaft" (2 Bde., ebd. 1881-82), "Die
Grundgedanken des Spiritismus und die Kritik der-
selben" (ebd. 1883), "Das neue Deutschland, seine
alten Heldensagen und Richard Wagner" (ebd. 1888),
"Stammbaum der Philosophie" (Jena 1890), "Ver-
gleichende Seelenkunde" (Lpz. 1892), "Der Zeitgeist
in Deutschland, seine Wandlungen im 19. und seine
mutmaßliche Gestaltung im 20. Jahrh." (ebd. 1894).
Schultze, Max Joh. Sigismund, Mikroskopiker,
Bruder von Aug. Sigismund und Bernh. S., geb.
25. März 1825 zu Freiburg i. Br., widmete sich seit
1845 in Grcifswald und Berlin dem Studium der
Medizin, habilitierte sich 1850 als Privatdocent in
Greifswald und unternahm 1853 behufs zoolog.
Forschungen eine Reise nach Italien, als deren Frucht
er die berühmte Abhandlung "Über den Organismus
derPolythalamien" (Lpz. 1854) veröffentlichte. Nach
seiner Rückkehr erhielt er 1854 einen Ruf als außer-
ord. Professor nach Halle, siedelte 1859 als Professor
der Anatomie und Direktor des Anatomischen In-
stituts nach Bonn über, wo unter seiner Leitung ein
nenes Anatomiegebände errichtet wurde, und starb
daselbst 16. Jan. 1874. Von seinen Schriften sind
noch hervorzuheben: "Beiträge zur Naturgeschichte
der Turbellarien" (1. Abteil., Greifsw. 1851), "Die
Entwicklungsgeschichte von I^ti-om^on ^lankriv
(in den "Verhandlungen" der Naturwissenschaftlichen
Gesellschaft zu Haarlem, 1856), "Beiträge zur Kennt-
nis der Landplanarien" (Halle 1857), "Zur Kennt-
nis der elektrischen Organe der Fische" (1. Abteil.,
ebd. 1858), "Die Hyalonemen" (Bonn 1860), "Das
Protoplasma der Nhizopoden und der Pflanzen-
zellen" (Lpz. 1863), "De ovorum i-kmaruin 86Fin6ntg.-
tions" (Bonn 1863), "Zur Anatomie und Physio-
logie der Retina" (ebd. 1866), "Untersuchungen über
die zusammengesetzten Angen der Krebse und In-
sekten" (ebd. 1868), " 0d86rvHti0N68 äs Ztructura
eollularuin iidraruinHUk nervearuni" (ebd. 1868).
Anch begründete er 1865 das "Archiv für mikrosko-
pische Anatomie".
Schultze, Victor, prot. Theolog, geb. 13. Dez.
1851 zu Fürstenbcrg in Waldcck, studierte in Basel,
Straßbura,, Jena und Göttingen Theologie und
Kunstgeschichte, hielt sich längere Zeit in Italien
auf, habilitierte sich 1879 in Leipzig und wurde
1883 außcrord. Professor für Kirchengefchichte und
christl. Archäologie in Greifswald, 1888 ord. Pro-
fessor. Er schrieb: "Die Katakomben von S. Gen-
naro dei Poveri in Neapel" (Jena 1877), "vs
Oln-i^tianoi'uiu veteruin r6du3 86pulci'k1idu8 "
(Gotha 1879), "Archäol. Studien über altchristl.
Monumente" (Wien 1880), "Die Katakomben, ihre
Geschichte und ihre Monnmente" (Lpz. 1882), "Der
theol. Ertrag der Katakombenforschung" (ebd. 1882),
"Das evang. Kirchengcbäude; ein Ratgeber für
Geistliche und Freunde kirchlicher Kunst" (ebd. 1886),
"Geschichte des Untergangs des griech.-röm. Hei-
dentums" (2 Bde., Jena 1887-92), "Das Kloster
San Marco in Florenz" (Lpz. 1888), "Die altchristl.
Bildwerke und die wissenschaftliche Forschung" (ebd.
1889), "Archäologie der altchristl. Kunst" (Münch.
1895), sowie die Abteilungen "Christl. Archäologie"
und "Evang. Polemik" für Zöcklers "Handbuch der
theol. Wissenschaften" (3. Aufl., ebd. 1893 fg.).
Schultzes Pulver, auch gelbes Pulver, ein
zu den hellen ("weißen") Pulvern gehöriges Schieh-
pulver, um 1860 von dem damaligen preuß. Ar-
tilleriehauptmann Schultze erfundenes Pulver, das
aus zwei für sich gefahrlosen Komponenten besteht,
deren Mischung erst explosionsfähig ist. Die Kom-
ponenten sind: nitrifiziertes Holz (in gemahlenem