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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwebend - Schwedel

Balancierens) getroffenen Vorrichtungen. Ein hierbei benutzter, auf einem Traggestell ruhender Baumstamm heißt Schwebebaum, ein auf Kreuzböcken befestigtes Brett, Holm oder Stange Schwebebrett, Schwebeholm, Schwebestange, und die in entsprechenden Abständen voneinander stehenden Pfähle Schwebepfähle.

Schwebend bezeichnet im Bergbau: weniger als 15° fallend; schwebende Strecke, ein Überbauen im Flöz, zu Bremsbergen und Rollen verwendbar.

Schwebende Betonung, in der Verslehre, s. Betonung.

Schwebende Schuld, s. Flottierende Schuld und Staatsschulden.

Schwebfliegen (Syrphidae) oder Schwirrfliegen, artenreiche Familie der Fliegen (s. d.) mit dreigliederigen Fühlern, kräftigem Rüßel und fünfringeligem Hinterleib. Die Färbung der meisten Arten ist lebhaft mit hellern Binden und Flecken, besonders am Hinterleib. Ihre Gestalt ist sehr verschieden, bei den einen schlank, bei den andern breit; die erstern sind fast ganz nackt, die letztern oft so stark behaart, daß sie wie Bienen und Hummeln aussehen. Ihr Flug ist rasch und lebhaft, oft mir schwirrendem oder pfeifendem Geräusch verbunden. Das Geäder der Flügel zeigt in der ganzen Familie eine große Übereinstimmung, während die übrigen Charaktere sehr wenig konstant sind. Auch die Larven sind in Gestalt und Lebensweise sehr verschieden: die einen ähneln Schmetterlingsraupen und leben auf Bäumen und Gesträuch von Blattläusen, andere schmarotzen in Hummelnestern, andere endlich leben in Schlamm, Jauche und schmutzigen Wässern und haben ein langes, schwanzartiges Atemrohr, das sie nach dem Stande des Wassers wie ein Fernrohr verschieben können, um dessen Oberfläche und damit die atmosphärische Luft zu erreichen (bei der Gattung Eristalis, s. d.). Zu den S. gehören die gefleckte, die gelbbindige und die durchscheinende Federfliege (Volucella plumata Meigen, inanis L. und pellucens L., s. Textbild zum Artikel Fliegen, Bd. 6, S. 901, Fig. 3, 5 u. 9) die Birnschwebfliege (Syrphus parastri L., Fig. 11) und die geschmückte Bogenfliege (Chrysotoxum festivum Meig., s. Tafel: Insekten III, Fig. 4).

Schwebungen, Schweben der Töne, in der Akustik ein auf Interferenz (s. d.) beruhendes allmähliches und regelmäßiges Stärker- und Schwächerwerden des Zusammenklangs zweier Töne von wenig verschiedenen Schwingungszahlen. Die größte Tonstärke dieser S., heißt Stoß oder Schlag. Die Zahl der Stöße in der Sekunde entspricht dem Unterschied der Schwingungszahlen. Diese akustischen Schläge lassen sich nach Scheibler anwenden zum genauen Stimmen der Instrumente; sie sind nach Helmholtz Ursache der Dissonanzen, wobei die Obertöne der dissonierenden Klänge miteinander störende Stöße bilden, welche den Zusammenklang rauh und daber unangenehm machen. Zwei Töne von den Schwingungszahlen n und n' geben die Stoßzahl s = n-n'. Kann man durch das Gehör noch das Intervall p der beiden Töne bestimmen, so ist n'/n = p. Aus beiden Gleichungen ergiebt sich dann n und n'. Vorstehende Figur veranschaulicht durch den Phonautographen (s. d.) aufgezeichnete S. zweier Orgelpfeifen.

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Schwechat (Kleinschwechat), Marktflecken in der österr. Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha in Niederösterreich, südöstlich von Wien, an den Linien Wien-Bruck a. d. Leitha (Station S.-Kledering) und Kleinschwechat-Mannersdorf (31 km) der Österr.-Ungar. Staatsbahn, mit Lokalverkehr nach Wien (Westbahnbof), und Wien-Klein-S. (10 km) der Eisenbahn Wien-Aspang, Sitz eines Bezirksgerichts (276,08 qkm, 31319 E.), hat (1890) 6031 E., die größte Brauerei (Anton Dreher) der Monarchie (600000 hl jährliche Produktion), bedeutende Mühlen, Hochöfen, Hammer- und Walzwerke und elektrotechnische Fabriken. 3 km von S. der Centralfriedhof von Wien, zu dem eine Pferdebahnlinie führt. Ein Obelisk unweit S. erinnert an die Zusammenkunft des Kaisers Leopold I. mit dem Polenkönig Sobieski nach der Befreiung Wiens 1683. Im Okt. 1848 wurden hier die ungar. Insurgenten von den kaiserl. Truppen besiegt.

Schwechten, Franz, Baumeister, geb. 12. Aug. 1841 in Köln, studierte in Köln bei Naschdorff, seit 1861 in Berlin an der Bauakademie unter Bötticher, Spielberg und Adler, arbeitete unter Stüler und Gropius und seit 1867 unter Pflaume in Köln, bereiste 1869-70 Italien, übernahm 1871 die Leitung des Projektionsbureaus der Berlin-Anhalter Bahn und schuf 1875-80 den Anhalter Bahnhof zu Berlin (s. Tafel: Bahnhöfe I, Fig. 3) sowie jene zu Dessau, Wittenberg und an andern Orten. Seit 1885 ist S. Mitglied der Akademie, seit 1888 Mitglied des Senats und Baurat und lebt in Berlin. Er schuf ferner die Kriegsakademie zu Berlin (1880-83), das Konzerthaus zu Stettin (1882-84), die Philharmonie zu Berlin (1888), das Gymnasium zu Wittenberg, mehrere Villen und Geschäftshäuser (darunter das neue Industriegebäude) in Berlin sowie die Kreisständehäuser zu Wittenberg, Cölleda, Lennep, Witzenhausen, Rathenow und jenes für den Kreis Teltow in Berlin. Sodann die Votivkirche für Kaiser Wilhelm I. in Berlin (1890-95), die Pauluskirche in Schöneberg bei Berlin (1890-94), die Simeonskircke in Berlin (seit 1893). In Dessau baut S. seit 1894 die Fürstengruft der Askanier (Mausoleum in griech. Stil).

Schwe-Dagôn, Pagode bei Rangun (s. d.) in Birma, das größte Heiligtum aller indochines. Länder, steht auf einem Ausläufer des Pegu-Joma (s. d.), einem stark befestigten, mit zwei großen Terrassen geschmückten Hügel. Die aus Ziegeln aufgeführte und verschwenderisch vergoldete Pagode steigt aus einer achteckigen Basis (mit 413 m Umfang) zu einer Höhe von 98 m empor. Sie trägt als Schirm ein kegelförmiges vergoldetes eisernes Netzwerk "Ti" (1871 vom König von Ober-Birma für 1,2 Mill. M. erneuert) und ist überall mit Glocken behangen. Nach buddhist. Glauben enthält sie acht Haupthaare Gautamas (Buddhas). Am Rande der Plattform erheben sich zahlreiche Tempel mit den Statuen Gautamas in sitzender Stellung. Zwischen diesen Tempeln und der Pagode befinden sich Glocken sowie heilige Pfosten (Ta-gun-daing) mit der Figur eines Karawaik (des Vogels Wischnus). An der Ostseite steht eine große, 25 400 kg schwere Glocke, ein Geschenk Bodawpajas, des Sohnes Alaungpajas (Alompras). Nach der Sage ist der S. 588 v. Chr. erbaut worden.

Schwedel, bei bergmännischen Sprengarbeiten, s. Bergbau (Bd. 2, S. 757 a).