Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

766
Sciren - Sclopis di Salerano
Beinamen Nasica führte. Zilerst erhielt ihn des
Gnäus Sohn, Publius Cornelius S. Na-
sica, der 194 und 193 als Prätor und Proprä-
tor in Spanien, 191 als Konsul im Cisalpinischen
Gallien gegen die Vojer siegreick war. Sein gleich-
namiger Sohn, mit einer Tochter des ältern Afri-
canus vermählt, erhielt wegen seiner Tüchtigkeit
und Einsicht den Zunamen Corculum ("der Ver-
ständige"). Er war zweimal Konsul, 162 und 155,
159 Censor. Pontifer Marimus wurde er 150. -
Sein Sohn gleichen Namens, von einem Tribunen
im Spott mit dem Sklavennamen Serapio zube-
nannt, Konsul 138, ein strenger und eifriger Opti-
mat, leitete 133 v. Chr. den Angriff auf den ältern
Gracchus und machte sich dadurch beim Volke so
verhaßt, daß ihn der ^enat durch eine Sendung
nach Asien entfernte, wo er in Pergamon starb. -
Sein Sohn gleichen Namens, in der Zeit des Iugur-
tbinischen Krieges durch Unbestechlichkeit und strenge
Rechtlichkeit, als Redner durch Witz und Laune aus-
gezeichnet, starb als Konsul 111. - Dessen Enkel
war der von Metellus adoptierte Qu intus Caci-
lius Metellus Pius S., Pompejus' Schwieger-
vater und ein heftiger Gegner Cäsars. (S. Meteller.)
Sciren, german. Volksstamm, s. Skiren.
Scirocco (spr. schi-), s. Sirocco.
3oirpN8 ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Cypcraceen (s. d.) mit gegen 250 über die ganze
Erde verbreiteten und besonders auf feuchten, sum-
pfigen Orten oder im Wasser wachsenden Arten,
trautartige Gewächse von sebr verschiedenem Habi-
tus, mit binsenartigem cvlindrischcm oder dreikanti-
gem, meist unverzweigtem Halme, der einen Büschel
von Blättern oder auch nur wenige scheidenartige
Blattorgane trägt. Die Blüten steben entweder in
einer einzigen endständigen Lidre oder es sind meh-
rere zu Büscheln vereinigte Abrchen vorbanden. Die
Mrchen sind mebrblütig und zwitterig. Von einigen
größern Arten, wie von 8. lacuätriz Iv., deren Halme
im Wasser wachsen und bis zu 2^ ^ hoch werden,
sowie von den dreikantigen Stengeln von 8. 8i1va-
ticu3 2^. werden Matten, Decken u. dgl. geflochten.
Die kleinern Arten, darunter gegen 20 deutsche,
liefern nur ein schlechtes Viebfutter.
Scirrhus (grch.), Verhärtung, krebsartige Ge-
schwulst, bösartige Neubildung: scirrhös, verhär-
tet, geschwollen.
Scifsalien flat.), schlecht geprägte Münzen. Mß.
Scifsion (lat.), Spaltung; Scissür, Spalte,
Scitamineen, Ordnung aus der Gruppe der
Monokotyledonen, Gewächse mit meist rhizomartig
ausgebildeten unterirdischen Stammorgancn, un-
regelmäßigen, lebhaft gefärbten Blüten, bei denen
nur zwei, häufigerfogar bloß ein einziges Staubgefäß
entwickelt ist, das zudem in vielen Fällen nur eine
halbe Anthcre besitzt. Die S. umfassen die nahe mit-
einander verwandten Familien der Musaceen (s. d.),
Zingiberaccen (s. d.), Cannaceen (s. d.) und Maran-
taceen (s. d.). Hierzu Tafel: Scitamineen; zur
Erklärung f. (^ui-cuina (nebst Zitwerwurzel), ^Ist-
taria (nebst Kardamomen), ^in^idei- (nebst Ingwer),
Nusa, lüanna, Nai-Hnt". (nebst Arrow-Noot).
3oiu.riü2.s, Nagetiere, s. Hörnchen.
Loinrinba., 3oiüru.8, s. Eickbörnchen.
Sckell, F. L. von, Gartenkünstler, geb. 1750 zu
Nassau-Wcilburg, erlernte die Gärtnerei in Schwetzin-
gen und Vruchsal, ging 1772 nach Paris und Ver-
sailles, 1773 nach England, von wo er nach vier-
jährigem Aufenthalt zurückkehrte, um im Auf-
trage des damaligen Kurfürsten Karl Theodor einen
Teil des Schwetzinger Gartens im landschaftlichen
Stil anzulegen. Nach Anlegung mehrerer anderer
Gärten kam S. 1790 nach München, wo er den
Englifchen Garten anlegte; 1803 wurde er Inten-
dant der Königlichen Gürten in München, wo er
1823 starb. Außer den genannten schuf S. noch fol-
gende bedeutende Gartenanlagen: den Park von
Nympbenburg, den Schloßgarten zuViebrich a. Rh.,
die Anlagen zu Baden-Baden, einen Teil des Parks
zu Larenburg bei Wien u. a. Ein Denkmal S.s steht
im Englischen Garten zu München. S. veröffent-
lichte besonders: "Beiträge zur bildenden Garten-
kunst" (Münch.1818; 2. Aufl. 1825), das erste eigent-
liche Lehrbuch der Gartenkunst in deutscher Sprache.
F<?/., binter lat. Tiernamen Abkürzung für Phil.
Lutley Sclater (s. d.).
3. (3. I"., in England Abkürzung für swä^nt
ot tti6 (^ivil I^>v (Student der Rechte).
Sclater (fpr. ßklehter), Philipp Lutley, engl.
Zoolog, geb. 4. Nov. 1829, studierte zu Orford Juris-
prudenz , war feit 1855 praktisch an I^incoln'g lim,
dann im westl. England thätig, wurde 1855 Se-
kretär der ^ooloFical societv of I^onäon und 1860
zum Ebrendoktor der Philosophie von der Univer-
sität Bonn ernannt. Er ist einer der ausgezeichnet-
sten Kenner der Systematik und geogr. Verbreitung
der Wirbeltiere, besonders der Vögel, und hat eine
große Anzahl Abhandlungen besonders in den
"1i-an8Äction3" und "proceeäinFZ ot' tlie ^oolo^ical
Hociet)'" sowie in der Zeitschrift "Idis", deren erste
Serie er redigierte, veröffentlicht.
Sclero..., in Zusammensetzungen aus dem
Griechischen: trocken, hart, fest, rauh. (S. auch
Sklcro ...).
3oiVroÄerin2. ^>-s., Hartbovist, Pilzgat-
tung aus der Familie der Gasteromyceten (s. d.),
mit nur wenigen Arten in Nordamerika und Europa.
Sie baben etwa hühnereigrofte kugelige Fruchtkör-
per, die fast ganz unterirdisch wachfen und ein den
Trüffeln ähnliches Ausseben besitzen; im Innern
zeigen sie eine blaugraue Färbung und sind ziemlich
dart. Die in Deutschland häufigste Art 3. vnl^re
F>. wird viel als eckte Trüffel verkauft, doch ist sie
von dieser durch den Geruch und das Fehlen der netz-
artigen Zeichnung auf den Schnittflächen zuerkennen.
Bei reichlicherm Genuß dieses Pilzes treten Ver-
giftungserscheinungcn auf. Md. 2, S. 105d).
3o1erotio2., die Lederhaut des Auges, s. Auge
Sclerotium, ein knollenartiger Körper, der
aus dicht verflochtenen Pilzhyphen bestebt und in
der Regel ziemlich bart ist. Solche kommen in den
verschiedensten Pilzfamilien vor und sind wohl
stets als Ruhezustände der betreffenden Pilzformen
anzufehcn; sie enthalten eine große Menge Reserve-
ftosfe und können, unter geeignete Bedingungen ge-
bracht, sich weiter entwickeln fowie sporentragende
Generationen erzeugen. Die bekannteste Sclerotium-
form ist die des Mutterkorns (s. d. und Tafel:
Pflanzenkrankheiten, Fig. 4a u. ä). Von
manchen S. kennt man die weitern Entwicklungs-
stadien noch nicht, und es wird deshalb für diese S.
proviforifch als Gattungsname benutzt.
Sclopis di Salerano, Federico, Graf, ital.
Jurist, Staatsmann und Geschichtschreiber, geb.
10. Jan. 1798 zu Turin, studierte hier die Rechte
und rückte im sardin. Staatsdienst zum General-
prokurator auf. Von Turin 1818 in die Kammer
gewählt, übernahm er unter Cesare Balbo (s. d.)