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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Scribonier - Scrophulariaceen
fran^ais mit kleinbürgerlichen Sittenkomödien auf-
getreten, wie "Valerie" (1822) und "I^e in^riaF6
ä'ai-FLiit" (1827). Jetzt versuchte er es auf dieser
Bühne mit der polit.-satir. Komödie und versetzte
der neuen Regierung seine Nadelstiche in "Lertt-anä
6t Il^ton ou 1'art äe cc"Q8i)ir6r" (1833) und "I^H
camHi-H^6ri6" (1837). Darauf folgten seine be-
rühmtesten Lustspiele, Sittenkomödien und bistor.
Intriguenstücke: "Une cliaine", "1^6 veirs ä'6au"
(1842), "1^6 ?uik 0U IU6N80NF6 et verite" (1848),
"^ärienne I^ecouvreur" (1849), "1^68 conteä äe 1^
reine äs I^avarrs" (1851), "I^eveä ä'^inour" (1859)
u. s. w. Große Erfolge hatte S. auch als Librettist.
Mit seinen verschiedenen Mitarbeitern versorgte er
30 Jahre lang alle Pariser Operntheater und hatte
seinen Anteil an den namhaftesten Erzeugnissen
der gleichzeitigen Musik. Er lieferte die Terte
für "1^ N61A6" (1823), "1^,3.Dame dianclie" (1825),
"I.H Duette" (1828), "^ra viavolo" (1830), "Ilo-
dert 16 Vwdl6" (1831), "I.H ^uive" (1835), "1.63
HuFU6N0t3" (1836), "1^6 (loinino noir" (1841), "1^6
1)i-0pli6te" (1849), "I^'etoile än Xorä" (1854) und
mehr als 50 andere Opern. Auch hat man von ihm
mehrere Novellen und Romane: "^ario VroLolii",
"1^6 roi äe 0ali-63.ii", "?i<iui1i0 ^HiaM", "I^e tilieul
ä'^maäiZ", "I^1eur6tt6 1a douHU6tier6" (1860)
u. s. w. S. wurde 1834 Mitglied der Französischen
Akademie. Er starb 20. Febr. 1861 zu Paris. S.s
Werke sind ohne feinere oder tiefere Charakter-
schilderung, ohne Originalität im Dialog; dagegen
verstand niemand besser als er ein Ereignis durch
eine Reihe von Verwicklungen hindurchzuführen, die
er mit bewundernswürdiger Kunstfertigkeit auflöste,
nachdem er eine oder zwei Stunden hindurch die
Aufmerksamkeit der Zuschauer in gespannter Erwar-
tung gelassen hatte. Man schätzt die Zahl der von
ihm allein oder mit andern gearbeiteten Bühnenstücke
auf etwa 350; fast alle sind in verschiedenen Aus-
gaben des "Ikekti-e ä6 8." (10 Bde., Par.1856-59
u. ö.) abgedruckt. Seine "(15uvl65 couipletes" (Par.
1874-85) umfassen 76 Bände.
Scribonier, Name eines rom. plebejischen Ge-
schlechts, dessen bedeutendste Familien sich durch
den Beinamen Libo oder Curio unterschieden. Die
bekanntesten Träger dieses Namens sind: Gajus
Scribonius Curio, Volkstribun 90 v. Chr., war
im ersten Mithridatischen Kriege einer der Unter-
befehlshaber Sullas, der ihn 84 v. Chr. nach seiner
Rückkehr nach Italien mit der Wiedereinsetzung der
Könige von Bithynien und Kappadocien beauftragte,
scribonius leistete als Konsul 76 v. Chr. dem Ver-
such, die Macht des von Sulla möglichst beschränk-
ten Tribunats wiederherzustellen, energischen Wider-
stand, stand 63 Cicero bei der Unterdrückung der
CaMnarier, später auch gegen Clodius bei, und
erwies sich als entschiedener Gegner Cäsars, starb
aber schon 53 v. Chr. Als Statthalter von Mace-
donien 75-73 v. Chr. kämpfte er mit Erfolg gegen
die Dardaner im heutigen Serbien. Bekannter ist
sein gleichnamiger Sohn, der sich von Cäsar gewin-
nen ließ. (S. Curio.) Lucius Scribonius
Libo, Konsul 36 v. Chr., focht im Bürgerkriege
als Flottenführer auf Pompejus' Seite, dessen Sohn
Sertus sein Schwiegersohn war. 39 v. Chr. vermit-
telte er zwischen diesem, M. Antonius und Octavian.
Scribonius Largus, röm. Schriftsteller, lebte
unter Kaiser Claudius, den er 43 n. Chr. als Leib-
arzt nach Britannien begleitete, in Rom und ver-
faßte nach griech. Quellen ein Rezeptbuch in lat.
Sprache u. d. T. "00mp08iti0N68 meälc^iuento"
I'UIN", das von Helmreich (Lpz. 1887) herausgegeben
3orip (engl.), s. Quittungsbogen. >.wurde.
soriptörss kistorlas H^FNStHv werden
sechs spätere röm. Geschichtschreiber genannt, die
eine Reihe von Biographien der röm. Kaiser von
Zadrian bis zu Carus und dessen Söhnen Numeria-
nus und Carinus oder vom Anfang des 2. Jahrh,
bis gegen das Ende des 3. Jahrh. (117-284 n. Chr.)
verfaßten und gewissermaßen eine Foisietzu^g des
Suetonius darstellen. Die einzelnen Verfasser sind
Mus Spartianus, Vulcatius Gallicanus, Tre-
bellius Pollio, die unter Diocletian Ende des 3. und
Anfang des 4. Jahrh., Flavius Vopiscus aus Sy-
rakus, Älius Lampridius und Julius Capitolinus,
welche unter Constantius und Konstantin d. Gr. im
ersten Drittel des 4. Jahrh, schrieben. Neuere Aus-
gaben besorgten Jordan und Eyssenhardt (2 Bde.,
Verl. 1864) und Peter (2. Aufl., 2 Bde., Lpz.1884). -
Vgl. Peter^ve scriptoi-idug diät. ^u^. (Lpz. 1892).
3oriptörs3 rs5 rusttoas, s t^eoponici
Scriver, Christian, ascetischer Schriftsteller,
geb. 2. Jan. 1629 zu Rendsburg, wurde 1653 Dia-
konus zu Stendal, 1667 Pastor, später Senior, Kon-
sistorialassessor und Inspektor in Magdeburg und
1690 Konsistorialrat und Oberhofprediger in Qued-
linburg. Hier starb er 5. April 1693. Unter seinen
Schriften (Gesamtausgabe von Stier und Heinrick,
7 Bde., Barmen 1847-54) sind zu nennen: "Gott-
holds zufällige Andachten" (1667; neue Ausg., Verl.
1867), "Gottholds Siech- und Siegesbette" (1671;
neue Ausg., Stuttg. 1870) und besonders "Der
Seelenschatz" (5 Tle., 1675 - 92 u. ö.; Auszug
u. d. T. "Gleichnisse aus S.s Seelenschatz", 2 Bde.,
Kropp 1882). - Vgl. Krieg, Christian S., ein
Lebensbild aus dem 17. Jahrh. (Dresd. 1872):
Brauns, Leben M. Chr. S.s (3. Aufl., Vieles. 1872).
Scrivia, die Owdria. der Römer, rechter Neben-
fluß des Po in Piemont, entspringt unweit der
Küste im Ligurischen Apennin, erreicht unterhalb
Serravalle die Poebene, berührt Tortona und Castel-
nuovo und mündet bei Alzano.
3oropkn1a.ri2. I.., Braun würz, Pflanzen-
gattung aus der Familie der Scrophulariaceen (s.d.)
mit gegen 100 Arten, größtenteils in der nördl.
gemäßigten Zone der Alten Welt, krautartige Ge-
wächse oder Halbsträucher mit gegenständigen, meist
unzerteilten Blättern und kleinen rötlichen oder gel-
ben Blüten, die aus einem fünfspaltigcn Kelch einer
lippenförmigen fünflappigen Blumenkrone, zwei-
mächtigen Staubgefäßen und einem ovalen Frucht-
knoten bestehen. Die Frucht ist eine mehrsamige
Kapsel. Das ganze Kraut besitzt meist einen unan-
genehmen Geruch. Die in Deutschland häufigsten
Arten sind 3. noäoZI. ^,. und 8. aHUÄti^I, ^.; von
beiden waren Kraut und Wurzeln offizinell und
wurden gegen Geschwülste u. dgl. angewandt.
Scrophulariaceen, Pflanzenfamilie aus der
Ordnung der Labiatifloren (s. d.) mit fast 2000 über
die ganze Erde, besonders häufig in den gemäßigten
Zonen und in gebirgigen Gegenden verbreiteten
Arten, meist krautartige Gewächse, seltener Sträucher
oder kleine Bäume mit gegen-, nur in wenigen Gat-
tungen wechselständigen Blättern von sehr ver-
schiedenartiger Form. Die Blüten sind in der Mehr-
zahl unregelmäßig gebaut, bestehen aus einem
röhren- oder glockenförmigen, oft auch sehr kleinen
Kelch mit fünf Zähnen, einer vier- bis fünflappigen,
meist lippenförmig ausgebildeten Blumenkrone, vier