Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

771
Scrotum - Scythen
aeb
sich
Staubgefäßen, von denen zwei länger als die an-
dern sind, und einem zweifächerigen Fruchtknoten mit
einfachem Griffel, der an feiner Spitze gewöbnlich
zwei Narben trägt. Die Frucht ist gewöhnlich eine
Kapsel, die in verschiedener Weise sich öffnet.
Lorotuin, Hodensack, s. Hoden.
Scrubber(Skrubber,engl.),s.Gasbeleuchtung
(Bd. 7, S. 566a).
Scrupülo, portug. Gewicht, s. Sscrupulo.
Scrutimum (vom lat. Lcrutäri, d. h. ausforschen
oder gründlich untersuchen), im Kirchenrecht die der
Übertragung eines geistlichen Amtes vorausgehende
Untersuchung, ob der zum Amt Berufene zur An-
nahme desselben würdig und fähig sei oder nicht;
ferner die mittels versiegelterStimmzettel vorgenom-
mene Wahl des Papstes oder eines Bischofs und
daher dann im allgemeinen jede Wahl mittels
Stimmzettel. - Skrutiniälverfahren nannte
man früher das einer strafrechtlichen Vorunter-
suchung oder der Erhebung der Anklage vorher-
gehende vorbereitende Verfahren, das dazu diente,
aufzuklären, ob der Verdacht, daß ein Verbrechen
begangen sei, begründet, ob gegen eine Person ein
zur Einleitung der Untersuchung ausreichender Ver-
dacht der Thäterschaft begründet sei u. s. w.
Scudöry (spr. hkü-), Georges de, franz. Dichter,
eb. 1601 zu Havre, ursprünglich Militär, widmete
ich seit 1630 in Paris fast ausschließlich der Litte-
ratur. Er gehörte zum Kreise des Hotel de Ram-
bouillet und machte sich besonders bekannt durch
seine Corneilles berühmtestes Werk herabsetzenden
"0d86i-vatioii8 8ur 1s (!iä" (1637). Von ihm sind
ungefähr 20 Bühnenstücke erhalten, die, meist nach
span. Vorlagen gearbeitet, durch ibre spannende
Handlung und gezierte Sprache gefielen und für
die Ausbildung der franz. Bühnentechnik nicht ohne
Bedeutung waren. Die interessanteste seiner Komö-
dien, "1^ comeäie 668 coNLäienL" (1635), bringt
eine Wandertruppe auf die Bühne. Er wurde 1650
Mitglied der Akademie. Sein Epos "^lin-ic" (Par.
1654) wurde von Voileau in seiner "Poetik" ver-
spottet. S. starb 14. Mai 1667 zu Paris.
Seine nicht weniger berühmte, 1607 zu Havre
geborene Schwester, Madeleine de S., veröffent-
lichte unter dem Namen ihres Bruders geschichtliche
Romane im heroisch-idealistischen Stil, die nament-
lich in der vornehmen Gesellschaft große Bewun-
derung erregten und eigentlich die durch den "^ma-
<Ü8" angeregte Richtung zum Abschluß brachten.
Diese Romane, welche durch Anspielungen auf vor-
nehme und angesehene Zeitgenossen und durch Ko-
pierung derselben einen besondern Reiz erhielten,
sind: "Idraliim, ou i'illuLtrs La88ü" (4 Bde., Par.
1644), "^itani6N6 0u 1s At-Hnä (^luäv (10 Bde.,
ebd. 1649-53), "016Ü6" (10 Bde., ebd. 1656),
"^makiäs" (8 Bde., ebd. 1660). Die Dichterin
wurde im Hotel de Rambouillet als Sappho ge-
feiert. Sie schrieb später noch zehn Bücher mora-
lischer "00NV6I'8ati0N8 6t 6Iitl-6ti6N8" und starb
2. Juni 1701. Ihren "viäcoui-g ä6 Ia Fioii-6", das
erste Werk, welches 1671 einen von Balzac gestifte-
ten Preis der Französischen Akademie davontrug,
findet man nebst Auszügen aus ihren andern Wer-
ken in dem "Esprit ä6 NHä6ni0i86ll6 ä6 8." (Par.
1766 u. ö.). - Vgl. Nathery und Voutron, ^1^66-
IN0i86ll6 (16 3., 82, V16 6t 8K c01'l68I1()IiäHNc6 (mit
einer Auswahl ihrer Dichtungen, Par. 1873).
Scudo, frühere ital. Silbermünze, benannt nach
Qcm GeMge, den Wappenschilden- der Wert
schwankte bei den einzelnen ehemaligen ital. Staa-
ten etwa zwischen 3^ und 5 M. - Über den 8.
6i'iti'60 s. Erytbräischer Thaler.
3ou1p8it (lat., abgekürzt 8c. oder 8cu1p8.), auf
Kupferstichen: "hat es gestochen". Stätte.
Soulptor (lat.), Sternbild, s. Vildhauerwerk-
Scultetus, Andr., Dichter, geboren zu Bunzlau
als der Sohn eines Schuhmachers, kam 25. Aug.
1639 auf das Elisabethanum zu Breslau, trat
1644 zum Katholicismus über und in das Iesuiten-
gymuasium ein; doch wurde er wenige Wochen dar-
auf aus Vreslau ausgewiesen. Keins seiner Ge-
dichte trägt ein späteres Datum als 1642. Lessing
fand auf der Universitätsbibliothek zu Wittenberg
ein Gedicht von ihm: "^nära6 8cu1t6ti LowLiavii
Österliche Triumphposaune" (Vresl. 1642), ent-
deckte später in Schlesien noch mehrere Gedichte
von S., darunter den "Blutschwitzenden und todes-
ringenden Jesus", und gab beide mit vier Gelegen-
heitsgedichten zusammen als "Gedichte von Andreas
S." (Braunschw.1771; Werke von Lachmann, Vd. 8,
und in der Hempelschen Ausg., Vd. 11) heraus.
Nachträge von Iachmann ("Nachlese", Vresl. 1774),
Scholtz ("Zweite Nachlese", ebd. 1783), Klose u. a.
Scupi, türk. Stadt, f. üsküp.
3ourra. (lat.), Witzbold, Possenreißer, Hofnarr.
Loutata. (lat., d. i. mit einem Schild versehen),
soviel wie Schildwanzen (s. d.). Ziemer.
3outidranokiN, Weichtierfamilie, s. Schild-
3outuln (lat.), der Schild.
3o^da.1iunz Kc/öott. et Z/,M., Pflanzengattung
aus der Familie der Balanophoraceen (s. d.) mit
vier im tropischen Süd- und Centralamerika vor-
kommenden Arten, Schmarotzergewächse auf Baum-
wurzeln in Urwäldern, die eigentlich nur aus den
Blutenständen, die die Form eines Pilzhutes haben,
bestehen: die Bildung normaler Vegetationsorgane
ist unterdrückt, es ist nur ein thallusartiger Körper
in der Wurzel der Wirtspflanze vorhanden, aus dem
sich die Blutenstände entwickeln. Die in Brasilien
wachsende Art 8. lunFik0riu6 ^c/iott. auf Tafel:
Hysterophyten II, Fig. 4, zeigt die Blütenstände
von pilzartiger Form. fter 155. Planetoid.
Scylla, Ungeheuer, s. Skylla. - S. heißt auch
3o^113.rus, Gattung der Panzerkrebse (s. d.).
5o^pkä.ti (8c1iilati, 8cila.ti, 8huifHti), die napf-
förmig geprägten byzant. Gold- und Silbermünzen.
3o?pkoiueaÄ82.s, f. Akalephen.
Scythen wurden von den Griechen die Wander-
völker der centralasiat. und füdeurop. Steppen ge-
nannt; insbesondere hießen so die im Norden der
Donaumündungen und des Schwarzen Meers von
den Karpaten bis zum Don sitzenden Stämme, die
sich selbst als Sko loten bezeichneten. Der ange-
sehenste und zahlreichste Stamm unter ihnen, von
Herodot die königlichen oder freien S. genannt,
war ein ecktes Nomadenvolk, das ohne feste Wohn-
sitze in den weiten Steppen zwischen Dnjepr und
Don umherschweifte, die Männer zu Roß, mit Bo-
gen und Pfeil bewaffnet, dem Krieg ergeben, die
Weiber und Kinder in großen Zelten hausend, die
als wandernde Häuser auf vier- oder fechsräderigen,
mit Ochsen bespannten Karren mitgeführt wurden.
Weit zahlreicher als die königlichen S. waren aber
die diesen unterworfenen Stämme, teils ebenfalls
Nomaden, teils Ackerbauer, die gegen jährlichen
Tribut an den herrschenden Stamm feste Wohnsitze
und eigene Ländereien besaßen, wie die Kallipiden
und Alazonen an der Mündung des Bug und die
49*