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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Selam - Selbstgifte
8. HM8 H)?-., 3. 0I')'tIiI'0PU8 F^>?-. und 3. NHI-t6N3i3
H))-. sowie die bei auffallendem Lichte stahlblau aus-
sehende 8. laeviMa ä^?-. Die im mittlern Amerika,
Mexiko, Kalifornien wachsende 8. lOpiäopliMa ^?->
wird neuerdings vielfach wegen ihrer hygroskopischen
Eigenschaften kultiviert; im trocknen Zustande rollen
sich die einzelnen Stengel zusammen und die ganze
Pflanze bildet einen kugeligen, graugrün gefärbten
Klumpen; bringt man sie in Wasser, so breiten sich
die Stengel wieder aus und erhalten eine schöne
saftgrüne Farbe.
Seläm (Salem), ein in alle islamischen Spra-
chen aufgenommenes arab. Wort, bedeutet Frieden,
Wohlergehen, dann auch Heil und Gruß. ^8-86^in
Nwikuiu, "Friede über euch", ist die vom Islam
vorgeschriebene ausschließliche Begrüßung der Mo-
bammedaner unter sich; der Gegengruß lautet: "^Va-
3.16Ü5UN1 68^86iain", "Und über dir sei Friede!" S.
nennt man in Konstantinopel auch die eigentümliche
Haremsymbolik, nach der ein übersendeter oder über-
reichter Gegenstand, eine Blume, eine Frucht oder
dergleichen durch einen bekannten, darauf gereimten
Spruch eine besondere Vedeutung'gewinnt.
Selamlik, Begrüßungs- oder Besuchszimmer,
in einem türk. Herrenhause (Konak) die von dem
Harem streng geschiedenen Gemächer, in denen der
Hausherr Besuch von Fremden empfängt und sie
bewirtet oder beherbergt. - S. heißt auch die mit
militär. Pomp stattfindende Ceremonie der Auffahrt
des Sultans in die Moschee zum Gebet am Freitag.
Selangor, Malaienstaat, s. Salangor.
Selanik, der türk. Name für Saloniki (s. d.).
Selb, Stadt im Bezirksamt Rehau des bayr.
Reg.-Bez. Oberfranken, an der links zur Eger fließen-
den S., im nordöstl. Fichtelgebirge, an der Linie
Hof-Eger der Bayr. Staatsbahnen, durch Lokalbahn
mitdem Vahnhofverbunden, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Hof), Forst- und Nebenzollamtes, hat
<1890) 5426 E., darunter 407 Katholiken, Post,
Telegraph, kath. roman. Kirche; Fabrikation von
Baumwollwaren, landwirtschaftlichen Mafchincn,
Papier und Porzellan, Brauerei, Dampffügewerk,
Torfstiche (Häußellohe) und Granitschleiferei. S. ist
Sitz der 9. Sektion derTöpfcrei-Verufsgenossenschaft.
Selbende, soviel wie Salleiste (s. d.).
Selbig, Elise, Pseudonym der Schriftstellerin
C. S. L. W. von Ahlefeld (s. d.).
Selbitz, Marktflecken im Bezirksamt Naila des
bayr. Reg.-Bez. Oberfranken, an der zur Saale
gehenden S., am östl. Fuße des Frankenwaldes, an
der Nebenlinie Hof-Marxgrün-Steben der Vayr.
Staatsbahnen, hat (1890) 1670 E., darunter 11 Ka-
tholiken, Post, Telegraph, evang. Pfarrkirche, zwei
Schlösser; mechan. Weberei, Baumwollweberei und
Lösfelfabrik. "es Richters.
Selbstablehnung (des Richters), s. Ablehnung
Selbstausleger, an den Schnellpressen ein
Apparat zum Auslegen und Sammeln der bedruck-
ten Bogen auf einem oder mehrern zu diesem Zwecke
bestimmten Tischen. (S. Schnellpresse.)
Selbstausleser, Brütapparat, s. Fischzucht.
Selbstausfchluß, bei elektrischen Klingeln, s.
-Elektrische Telegraphen (Bd. 5, S. 1012 a).
Selbstbefleckung, s. Onanie.
Selbstbetrieb, im Civilprozeß, die den Par-
teien oder ihren Vertretern ohne Mitwirkung des
Richters überlassenen Handlungen, durch welche der
Prozeß eingeleitet oder fortgesetzt wird. Diesen S.
hat nach franz. Muster die Deutsche Civilprozeßord-
! nung, wenn auch mit Einschränkungen, eingeführt,
im Gegensatz zu dem früher grundfätzlich geltenden
Offizialbctrieb. Jetzt teilt nicht mehr der Nichter
die Klage, die Widerklage, die Beweisantretung, die
Verufungsfchrift mit, der Nichter ladet nicht mehr
zur Verhandlung, er läßt regelmäßig nickt mehr das
Urteil zustellen, er beauftragt nicht den Exekutor zur
Pfändung. Dies ist der Partei oder ihrem Vertreter
überlassen, welche sich des von ihnen direkt beauf-
tragten Gerichtsvollziehers bedienen. Dieser S. hat
manche Übelstände hervorgerufen, und die Civil-
prozeßordnung wird wohl in dieser Beziehung ge-
ändert werden. ^40^).
Selbstbewußtsein, s. Bewußtsein (Bd. 2, S.
Selbstentäußerungsakte (Zeil-äsn^in^ 0r-
äwknce), ein 3. April 1645 vom Langen Parla-
ment(s.d.) erlassenes Gesetz, wodurchvcrbotenwurde,
daß ein Mitglied des Parlaments ein Kommando
im Heer oder eine Stelle in der Civilverwalwng
bekleide. Der eigentliche Urheber, wenn auch nicht
der Antragsteller, war Cromwell, der dadurch die dem
Oderhaus angehörenden Generale des Parlaments-
heers, besonders den säumigen Manchester (f. Mon-
tagu), beseitigte und damit freie Hand erhielt zu einem
völligen Systemwechsel in der Kriegführung.
Selbstentzündung. Eine S. findet bei gewissen
Stoffen (s. Pyrophore) oder Gegenständen, die leicht
verbrennlich sind und mitVegicrde Gase oder Dämpfe
aufsaugen, unter besondern Umständen statt. Mit
jener Absorption ist eine Verdichtung der Gase
und damit eine Wärmeentwicklung verbunden, die
zur Entzündung führen kann, wie man sie beim
Döbereinerschen Feuerzeug beobachten kann. S.
in freier Luft zeigt sich bei der Holzkohle, wenn sie
frisch bereitet und fein gepulvert in größcrn Mengen
aufgefchichtct wird. Nicht gehörig entsäuerte Schieß-
baumwolle unterliegt gleichfalls der S. Phosphor
und verschiedene chem. Präparate, wie dasinder
Kriegsfeuerwerkerei angewendete Gemenge von Ka-
liumchlorat mit Schwefelantimon, entzünden sich
außer durch Reibung auch oft von felbst. Aus
einer angefeuchteten und dann leickt mit Erde be-
deckten Mischung von Eiscnfeilspänen und Schwefel
entsteht nach einigen Stunden ein künstlicher Vulkan.
Auch Haufen von dicht zusammengeschichtetem Heu,
Getreide, Sägespünen mancher (namentlich harz-
reicher) Holzarten, Wolle, fett- und ölhaltige Tuch-
abfälle, Wischlappen u. s. w. können sich in kürzerer
oder längerer Zeit entzünden. Die S. der Stein-
kohle in Schiffen, die schon zu großen Unglücks-
fällen Veranlassung gegeben hat, ist eine Folge
von Absorption atmosphärischen Sauerstoffs und
der Entwicklung brennbarer Gase aus den Kohlen-
lagern; alle Mittel, die man dagegen angewendet,
namentlich die Ventilation im Innern der Kohlen-
ladungen, haben sich als unwirksam erwiesen.
Selbsterregung, die von Siemens entdeckte
Fähigkeit einer elektrischen Maschine, bei entsprechen-
der Wahl der Dimensionen durch den erzeugten
Strom die zu seiner Erzeugung erforderliche Feld-
stärke durch Anstcigerung der vorhandenen Spuren
von Magnetismus selbst zu erzeugen.
Selbstgifte, Autotorine, hypothetische Gift-
stoffe, die im Körper der Tiere und des Menschen
durch den Stoffwechselvorgang gebildet werden sollen
und fortwährend zur Ausscheidung kommen müssen,
wenn nicht eine Selbstvergiftung eintretensoll. Nach-
gewiesen sind solche Giftstoffe bisher nicht, wenn auch
nicht geleugnet werden kann, daß einzelne Produkte