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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Serbal; Serben; Serbien; Serbien (Oberflächengestaltung)

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Serbâl – Serbien (Oberflächengestaltung)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Serawak'

–190 km in das Innere. S. wird östlich von dem Gebiete des Sultans von Brunei, südlich und westlich von Niederländisch-Borneo begrenzt und zählt auf 106200 qkm etwa 320000 E. Die Bodengestaltung wechselt von den fruchtbaren, vielfach aber morastigen Ebenen an der Küste und an den Flüssen bis zu den 2000 m hohen Gebirgsketten im Innern. Außer vielen kleinen Flüssen sind größere und schiffbare: der Batang-Lupar, der Redjang und der S. Das tropische Klima ist nur in den sumpfigen, mit Wäldern von Rhizophoren-, Avicennien- und Ägicerasarten bedeckten Küstenstrichen minder gesund, in den höher gelegenen Teilen des Innern dagegen gemäßigt, gesund und angenehm. Die Fruchtbarkeit ist sehr groß, es gedeihen fast alle tropischen Kulturgewächse, namentlich Kaffee und Baumwolle, ferner Pfeffer, Sago, Arrow-Root, Kautschuk, Wachs, Rotang und vortreffliche Holzarten. Das Mineralreich liefert Gold, Kohlen, Eisen, Antimon, Quecksilber und Edelsteine. Das Meer ist sehr fischreich. Von Sumatra eingewanderte Malaien (67000) wohnen an allen Flüssen. Chinesen (13000) kommen als Händler, Ackerbauer und Minenarbeiter vor. Das Hauptvolk bilden die in viele kleine Stämme zersplitterten und verschiedene Dialekte redenden Dâjak (s. d.). Die Hauptstadt S. oder Kutsching am rechten Ufer des Serawakflusses, 37 km landeinwärts, ist Freihafen, hat sich seit 1850 rasch entwickelt und zählt 20000 E., kath. und anglikan. Missionsanstalten. Sago und Guttapercha sind die wichtigsten Ausfuhrartikel. – Über die Erwerbung von S. s. Brooke, Sir James. – Vgl. Low, S., its inhabitants and productions (Lond. 1848); Cotteau, Quelques notes sur S. (Par. 1886).

Serbâl, Dschebel, s. Sinai.

Serben, serb. Srbi (Einzahl Srbin), slaw. Volksstamm im W. der Balkanhalbinsel, durch einheitliche Schriftsprache mit den Kroaten vereinigt, von denen sie sich durch den Gebrauch der Cyrillischen Schrift und durch ihre Zugehörigkeit zur orient. Kirche unterscheiden. Ihre Wohnsitze umfassen außer dem Königreich Serbien und dem Fürstentum Montenegro auch die benachbarten österr. und türk. Gebiete. S. wohnen im Wilajet Kosovo (über die Zugehörigkeit der Slawen von Macedonien wird zwischen S. und Bulgaren viel gestritten), in Bosnien und der Herzegowina (wo die Landesregierung die Bezeichnung der Sprache und Nationalität als «bosnisch» gegen die üblichen Benennungen serbisch oder kroatisch unterstützt), in Dalmatien (Kreis von Cattaro; im N. bei Knin und Benkovac durch Militärkolonien der Venetianer im 17. Jahrh.), in Kroatien (meist in der im 16. und 17. Jahrh. durch Flüchtlinge aus der Türkei kolonisierten ehemaligen Militärgrenze; Patriarchensitz in Karlowitz) und im südl. Ungarn (durch Einwanderung am Ende des 17. Jahrh.). Auf österr. Gebiet stehen Kroaten und S. einander meist feindlich gegenüber. (S. Serbische Sprache, Serbische Litteratur, Serbische Kirche und Serbien [Geschichte].)

Serbien (serb. Srbija), Königreich im NW. der Balkanhalbinsel, zwischen 42° 25' und 45° nördl. Br. und 19 und 23° östl. L. von Greenwich. Es wird im N. durch die Save und Donau von Österreich-Ungarn, und zwar von Slawonien und dem Banat, getrennt, im O. grenzt es an Rumänien (durch die Donau getrennt) und an Bulgarien, im S. an das türk. Wilajet Kosovo und an das Sandschak Novipazar, im W. an Bosnien (meist durch die Drina geschieden). Es umfaßt 48590 qkm (vor ↔ 1878 nur 37560 qkm; vgl. die Karte: Rumänien, Bulgarien und Serbien, S. 14).

Oberflächengestaltung. Das Land ist mit Ausnahme der Saveebene und der Thalebene der Morava durchaus gebirgig. Die serb. Gebirge sind in ihrem Bau noch wenig bekannt. Sie gehören zwei verschiedenen Gebirgssystemen an, zwischen denen sich eine besondere dritte Gebirgsgruppe erhebt. Das Ostserbische Gebirge, zwischen der Donau im N. und O. und der südlichen und vereinigten Morava im W., ist ein Teil des großen Gebirgsbogens, welcher die walach. Tiefebene umzieht und die Transsylvanischen Alpen mit dem Balkansystem verbindet; es bildet die unmittelbare Fortsetzung des Banater Gebirges, von welchem es durch das berühmte Engthal der Donau zwischen Bazias und Turn-Severin, dessen malerischste Stelle das «Eiserne Thor» genannt wird, getrennt ist. Es besteht aus einer Anzahl von Faltengebirgen, welche nordsüdlich streichen und nach S. zu sich allmählich in NNW.-SSO.-Richtung drehen. Sie sind zusammengesetzt teils aus krystallinen und paläozoischen Schiefern, teils aus Kreidekalken, durchbrochen von Eruptivgesteinen, in deren Nachbarschaft Erzlager und heiße Quellen auftreten. Im nördl. Teil des Ostserbischen Gebirges erhebt sich die karstähnliche Kalkhochfläche der Golubinje-Planina (Lisac 1453 m) zwischen Morava und Timok; im Quellgebiet des Crni-Timok erhebt sich die Lukavica-Planina im Rtanj zu 1566 m; noch weiter, zwischen der südl. Morava und der Nišava die Suva-Planina im Rakoš zu 1980 m. Das zweite Gebirgssystem ist das Bosnisch-Serbische Grenzgebirge, welches den ganzen SW. des Königreichs erfüllt, zwischen der Drina im W., der Kolubara und dem untern Teile der westl. Morava im O. Es gehört dem großen Dinarischen Gebirge an, besitzt NW.-SO.-Streichen und besteht aus paläozoischen Schiefern, zwischen denen Granit- und Serpentinmassive aufragen. Nur untergeordnet treten Trias- und Kreidebildungen sowie jüngere Eruptivgesteine auf. Von NW. her beginnt das Gebirge, als unmittelbare Fortsetzung der durch das Durchbruchsthal der Drina von ihm geschiedenen bosn. Ketten, mit dem niedrigen Bergland zwischen der untern Drina und der Kolubara; dann folgt die Povlen-Planina (1272 m). Zu größerer Höhe erhebt sich der mächtige Grenzzug zwischen S. und dem Sandschak Novipazar, die Golija-Planina (1931 m), an welcher die westl. Morava entspringt, und der höchste Gipfel des Landes, die Kopaonik-Planina (2106 m), die von dem Ibar in engem Durchbruchsthal durchsetzt wird. Nach SO. findet er seine Fortsetzung in den Hochflächen zwischen dem Amselfeld und dem Thalbecken der obern südl. Morava. Zwischen dem Ostserbischen und dem Bosnisch-Serbischen Gebirge erhebt sich, von dem erstern durch das Thal der vereinigten Morava, von dem letztern durch das der westl. Morava getrennt, das Bergland der Šumadija (d. i. Waldland), das eigentliche Herz S.s. Es ist ein von Eichen und Buchen reich bewaldetes, sanft geformtes Bergland, aus krystallinischen und paläozoischen Gesteinen, untergeordnet auch aus Granit und Kreidekalk bestehend, um welche sich ein ausgedehntes Hügelland jung-tertiärer Ablagerungen ausbreitet. Die Šumadija erreicht in dem Rudnik 1169 m. Nach N. tritt sie mit Steilgehängen bei Belgrad unmittelbar an Save und Donau heran,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 870.