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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Serbische Wojwodina und Temeser Banat - Sereth
1-4, Agram 1880-92), anfangs von Daniel,
später von Vudmani bearbeitet. Kleinere Hilfsmittel
sind: Pareic', Vo^doi^i-w Ll^vo - itliliNno (Zara
1874), Filipovic', Neues Wörterbuch der kroat. und
deutschen Sprache (2 Bde., Agram 1875), Popovi^,
Wörterbuch der serb. und deutschen Sprache (2. Aufl.,
Pancsova 1886). snat, s. Vanat.
Serbische Wojwodina und Temefer Ba-
Serchio (spr. ßerkio), im Altertum ^u36i-, Fluß
in Toscana, entspringt in der ital. Provinz Massa e
Carrara am Südabhange des Etruskischcn Apennin,
umfließt östlich und südlich die Apuanischen Alpen,
wobei er das schöne Gebirgsthal Garfagnana
bewässert, durchströmt die Provinzen Lucca und
Pisa und mündet nördlich vom Arno in das Ligu-
rische Meer. Er mündete ehemals bei Pisa in den
Arno, mit dem er jetzt durch einen den Lago di Bien-
tina passierenden Kanal verbunden ist. Im Gar-
fagnanathal liegt einer der malerischsten Orte Ita-
liens, Castelnuovo mit (1881) 4748 E.
Sercial, Madeirawein, s. Madeira.
Sercq, engl. Sark oder Serk, eine der Nor-
mannischen Inseln (s. d.), 5 ^m groß, mit 578 E.,
liegt 13 kin östlich von Gucrnsey, besteht aus zwei
nur durch einen Felsenkamm verbundenen Teilen.
Serdar, türk. Titel, s. Seraskier.
Serdoböl, sinn. Sordavala oder Sorta-
vala, Stadt im sinn. Län Wiborg, am Nordende
des Ladogasees und an der Linie Antrea-Iönsu der
Finn. Eisenbahnen, hat (1894) 1304 E., Post, Tele-
graph, evang., russ. Kirche, finn. Lehrer- und Lehre-
rinnenseminar, histor. - ethnogr. Museum, Holzhan-
del; in der Nähe berühmte Steinbrücke für Granit
und Marmor, sowie der Fundort der Sordavalit
genannten obsidianähnlichen Erstarrungsform eines
Diabasgesteins.
Serdöbsk, (spr. ßcr>). 1) Kreis im nordwestl.
Teil des russ. Gouvernements Saratow, im Gebiet
des Choper, hat 7371,5 ^m, 212288 E.; Acker-,
Melonenbau, Viehzucht, etwas Industrie, beträcht-
lichen Getreidehandel (besonders im Dorf Vekowo).
- 2) Kreisstadt im Kreis S., an der Serdoba und an
der Abzweigung Ntifchtschewo - S. der Eisenbahn
Koslow-Saratow, hat (1894) 8119 E., Post, Tele-
graph, 5 Kirchen, gegenseitige Krcditgeselischaft,
Handel mit Getreide, Talg und Holzwaren.
Serechule (Sarakole), Neger, s. Mandingo.
Seregno (spr. -tinjo), Stadt in der ital. Pro-
vinz Mailand, Kreis Monza, an den Linien Mai-
land-Como, S.-Novara, S.-Usmate und durch Tram-
bahn mit Mailand verbunden, hat (1881) 7846 E.,
Baumwoll- und Scidenindustrie.
Serena, La, Landschaft im Osten der span. Pro-
vinz Vadajoz in Estremaoura, südlich des Guadiana
und von dessen linkem Nebenfluß Zujar durchzogen,
ein 650 in hohes, fast kreisrundes, 45 km breites
von Gebirgen umgebenes Plateau mit 18 Städten
und 4 Dörfern (Hauptstadt ist Villanucva de la
Serena), wo die Merinoschafe überwintern. Wäh-
rend der Maurenkümpfe erhielt sie mit Ausnahme
der den Dörfern und dem König verbliebenen Rin-
derweiden (Dehesas) der geistliche Ritterorden de
Alcantara, der daselbst feste Schlösser erbaute.
Serena, La, Stadt in Chile, s. La Serena.
Serena, Amalie, Pseudonym der Herzogin
Amalie (s. d.) zu Sachsen.
Serenade (ital. L^i-en^w), eine besonders aus
dem Gebrauch der Italiener und Spanier hervorge-
gangene Abend- und Nachtmusik, ein Ständchen für
Gesang mit oder ohne begleitende Instrumente oder
für Instrumentalmusik (insbesondere Blasmusik)
allein. Im letztern Falle hat die S. die Natur der
ältern Suite: die Zahl der Sätze ist groß, in ihren
Formen herrscht Marsch, Tanz und Liedcharakter.
Die Litteratur dieser S. reicht bis ins 17. Jahrh,
zurück; zu ihren ältesten Stücken gebort "Die blasende
Abendmusik" des Leipziger Stadtpfeifers Petzet. Im
18. Jahrh, ist sie namentlich auch durch Mozart her-
vorragend vertreten; in neuerer Zeit haben Volk-
mann und Brahms die S. wieder aufgenommen,
der letztere in einem freiern und anspruchsvollem
Charakter. Nebenartcn der S. in Süddeutschland
und Osterreich waren das Divertimento, das
Notturno und die Kassation.
Serenissimus (lat.), der Durchlauchtigste, Seine
Durchlaucht, Titel regierender Fürsten.
Serenität (lat.), Heiterkeit.
Seres, im Altertum 8iir1iH6, Hauptort eines
Sandschak im türk. Wilajet Saloniki, am AbHange
der untersten Ausläufer des Vrundi (Cairli)-Balkan
und an einem linken Zuflüsse des Struma (8trvmon)
nahe der Ebene gelegen, die sich um den Takinos-
See oberhalb bis Demirhissar und unterhalb bis
zum Meerbusen von Orphani erstreckt. S. hat un-
gefähr 28000 E. (Türken, Slawen, Griechen und
Zinzaren), einige Moscheen und griech. Kirchen; die
ehemalige blühende Industrie ist tief gesunken und
beschränkt sich auf die Anfertigung von Woll- und
Baumwollstoffen. Im Mittelalter war S. ein be-
deutender Wasfenplatz; die Burg ist noch erhalten.
Früher der besuchteste Markt im Innern Macedo-
niens, hat es diese Bedeutung zuletzt verloren.
Serefsaner, eigentlich Serezaner (Rot-
mäntel), Mannschaften, die den fechs österreichi-
schen, den Einfällen türk. Räuber besonders ausge-
setzten Grenzregimentern beigegeben und mit Ge-
wehr, Pistolen und Handschar bewaffnet wurden; sie
entstanden um 1700 und waren 1849: 1200 Mann
stark. Bei drei Regimentern gab es auch See-
abteilungen. 1788/89 nahmen die S. am Türken-
kriege teil. Früher durch ihre Tapferkeit und Grau-
samkeit bekannt, verloren sie seit dem Siebenjährigen
Kriege an Bedeutung und bestehen seit Aufhebung
der Militärgrenze nicht mehr in bisheriger Weise.
Seit 1871 ist S. nur eine einheimische Bezeichnung
für die in Kroatien und Slawonien stationierte Gen-
darmerie unter dem Korpskommando zu Agram.
Sereth (im Altertum 1Ii6ra8ii8), linker Neben-
stuß der untern Donau, entspringt im österr. Herzog-
tum Bukowina, etwa 60 kin westsüdwestlich von
Czernowitz, bei Szypotprivat in den östl. Vorketten
der Karpaten, fließt in einem Bogen nach Osten,
betritt unterhalb der Stadt S. die Moldau, die er
als Hauptfluß, ziemlich parallel dem Pruth, in südl.
Richtung über Roman, in einem breiten Thale zwi-
schen niedern Höhen durchströmt, bis er bei Adjud
die Ebene erreicht. Zuletzt wendet er sich nach Osten,
die Grenze gegen die Walachei bildend, und mündet
nach einem Laufe von 416 kni oberhalb Galatz.
Sein Gebiet beträgt 47 611 ^km, seine Breite bis
180 iu, seine Tiefe 7-8 m. Flößbar wird der S.
schon unterhalb Schipot, unweit seiner Quelle, fahr-
bar für kleine Fahrzeuge bei Kolionesti. Nebenflüsse
sind rechts Suczawa, Moldawa, Bistritza, Totrusch,
Putna und Buzau, links der Verlad.
Sereth. 1) Bczirkshauptmannschaft und Ge-
richtsbezirk in der Bukowina, hat 518,70 hkm und
(1890) 54124 (26 938 männl., 27186 weibl.) ru-