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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sharpe - Sheffield (Stadt)
(1790), Karls II. Landung in Dover nach B. West,
Anatom Hunter nach Reynolds.
Sharpe (spr. scharp), s. Ellis, Aler. John.
Shaw (spr. schah), Henry Wheeler, amerik. Hu-
morist (bekannt unter dem Pseudonvm Iosh Bil-
lings), geb. 24. April 1818 zu Lanesborough
(Massachusetts), arbeitete auf Dampfern auf dem
Ohio-Rwer, wurde dann Farmer und 1858 Auktio-
nator zu Poughkeepsie (bei Neuyork). Sein erster
"I^33Ä^ 0N t1i6 mule" hatte keinen Erfolg, und
erst als er auf den Einfall gekommen war, seine
Orthographie der Aussprache gemäß zu ändern i^n
633k 0N tll6 II1N61 di ^03li ZiliinFZ) und die "^ar-
IN6I-3 ^IlmiiiÄX)) (seit 1870) herausgab, wurde er
zu einem der vielgelesensten amerik. Humoristen.
Er starb 14. Okt. 1885 zu Monterey (Kalifornien).
Von seinen Werken sind zu uennen: "<Io3li KiliinZg
liig z^vin^s" (Neuyork 1866), "<l08ii LiiiinZs on, ice"
(1868), "^vei-)' doäv'g sriend" (1876), "^c"3ii Lii-
Iin^3' c0M^6^6 ^V0I-Iv3') (1877), ""lozd, Ziliin^z'
spice-dox" (1881). Eine Lebensbeschreibung lieferte
Francis S. Smith (Neuyork 1883).
Shaw (spr. schah), Robert Varkley, Reisender,
geb. 12. Juli 1839 bei London, besuckte das ^lai-i-
I)0i-0UssIi öoiis^s, eine Militärakademie, wurde aber
durck eine Krankheit genötigt, die militär. Laufbahn
auszugeben, und siedelte nach Indien über, wo er
einer Thceplantage seines Vaters vorstand. Seit
1862 machte er verschiedene Exkursionen nach dem
Himalaja und drang 1868 bis Iarkand und Kasch-
gar vor. Er wurde 1874 polit. Agent am Hofe des
Emirs von Kaschgar und 1877 engl. Resident in
Mandale, wo er 15. Juni 1879 starb. Er veröffent-
lichte: "Hi^k Iki-tarx" (Lond. 1871: deutsch Jena
1872), "^. 8k6tc1i ok tkL lurivi 1an^uaZ6 23 Lpolven
in ^a8t6ln ^Ui'1vi3tan" (1875).
Shawl (Schal), im gewöhnlichen Sinne ein
großes quadratisches oder rechteckiges Umschlagtuch
mit gewebtem, gedrucktem oder gesticktem Muster;
im eigentlichen Slnne ein in abgepaßter Größe her-
gestelltes, zu Umschlagtüchern verwendetes Gewebe,
welches auf meist drei- oder vierbindigem Köper-
grund eingewebte vielfarbige Figuren zeigt, die in
der Regel symmetrisch nach den vier Seiten verlaufen
und so eine in der Mitte liegende Fläche des Grund-
gewebes einrahmen. Man webt sie mit Hilfe be-
sonderer Einschlagfäden nach Art der broschierten
und lancierten Stoffe (s. Broschieren) entweder bloß
aus Kammgarn oder Kaschmirwolle (Kasckmir-
sbawls) oder mit seidener, für die geringsten Arten
mit baumwollener Kette und Einschlag von Kamm-
garn. Bei den durch Lancieren hergestellten S. be-
steht der Figurschuß für die feinern Sorten aus
Kammgarn, bei geringern Sorten ganz oder teil-
weise aus Streichgarn, öfters mit Florettseide oder
Baumwolle vermischt, bei den wohlfeilsten ganz aus
Baumwolle. Die Hauptorte der Sbawlfabrikation
sind Paris, Lyon, Nancy, Nimes, Norwich, Edin-
burgh, Wien, Zürich, Basel, Berlin.
Die durch bloße Handarbeit hergestellten eckt
indischen, orientalischen oder türkischen S.,
Kasckmirshawls, mit weißem Grund und broschier-
tem Muster, das auf beiden Seiten sichtbar ist
(wäbrend die mit Hilfe des Iacquardstuhls erzeugten
Imitationen mit lanciertem Muster eine rechte
und eine linke Seite haben), sind infolge ihrer hohen
Preise (1000-6000 M.) immer seltener geworden.
^ .... . . ^., . . ^^
wie
Der indische S. zeigt ind. Blumenformen, die ohne
Perspektive, ohne Abstufung der Farbentöne, wie
in einem Herbarium ausgebreitet erscheinen. Auch
bei den europäischen S. hielt man lange Zeit an
diesen Motiven fest, ersetzte sie aber später, dem je-
weiligen Geschmack folgend, auch durch kühnere und
mannigfaltigere Linien.
Sheabutter (spr. schih-), s. Bassiafette.
Sheboygan (spr. schebeugen), Hauptstadt des
County S. im nordamerik. Staate Wisconsin, nörd-
lich von Milwaukee, an der Mündung des Eheboy-
ganflusses in den Micbigansee, an der Milwaukee-
LakeShore-Western- und derEhicago-Northwesterw
bahn, mit l1890) 16 359 E., darunter etwa ein Vier-
tel Deutsche, bat große Stuhlfabriken, Gerberei,
beträchtlichen Käsehandel und eine Mineralquelle.
10 km aufwärts am Fluß liegt Sheboygan-Falls.
Sheddach, s.T ach und Dachstuhl (Bd^4, S.678d).
Sheerneß (spr. schihrnch), feste Seestadt in der
engl. Grasschaft Kent, südlich an der Mündung des
Medway in das Ästuar der Themse, auf der Nord-
westspitze der Insel Sheppey (s. d.), 16 km im Ost-
nordosten von Chatham (s. d.), Station der Linie
Slttingbourne-T., hat (1891) 13 841 E., stark be-
festigte Dockyards (seit Karl II.) mit Seearsenal,
Trockendocks, große Vorratshäuser, Schmieden, See-
bäder sowie Austernfisckerei. Vor S. liegt gewöhn-
lich ein Teil der brit. Flotte vor Anker.
Sheffield (spr. schifsihld), Municipal-, County-
und Parlamentsborough (5 Abgeordnete) der engl.
Grafsckaft ?)ork (West-Riding), Knotenpunkt der
Bahnlinien der Great-Nor-
thern-, Midland- und Man-
chester-S.-Lincolnshire-Rail-
way, ein unfreundlicher, fin-
sterer Ort, aber wegen seiner
metallurgischen Industrie hoch
berühmt, liegt am schiffbaren
Ton, der viele Stahl- und
Eisenwerke in Bewegung setzt,
zwischen den östl. Ausläu-
fern des High-Peak und zählt (1891) 321213 E.,
gegen 234 508 im I. 1881 und 31314 im 1.1801.
Für 1893 wurden 333 922 E. berechnet. Die Zahl
der Geburten betrug (1893/94) 32,9, der Todesfälle
19 auf 1000 E. Um die innere Fabrik- und Ge-
schäftsstadt liegen an den Hügeln die Wohnviertel.
Zum Vorougb S. gehören die ehemaligen Vororte
Vrigrside Vierlow, Attercliffe, Nether- und Npper-
Hallam, Heelev und EcclesaU Bierlow. S. hat ein
neues Stadthaus (1891), zahlreiche Kirchen und
Kapellen aller Sekten, eine Synagoge, Kornbörse,
große glasgedeckte Markthalle, Halle der Messer-
schmiede i^uti6i-'3 H^II) in korinth. Stil, Kranken-
und Versorgungshäuser. Das schönste Bauwerk ist
St. Peter's Cburch aus dem 14. und 15. Jahrh.,
mehrfack umgebaut. Im W. der Stadt liegt Western-
Park mit Denkmal Ebenezer Elliots und einem
Museum, im NO. Firth-Park, im S. Norfolk-Park.
Die wicktigsten Vildungsanstalten sind: I^irtii (^ol-
1eF6 (1879" mit 320 Hörern, 8likM6iä i6cImicHl
3clioo1 (650 Hörer) und die Medizinische Schule
mit zwei Lateinschulen, ein Seminar der Wes-
leyaner, eine Volksakademie ll'eopik'Z ^oiiexe),
eine Zeichensckule, ein Handwerkerinstitut, ein Athe-
näum , eine Litterarisch-Philosophische Gesellschaft,
! die ^1^)16 ^rt (^1161-^ mit modernen Bildern,
! zwei Tbeater, Albert-Hall und ein botan. Garten.
! S. ist der Hauptindustrieort für Metallwaren aller
Art. Die Fabriken liegen zum Teil weit von der
Stadt, Eisenerz und Steinkohlen bietet die Um-