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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sierra Nevada - Sieveking (Amalie)
Graf Olavides angelegten deutschen Sierra-Mo-
rena-Kolonien liegen. Westlich vom Durchbruch
des Iandula streichen im Bergland der Mancha
Sierra Vtadrona (im Nebollera 1160 in hoch) und
die erzreiche Sierra de Almaden mit dem 1107 in
hohen Iudio nach Westnordwesten und werden von
der nördlichern Sierra de Alcudia begleitet. Die öst-
liche S. M. war der 8a1tu8 (^8tulon6ii8i8 der Römer,
nach der südlich gelegenenHauptstadt^llstnio (Ruinen
Cazlona) der iber. Oretaner, die auf beiden Seiten
des Gebirges wohnten, und war seines Bergbaues
auf Silber und seiner schwierigen Engpässe wegen
bekannt. Im Südwesten des an der Sierra de Alma-
den entlang nach Nordwesten fließenden Guadalmez
uud westlich des nach Süden gehenden Jeguas, nur
durch die Wasserscheide von Fuencaliente mit der
vorigen verbunden, beginnt die mittlere S. M., die
das Hochland Los Pedroches sowie die westlich an-
schließenden von Fuente Ovejuna und von Llerena
^Provinz Vadajoz) umschließt und nach Süden Aus-
läufer bis zum Guadalquivir (Sierra de Cordoba und
de los Santos, 760 ni hoch) entsendet, während im
Nordwesten das südl. Randgebirge von La Serena
und die Sierra del Pedroso in C'stremadura an-
schließt. Durch sie führen die Eisenbahnlinien Cor-
doba-La Serena und Sevilla-Llercna-Badajoz. Die
westlicheS. M. beginnt am Viar, besteht aus einer
Reihe kleiner, von Osten nach Westen streichender
Ketten, von denen die nördlichste, Sierra de
Tudia (Tentudia) in Estremadura, sich am höchsten
(1104 ni) erhebt, von der westlich an der portug.
Grenze die Picos de Aroche emporstarren. Südlich
von diesen streicht die Alta Sierra (oder Sierras de
Aracena) durch den Nordteil der Provinz Huelva,
1040 m Höhe erreichend. Der westlichste Zweig,
Sierra Pelaoa, reicht bis zum Chanza an der Grenze
Portugals. Auf der Wasserscheide, zwischen dem
nach Nordwesten fließenden Murtiga und dem nach
Südosten gehenden Huelva, unweit der Quelle des
Odiel, ist in 5-600 m Höhe eine regenreiche Gegend,
wo viele Korkeichen und Kastanien wachsen und es
viel Marmor giebt. Durch diesen Teil des Gebirges
und seine südl. Verzweigungen mit ihrem Erzreich-
tum (s. Minas de Rio Tinto) führt eine Eisenbahn
von Huelva nach Zafra und Merioa.
Sierra Nevada ("Beschneites Gebirge"), 80 Kni
langes Gebirge in Andalusien, das höchste Spaniens,
bildet den Grundstock des Penibetischen Gebirgs-
systems an der Mittelmeerküste. Die S. N. besteht
aus Gneis und Glimmerschiefer, denen sich fast
ringsum triasische Kalkberge bis zu 2000 in Höhe
anschließen. Es streicht von Osten nach Westen,
hat sein vom Almeria umflossenes Ostende mit dem
Cerro Montenegro in der Provinz Almeria, berührt
im Cerro del Almircz (2400 in hoch) zuerst die Pro-
vinz Granada, ist hier nach Norden mit den Sierren
de Vaza (1901 m) und de Gor verbunden, während
nach Süden die Sierra de Gador vorliegt, steigt
westlich zum Pico Lobo und im schmaler werdenden
"iamme immer höher und gipfelt im 3481 in hohen
lumbre de Mulhacen. Mit dicfem steigen hier sechs
Kpfel 3250 in und höher empor, von denen der
restliche, zweithöchste, Picacho de Veleta, 3470 in
erreicht und mit seinem Schneehaupt auf Granada
hinableuchtet. Dieser höchste Gebirgsstock ist auf der
Süd- und Nordseite von tiefen Thälern (Varrancos)
durchfurcht, an deren Anfang in der Höhe von 2920
bis 3250 m tiefe Cirkusthäler, vielfach mit je einem
kleinen, meist gefrorenen Alpensee (Laguna), liegen,
von denen das auf der Nordseite, unweit des Puerto
de Vacares gelegene, Corral de Veleta genannte, in
dem ein bis 100 in starker Gletscher bis auf 2860 m
Höhe berabreicht und die Quelle des Guarnon,
eines linken Nebenflusses des Genil, bildet, das
großartigste ist. Vom Picacho de Veleta geht ein
Kamm in der Richtung auf Granada (WNW.) zum
Dornajo (2112 m) und weiter, ein zweiter westlich
und ein dritter, als scharfer Grat aus Glimmer-
schiefer, südwestlich zum Cerro Caballo (3168 m),
von dem der westlichste Teil der S. N. nach Westen
weiter gebt und im Suspiro del Moro (999 m) nörd-
lich von Padul (an der Straße von Granada nach
Motril) endet. Südlich der S. N. und des Guadal-
feo liegt die Sierra Contraviesa (1894 m), und ost-
wärts von dieser, durch den untern Rio Grande ge-
trennt, die Sierra de Gador. Die rechten Seiten-
thäler des Guadalfeo und des obern Rio Grande
sowie die von dem Kamm der S. N. auslaufenden
südl. Bergrücken, bilden die Alpujarras (s. d.). Der
höchste Paß der S. N., der Collado de Veleta, liegt
3300 in hoch, wogegen die Schneegrenze auf der
Nordseite 2990 und auf der Südseite 3100 in hoch
sich befindet; die Bäume steigen bis 1700 und der
Getreidebau im Norden 1830, im Süden aber 2470m
hock, während die höchste Wohnstätte, Hato de Qual-
chos, 2427 in ü. d. M. ist. Die S. N. hieß im Alter-
tum ilipulH <baskisch: die spitzige) und bei den
Mauren Schalir^et Tsalig.
Sierra Nevada, Gebirgskette im noroamerik.
Staate Kalifornien, erstreckt sich etwa 650 1cm lang
parallel der Küste des Stillen Oceans, erhebt sich im
Mouut-Whitney zu 4404 in und endigt im Norden
im Gebirgsstock des Mount-Shasta. Die östl. Ab-
dachung zum "Großen Becken" beträgt nur einige
Kilometer, während die Absenkung nach Westen fast
die ganze Breite einnimmt. Das Gebirge besteht
der Hauptmasse nach aus archäischen Gesteinen, die
Gold führende Quarzgänge enthalten, und ist dicht
bewaldet. Die Central-Pacificbahn überschreitet es
unweit der Grenze von Nevada im 2139 m hohen
Truckeepaß. (S. auch Kalifornien.)
Sierra Nevada de Santa Marta, Gebirge
in Südamerika, an der Nordküste von Columbia,
im Departamento Magdalena, besteht aus einem
Kern von Graniten, Gneisen mit darüber ergossenen
Diabasen und Porphyren sowie spärlicher Anlage-
ruug von rotem Sandstein. Die Sierra ist außer-
ordentlich unzugänglich, so daß sie erst seit 1886
genauer bekannt geworden ist. Eine westöstlich zie-
hende, 11 Schncegipfel und einen kleinen Gletscher
enthaltende Hauptkette von 5100 in Höhe bildet die
höchsten Punkte. Gegen Norden fällt sie äußerst steil
zum Meere ab, besonders gegen Nordnordwesten,
während im Nordnordosten Flachküsten vor der
Gebirgskette liegen. Gegen Süden ziehen sich lange
Porphyrketten bis gegen den Rio Cesar zu. Durch
sein tiefes Thal ist die S. N. d. S. M. von der
Sierra de Perija getrennt. Die Vegetation ist in
den höhern Thälern gering. Die Baumgrenze liegt
tief, oft schon in 2600-2800 m Höhe. s(s. d.).
Sierre (spr. ßiähr), franz. Name von Siders
Siesta (span.), die Mittagszeit und Mittagshitze;
der Schlaf nach der Mittagsmahlzeit.
Sieur (frz., spr. hiöhr), s. Seigneur.
Sieveking, Amalie, Cousine von Karl S., geb.
25. Juli 1794 zu Hamburg, gest. 1. April 1859, hat
sich durch ihre gemeinnützigen Bestrebungen einen
Namen erworben. Der von ihr 1832 in Hamburg
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