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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Smeathm. - Smilax
licher Gegenstände.?l bkür^nug für H c n r n S m eath -
mau (spr. hmihthmänn), einen eng!. Naturforscher
und Afrikareisenden.
Smederevo, Stadt in Serbien, s. Scmendria.
Smeesches Element, ein Galvanisches Ele-
ment (s. d., Vd. 7, S. 5081)).
Smegma (grch.), Schmiere, Gelenkschmiere (8^>
noviH, s. Gelenk, Vd. 7, S. 728 a); Hauttalg (sedum
cuwneuin, s. Kaut, Vd. 8, S. 902 a).
Smeiuogorsk, russ. Stadt, s. Snueinogorsk.
Smerdis, pers. Bardija, der Bruder des
Persertönigs Kambyses, wurde auf dessen Befehl
im geheimen ermordet, weil er in dem Verdacht
stand, nach der Krone zu streben. Als Kambyses
sich auf dem Zuge nach Ägypten befand (525-522
v. Chr.), bestieg ein Magier Gaumata, bekannt
unter dem Namen des falfch en S., den perf. Thron,
wurde aber bald von Darius I. (s. d.) beseitigt.
Zinorintkus, f. Abendpfauenauge, Pappel-
fchwärmer und Lindenfchwärlner.
Smetana, Friedr., czech. Komponist und Klavier-
virtuos, geb. 2. März 1824 zu Leitomischl, war
Schüler von I. Proksch in Prag, später auch von
Liszt, wurde 1856 Direktor der Philharmonischen
Gesellschaft in Göteborg und 1866 Kapellmeister
am böhm. Nationaltheater zu Prag; 1874 musite
er wegen fast vollständiger Taubheit seine Stelle
niederlegen. Schon einige Zeit geisteskrank, starb
er 12. Mai 1884 in der Landesirrenanstalt zu Prag.
S., eiu eifriger Anhänger von Verlioz, Liszt und
Wagner, ist der bedeutendste Vertreter der bohm.
Nationalmusik und gehört unter die hervorragenden
Komponisten des 19. Jahrh. Seine Werke wurden erst
nach 1892 allgemeiner bekannt; namentlich mehrere
seiner Qpcrn und das Streichquartett "Aus meinem
Leben" (I^-moii) sind überall begeistert aufgenom-
men worden. Er schrieb die sinfonifchen Dichtungen
"Wallcnstcins Lager", "Richard 111.", "Mein Vater-
land" (bestehend aus "Moldau", "Viscgrad","Sarka",
"Aus Vöhmens Hain und Flur", "Tabor", "Vlanik"),
eine "Lnstspielouverture", eine "Triumphsinfonie",
mehrere Kammermusikwerke und die Opern "Die ver-
kaufte Braut" (1866), "Die Brandenburger in Böh-
men" (1866), "Dalibor" (1868), "Zwei Witwen"
(1874), "Der Kuß" (1876), "Das Geheimnis" (1878),
"Libusfa" (1881) und "Die Tcufelswand" (1882).
Smethwick (spr. hmethick), Stadt in der engl.
Grasschaft Stasford, 6 kni westlich von Birmingham,
zu dessen Vororten es gehört, hat (1891) 36170 E.;
Eisen- und Stahlfabriken, Maschinenbau, Glas-
hütten und Fabrikation von Chemikalien.
Smichow. 1) Bezirkshauptmannschaft in Böh-
men, hat 500,33 (ikm und (1890) 109039 (52294
männl., 56 745 wcibl.) meist czech. E. in 84 Gemein-
den mit 132 Ortschaften und umfaßt die Gerickts-
bezirke Königfaal und S. - 2) Gemeinde und Sitz
der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirks-
gerichts (243,01 hlcm, 8435 l E.), am linken Ufer der
Moldau, mit Prag (f. d., Stadtplan) durch die Pa-
lacky brücke verbunden, hat (1890) 32646 meist czech.
E., zwei Bahnhöfe, ein neues Rathaus, deutsches
Gymnasium, böhm. Realgymnasium, 2 czech., 1
deutsche Bürgerschule, 1 private Klosterschule, botan.
Garten; eine große Waggonfabrik, zwei Kattun-
sabriken, eine Echokolade- und Konditoreiwaren-
fabrik und Dampfmühle.
Smidt, Heinr., Schriftsteller, geb. 18. Dez. 1798
zu Altona, war zuerst Seemann und machte weite
Seefahrten, stndierte dann seit 1824 in Kiel und
Berlin, wurde darauf bei der "Staatszeitung" in
Berlin angestellt, 1848 Mitglied der Marinekommis-
sion und der Marineabteilung des Kriegsministe-
rinms und starb 3. Sept. 1867. Von seinen Ro-
manen ist namentlich "Michael de Ruiter" (4 Bde.,
Verl. 1846) zu nennen; außerdem schrieb er zahlreiche
Seenovcllcn, histor. Romane und einige Dramen.
Smidt, Joh., bremischer Staatsmann, geb.
5. Nov. 1773, studierte zu Jena Theologie, wurde
daun in Bremen erst Professor der Geschichte am
damaligen (^muHLium iiwätrs, hierauf Syndikus
der "Alterleute" und 1800 Ratsherr. Bremen ver-
dankte ihm bei Gelegenheit des Neichsdeputations-
hauptschlusses (1803) die Abrundung seines Terri-
toriums und die wenigstens legale Befreiung vom
Elsflether Zoll. Nach der Schlacht bei Leipzig
wußte er als diplomat. Vertreter Bremens die Selb-
ständigkeit der Hansestädte und ihre Aufnahme als
Glieder des Deutschen Bundes durchzusetzen. So-
dann war er als Gesandter Bremens insbeson-
dere in den Verhandlungen thätig, die 1820 die
Freiheit des Ncserstroms begründeten. Er bewirkte
eine Reihe von Verträgen Bremens mit fremden
Ländern, sorgte für die Ausbreitung der konsula-
rischen Vertretung und war der Mittelpunkt aller
der Bestrebungen und Schöpfungen, die die heutige
blühende Lage Bremens herbeiführten, ^cine be-
deutendste Schöpfung ist die Gründung Bremer-
havens (s. d.). 1821 als Bürgermeister an die Spitze
des Bremer Gemeinwesens gestellt, behauptete er
diesen Posten, die demokratische Periode 1849-52
abgerechnet, bis zu seinem Tode 7. Mai 1857.
Snnjöw (Äni^v). 1) Kreis im füdl. Teil des
russ. Gouvernements Charkow, im Gebiet des nördl.
Donez, hat 5568 ykm, 209286 E.; Ackerbau, Vieh-
zucht, Hausindustrie und 32 Fabriken. - 2) Kreis-
stadt im Kreis S., an der Mündung der Msha in
den Donez, hat (1894) 5435 E., Post, Telegraph,
4 Kirchen, Mädchenprogymnasium, landwirtschaft-
liche Gesellschaft und 6 Fabriken.
Smilaceen, Unterfamilie der Liliaceen (s. d.).
3nii1a.x Iv., Pflanzcngattung aus der Familie
der Liliaceen (s. d.) mit gegen 200 im nördl. Süd-
amerika und in Centralamerika verbreiteten Arten,
die jedoch nur teilweise genügend charakterisiert
sind, Kletterpstanzen mit ausdauernden holzigen
Wurzelstöcken, stachligen Stengeln, immergrünen,
herzcisörmigen oder pfeilförmigen, am Rande und
am Stiele oft stachligen Blättern und zweihäusi-
gen in Trugdolden gestellten Blüten. Von mchrern
Arten kommen die Wurzeln als Sarsaparille
oder Sassaparille (vom span. Larga, stachliges
Gewächs, und pai-MÄ, kleine Weinrebe) in den Han-
del. Sie sind geruchlos, schmecken fade, schleimig,
dann bitterlich und etwas scharf und zeigen auf dem
Querschnitt eine mehr oder minder dicke mehlartige
Rindenschicht, einen von einer deutlichen Kernscheide
(innere Nindenschicht) umgebenen Gefaßbündel-
kreis und das Mark. Das Zellgewebe des Marks
und der innern Rindenschicht ist im noch nicht zu
alten Zustande weiß, der Gefäßbündelkreis gelb und
die Kernfcheide nebst der äußern Rindenschicht gold-
gelb bis dunkelrotgelb oder braun. Die Sarsaparill-
wurzel erhält im Handel gewöhnlich von den ersten
Stapelplätzen besondere Namen. Die drei Haupt-
sorten, die in mehrere Unterarten zerfallen, sind die
mexikanische, centralamerikanische und südamerika-
nische. Die mexik. Sorten, vorzugsweise von 8.