Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

1043
Smiles - Smith (Adam)
mellica. Hc/i?6M., sind gewöhnlich die schmutzigsten,
schlechtesten und daher billigsten. Weit besser und
wirksamer sind die eentralamerikaniscben, die sich
durch bessere Verpackung, hellere Färbung und be-
deutende Größe der Wurzel ('2-3 m) unterscdc-idcn.
Die südamerik. Sorten stammen von 8. 3vi)niliUca
^ttmk. ei 7>o,^)?. (s. Tafel: Liliifloren, Fig. 6),
8. 0fücina1i8 /^i/i. und 3. cm-dato-nvata ^ei^. ab.
Die besle Art ist die .Hondurassarsaparille.
Von mehrern Sorten sind die (^tammpflanzen nicht
mit Sicherheit bekannt. Die Sarsaparille, bereits
über 300 Jahre in Europa bekannt, wird nock immer
als eins der kräftigsten schweift- und harntreibenden
und alle übrigen Sekretionen anregenden Mittel
gerühmt und vorzüglich gegen syphilitische Krank-
deitsformen, seltener bei andern kachektifchen, gichti-
schen, rheumatischen und Ausschlagstrankbeiten an-
gewendet. Unter der italienischen Sarsapa-
rille wird die Wurzel der in den Bändern des Mit-
telmeers heimischen Stechwinde, 8. a^eva ^.,
verstanden, die in Italien und Spanien die Stelle
der amerik. Sarsaparille vertritt. Von einer in Ja-
pan und China einheimischen Art, 3. <^ina /^., kommt
der knollige, einer Kartoffel nicht unähnliche, früber
offizinelle Wurzelstock als Pocken- oder China-
wurzel in den Handel. Die langen Wurzelsprossen
der in Nordamerika einheimischen ^Vialia nndican-
Ü8 ^. kommen zuweilen als graue Sarsaparille
in den Handel.
Smiles (spr. simeils), Samuel, engl. Schrift-
steller, geb. 1816 zu Haddingtou in Schottland,
praktizierte als Wundarzt in Leeds, übernahm die
Leitung der "I^6od3 'Iim68" und seit 1815) das Se-
kretariat bei mehrern Eisenbahngescllschasten, zuerst
inLecds, hierauf 1852-66 in Loudou. seitdem
lebt er ohne Amt in London. S. machte sich einen
Namen als Schriftsteller durch Werl'e, deren Gegen-
stände mit seiner Berufsthätigkeit zusammenhingen
und dnrch vorherrschend praktisch-moralische Tendenz
den Beifall einer breiten Lesewelt gewannen. Schon
183? erschien "?n)'8ica1 education, oi- tno natni-6
olcnildien". Hierauf folgte "I^ail^va^ pi-opei-t^ it3
condition8 and ^i-08p6ct3)) (1849); dann die vor-
treffliche Biographie "I^ile ol (s60rF6 8t6plien80n"
(1857), die zahlreiche Auflagen erlebte; "8o1k-Ii0ln,
>vit1i iI1u3tiati0ii3 ol cnaiactei' and cnndnct"
(1860 u. ö.; deutfch, 4. Aufl., Kolberg 1886; auch
in Ncelams "Universalbibliothek"), "^Voi'kni6n'8
earnin^3, 8^ril^63 and 8avin^8" (1861), "I^iv08 ok
enzin66i'8, vvitli an account 0t'tneil'^V0i'1l8v (3Bde.,
1862), "1ndn8tiia1 dio^rapn)" (1863), "I^ivo3 ok
Lonlwn and ^Vatt" (1865), "(^dai-acter, a com-
panion voinrne w 8o!t'ii6ip)) (1871 u. ö.; deutsch von
Steger, 5. Aufl., Lpz. 1890; auch iu Neelams "Uni-
versalbibliothek"), <c(^Lnr^6 Nooro, inercnant and
p1iiIanUii'0pi8v) (1878; deutsch Gotha 1802), "I^ike
ok lodert Dicic, dakei' 0k1'Iiui80, F60l0Zi8t and
dotHniät" (1878), "vut^, >viUi i11n3U'ati0N3 "k
coura^o, pationco and ond^i-iinck" (1880; deutsch
Lpz. 1882), "N6N ofinv6nti0n and iiid>i3ti')'" (1884),
"I^ife and ladon!-" (1887; deutsch Lpz. 1889). S. hat
außerdem in "^i" IIu^ii6N0t8, tdeir 8ott1oni6nt3,
c1inrc1io3 and indn8tiiL8 in Nn^Iand and Ireland"
(1867) und "^do IInFN6N0t8 in Trance, aftei- tli6
i'6V0cation ok tlio edict of^ant08" (1871) inter-
essante Beiträge znr Geschichte der Hugeuottcn vcr-
Smirgel, s. Schmirgel. sosfcntlicht.
Smith, Adam, engl.'Staatswirtschaftslehrer und
Vegründcrdcrneucm Nationalökonomie, geb.5.Iuni
1723 zu Kirkaldy in Schottland, wo sein Vater Zoll-.
beamter war, widmete sicb anfangs zu Glasgow imd
3)rford der Theologie, gab aber dieses Studium auf
und hielt seit 1748 zu (5'dinburgh Vorlesungen über
Rhetorik und schöne Künste, bis er 1751 Professor
der Logik und der Moral zu Glasgow wurde. Als
akademischer Lehrer erlangte S. bald einen ausge-
zeicbneten Nuf. In jener Zeit lieft er seine "'I'neor^
of nwi'al 8(?ntim6nt3" (1759) erscheinen, worin er
die Sympathie zur Grundlage der Moral machte.
Nachdem er1764und 1765den.ver;og vonBuecleugh
auf einer )"leife durch Frankreich und Italien begleitet
batte, foll er zehn Jahre in seiner Vaterstadt aus-
schlicftlich den Studien gelebt haben. Nenere Untcr-
suciulngen machen es jedoch wahrscheinlich, daft S.
niedrere Iabre dieser Zeit in London verweilt hat.
Später wandte er sich nach Edinburgh, wo er 1778
die einträgliche Stelle eines königl. Kommisfars für
die Zölle crbielt und 17. Juli 1790 starb. Als Frucht
seiner vieljälirigen Studien erschien sein Werk "In-
hnir)' into tli" natui'6 and cau8c;8 0k t^o ^vünltn
0t' nati0N3" (2 Bde., Lond. 1776; die dritte Auflage
wurde vou S. mit Zusätzen versehen; später wieder-
holt von Vnchanan, dann von M'Cnlloch heraus-
gegeben, zuletzt von Nogcrs, 2 Bde., ebd. 1870;
deutsch von Dörrien und Garve, 3 Bde., Bresl.
1794-96; 3. Aufl. 1810; von Asher, 2 Bde.,
Stuttg. 1861; von Löwenthal, 2 Bde., 2. Anfl.,
Berl. 1880, und von Stöpel, 4 Bde., ebd. 1878), das
ihn durch ganz Europa berühmt machte. An allge-
meinen Anregungen wie auch an Einzelheiten hat er
ohne Zweifel dem Physiokratismus (s. d.) viel zu ver-
danken; jedoch wuftte er sich von manchen Einseitig-
keiten dieser Scknle frei zu halten, und der grund-
legende Gedanke seines Systems ist gerade der, dasi
der Nationalreicbtum ebensowenig ausschlieftlich auf
der landwirtschaftlichen Produttion wie auf einer
günstigc-n Handelsbilanz bernhe, sondern daß er
durch jede Art von nützlicher Arbeit gefördert werde,
und daft daher die Arbeit die eigentliche Quelle des-
selben und zugleich der eigentliche Maftstab des
Wertes der wirtschaftlichen Güter sei. Wegen dieser
Auffasfung wird daher das System S.s auch als
das Industriesystem (s. d.) bezeichnet.
Ein weiterer Hauptgedanke von S.s Lehre ist der
Satz, daft der Eigennutz (s. d.) und die auf ihm be-
ruhende freie Konkurrenz (s. d.) der Wirtschaftskräfte
die zweckmäftigste Teilung und Kombination der
wirtschaftlichen Vefchäftigungen und dadurch die
gröfttmögliche Produktivität der Volkswirtschaft her-
beiführe. Durch diese Arbeitsteilung und die freie
Bethätigung der Wirtschaftskräfte werde die Aus-
gleichung zwischen Bedürfnissen und Mitteln, zwi-
fchen Mühe und Vergütung oder der angemessenste
Preis der Dinge hergestellt und jedem Teilnehmer
an der Produktion der gebührende Anteil zugeführt.
Die Völter gelangen dadurch zu einer wechselseitigen
Ergänzung und Ordnung der verschiedenen Erwerbs-
zweige und zu einem Austausch der Kräfte und Gü-
ter, worauf die Wohlfahrt der menfchlichen Gefell-
schaft beruht. Ans diesen theoretischen Sätzen leitet
er die praktische Lehre ab, daß die Thätigkeit des
Staates in wirtschaftlichen Angelegenheiten sich
im wesentlichsten darauf zu beschränken habe, die
der freien Entwicklnng der wirtschaftlichen Kräfte
entgegenstehenden Hindernisse und Schranken zu be-
seitigen. In der speziellern Untersuchung der wirt-
schaftlichen Erfcheinungen bat S. eitto gros;^ .^icihe
wertvoller Leistungen aufzuweisen. Dahin gehört
66*