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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Smiles; Smirgel; Smith

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Smiles - Smith (Adam)

medica Schlecht. sind gewöhnlich die schmutzigsten, schlechtesten und daher billigsten. Weit besser und wirksamer sind die centralamerikanischen, die sich durch bessere Verpackung, hellere Färbung und bedeutende Größe der Wurzel (2‒3 m) unterscheiden. Die südamerik. Sorten stammen von S. syphilitica Humb. et Bonpl. (s. Tafel: Liliifloren, Fig. 6), S. officinalis Kth. und S. cordato-ovata Pers. ab. Die beste Art ist die Hondurassarsaparille. Von mehrern Sorten sind die Stammpflanzen nicht mit Sicherheit bekannt. Die Sarsaparille, bereits über 300 Jahre in Europa bekannt, wird noch immer als eins der kräftigsten schweiß- und harntreibenden und alle übrigen Sekretionen anregenden Mittel gerühmt und vorzüglich gegen syphilitische Krankheitsformen, seltener bei andern kachektischen, gichtischen, rheumatischen und Ausschlagskrankheiten angewendet. Unter der italienischen Sarsaparille wird die Wurzel der in den Ländern des Mittelmeers heimischen Stechwinde, S. aspera L., verstanden, die in Italien und Spanien die Stelle der amerik. Sarsaparille vertritt. Von einer in Japan und China einheimischen Art, S. china L., kommt der knollige, einer Kartoffel nicht unähnliche, früher offizinelle Wurzelstock als Pocken- oder Chinawurzel in den Handel. Die langen Wurzelsprossen der in Nordamerika einheimischen Aralia nudicaulis L. kommen zuweilen als graue Sarsaparille in den Handel.

Smiles (spr. ßmeils), Samuel, engl. Schriftsteller, geb. 1816 zu Haddington in Schottland, praktizierte als Wundarzt in Leeds, übernahm die Leitung der «Leeds Times» und seit 1845 das Sekretariat bei mehrern Eisenbahngesellschaften, zuerst in Leeds, hierauf 1852‒66 in London. Seitdem lebt er ohne Amt in London. S. machte sich einen Namen als Schriftsteller durch Werke, deren Gegenstände mit seiner Berufsthätigkeit zusammenhingen und durch vorherrschend praktisch-moralische Tendenz den Beifall einer breiten Lesewelt gewannen. Schon 1837 erschien «Physical education, or the nature of children». Hierauf folgte «Railway property, its conditions and prospects») (1849); dann die vortreffliche Biographie «Life of George Stephenson» (1857), die zahlreiche Auflagen erlebte; «Self-help, with illustrations of character and conduct» (1860 u. ö.; deutsch, 4. Aufl., Kolberg 1886; auch in Reclams «Universalbibliothek»), «Workmen’s earnings, strikes and savings» (1861), «Lives of engineers, with an account of their works» (3 Bde., 1862), «Industrial biography» (1863), «Lives of Boulton and Watt» (1865), «Character, a companion volume to self-help» (1871 u. ö.; deutsch von Steger, 5. Aufl., Lpz. 1890; auch in Reclams «Universalbibliothek»), «George Moore, merchant and philanthropist» (1878; deutsch Gotha 1802), «Life of Robert Dick, baker of Thurso, geologist and botanist» (1878), «Duty, with illustrations of courage, patience and endurance» (1880; deutsch Lpz. 1882), «Men of invention and industry» (1884), «Life and labour» (1887; deutsch Lpz. 1889). S. hat außerdem in «The Huguenots, their settlements, churches and industries in England and Ireland» (1867) und «The Huguenots in France, after the revocation of the edict of Nantes» (1871) interessante Beiträge zur Geschichte der Hugenotten veröffentlicht.

Smirgel, s. Schmirgel.

Smith, Adam, engl. Staatswirtschaftslehrer und Begründer der neuern Nationalökonomie, geb. 5. Juni 1723 zu Kirkaldy in Schottland, wo sein Vater Zollbeamter war, widmete sich anfangs zu Glasgow und Oxford der Theologie, gab aber dieses Studium auf und hielt seit 1748 zu Edinburgh Vorlesungen über Rhetorik und schöne Künste, bis er 1751 Professor der Logik und der Moral zu Glasgow wurde. Als akademischer Lehrer erlangte S. bald einen ausgezeichneten Ruf. In jener Zeit ließ er seine «Theory of moral sentiments» (1759) erscheinen, worin er die Sympathie zur Grundlage der Moral machte. Nachdem er 1764 und 1765 den Herzog von Buccleugh auf einer Reise durch Frankreich und Italien begleitet hatte, soll er zehn Jahre in seiner Vaterstadt ausschließlich den Studien gelebt haben. Neuere Untersuchungen machen es jedoch wahrscheinlich, daß S. mehrere Jahre dieser Zeit in London verweilt hat. Später wandte er sich nach Edinburgh, wo er 1778 die einträgliche Stelle eines königl. Kommissars für die Zölle erhielt und 17. Juli 1790 starb. Als Frucht seiner vieljährigen Studien erschien sein Werk «Inquiry into the nature and causes of the wealth of nations» (2 Bde., Lond. 1776; die dritte Auflage wurde von S. mit Zusätzen versehen; später wiederholt von Buchanan, dann von M’Culloch herausgegeben, zuletzt von Rogers, 2 Bde., ebd. 1870; deutsch von Dörrien und Garve, 3 Bde., Bresl. 1794‒96; 3. Aufl. 1810; von Asher, 2 Bde., Stuttg. 1861; von Löwenthal, 2 Bde., 2. Aufl., Berl. 1880, und von Stöpel, 4 Bde., ebd. 1878), das ihn durch ganz Europa berühmt machte. An allgemeinen Anregungen wie auch an Einzelheiten hat er ohne Zweifel dem Physiokratismus (s. d.) viel zu verdanken; jedoch wußte er sich von manchen Einseitigkeiten dieser Schule frei zu halten, und der grundlegende Gedanke seines Systems ist gerade der, daß der Nationalreichtum ebensowenig ausschließlich auf der landwirtschaftlichen Produktion wie auf einer günstigen Handelsbilanz beruhe, sondern daß er durch jede Art von nützlicher Arbeit gefördert werde, und daß daher die Arbeit die eigentliche Quelle desselben und zugleich der eigentliche Maßstab des Wertes der wirtschaftlichen Güter sei. Wegen dieser Auffassung wird daher das System S.s auch als das Industriesystem (s. d.) bezeichnet.

Ein weiterer Hauptgedanke von S.s Lehre ist der Satz, daß der Eigennutz (s. d.) und die auf ihm beruhende freie Konkurrenz (s. d.) der Wirtschaftskräfte die zweckmäßigste Teilung und Kombination der wirtschaftlichen Beschäftigungen und dadurch die größtmögliche Produktivität der Volkswirtschaft herbeiführe. Durch diese Arbeitsteilung und die freie Bethätigung der Wirtschaftskräfte werde die Ausgleichung zwischen Bedürfnissen und Mitteln, zwischen Mühe und Vergütung oder der angemessenste Preis der Dinge hergestellt und jedem Teilnehmer an der Produktion der gebührende Anteil zugeführt. Die Völker gelangen dadurch zu einer wechselseitigen Ergänzung und Ordnung der verschiedenen Erwerbszweige und zu einem Austausch der Kräfte und Güter, worauf die Wohlfahrt der menschlichen Gesellschaft beruht. Ans diesen theoretischen Sätzen leitet er die praktische Lehre ab, daß die Thätigkeit des Staates in wirtschaftlichen Angelegenheiten sich im wesentlichsten darauf zu beschränken habe, die der freien Entwicklung der wirtschaftlichen Kräfte entgegenstehenden Hindernisse und Schranken zu beseitigen. In der speziellern Untersuchung der wirtschaftlichen Erscheinungen hat S. eine große Reihe wertvoller Leistungen aufzuweisen. Dahin gehört