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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Smith

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Smith (Alexander) - Smith (Goldwin)

besonders seine Lehre, daß die Arbeitsteilung von der Größe des Kapitals und Marktes bedingt wird; daß jeder Warenpreis in die drei großen Einkommenszweige: Grundrente, Arbeitslohn und Kapitalzins aufgelöst werden kann; daß Ersparen und Verzehren keinen unbedingten Gegensatz bilden. Ferner ist die Unterscheidung zwischen stehendem und umlaufendem Kapital sowie überhaupt der Begriff Kapital eigentlich erst von S. recht begrenzt und analysiert worden. Sodann ist zu erwähnen seine Darstellung der Gründe, welche in den verschiedenen Arbeitszweigen die Höhe des Lohns verschieden gestalten, seine vortreffliche Theorie der Zettelbanken u. a. m. Die Form von S.s Werken ist durchaus die eines großen klassischen Schriftstellers: nicht wenig trug zu ihrer Popularität das warme Eintreten S.s für die untern Klassen, die scharfe Kritik über veraltete Einrichtungen, wie das Zunftwesen, und über die Bestrebungen zur Erlangung von Monopolen und Vorrechten bei. Aus seinem Nachlaß erschienen: «Posthumous essays, published by Dr. Black and Dr. Hutton» (1795), worin unter anderm die Fragmente eines Werkes: «On the principles, which lead and direct philosophical inquiries etc.» enthalten sind. S. erlebte es nicht nur, daß der gegen seine Theorie zuerst erhobene Widerspruch nach und nach verschwand, sondern war auch noch Zeuge von dem praktischen Einfluß, den seine Schriften auf einige Zweige der Handelspolitik Englands erhielten. Hat auch die neuere Entwicklung der Volkswirtschaftslehre vieles, was S. auf dem Gebiete der Volkswirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik lehrte, bekämpfen müssen, so bleibt ihm gleichwohl die Stelle eines hoch gefeierten Forschers gesichert. – Sein Leben beschrieb Dugald Stewart, der auch eine Gesamtausgabe von S.s Werken besorgte (5 Bde., Lond. 1811‒12). Vgl. noch Oncken, Adam S. in der Kulturgeschichte (Wien 1874); ders., Adam S. und Immanuel Kant (Lpz. 1877); Leser, Der Begriff des Reichtums bei Adam S. (Heidelb. 1874); Walcker, Adam S. (Berl. 1890); Hasbach, Untersuchungen über Adam S. (Lpz. 1891); Feilbogen, S. und Turgot (Wien 1892).

Smith, Alexander, engl. Dichter und Prosaiker, geb. 31. Dez. 1830 zu Kilmarnock in Schottland, war Musterzeichner in einer Spitzenfabrik zu Glasgow, als er 1853 durch die Veröffentlichung seiner «Poems» (darunter das Aufsehen erregende «Life Drama») seinem Leben eine andere Wendung gab. Binnen wenigen Monaten wurden 10000 Exemplare des Buchs abgesetzt, und er selbst wurde im folgenden Jahre zum Sekretär der Universität Edinburgh ernannt, welche Stelle er bis zu seinem Tode verwaltete. Er starb 5. Jan. 1867 zu Wardie bei Edinburgh. Er schrieb ferner «City poems» (1857) und «Edwin of Deira» (1861), sowie die Prosaschriften «Dreamthorpe» (Lond. 1863), «A summer in the Skye» (ebd. 1865), «Alfred Hagarts’s household» (2 Bde., ebd. 1866) u. s. w. Auch gab er heraus: «The poetical works of R. Burns, with a memoir» (2 Bde., 1865). Seine Poesie ist formgewandt und schwungvoll, lehnt sich jedoch sehr an Vorhandenes an; seine Prosaschriften sind gefällig und anziehend.

Smith, Benjamin Leigh, engl. Nordpolfahrer, geb. 12. März 1828, studierte in Cambridge, wurde 1856 Rechtsanwalt, beschäftigte sich aber hauptsächlich mit Naturwissenschaften und rüstete 1871 eine Expedition nach der Nordostküste von Spitzbergen aus, mit der er den 81. Breitegrad erreichte. Nachdem er 1872 eine neue Entdeckungsfahrt nach dem Norden von Spitzbergen veranstaltet hatte, unternahm er 1873 in zwei Schiffen die Rettung der verunglückten schwed. Expedition. 1880 erreichte S. auf einer neuen Expedition das Franz-Joseph-Land und stellte die westl. Ausdehnung dieses Archipels bis 39° westl. L. von Greenwich fest. Auf einer fünften 1881 in dieselben Gegenden unternommenen Expedition verlor S. das Entdeckungsschiff Eira, erreichte aber im Aug. 1882 mit den geretteten Booten Nowaja Semlja, von wo er auf den zu seinem Beistand abgesandten Schiffen heimkehrte.

Smith, George, engl. Assyriolog, geb. 26. März 1840 zu Chelsea bei London, war zuerst Banknotenstempelschneider in der Firma Bradbury & Evans zu London und wurde 1866 durch die Bekanntschaft mit assyriolog. Publikationen für das Studium der Keilinschriften begeistert. Die Veröffentlichung mehrerer kleinerer assyriolog. Aufsätze 1868 verschafften ihm die Anerkennung der Fachgelehrten und eine Stellung als Assistent im Departement für ägypt. und assyr. Altertümer am Britischen Museum zu London. Dort entdeckte er unter den Inschriftenfragmenten, welche er mit bewunderungswürdigem Scharfsinn in eine Art encyklopäd. Anordnung zu bringen suchte, die Bruchstücke des Gilgamisch-Epos mit dem keilinschriftlichen Sintflutbericht (s. Sintflut). Seine Entdeckung machte großes Aufsehen und bewog die Eigentümer des «Daily Telegraph», ihn 1873 zur Erforschung der Ruinen nach Mesopotamien zu senden, woselbst er eine Sammlung von 384 (jetzt im Britischen Museum befindlichen) Thontafelfragmenten erwarb. Zum zweitenmal ging S. 1874 nach Mossul und Bagdad. Die engl. Regierung sandte ihn 1876 wieder nach Assyrien; auf seiner Rückkehr erlag er 19. Aug. zu Aleppo den Unbilden des mesopotam. Klimas. Seine hauptsächlichsten Veröffentlichungen sind: «The phonetic values of the Cuneiform characters» (Lond. 1871), «History of Assurbanipal» (1871), «’The Chaldean account of the Deluge» (1872), «History of Assyria» (1874), «History of Babylonia» (1875), «Assyrian Discoveries» (1. bis 3. Aufl., 1875), «’The Assyrian Eponym Canon» (1876), «History of Sennacherib» (hg. von A. H. Sayce, 1878), «The Chaldean account of Genesis» (2. Aufl., von A. H. Sayce, 1880; deutsch von Hermann Delitzsch, Lpz. 1876). Auch beteiligte sich S. an der Herausgabe des 3. und 4. Bandes von Rawlinsons Inschriftenwerk und schrieb Artikel für den «Daily Telegraph» und die «Transactions» der Society of Biblical Archæology.

Smith, Goldwin, canad. Schriftsteller, geb. 13. Aug. 1823 zu Reading (England) und erzogen zu Eton und Oxford, wurde nach verschiedenen kleinern Ämtern 1858 Professor der modernen Geschichte zu Oxford. 1864 besuchte er die Vereinigten Staaten und 1868 wurde er an der Cornell-Universität zum Professor der engl. Geschichte und Verfassungsgeschichte ernannt. Er bekleidete diese Stelle bis 1871 und siedelte dann an die Universität Toronto über. Er gab das «Canadian Monthly» 1872‒74 heraus und gründete die «Nation» (1874), «The Bystander» (1880), «The Week» (1884). Er ist einer der Hauptvertreter des Gedankens der Inkorporation Canadas in die Vereinigten Staaten und trat für die unbedingte kommerzielle Union der beiden Länder ein. Von seinen Werken sind zu nennen: «Irish history and Irish character»(1861),