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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sorghumzucker - Sorö

songras oder immergrüne Hirse, S. hallepense Pers., das in den Vereinigten Staaten als Futterpflanze angebaut wird, in Asien und Südeuropa aber ein lästiges Unkraut ist, dessen Wurzeln in Italien als Ersatz für Sarsaparille dienen (Garmignone oder Smilacre dolce). Als Viehfutter eignen sich am besten die ägypt. braune Durra, als Viehfutter und zur Sirupbereitung Early Amber oder Golden Syrup, Honduras oder Mastodon, zur Körnergewinnung für menschliche Nahrung die ägypt. weiße Durra, das ägypt. Reiskorn und weißer Mammut.

Eine Spielart der ägypt. Durra, Dari oder Tara, wird als Viehfutter und zu Brennereizwecken in beträchtlichen Mengen in Europa eingeführt. Das Material zu den Reisbesen oder ital. Kleiderbesen liefert das Besenkorn, eine Spielart des chinesischen S., mit langen, geraden und steifen Samenstielen. Die Kultur und Ernte des S. ist ähnlich der des Maises, nur muß der Boden tiefgründiger, die Pulverisierung desselben feiner und die Entfernung des Unkrauts sorgfältiger sein, auch müssen die zahlreichen Wurzelschößlinge entfernt werden, wenn es sich nicht um Futtergewinnung handelt. Da das S. gegen Kälte empfindlicher ist als der Mais, ist eine sichere Körnerproduktion nur südlich vom 41. Breitegrad möglich. In Gebieten, wo einer kurzen Regenzeit eine lange dauernde Trockenzeit folgt, ist S. die einzige Getreideart, deren Kultur noch sichere Erträge liefert, so in Turkestan, dem innern Südafrika u. s. w. Durra gehört zu den fettbildenden Nahrungsmitteln, sein Verbrauch ist dem des Reises noch überlegen. Die Kultur zur Zuckergewinnung (s. Sorghumzucker) hat abgenommen, dagegen wird es auch zur Darstellung von gegorenen Getränken, wie den Hirsebieren Meriesa, Bilbil und Buhsa, dem chines. Branntwein Chanschin, sowie als Besenmaterial verwendet. In neuerer Zeit werden die Sorghumarten auch in Mitteleuropa als gutes Grünfutter empfohlen; doch ist der Sorgho anspruchsvoller an Boden und Klima und wird vom Vieh weniger gern gefressen als der Grünmais. - Vgl. Collier, S, its culture etc. (Lond. 1884); Semler, Die tropische Agrikultur, Bd. 3 (Wism. 1888).

Sorghumzucker (Sorghozucker), der aus dem Saft von Sorghum saccharatum Pers. (s. Sorghum) gewonnene Zucker. Bisher ist die Gewinnung von S. nur in Nordamerika gelungen und besonders in Kansas fabrikmäßig ausgeführt worden, indessen ist die erzeugte Menge S. nur unbedeutend, 1892 etwa 10 000 Ctr. Die Schwierigkeiten liegen teils in der ungenügenden Haltbarkeit des Rohres nach erlangter Reife, teils in der Natur seines Saftes, der einen verhältnismäßig hohen Prozentsatz an unkrystallisierbarem Zucker besitzt. Einträglicher dagegen ist die Herstellung von Sirup aus Sorghumsaft.

Sorgues (spr. ßorg'), Fluß, s. Vaucluse.

Sori (Einzahl Sorus), Sporenhäuschen, s. Farne.

Soria. 1) Span. Provinz im O. von Altcastilien, zwischen Logroño (N.), Saragossa (O.), Guadalajara (S.), Segovia (SW.) und Burgos (NW.), besteht hauptsächlich aus dem obern Thal des Duero und ist die rauheste, ärmste und menschenleerste Spaniens. Das fast baumlose Plateau von S. ist das höchste Europas, 1000-1200 m ü. d. M., das von den vom Ebrothale aus so imposant erscheinenden Randgebirgen nur wenig überragt wird und dessen tiefste Stelle im tief eingeschnittenen Duerothale, an der Grenze von Burgos, noch 850 m hoch liegt. Nur im Norden steigt der Pico de Urbion (bei der Dueroquelle) 2252 m, sowie Sierra Cebollera 2176 und im Osten die Sierra del Moncayo 2349 m hoch, während im Süden die Sierra Ministra wenig über die Bezirksstadt Medinaceli (1191m), gleich den Altos de Barahona, emporragt und nur der Pico de Grado an der Grenze von Segovia und Guadalajara 1420 m Höhe erreicht. Im Nordosten und Südosten gehört ein Teil zum Ebrobecken, hier zum Jalonthal, sonst gehen alle Flüsse, wie Rituerto (links) und Ucero bei Osma (rechts), zum Duero. Im Westen ist der Boden zum Ackerbau geeignet, sonst ist nur Vieh-, besonders Schafzucht (Merinos) möglich. S. hat kleine Städte, wenig Industrie und auf 10 318 qkm (1887) 151 530 (73 264 männl., 78 266 weibl.) E., 2122 weniger als 1877 und nur 37 Ausländer, also 14,7 E. auf 1 qkm. Von Personen über 7 Jahre waren 14,6 Proz. männl. und 49,3 Proz. weibl. Analphabeten. S. hat 5 Bezirke und 345 Gemeinden. - 2) S., lat. Numantia nova, Caurium, Hauptstadt der Provinz S., 190 km ostnordöstlich von Madrid, rechts am Duero, 1049 m ü. d. M., ist außer Almeria und Teruel die einzige Provinzhauptstadt ohne Eisenbahnverbindung, von dicken Mauern mit Zinnen umgeben und hat (1887) 7784 E. und ein hochgetürmtes, halbverfallenes Schloß der Grafen von Gomara. 5 km nördlich, links am Duero, auf einer Anhöhe beim Dorfe Garray (330 E.) eine Pyramide als Zeichen der Lage des alten Numantia (s. d.).

Soriano, Departamento der Republik Uruguay, 9224 qkm groß, zählte (1889) 27 089 E. Hauptort ist Mercedes (s. d.) am untern Rio Negro, 30 km von seiner Mündung in den Paraguay.

Soriano, s. Cimino (Monte-).

Soricidae, s. Spitzmaus.

Soristan oder esh-Schâm, s. Syrien.

Sorites (grch.) oder Kettenschluß, eine verkürzte Schlußreihe in der Form eines einzigen Schlusses, so daß die Ober- und Untersätze der einzelnen Syllogismen weggelassen und die letztern zu einem Schlußsatze verknüpft werden. Der Name S. stammt her von der Anhäufung (grch. sōrós) der Schlüsse; Kettenschluß aber heißt der S., weil die Urteile, welche die einzelnen Schlüsse bilden, hier so in eins verkettet sind, daß der Schlußsatz des einen Urteils auch wieder Prämisse des andern ist.

Sor Juana Inez de la Cruz, mexik. Dichterin, s. Cruz.

Sorlingues (spr. ßŏrläng'), der franz. Name der Scilly-Inseln.

Sorma, Agnes, Schauspielerin, s. Bd. 17.

Sorö, die größte der zum norweg. Amt Finmarken gehörenden Inseln, im W. von Hammerfest (s. Karte: Schweden und Norwegen, Bd. 14, S. 688), 971 qkm groß, mit zerrissenen Küsten und großen Fischerstationen.

Sorö, Hauptstadt des gleichnamigen Amtes (1472 qkm, 89 012 E.) auf der dän. Insel Seeland, durch den schönen Sorösee von der Eisenbahn Kopenhagen-Korsör getrennt, mit (1890) 1894 E., berühmt wegen seiner ehemaligen Ritterakademie (1813 abgebrannt, 1822 von Friedrich VI. neu begründet), eine der hervorragendsten gelehrten Schulen Dänemarks. - Im 12. Jahrh. war E. eins der reichsten (Cistercienser-)Klöster des Reichs, aber nur die Kirche, wo mehrere Herrscher, Absalon und Holberg, ruhen, ist noch erhalten. Friedrich II. wandelte das Kloster 1586 in eine Schule um, mit der Christian IV. 1623 eine Ritterakademie verband. Ihr gehört durch Schenkung die Baronie Holberg, so daß die Anstalt an liegenden Gründen einen Fonds von