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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Soxhletscher Milchkochapparat - Spach

die Natur der Milchkügelchen und eine neue Theorie des Butterungsprozesses" ("Landwirtschaftliche Versuchsstationen", Bd. 19, Chemnitz 1876), "Untersuchungen über den Stoffwechsel des Saugkalbes" ("Erster Bericht der k. k. Versuchsstation", Wien 1878), "Untersuchung der Zuckerarten" (im "Journal für praktische Chemie", 1879), "Aräometrische Methode zur Bestimmung des Fettgehaltes der Milch" (in der "Zeitschrift des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern", 1880 u. 1881), "Über die Fettbildung aus Kohlenhydraten" (ebd. 1882), "Über Kindermilch und Säuglingsnahrung", "Ein verbessertes Verfahren der Milchsterilisierung", "Über die chem. Unterschiede zwischen Kuh- und Frauenmilch" (in der "Münchener mediz. Wochenschrift", März 1886, 1891, 1893) und "Über Margarine" (Münch. 1895).

Soxhletscher Milchkochapparat, s. Auffütterung.

Soyaux (spr. ßŏajoh), Hermann, Botaniker und Reisender, geb. 4. Jan. 1852 zu Breslau, widmete sich der botan. Gärtnerei, studierte Botanik in Berlin, wurde von der Afrikanischen Gesellschaft für die Güßfeldtsche Loango-Expedition als Botaniker gewonnen, reiste Ende 1873 nach Westafrika, wo er sich in Tschinschoscho (Loango) an Güßfeldt, Falkenstein und Pechuel-Loesche anschloß. 1875 erhielt S. den Auftrag, nach Angola zu gehen, wo er mit Pogge zusammentraf. Die Auflösung der Expedition rief S. Mitte 1876 nach Europa zurück. In dieser Zeit veröffentlichte er: "Der verlorene Weltteil" (Berl. 1876) und "Aus Westafrika" (2 Bde., Lpz. 1879). Im Auftrage des Hamburger Handelshauses C. Woermann ging S. 1879 nach Gabun in Westafrika und gründete dort eine Kaffeeplantage. Nach Deutschland 1885 zurückgekehrt, arbeitete er bis Anfang 1888 als Leiter im Auskunftsbureau des Deutschen Kolonialvereins in Berlin. Später machte er eine Studienreise nach Südbrasilien, schrieb "Deutsche Arbeit in Afrika" (Lpz. 1888) und begab sich Frühjahr 1888 im Dienst der Siedelungsgesellschaft Herman nach Brasilien, wo er die Leitung der Kolonie Bom Retiro in Rio Grande do Sul übernahm.

Soyons amis, Cinna! (frz., spr.ßŏajongsamih ßinna), "laß uns Freunde sein, Cinna!", auf einer Erzählung des jüngern Seneca ("De clementia", 1,9, wo Augustus dem begnadigten Verschwörer L. C. Cinna seine Freundschaft anbietet) beruhende Wendung aus Corneilles "Cinna" (5,3).

Sož, Fluß, s. Sosh.

Sozial..., s. Social....

Soziale Praxis, s. Sociale Praxis.

Sozodont, s. Geheimmittel.

Sozojodol, ein neues Ersatzmittel für Jodoform in der Medizin. Es ist Dijodparaphenolsulfosäure, C6H2(OH)J2·SO2·OH, und wird aus Paraphenolsulfosäure durch Jodierung erhalten. Es wird in Form seiner Metallsalze als sehr kräftiges, angeblich im Vergleich zu freiem Jod und Carbolsäure unschädliches Antiseptikum empfohlen. Das Kaliumsalz (Sozojodolkalium, S. schwerlöslich, Kalium sozojodolicum) bildet schöne farb- und geruchlose, in 50 Teilen Wasser lösliche Krystalle. Das Natriumsalz (Sozojodolnatrium, S. leichtlöslich, Natrium sozojodolicum) krystallisiert in nadelförmigen Prismen mit 2 Molekülen Krystallwasser, die sich in 14 Teilen Wasser lösen. Beide Salze finden gegen Geschwüre, Hautkrankheiten, Nasen-, Rachen- und Kehlkopfkrankheiten Anwendung.

Sozolith, ein Konservierungsmittel (s. d.).

Sozolsäure, s. Aseptol.

Sozopolis, Stadt, s. Apollonia.

Sozusa. 1) Anderer Name der Städte Apollonia (s. d.) und Hadrumetum (s. d.) in Nordafrika; dann 2) Stadt und Bischofssitz in Palästina prima.

Sozzini, Lelio und Fausto, s. Socinianer.

s. p. (et s. p.), Abkürzung für (et) sic porro (lat., d. h. und so weiter).

Sp., bei wissenschaftlicher Benennung naturhistor. Gegenstände Abkürzung für Joh. Baptist von Spix, Naturforscher und Reisender (geb. 9. Febr. 1781 zu Höchstadt an der Aisch, gest. 13. März 1826 zu München).

Spa, Badeort in der belg. Provinz Lüttich, 18 km von Verviers, an der Eisenbahnlinie Pepinster-Gouvy, 250-320 m ü. d. M. in einem romantischen Thale gelegen, mit 8135 E., schönem Kasino, Hotels und zahlreichen Promenaden, war bereits im 16. Jahrh. Badeort der großen Welt, kam im 18. Jahrh. zu seiner höchsten Blüte, war dann in der Revolutionszeit sehr zurückgegangen, hat aber in neuerer Zeit wieder einen Aufschwung genommen. Die vorzüglichsten Quellen sind der Pouhon, die Geronstère, die Sauvenière, der Groesbeeck, Le Barisart und die beiden Tonnelets. Sie besitzen eine Temperatur von 11° C, gehören zur Klasse der alkalisch-eisenhaltigen Säuerlinge und werden bei Hypochondrie, Hysterie, Verschleimung, Magenschwäche, chronischem Erbrechen, Bleichsucht, Schleimflüssen der Lungen und des Darmkanals und Schwächezuständen, wenn Aufgeregtheit des Blutes, Neigung zu Krämpfen den Gebrauch nicht verbieten, angewendet. Unter dem Namen Spawasser wird das Wasser versendet und als Heilmittel oder, mit Wein und Zucker vermischt, als Getränk genossen. Das Hasardspiel wird in S. in sog. Fremdenklubs, zeitweise auch öffentlich betrieben. Berühmt sind die zu S. verfertigten lackierten und gemalten Holzwaren. In der Nähe das schöne Thal des Amblève (s. d.). - Vgl. Scheuer, Du bain ferrugineux et de l'hydrothérapie à S. (Brüss. 1887); Des nouvelles indications des eaux ferrugineuses, des bains et de l'hydrothérapie à S. (ebd. 1889).

Spaargebirge, Höhenzug auf dem rechten Elbufer bei Meißen in Sachsen, bis 199 m hoch, liefert den besten Meißener Wein.

Spach, hinter lat. Pflanzennamen Bezeichnung für Eduard Spach, Inspektor der botan. Galerie des Jardin des Plantes zu Paris, geb. 20. Nov. 1801, gest. 18. Mai 1879.

Spach, Ludw. Adolf, elsäss. Geschichtsforscher, geb. 27. Sept. 1800 zu Straßburg, war nach Beendigung seiner Studien Erzieher im Hause des Grafen von Sainte-Aulaire zu Paris 1824-30, den er 1831 als Privatsekretär auch nach Rom begleitete. Seit 1833 war S. dann zum Teil in der Schweiz, in Paris und Straßburg als Erzieher und Schriftsteller thätig, wurde 1810 Archivar des Depart. Bas-Rhin und Kabinettschef des Präfekten; 1872 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität zu Straßburg ernannt, wo er 16. Okt. 1879 starb. Unter dem Pseudonym Louis Lavater schrieb er die Romane "Henri Farel" (2 Bde., Par. 1834, den er später auch ins Deutsche übersetzte), "Le nouveau candide" (2 Bde., ebd. 1835), "Roger de Manesse" (Neuchâtel 1849). Er nahm thätigen Anteil an der "Revue d'Alsace" (1850-70) und andern Zeitschriften. Unter den zahlreichen Monographien