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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Spaltenhöhlen - Spamer, Otto

der Kohärenz stattfinden als nach andern. Nach diesen Richtungen mit Kohärenzminimum spaltet der Körper. Durch die S. wird die Hervorbringung von Spaltungslamellen und Spaltungsflächen ermöglicht. Über die krystallographische Bedeutung der letztern s. Krystalle. Besonders deutlich läßt sich die S. z. B. am Glimmer, Gips, Bleiglanz und Flußspat beobachten.

Spaltenhöhlen, s. Höhlen.

Spaltfrucht, s. Frucht.

Spaltfüßer (Schizopoda), eine nicht umfangreiche Familie kleiner Krebschen aus der Ordnung der Thorakostraken, vom Habitus der Garneelen, aber mit drei Paar Kiefer- und fünf Paar Brustfüßen, die in zwei Äste gespalten sind; jeder äußere Ast ist geißelförmig und bewirkt durch drehende Bewegung das Schwimmen, ebenso die innern Äste der Brustfüße, während diese Abschnitte der Kieferfüße als Freßwerkzeuge mit fungieren. Zu den S. gehört Mysis vulgaris Thompson (s. Tafel: Krustentiere II, Fig. 2), ein bis 3 cm langer Bewohner der nördl. Meere, auch der Nord- und Ostsee, selbst benachbarter Brackwässer; er bildet bei seinem großen Individuenreichtum eine wichtige Fischnahrung. Als S. wird bisweilen auch die Gruppe der Copepoden (s. d.) bezeichnet.

Spaltfußgans, s. Gans.

Spalthölzer, s. Holzwaren.

Spalthufer, soviel wie Wiederkäuer (s. d.).

Spaltmaschine, eine zur Herstellung feinerer Graupensorten dienende Maschine, welche durch ein System rotierender Messer die entschälten Gerstenkörner in zwei oder mehr Stücke zerschneidet. Über S. für Holz s. Holzspaltemaschinen und Holzstifte; über S. für Leder s. Lederfabrikation, C.

Spaltnapfschnecken (Fissurellidae), Familie der Vorderkiemer (s. d.) mit bilateralsymmetrischer Schale und symmetrisch angeordneten Kiemen. Die napfförmige Schale ist ohne Perlmutterschicht und ohne Deckel; am Rand findet sich ein schlitzförmiger Einschnitt oder an der Spitze ein rundes Loch. Es finden sich fast in allen Meeren Arten; auch fossil in der Kreide, besonders aber im Tertiär ist die Familie gut vertreten.

Spaltöffnungen (Stomata), in der Botanik die Organe, mittels deren ein direkter Gasaustausch zwischen der umgebenden Luft und den im Innern der Gewebe der Pflanzen, besonders in den sog. Intercellularräumen eingeschlossenen Gasmengen ermöglicht wird. Die S. finden sich deshalb mit nur sehr wenig Ausnahmen an den oberirdischen Organen, fehlen dagegen den Wurzeln und Rhizomen sowie den im Wasser untergetauchten Pflanzenteilen in der Regel. Da besonders die Blätter den Gasaustausch, der durch Atmung, Transspiration u. dgl. bedingt wird, zu besorgen haben, so befinden sich die meisten S. an diesen, und zwar entweder ausschließlich oder doch zumeist auf der Unterseite; nur bei gerade aufrecht wachsenden Blättern, wie z. B. denen der Schwertlilien, sind sie auf beiden Seiten gleichmäßig verteilt. Bei schwimmenden Blättern finden sie sich nur auf der Oberseite. Den Thallophyten mangeln die S. gänzlich, bei den Moosen treten sie bereits vereinzelt auf, bei Gefäßkryptogamen und Phanerogamen finden sie sich mit Ausnahme der untergetauchten Wasserpflanzen stets, auch ist ihr anatom. Bau bei allen Gefäßpflanzen im wesentlichen gleich.

Die S. bestehen aus je zwei nebeneinander liegenden Zellen, Schließzellen, die aus Epidermiszellen hervorgehen, aber später nicht nur durch ihre Form, sondern auch durch ihren Chlorophyllgehalt sich von jenen unterscheiden. An beiden Enden sind die Schließzellen miteinander verwachsen, nur in der Mitte sind sie durch einen kleinen Spalt voneinander getrennt; dieser Spalt kann durch einen eigentümlichen Mechanismus geöffnet und geschlossen werden: durch Veränderungen im hydrostatischen Druck des Schließzelleninhalts; bei hohem Druck erfolgt Öffnen, bei geringem Druck dagegen Schließen. Die Richtung der hierbei nötigen Bewegungen wird durch eigentümliche Verdickungen der Zellenwandungen bestimmt. Unter jeder Spaltöffnung befindet sich ein größerer Intercellularraum, die sog. Atemhöhle, die in direkter Verbindung mit den übrigen Intercellularräumen im Innern des Gewebes, besonders mit denen des Schwammparenchyms steht (s. Tafel: Blatt, Fig. 34).

Die Zahl und Größe der S. ist bei den einzelnen Pflanzen verschieden, bei einigen Arten gegen 600 und mehr, meist ungefähr 100-200, oft auch nur 50 oder noch weniger auf 1 qmm Blattfläche. Auch die Lage der S. zur Außenfläche der Epidermis ist eine äußerst verschiedene, je nach den klimatischen Verhältnissen des Standortes; bei zahlreichen Pflanzen liegen die Schließzellen entweder in der Ebene der Epidermis oder sind sogar etwas über dieselbe emporgehoben, so bei Gewächsen, die an schattigen, feuchten Standorten leben; bei andern dagegen, hauptsächlich bei Wüsten-Steppenpflanzen oder überhaupt an ein trocknes Klima angepaßten Arten, sind die S. mehr oder weniger tief unter der Epidermis gelegen, so daß sich eine krug- oder trichterförmige Einsenkung über der Spaltung befindet; nicht selten ist dieser Raum, der Vorhof, noch mit Haaren ausgekleidet, um die Verdunstung noch mehr herabzusetzen. Überhaupt ist eine deutliche Beziehung zwischen den klimatischen Verhältnissen des Standortes und dem Bau und der Lagerung der Schließzellen nicht zu verkennen.

Spaltpilzdiphtherie des Geflügels, s. Geflügeldiphtherie.

Spaltpilze, soviel wie Bakterien (s. d.).

Spaltquellen, s. Quellen.

Spaltsäge, ungespannte Säge, s. Sägen.

Spaltschnäbler (Fissirostres), s. Singvögel.

Spaltsitz, s. Sattel.

Spaltungsflächen, s. Krystalle.

Spaltzüngler (Fissilinguia), die höchst entwickelte Ordnung der Echsen (s. d.), die sich durch die Bildung der Zunge auszeichnet, die lang und dünn und vorn durch eine tiefe Spalte in zwei seitliche Hälften getrennt ist. Sie liegt hinten in einer besondern Scheide, aus der sie weit nach außen vorgestreckt werden kann (Züngeln der Eidechsen). Der Bezahnung nach sind sie Pleurodontes; ihr Leib ist lang und schlank, die vier fünfzehigen Beine kräftig, zum schnellen Laufen geeignet. Man unterscheidet drei Familien, die Warane, die echten Eidechsen und die Tejuechsen (s. die Einzelartikel).

Spamer, Otto, Verlagsbuchhandlung in Leipzig, gegründet 1847 von Franz Otto Spamer (geb. 29. Aug. 1829 in Darmstadt, gest. 27. Nov. 1886; unter dem Namen Franz Otto auch als Schriftsteller aufgetreten), ging dann über an dessen Schwiegersohn Dr. Max Lange (geb. 7. Aug. 1832 in Magdeburg, Teilhaber seit 1886; Verfasser von Werken über das Schachspiel) und 1891 an Dr. Joseph Petersmann (geb. 3. Jan. 1864 in Agram, Teilhaber seit 1889). Der Verlag bietet hauptsäch-^[folgende Seite]