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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Terrainzeichnung

ihre verschiedene Stärke die verschiedenen Neigungen versinnlichen sollen. Denkt man sich den Berg durch parallele Lichtstrahlen senkrecht von oben beleuchtet, so erscheinen die Abhänge um so dunkler, je mehr sie geneigt sind; eine horizontale Stelle ist voll beleuchtet und wird weiß gelassen; dem entsprechend würde eine senkrechte Wand, die gar kein Licht bekommt, schwarz ausgeführt werden müssen. Jedoch bezeichnet schon Lehmann, der Erfinder der Bergstrichmanier, alle Neigungen über 45° mit Schwarz (in Anbetracht ihrer Unersteiglichkeit). Die Neigungen zwischen 0° und 45° teilt er in Stufen von 5 zu 5 Grad. Die Stärke der Striche wird so gewählt, daß man sich den Raum für einen Strich nebst dem daneben liegenden Zwischenraum in 45 gleiche Teile geteilt denkt und davon so viel auf den schwarzen Strich nimmt, als der Winkel Grade hat; der Rest bleibt dann für den weiß zu lassenden Zwischenraum übrig (s. die Karte: Terrainzeichnung, c nebst Skala).

^[Fig. 1.]

^[Fig. 2.]

^[Fig. 3.]

Um ein sicheres Ablesen der Böschungen zu ermöglichen, hat Müffling den Bergstrichen neben verschiedener Stärke auch verschiedene für jede Böschung charakteristische Gestalt gegeben (gestrichelt, geschlängelt, abwechselnd dick und dünn). Die preuß. Landesaufnahme (a nebst Skala), jetzt auch die Deutsche Reichskarte (d nebst Skala) benutzen eine Kombination der Lehmannschen und Müfflingschen Manier, die letztere für schwache Neigungen. Bayern und Österreich (e nebst Skala) lassen, im allgemeinen der Lehmannschen Manier folgend, für das Bedürfnis der bessern Darstellung des Hochlandes die volle Schwärze erst bei 60° bez. 80° eintreten. Neben diesen Manieren, bei denen die Striche immer in der Richtung des abfließenden Wassers, also senkrecht zu den Schichtlinien verlaufen, hat man die sog. Horizontalschraffenmanier, die im Prin-^[folgende Seite]