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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Tiga javanénsis - Tigerfink

Straßen sind der Golowinskijprospekt auf dem rechten, die Michaelsstraße auf dem linken Ufer.

Bevölkerung. T. hatte 1830: 25 290, 1850: 34 888, 1885: 89 551, 1897: 159 862 E. Die Bevölkerung besteht vorwiegend aus Armeniern, Russen, Georgiern, Tataren sowie daneben aus Vertretern der verschiedenartigsten europ. und asiat. Völkerschaften.

Bauten. T. hat 25 griech.-kath., 26 armenisch-gregorianische, 2 evang. und 1 kath. Kirche, 1 griech.-kath. und 1 armenisches Kloster, 2 Synagogen, 2 Moscheen. Am ältesten ist die Zionskathedrale im georgischen Stil (zum Teil aus dem 5. Jahrh.) mit dem Kreuz der heil. Nina, Gräbern fürstl. Familien und den Fresken des Fürsten Gagarm; die Davidskirche mit dem Grabmal des russ. Dichters Gribojedow. Alt sind die Kirche in Metechi (5.), die armenische Antschischatische Kirche (7. Jahrh.) und die Wankkirche. Eine Militärkirche in byzant. Stil auf dem Gunibplatz ist im Bau. Von weltlichen Bauten sind zu nennen: das Stadthaus auf dem Eriwanischen Platz, der Palast des Generalgouverneurs, die Paläste der Schloßstraße, die Ruhmeshalle, das Gebäude des Ersten Gymnasiums, das neue Theater im maur. Stil, das Kaukasische Museum.

Behörden, Verwaltung. T. ist Sitz des Chefs der Militär- und Civilverwaltung (Generalgouverneur) von Cis- und Transkaukasien, des Gouverneurs des Gouvernements T., des Kurators des kaukas. Lehrbezirks, des Erzbischofs der grusinischen Eparchie u. a. An der Spitze der Stadtverwaltung steht der Stadtrat (duma) mit dem Stadthaupt. Das Budget beträgt 8-900 000 Rubel. Vorhanden ist eine beständige Feuerwehr und eine Wasserleitung; die Beleuchtung mit Photogenlaternen ist mangelhaft. Die Schwefelquellen (bis 46° C.) liegen am Fuße der Festung in einem schmutzigen Stadtteil, wo es an Gasthäusern und Gartenanlagen fehlt.

Bildungswesen. Außer einer Menge von Elementar- und Stadtschulen (russische, armenische, eine deutsche) hat T. 3 klassische Gymnasien, 1 Adelsschule, 1 Realschule, 4 Mädchengymnasien, 1 armenische höhere Mädchenschule, 1 Institut für adlige Fräulein, 1 Kadettenkorps, 1 Junkerschule, 1 Geometerschule, 1 technische Eisenbahnschule, 1 Gartenbauschule, 1 Schullehrerseminar, 1 Geistliches Seminar, 1 Hebammenschule, 2 Feldscherschulen, 1 Konservatorium für Musik. Dazu kommen 1 physikal. Observatorium, 1 Seidenbauversuchsstation und eine Menge gelehrter Gesellschaften: die geographische, die technologische, die landwirtschaftliche, die juristische, medizinische, pharmaceutische u. s. w. T. hat 1 Oper, 2 russ., 1 armenisches und 1 georgisches Theater: 3 russ., 2 armenische, 1 georgische, 2 tatar. Zeitungen und einige armenische und georgische Zeitschriften.

Industrie und Verkehr. Hauptsächlich blühen die Lederfabrikation (Adelchanow & Cie.) mit 800 000 Rubel Umsatz, die Tabakfabrikation mit 560 000 Rubel (6 Fabriken), eine Baumwollspinnerei (Tschitachow) mit 350 000 Rubel, drei Bierbrauereien, eine Branntweinbrennerei. In Galanterie- und Kolonialwaren werden jährlich umgesetzt 3 Mill. Rubel, in Manufakturen 5 Mill., in Thee 1 Mill. Im ganzen beträgt der Umsatz der verschiedenen Gewerbe und Magazine mehr als 31 Mill. Rubel. Der Handel ist in neuerer Zeit etwas zurückgegangen. Den Kredit vermitteln eine Filiale der Russischen Reichsbank, eine Adelsbank, eine Kommerzbank, eine Kreditgesellschaft, eine Bodenkreditbank, eine Stadtbank und verschiedene Bankhäuser (Tschitachow, Pridonow u. a.). Durch Konsuln sind vertreten: Persien und die Türkei (Generalkonsulate), Deutschland, Frankreich, Belgien, die Schweiz und Italien. - Die Länge der Pferdebahn beträgt etwa 25 km, die Zahl der Droschken 560, der Transportfuhrwerke 880; ferner besteht eine Telephonanlage.

Tiga javanensis, s. Spechte nebst Tafel, Fig. 5.

Tigani, Tiganion, s. Chora.

Tiger, Königstiger (Felis tigris L.; hierzu die Tafel: Königstiger), eine der größten Katzenarten der Alten Welt, die sich durch schöne dunkelbraune Querstreifen auf dem gelbroten Fell und einen weißlichen Backenbart beim Männchen auszeichnet, dem Löwen an Größe und Stärke gleichkommt, an Verwegenheit und List jedoch ihn bei weitem übertrifft. Das Verbreitungsgebiet des T. ist sehr groß und wird nur von dem des Leoparden übertroffen. Es erstreckt sich vom Kaukasus im Westen bis an den Stillen Ocean durch ganz Mittel- und Südasien und im Norden bis in das Amurgebiet und an den Baikalsee, so daß die verschiedenen klimatischen Einflüsse und Existenzbedingungen zur Bildung mehrerer Spielarten geführt haben. Der bengalische T. bewohnt das Verbreitungscentrum der Art, ganz Indien, von wo er bis Persien, dem Kaspischen Meer und noch weiter westlich sich ausdehnt und südlich bis nach Sumatra reicht. Er ist die größte und zahlreichste Varietät. Im Norden geht er in den sibirischen T. über, der sich durch einen längern Pelz mit vollkommenem Haarwechsel nach Art der übrigen arktischen Pelztiere auszeichnet. Auch kommt bei ihm gelegentlich hellere Färbung vor. Die dritte Form ist der Javatiger, kleiner und dunkler gefärbt, mit längerm Backenbart als die vorigen, an der östlichsten Grenze des Vorkommens. Der T. ist eine furchtbare Geisel der Länder, in denen er häufig ist, und diejenige wilde Katzenart, die den Kampf mit dem Menschen und seiner Civilisation bis jetzt am erfolgreichsten gekämpft hat. In Ostindien behauptete er sich trotz aller Nachstellungen, denen jährlich Hunderte von T. erliegen, unter dem Schutze der unverwüstlichen tropischen Vegetation selbst in den kultiviertesten Gegenden. In der Gefangenschaft und namentlich in gut eingerichteten zoolog. Gärten hält sich der T. lange Jahre und pflanzt sich regelmäßig fort. Die Tragzeit währt 100-108 Tage, die Zahl der geworfenen Jungen schwankt zwischen 2 und 5, die, blind geboren, nach wenigen Tagen sehend werden. In einigen Fällen hat man auch Bastarde zwischen Löwen und Tigerin gezogen. Junge T. werden mit 1200-2000 M., erwachsene bis zu 6000 M. bezahlt.

Über den amerikanischen T. s. Jaguar.

Tigerauge, ein gelbbraunes faseriges Mineral aus den Doorn- und Griquastadbergen in Südafrika, das geschliffen einen schönen wogenden Lichtschein aussendet und vielfach zu Schmucksachen, Manschettenknöpfen, Broschen, Dosen verarbeitet wird. Mineralogisch ist es ein umgewandelter Krokydolith (s. d.), dessen Eisengehalt gelbbraun hydratisiert wurde und zwischen dessen Fasern reichlich Quarz eindrang, der die Härte bedingt.

Tigerdachs, s. Hunde (Erdhunde).

Tigerfink (Habropyga amandava L.), zu den Prachtfinken (s. d.) gehörige Vogelgattung, die jährlich in großen Mengen eingeführt und wegen ihrer Schönheit, guten Haltbarkeit und leichten Zucht sehr beliebt ist. Die Hauptfärbung des Männchens ist