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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Toggia; Togoland; Togril-Beg; Tohuwabohu; Toile; Toilette

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Toggia – Toilette

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Toggenburg'

Gunsten der Landschaft entschieden; vollständig beseitigt wurde jedoch die Herrschaft des Stifts erst durch die helvet. Verfassung 1798 und die Mediationsverfassung von 1803, welche letztere das T. dem Kanton St. Gallen zuwies. – Vgl. Wegelin, Geschichte der Landschaft T. (St. Gallen 1857); Hagmann, Das T. (Lichtensteig 1877); Das T. Vom Toggenburger Verkehrsverein (1895).

Toggia (spr. toddscha), Fluß, s. Tosa.

Togoland, Togo, deutsches Schutzgebiet in Westafrika, an der Sklavenküste, grenzt im W. bei Lome an die Englische Goldküste und, durch den Volta getrennt, an das Hinterland derselben, im O. von Groß-Popo längs des Mono und später des Meridians der Insel Bayol, zuletzt in nordwestl. Richtung an die franz. Kolonie Dahome, im N. längs des 11.° nördl. Br. und des Weißen Volta an den franz. Sudan und im S. an den Golf von Benin und an die Lagune und umfaßt 82330 qkm. (S. die Karten: Kamerun, Togo und Deutsch-Südwestafrika und Guinea.) Über die Stärke der einheimischen Bevölkerung giebt es keine Aufzeichnungen. Ansässig waren 1896: 91 Europäer, darunter 82 Deutsche. Die etwa 70 km lange, von einer Lagune begleitete Küste besteht aus einer Sandfläche mit Dorngebüsch und vereinzelten Wäldern von Kokospalmen. Hinter diesem nehrungsartigen schmalen Strandgebiete dehnt sich in der Mitte ein großes Süßwasserhaff aus, der Togo- oder Avonsee. Daran schließt sich ein etwas höher gelegenes, sanft gewelltes Binnenland, das im O. ziemlich wasserarm aus Savannenwald und Weidegrund besteht, im W. dagegen einen gut befruchteten, humusreichen und sehr fruchtbaren Boden besitzt. Das Opossum- oder Apossogebirge, ein Sammelname für die einzelnen Bergketten von Agome, Akposso und Adeli, zieht in einer mittlern Erhebung von 500 m vom Norden Dahomes nach dem untern Volta und schließt mit nördl. Steilabfall die Hochebenen des Nigerbogens vom Tiefland der Küste ab. Die höchsten Gipfel befinden sich bei Misahöhe im SW. (Agugebirge 980 m) und bei Bismarckburg im N. (Hausberg 710 m). Von den in diesem Gebirge entspringenden Flüssen Todschie und Mono hat der erstere nur im Oberlauf einige Bedeutung für T., da er in engl. Gebiet mündet. Der Sio und Haho, die Mitte des Landes als spärliche, doch dauernd fließende Gewässer durchschneidend, ergießen sich in den Togosee. Das Klima wirkt wegen des hohen Feuchtigkeitsgehalts der Luft sehr erschlaffend und ist trotz der herrschenden Seewinde periodenweise recht ungesund (am gesündesten in Lome); heftige Malariaepidemien treten fast regelmäßig im Mai bis Juli und im November und Dezember auf, hauptsächlich an der Küste, doch auch im höher gelegenen Binnenland. Die Jahresmitteltemperatur beträgt an der Küste 26,5°C., im Gebirge 23,7°; die Regenmenge an der Küste 700–800 mm, im Gebirge 1200–1400 mm; die Höhe der Regenzeit fällt in den April bis Juni und in den September bis Ende Oktober. Die Vegetation strotzt in tropischer Fülle: es gedeihen Öl-, Kokos- und Fächerpalmen, Butterbäume, Tamarinden, Bananen und die Landolphialiane; auf sorgfältig bebauten Feldern: Mais, Reis, Tabak, Zuckerrohr und Erdnüsse. Den Hauptausfuhrartikel liefert die Ölpalme. Große Kokosplantagen existieren in Kpeme, Lome, Bagida und Klein-Popo. Mit Kaffeeplantagen wurde in Klein-Popo und Sebbe ein befriedigender Anfang gemacht. Die Versuche mit ↔ Baumwollpflanzungen mißglückten. Der Anbau europ. Gemüse bewährt sich. Jagdbare wilde Tiere kommen nur im Gebirgsland und in geringer Anzahl vor. Rindvieh wird überall gezüchtet. Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner sind in großer Menge vorhanden. Die Bevölkerung des Südens, bestehend aus Togo, Agotime und Mina, spricht die Ewesprache; sie zeigt sich fleißig und geschickt im Ackerbau, in der Weberei und Töpferei und im Handel. Sklavenjagden und -Märkte giebt es nicht; die Haussklaverei hat nur die Form eines lockern Hörigkeitsverhältnisses. Sitz des Landeshauptmanns war bis 1897 Sebbe, seither Lome; die Haupthandelsplätze an der Küste sind: Klein-Popo (s. d.), Porto-Seguro, Bagida und Lome; letzteres nimmt von Jahr zu Jahr an Bedeutung und Größe zu. Wichtige Orte für den Handelsverkehr nach dem Innern sind: im W. die Station Misahöhe, Kpandu und Kratje; im O. Do Koffi und Atakpame; im N. die Station Sansanne-Mangu; die ehemalige Station Bismarckburg wurde 1894 nach Kete-Kratje (Hedwigswart) verlegt. Am Haho liegt Adangbe (s. d.). Das Bestreben der Kolonialverwaltung geht dahin, den Handel des Hinterlandes durch Anlegung breiter Karawanenstraßen direkt nach der Küste zu leiten; eine 90 km lange Straße bis Wodunu ist bereits fertig. Die Einnahmen und Ausgaben betrugen 1897–98 je 400000 M. Die Einfuhr (Baumwollwaren, Spirituosen) belief sich (1896) auf 1,89 Mill. M., die Ausfuhr (Palmkerne und -Öl, Gummi) auf 1,65 Mill. M. An Schiffen liefen 1896 ein 55 deutsche, 47 englische, 24 französische u.s.w. mit zusammen 152673 Registertons. Die Schutztruppe hatte 1897/98 eine Stärke von 1 Offizier, 3 Unteroffizieren und 150 Mann (Farbige); Post- und Telegraphenanstalten giebt es in Lome und Klein-Popo. – T. wurde 5. Juli 1884 von Nachtigal als deutsches Schutzgebiet erklärt. Um die Erforschung machten sich hervorragend verdient: Hornberger (1862); Henrici und Burgi (1887–88); Wolf, nordöstlich über das Opossumgebirge bis Borgu (1888); von François, über Salaga bis Gurunsi (1888); Kling und Büttner, zwischen dem obern Volta und Mono (1890–92); 1894–95 erreichte Gruner über die westl. Teile von Borogung und Gurma die Stadt Say am Niger, gleichzeitig eine franz. Expedition unter Kapitän Decoeur. Ein deutsch-franz. Grenzvertrag setzte 1897 die Ost- und Nordgrenze fest. – Vgl. Hugo Zöller, Das T. (Stuttg. 1885); von Danckelmans Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten (Berl. 1888–94); Langhans, Deutscher Kolonialatlas, Blatt 12 u. 14 nebst Text (Gotha 1897).

Togril-Beg, s. Seldschuken.

Tohuwabōhu (hebr., d.i. Wüste und Leere), im ersten (jüngern) Schöpfungsmythus 1 Mos. 1,2 der chaotische Zustand der von Gott geschaffenen, mit Himmel und Meer noch ein Ineinander bildenden Erde; daher Bezeichnung chaotischer Zustände.

Toile (frz., spr. toall'), Leinwand, Tischdecke, auch Theatervorhang (s. d.).

Toilette (frz., spr. tŏal-; von toile), sowohl die einzelnen Teile des Anzugs und die Handlung des Ankleidens, wie auch den zum Anzuge und Putz nötigen Apparat. T. heißt z. B. der Tisch mit Putzgerätschaften und dem notwendig dazu gehörenden Spiegel, weil die Putztische der Damen mit einem Tüchelchen (toilette) überzogen waren, ehe diese Tische aus Rosen- und Citronenholz, Mahagoni, Palisander u.s.w. verfertigt wurden.