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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Toxalbumine - Tracheen

Toxalbumine, s. Infektionskrankheiten (Bd. 17).

Toxicämie (Toxichämie, grch.), Blutvergiftung, s. Pyämie.

Toxikologie (grch.), die Lehre von den Giften, s. Gift.

Toxodonten (Toxodontĭa), merkwürdige Säugetiere aus dem Diluvium von Südamerika, die in ihrer Zahnbildung und in ihrem Knochenbau Beziehungen zu Nagern, Zahnarmen, Huftieren, selbst zu Seekühen und Waltieren zeigen. Die T. waren groß, manche wie lebende Nashörner. Hierher gehören die Gattungen Toxodon und Nesodon.

Toxoglossa, s. Pfeilzüngler.

Toxotes, Fisch, s.Schütze und Tafel: Fische V, Fig. 5.

Toxteth Park, südl. Vorort Liverpools (s. d. nebst Plan, Bd. 17).

To-Yak, eine japan. Drogue von stark bitterm Geschmack, von Pleurogyne rotata Gris. stammend und als tonisierendes Bittermittel geschätzt.

Tozla, Stadt, s. Perekop.

T. P., Abkürzung für Travaux à perpétuité (frz., d. h. lebenslängliche Zwangsarbeiten), das Feuermal (Brandmarkung), womit früher in Frankreich die Bagnosträflinge gezeichnet wurden.

Tr., bei Alkoholometerangaben die Skala nach Tralles.

Tr., hinter wissenschaftlichen Benennungen von Schmetterlingen Abkürzung für Friedr. Treitschke, geb. 1776 in Leipzig, gest. 1812 als Hoftheaterökonom in Wien. Er setzte das von Ochsenheimer begonnene Werk über europ. Schmetterlinge fort. - Tr. oder Trosch. ist auch Abkürzung für Franz Hermann Troschel (s. d.).

Trab, schreitende Bewegung des Pferdes mit derselben Beinfolge wie beim Schritt (s. d.), nur daß das Abschnellen der einzelnen Füße weit federnder und schwunghafter geschieht. Man unterscheidet verschiedene Stärkegrade (Kadenzen).

Trabakel (ital. trabaccŏlo), österr. Küstenfahrer, zweimastig, mit einem lat. Segel an langer Rahe (sog.Trabakelsegel).

Trabanten, im Mittelalter Krieger, die vom 16. Jahrh. an zu Leibwachen hoher Personen wurden. Sie waren mit Hellebarden und mit Seitengewehren bewaffnet, mit Helm, auch wohl mit Küraß versehen, und durch auszeichnende, meist span. Kleidung geschmückt. (S. auch Haustruppen und Leibgarde.) - T., als Begleiter der Hauptplaneten, heißen auch die Nebenplaneten (s. d.) oder Monde.

Trabea, bei den Römern ein purpurgestreifter oder purpurfarbiger Umwurf, der als Kriegskleid diente und deshalb kürzer war als die Toga (s. d.).

Traben, Flecken im Kreis Zell des preuß. Reg.-Bez. Koblenz, links an der Mosel, gegenüber von Trarbach (s. d.), an der Nebenlinie Pünderich-T. (10,5 km, Station T.-Trarbach) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz einer Reichsbanknebenstelle (T.-Trarbach), hat (1895) 2118 meist evang. E., Post, Telegraph, spätgot. zweischiffige Kirche, elektrische Straßenbeleuchtung, Wasserleitung; bedeutenden Weinbau (jährliche Produktion etwa 6000 hl im Werte von 240 000 M.) und Weinhandel. Nahebei die Reste der Festung Montroyal, die von Ludwig XIV. nach Vaubans Plänen 1686 begonnen, 1697 nach dem Ryswijker Frieden geschleift wurde.

Traber, s. Traberkrankheit und Drehkrankheit.

Träber, soviel wie Trester (s. d.).

Traberkrankheit, Wetz- oder Gnubberkrankheit, ein eigentümliches Rückenmarksleiden der Schafe, das, langsam verlaufend, regelmäßig zum Tode führt. Die T. kommt fast nur in edeln Zuchten (Elektoralherden) vor und wird in der Regel durch einen damit belasteten Bock (Erbtraber) eingeschleppt. Die Tiere sind zuerst schreckhaft (Schruckigsein), legen den Kopf zurück und zittern mit den Ohren; nach 14 Tagen im Sommer, im Winter dagegen erst nach 4-8 Wochen zeigt sich eine Schwäche der Nachhand durch unsichern, trippelnden, trabartigen Gang (Traber); außerdem leiden die Tiere an starkem Juckreiz, namentlich in der Kreuzgegend.

Traberpferd, Sammelname für verschiedene Pferderassen, deren gemeinsame Eigentümlichkeit in ihrer hervorragenden Trableistung liegt; man ist bemüht, die letztere durch Reinzucht fortzupflanzen und durch Trabrennen noch zu erhöhen. In England war die Grafschaft Norfolk seit alter Zeit im Besitz guter T., die als Norfolk-Trotter noch heute einigen Ruf besitzen. Bekannter und jenen überlegen sind die russ. Orlowtraber (s. d.). Das leistungsfähigste und verbreitetste T. ist gegenwärtig das nordamerikanische. In Deutschland giebt es vier Trabergestüte: Haupttrabergestüt zu Lilienhof in Baden, Gestüt Mariahall in Sprenslingen bei Frankfurt a. M., Gestüt Schaberneck zu Düsseldorf, Gestüt Gustavshof zu Düsterförde in Mecklenburg-Schwerin.

Trabizun, Trabezon. s. Trapezunt.

Trabrennen, eine Art des Wettrennens, bei der die Pferde nur im Trab, niemals im Galopp gehen dürfen; dieselben Bedingungen haben die Trabwettfahrten. Bei letztern wird ein leichter Wagen mit Gummirädern benutzt. Noch vor wenigen Jahren war es üblich, den Preis erst nach mehrern "Stechen", d. h. nach mehrmaligem Durchlaufen der vorgeschriebenen Distanz, zuzuerkennen. Dabei nannte man die Entscheidungsrennen Stichrennen.

Tracasserie (frz.), Schererei, Aufhetzerei.

Trace (frz., spr. trahß), Vorzeichnung, eine im Gelände abgesteckte Linie, die dem Auge durch Pfähle, eine helle Schnur oder durch eine mit Spaten oder Hacke hergestellte kleine Furche sichtbar gemacht wird. Hiervon tracieren und Tracierung (s. Trassierung). T. ist nicht zu verwechseln mit Tracé.

Tracé (frz., spr. traßeh), Grundrißform von Befestigungsanlagen (s. Bastionierter Grundriß, Polygonaler Grundriß, Tenaillierter Grundriß). T. ist nicht zu verwechseln mit Trace.

Trach, Joh., luth. Theolog, s. Draconites.

Trachea (grch.), die Luftröhre.

Trachea, s. Fichteneule und Tafel: Schädliche Forstinsekten II, Fig. 3, beim Artikel Forstinsekten.

Trachealrasseln, s. Luftröhre und Lungenödem.

Tracheen (grch.), die Atmungswerkzeuge der Insekten, Tausendfüßer und eines Teils der Spinnentiere. Sie bestehen in bloßen Luftkanälen, die zu mehrern auf beiden Seiten des Leibes oder am hintern Körperende in zwei Röhren ihren Anfang nehmen, meist nach außen in verschließbare Luftlöcher (stigmata) ausmünden, nach innen aber die Luft durch mannigfache Verzweigung in alle Teile des Körpers führen und häufig, besonders bei gut fliegenden Insekten, auf ihrem Wege zu Luftsäcken (Tracheenblasen) sich erweitern. Vor dem Fliegen werden die T. häufig erst mit Luft gefüllt (das sog. Zählen der Maikäfer beruht hierauf). Bei andern Formen (z. B. den wasserbewohnenden Larven der Eintagsfliegen, Köcherjungfern) finden sich keine derartigen Luftlöcher, die T. beginnen vielmehr mit feinen Verzweigungen in blatt- oder fadenförmigen