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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trenzen - Treppen

linken Ufer der Waag und an den Linien Galanta-Sillein und T.-Vlárapaß (14 km) der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 5100 meist kath. slowak. E. (1698 Ungarn, 926 Deutsche), darunter 482 Evangelische und 1198 Israeliten, in Garnison je ein Bataillon des 71. ungar. und des 72. ungar. Infanterieregiments, alte Stadtkirche (14. Jahrh.), Piaristenkollegium mit schöner Kirche, Staatsobergymnasium, staatliche höhere Mädchenschule, Hauptschule und ein auf hohem Felsen gelegenes wohl erhaltenes Schloß T. Berühmt ist die Stadt durch die 10 km östlich, bei Teplitz (s. d.) liegenden Trentschiner Bäder.

Trenzen, s. Edelhirsch.

Trepanation, Trepanieren, die Auslösung eines Stücks der knöchernen Hirnschale behufs Eröffnung der Schädelhöhle. Die T. wird besonders vorgenommen bei Erscheinungen von Gehirndruck, zur Entfernung von Fremdkörpern aus der Schädelhöhle, bei verschiedenen Erkrankungen der Schädelknochen, der Gehirnhäute und des Gehirns (Absceß, Geschwülste). Früher führte man die Operation mit dem Trepān oder der Trephine (Trepanum, grch. trepănon) aus, einer zirkelförmigen, dem Centrumbohrer ähnlichen Säge; das ausgesägte Knochenstück wurde mit einem hebelförmigen Instrument, dem Tirefond, herausgehoben. Jetzt pflegt man das zu beseitigende Knochenstück in der Regel mit dem Meißel und Hammer oder mit einer Kreissäge auszulösen.

Trepang, s. Holothurien.

Trephine (frz.), s. Trepanation.

Treport, Le (spr. -pohr), Hafenstadt im Arrondissement Dieppe, Kanton Eu des franz. Depart. Seine-Inférieure, an der Grenze des Depart. Somme, links an der Mündung der Bresle in den Kanal (La Manche), an steiler Felsenküste und den Linien Abbeville-T. (31 km) und Paris-Beauvais-T. (183 km), ist über Eu (s. d.) mit Dieppe durch Bahn verbunden, hat (1896) 4441, als Gemeinde 4748 E., einen kleinen, durch eine Bank für größere Schiffe gesperrten Hafen mit Mole und Leuchtturm, ein besonders von Paris aus (wohl nur der Nähe wegen) frequentiertes Seebad mit Kasino, in der alten Stadt ein Rathaus mit einem Turme aus dem 16. Jahrh. und die den Hafen beherrschende Kirche; ferner ein Hafenamt, Schiffbau, Salzniederlage, Fischerei, Brauerei, Fabrikation von Segeln, Netzen und Glas sowie Holzeinfuhr und Handel mit Salz, Leinwand und Wein.

Treppen, Stiegen, bauliche Vorrichtungen zum Hinaufsteigen aus niedriger gelegenen zu höher liegenden Räumen. Die T. können aus Stein, Holz und Eisen konstruiert werden. Im allgemeinen unterscheidet man Freitreppen, d. h. solche, welche im Freien vor einem Hause liegen, von innern oder Haustreppen, und diese gliedern sich wieder in Haupt-, Neben- oder Lauf-, Keller-, Bodentreppen u. s. w. Bei einer Treppe unterscheidet man folgende Teile: Die Wangen, d. h. die seitlichen Begrenzungen der Treppe und die Stufen (bei diesen ist Trittstufe der wagrechte Teil, Setz- oder Futterstufe der senkrechte Teil einer Stufe, Blockstufe eine aus einem Stück gearbeitete Stufe, der Antritt die unterste Stufe, der Austritt die oberste Stufe, die Steigung der senkrechte Höhenunterschied zwischen zwei Trittstufen, das Steigungsverhältnis das Verhältnis der Breite der Trittstufe zur Höhe der Setzstufe, z. B. für bessere Wohngebäude 17 cm Steigung zu 30 cm Auftritt, d. i. der wagrechte Abstand von Vorderkante zu Vorderkante der Trittstufe); das Podest (s. d.) und den Treppenlauf oder Treppenarm, eine ununterbrochene Reihenfolge von Stufen zwischen Antritt und Podest, oder zwischen zwei Podesten, wonach man ein- und mehrarmige T. unterscheidet; das Treppengeländer, bestehend aus einer Handleiste, die auf Säulchen (Treillen, Docken) oder einem Gitter ruht; endlich das Treppenhaus sich die Treppe befindet. In Bezug auf die Konstruktion steinerner T. unterscheidet man freitragende, das sind solche, deren Stufen auf einer Seite eingemauert sind, während sie am andern Ende frei schweben, und unterstützte T., deren Stufen beiderseitig befestigt sind, ferner gerade T. im Gegensatz zu den ein- oder mehrmals gebrochenen, deren Läufe gewöhnlich an einem Podest ihre vorherige Richtung meist unter einem Winkel von 90° verlassen. Treten an Stelle der Podeste sog. Winkelstufen, so entstehen die gewundenen T. oder T. gemischter Form, bestehend aus geraden und Wendelstufen. Erhält aber eine Treppe eine runde, ovale oder elliptische Windung oder Grundrißform, so bezeichnet man sie als Wendeltreppe, während sie bei kreisrundem Grundrisse, wie Türmen, in denen sich das Treppenhaus befindet, Spindeltreppen heißen. Besonders zu erwähnen sind bei den freitragenden T. die Wendeltreppen mit massiver Spindel, Spille oder Mönch von 18 bis 25 cm Durchmesser, welcher gleich an die steinernen Stufen mit angearbeitet wird. Auch treten solche Wendeltreppen mit hohler Spindel auf, bei welchen Wangenstücke an die Stufen angearbeitet werden müssen, was die Treppenanlage sehr verteuert. In größern, namentlich öffentlichen Gebäuden ordnet man häufig sog. Doppeltreppen an, welche entweder mit einem Laufe anfangen und mit zwei solchen endigen, oder umgekehrt; der Mittelarm ist dann meist breiter als die Seitenarme. Bei allen T. ist zur Konstruktion der T. im Grundriß die Ganglinie einzuzeichnen, welche bei geraden T. in der halben Treppenbreite, bei gewundenen T. in halber Breite oder im äußern Drittel derselben liegen muß. Auf dieser wird der ausgerechneten erforderlichen Stufenzahl entsprechend die normale Auftrittsbreite aufgetragen. Die Gefälligkeit und das weichere Begehen der Holztreppe wird mit der Feuersicherheit der steinernen Treppe vereinigt dadurch, daß man steinerne Treppenstufen mit Holzbelag aus 5-6 cm starken Bohlen versieht. Eiserne T. wurden früher aus Gußeisen hergestellt, während in der Neuzeit die T. aus Schmiedeeisen am meisten ausgeführt werden. Auf keinen Fall sind gußeiserne T. im Freien anzuordnen, wegen der großen Empfindlichkeit des Gußeisens gegen Temperaturunterschiede und wegen seiner großen Sprödigkeit. Gußeiserne Wendeltreppen werden nur als Spindeltreppen ausgeführt, bei welchen die Steigung größer als sonst üblich angenommen wird. Schmiedeeiserne T. lassen sich in mannigfaltiger Weise als vollständig oder einseitig freitragende herstellen. Die Feuersicherheit eiserner T. wird erheblich vermehrt durch Anwendung des geraden Trägerwellblechs zwischen C- oder T-Eisenträgern, an dessen Stelle auch mit Vorteil bombiertes Wellblech verwendet wurde. Auch verkleidet man behufs noch größerer Feuersicherheit das Wellblech von unten und die Wangen seitlich unter Belassung einer Luftschicht mit einer angehängten Decke aus Drahtnetz mit Gips- oder Cementputz