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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trienter Konzil - Trier

an der östl. Thalwand 2 Batterien und 1 Blockhaus liegen, dahinter ist an der Abhangskante des Marzola hinauf eine Reihe Batterien angelegt zur Beherrschung des Val Sorda, während an seinem Fuß, 3 km rückwärts, das Fort San Rocca als Reduitposten dient, unterstützt durch Batterie Romagnana am westl. Thalhang. Im Osten wird Straße und Eisenbahn im Fersinathal durch mehrere Werke gesperrt, daran schließen sich südlich die des Monte-Selva (1 Panzerfort und 1 Batterie) und Cimirlo. Nach Norden schaut Fort Martignano am Südwesthang des Monte-Calisio und Batterie Gardalo nordwestlich seines Rückens ins Etschthal. Die Befestigung der Westfront umfaßt die Sperre der Straße nach Tione (Buca di Vela nebst Batterie auf der Höhe) sowie die Werke Sopramonte und Brigalino. Die Höhe des Monte-Vazon westlich und Chegol östlich von der Etsch sind nicht befestigt.

T. (lat. Tridentum) ist die älteste Stadt Tirols. Die Römer hatten hier eine von Augustus befestigte Niederlassung. Während der Völkerwanderung litt T. sehr und wurde von dem König der Ostgoten Theodorich aufs neue hergestellt. Aus seiner Zeit rühren noch heute erhaltene Mauerreste her. T. ging dann der Reihe nach in den Besitz got., langobard. Herzöge und der Franken über, bis 1027 die Herrschaft der Bischöfe von T. begann. Das älteste Statut der Stadt ist deutsch und stammt aus dem 13. Jahrh. In T. wurde 1545-63 das Tridentinische Konzil (s. d.) abgehalten. 1803 wurde das Bistum säkularisiert und kam an Österreich, das es 1805 an Bayern abtrat. 1809 wurde es ein Teil des Königreichs Italien, bis es 1814 wieder an Österreich kam. - Vgl. Barbacovi, Memoire storiche della città e del territorio di Trento (Trient 1808); Ambrosi, Trento e il suo circondario (ebd. 1881); Sommario della storia trentina. (Borgo 1881); Scrittori ed Artisti trentini (Trient 1883); Öribauer, Führer für Trient-Arco und Umgebung (Reichenberg 1884); F. Ambrosi, Commentari della storia trentina (2 Bde., Rovereto 1889); Jülg, T. und Umgebung (Münch. 1892).

Trienter Konzil, s. Tridentinisches Konzil.

Trientiner Alpen nannte man früher das Gebirge bei Trient, und zwar bald die Alpen im W., bald jene im O. der Stadt und der Etsch; beide gehören zum Etschbuchtgebirge. (S. Ostalpen.)

Trier. 1) Regierungsbezirk der preuß. Rheinprovinz (s. Karte: Rheinprovinz u. s. w. II. Südlicher Teil), umfaßt Gebiete des ehemaligen Erzbistums T., der Fürstentümer Veldez, Zweibrücken und Lichtenberg, der Grafschaft Saarbrücken, der Herrschaften Dagstuhl, Freudenberg, Ottweiler, Blankenheim ünd Gerolstein sowie der Abteien Prüm und Echternach, grenzt im W. an Luxemburg und Lothringen, im SO. an die bayr. Pfalz, mit den Flüssen Mosel, Saar, Sauer, Prüm, Kyll, Salm und Lieser, und den Gebirgen Eifel (Schneifel 675 m), Idar- und Hochwald, hat Acker- und Weinbau, Waldungen, Steinkohlenbergwerk, bedeutende Eisenindustrie, 7184,14 qkm und (1895) 768 451 (388 292 männl., 380 159 weibl.) E., 14 Städte mit 176,61 qkm und 139 034 (73 115 männl., 65 919 weibl.) E., 1111 Landgemeinden mit 7007,53 qkm und 629 417 (315 177 männl., 314 240 weibl.) E. Dem Religionsbekenntnis nach waren 619 239 Katholiken, 142 374 Evangelische, 245 andere Christen und 6575 Israeliten.

Der Regierungsbezirk zerfällt in folgende Kreise:

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Kreise qkm Wohnstätten Einwohner Evangelische Katholiken Israeliten

Daun 610,16 5 273 28 571 225 28 292 47

Prüm 918,87 6 224 33 753 205 33 508 23

Bitburg 780,48 7 734 43 321 147 42 947 207

Wittlich 642,07 7 112 38 350 173 37 658 494

Bernkastel 667,68 8 448 44 536 12 735 31 047 747

Stadtkreis Trier 7,84 2 832 40 026 5 185 33 996 823

Landkreis Trier 1010,96 13 326 79 741 1 513 77 437 775

Saarburg 453,96 5 626 31 830 212 31 275 342

Merzig 421,24 7 330 42 316 678 41 231 391

Saarlouis 440,73 12 741 82 395 2 926 78 377 1 037

Saarbrücken 386,27 16 925 166 192 65 755 99 638 682

Ottweiler 306,63 10 614 88 265 30 141 57 450 658

St. Wendel 537,25 7 918 49 155 22 479 26 323 349

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Der Regierungsbezirk wird eingeteilt in 6 Reichstagswahlkreise : Daun-Prüm-Bitburg (Abgeordneter 1893: Brökmann), Wittlich-Bernkastel (Dieden), T. (Dr. Rintelen), Saarburg-Saarlouis (Roeren, sämtlich dem Centrum angehörig), Saarbrücken (Boltz, nationalliberal), Ottweiler-St. Wendel (Freiherr von Stumm-Halberg, Reichspartei). - 2) Landkreis im Reg.-Bez. T. (s. obenstehende Tabelle). - 3) T., frz. Trèves (lat. Augusta Trevirorum), Hauptstadt des Reg.-Bez. T. und Stadtkreis, ehemals Hauptstadt des Erzstifts und Kurfürstentums T., 10 km von der luxemb. Grenze, liegt in einem schönen Thal, das von zwei mit Wein bepflanzten Bergreihen gebildet wird, am rechten Ufer der Mosel, über welche eine Brücke (190 m lang, 7,5 m breit) führt, an den Linien Köln-T. (180 km), Koblenz-T.-Sierck (163,4 km), T.-Saarbrücken-Saargemünd (106,4 km), T.-Wasserbillig (14,6 km) und den Nebenlinien T.-Hermeskeil (52,7 km) und Ehrang-Conz der Preuß. Staatsbahnen (3 Bahnhöfe), ist Sitz der königl. Regierung, des Landratsamtes für den Landkreis, eines Landgerichts (Oberlandesgericht Köln) mit 16 Amtsgerichten (Bernkastel, Bitburg, Daun, Hermeskeil, Hillesheim, Merzig, Neuerburg, Neumagen, Perl, Prüm, Rhaunen, Saarburg, T., Wadern, Waxweiler, Wittlich), eines Amtsgerichts, Gewerbegerichts, Hauptsteueramtes, einer Oberpostdirektion, Handelskammer, Reichsbanknebenstelle, eines belg. Vicekonsuls, der Kommandos der 16. Division, 31. Infanteriebrigade und zweier Bezirkskommandos und hat (1895) 40 026 E., darunter 5185 Evangelische und 823 Israeliten, in Garnsion die Infanterieregimenter von Horn (3. rhein.) Nr. 29 und (7. rhein.) Nr. 69, und die 3. Abteilung des Feldartillerieregiments von Holtzendorf (1. rhein.) Nr. 8, Postamt erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraphenamt erster Klasse, Postagentur und Telegraph (Trier-Löwenbrücken) und Fernsprecheinrichtung. Der ältere Teil der Stadt ist, soweit er noch Privatgärten besitzt, weitläufig gebaut, die Straßen aber eng und unregelmäßig; die neuern Straßen umschließen die Altstadt als Ringstraße und verbinden sie mit den 1888 einverleibten Vororten. Von der Befestigung sind nur Reste vorhanden, an Stelle des Stadtgrabens Promenadenanlagen getreten.

^[Abb.)

Gebäude. Außer in Südfrankreich finden sich nirgends diesseit der Alpen so viele und gut erhaltene Denkmäler aus der Römerzeit wie in T.; sie stammen, mit Ausnahme des unter Trajan erbauten Amphitheaters (für 30 000 Personen), sämtlich aus dem Ende