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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Verbenaceen - Verbindungswesen
Verpflichtung, wie z. B. die Spielschuld. Das frei'
willig und mit Bewußtsein Gezahlte kann nicht zu-
rückgefordcrt, aber auf Zahlung kann nicht geklagt
werden. Es giebt auch natürliche V., für welche mit
Wirksamkeit Pfänder bestellt oder Bürgschaften ein-
gegangen werden können, solche, deren Zahlung auch
dann nicht zurückgefordert werden kann, wenn sie
von dem Zahlenden in dem irrigen Glauben an eine
vollgültige Verpflichtung geleistet ist, und solche, bei
denen blos; jene erste Art der Wirksamkeit eintritt.
Verbindung, in der Chemie ein aus mehrern
Elemcntarbestandteilen zusammengesetzter homoge-
ner Körper, im Gegensatz zu den Elementen. (S.
Chemische Prozesse.) Als Vorgang auch soviel wie
chem. Vereinigung oder Synthese.
Verbindungen, K o m munikatione n, in stra-
tegischer Beziehung die Land- und Wasserverbin-
dungen aller Art, die den Verkehr eines Heers mit
seiner Opcrationsbasis (s. d.), mit seinen Magazinen
und Depots, seinen Unterhalts- und Ergänzungs-
qucllen vermitteln. Diese Verbindungslinien sind
die Lebensadern des Heers. Auf ihnen vollzieht sich
der Nachschub von Ersatzmannschaftcn und Material
aller Art, der Transport von Proviant und Laza-
retten, der Verkehr von Detachements, Posten und
Kurieren, der Rücktransport der Gefangenen und
Kranken u. s. w. In ihrer zweiten Bedeutung als
Rückzugslinien bilden sie im eigentlichen Sinne den
strategischen Rücken des Heers. Die naturgemäße
Lage der Verbindungslinien ist senkrecht zur Ope-
rationsfront der Armee. Bei dem Beginn der
Operationen fallen die Verbindungslinien fast stets
mit den Operationslinicn ls. d.) zusammen; im
wcitern Verlauf der Operationen wird häufig ihre
Verlegung notwendig, fei es im Interesse besserer
Sicherung oder im Interesse erwünschter Abkürzung.
Die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Verbin-
dungslinien sind für die großen Armeen der Gegen-
wart von hervorragender Vedeutilng, weil diese ohne
regelmäßigen Nachschub längere Zeit nicht zu bestehen
vermögen. Die besten Verbindungslinien sind die
Eisenbahnen, weil sie die schnellste und massenhafteste
Bewegung von Truppen und Vorräten gestatten.
Die hervorragende Bedeutung, die die Gewinnung
ausgiebiger rückwärtiger V., namentlich ausgiebiger
Eisenbahnverbindungen für die heutige Kriegführung
bat, ist ganz besonders im Verlauf des Krieges von
1870/71 zu Tage getreten. Nachdem die deutsche
Heeresleitung durch die Eroberung der Festung Toul
die Verfügung über die von der deutschen Grenze bis
in die Nähe von Paris führende Bahnlinie Weißen-
burg - Nancy - Chälons - Nantcuil - fur - Marne ge-
wonnen hatte, bielt man die Gewinnung einer zwei-
ten Bahnverbindung von der Grenze bis zur Ein-
schlicßungsarmee vor Paris für so wichtig, daß man
zu diesem Zwecke die Bcsiegung von fünf Festungen
iThionville, MontMiidy, Mezieres, Eoissons und
LaFere) in Angriff nahm. Sind die Verbindungs-
linien militärisch organisiert und besetzt, so nennt
n:an sie Etappenlinien ls. d.). ^wesen.
Verbindungen, studcntis ch e, s. Verbindungs-
Verbindungsmittel, soviel wie Bindemittel.
Verbindungsspiel, s. Konnektionenspicl.
Verbindungswiirme, die Wärmemenge, die
! bei der Bildung chem. Verbindungen aus vorher
! getrennten Bestandteilen frei wird. (S. auch Ver-
! brennungswärme und Värmctönung.)
lische V. (odi^Mo nltturMs im Gegensatz zu odii- ! Verbindungswesen,stud entisch es,eineEin-
Fktio civilis) ist eine nicht klagbare, aber erfüllbare i richtung, die so alt ist wie die Universitäten, und na-
heimisch und erst 1829 in die europ. Gärten ein-
geführt. Sie besitzt dünne, stark verästelte, kriechende,
mit den Spitzen aufsteigende Zweige und dolden-
förmige Endähren feurig-zinnoberroter Blüten. Viel
länger erhielt sich in den Gürten in ihren specifischen
Merkmalen die ihr nahe stehende V. ^veeäiana ^V?>.
als var. DLiiancL', sie wurde, wie noch bisweilen
heute, wegen ihrer Rcichblütigkeit und ihrer brennend-
scharlachroten Blumen zur Bildung von Teppich-
beeten und Gruppen benutzt. Diese Art und ihre
Blendlinge begreift man heute unter dem Namen
der Scharlach-(Scarlet-)Verbenen. V. tLnciioillsg
6M. et ^x>5. (V. Nivenii //<" i.) hat einen kräf-
tigern Wuchs, eine über die ganze Pflanze sich er-
streckende weihliche Behaarung und stärker auf-
steigende Zweige. Die in Dolden stehenden weißen
oder blauen Blumen hauchen einen sehr angenehmen
Duft aus. Aus der Kreuzung dicfer und der vo-
rigen Art ist die V. I^dridli genannte Rasse hervor-
gegangen, welche große blaue oder rote, durch ein
weißes Auge verzierte Blumen haben und sehr be-
liebt sind. Die vierte Hauptform ist V. Mic'delw
Hto. (in Buenos-Aires) mit niederlegenden, fast
rascnartigen Stengeln, tief-dreiteiligen Blättern und
fiederspaltigen Abschnitten und kleinen Blumen in
aufrechten Dolden. Diese Art ging mit V. ineisa
/ioo5. eine Kreuzung ein und wurde der Ausgangs-
punkt einiger Blcndlingsformen mit größern Blu-
men. Die bedeutendste war die in Italien erzogene
V. Nlwnetti; sie hatte tarmesinrotviolette Blumen
mit weift eingefaßten Abfchnitten. Sie ist die Mutter-
pflanze der fog. italienischen Spielarten geworden.
Während die Verbenen früher aus Stecklingen
von im Gewüchshaufe überwinterten Pflanzen er-
zogen wurden, erzieht man sie jetzt aus Samen und
behandelt sie als Sommergewachse, wenn man ge-
mischt farbige Beete im Auge hat. Andernfalls muß
man sie nach wie vor aus Stecklingen erziehen. Einige
Arten und Formen jedoch, wie V. wnci-ioiäeZ und
var. Oeiilmco, erweisen sich auch aus Samen erzogen
als farbenbcstündig, wenn sie nicht durch in der Nähe
befindliche andere Varietäten befruchtet werden.
Verbenaceen (Vei-den^i^o), Pflanzcnfamilic
aus der Ordnung der Labiatiflorcn (s. d.) mit gegen
700 größtenteils der tropischen und der südlich-ge-
mäßigten Zone angehörenden Arten, Gewächse von
sehr verschiedenartigem Habitus mit regelmäßigen
oder unregelmäßigen, meist lebhaft gefärbten Blüten,
die aus einem unterständigen vier- bis fünflappigen
Kelche, einer verwachsen-blätterigen vier- bis fünf-
teiligen Vlumenkrone, zwei mächtigen Staubgefäßen
und einem Fruchtknoten bestehen. Sie stehen am näch-
sten den Labiaten und Scrophulariaceen. Mehrere
Arten werden als Gartenzierpflanzen kultiviert, so
die der Gattung VOidonu. Von der baumartigen
'lectona grluM81>. stammt das Teakholz (s. d.).
Verbenaöl, ostindisches Gras öl, das farb-
lose bis gelbe, gewürzhaft riechende ätherische Öl
Verbesserte Breite, s. Breite, geographische.
Verbefferungsantrag, s. Abänderungsvor-
Verbietungsrechte, s. Vannrechte. lschlag.
Verbindlichkeit, jede durch das Gesetz aufer-
legte Schranke, z. B. die V., die Gesetze zu beobach-
ten, sich der Verletzung fremder Rechte zu enthalten;
im engern Sinne die dem Forderungsrecht (s. d.) ent-
sprechende Verpflichtung. N atürli ch e oder m ora -