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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Vermieter - Vermont
zu Beverwijk unweit Haarlem, begleitete Baiser
Karl V. auf dessen Reisen und auf dein Zuge nach
Tunis 1535. Er starb 1559 zu Brüssel. Nack sei-
nen Tarstellungen der Kriegstbaten und Triumpbe
Karls V. sind die Tapeten gewebt, welcke nock jetzt
in Madrid aufbewahrt werden. Der taiserl. Hos in
Wien besitzt spätere Wiederholungen. Auch malte V.
sich selbst nebst seinen beiden .Hausfrauen, im Hinter-
grunde die Stadt Tunis, .hervorragend sind seine in
der taiserl. Gemäldesammlung zu Wien befindlichen
zebn Kartons, in Wasserfarbe gemalt l6iu lang,
3 iu hoch), die den Zug Karls V. nacb Tuni5 darstellen.
Vermieter, s. Miete.
Vermiknlär, vermiform (lat.), wurmfo'rmig.
Verinilia. ooniß^era, s. Borstenwürmer.
Verinilinß^iia., s. Wurmzüngler.
Vermillon (frz., spr. würrmijöng), glänzeildrote
Malerfarbe, ist fein präparierter, mit Weingeist ab-
geriebener, auf nassem Wege dargestellter Zinnober.
Vermindert heißen in der Musik diejenigen
Intervalle, welche durch einfache Erniedrigung der
kleinen und reinen abgeleitet werden: t'-n838 oder
ü8-!53 sind verminderte Terzen, abgeleitet von t-.^
und ti8-a. Man nennt anch den Dreiklang vermin-
dert, dessen Qnintc vermindert ist, ebenso die Sep-
timenaccorde, die eine verminderte Septime baben.
Vermischung, s. (^ommixtio.
Vermittelndes Recht, s. Dispositivgcsetze.
Vermittelung, im Völkerrecht, s. Intervention.
Vermittelungsamt, s. Telephonanlagen.
Vermittler, 's. Mediateur, Makler und Börse.
Vermoderung, ein wie die Fäulnis (s. d.) und
Verwesnng durch die Lebensthätigkcit von Mikro-
organismen bewirkter Zersetzungsvorgang lebloser
organischer Substanzen. Die Begriffe Fäulnis, Ver-
wesung und V. lassen sich nickt ganz sckarf au5-
einanderhalten. Man spricht meist von V., wenn bei
dem Zersetznngsprozeft ein kohlenstoffreicher Rest On
mus, Moder) bleibt, während bei Fäulnis und Verwe-
sung schließlick nurMineralbcstandteile znrückbleiben.
Vermögen, der Inbegriff der einen wirtschaft-
lichen Wert enthaltenden Rechte, die einen: bestimm
ten Menschen, einer Gesellschaft (Ges ellschafts-
vermögen), einer Korporation, einer Stiftung,
einer Mist. Person, dem Staate zustehen. Diesen
Inbegriff zufammen mit den darauf haftenden basten
und Schulden nennt man Aktiv- und P assivver -
mögen oder, nach Abzug der Lasten und Sckulden,
R e inve rm ö g en. Über Volks- oder Nationalver-
mögen s. d. Man unterscheidet öffentliches V.und
Privat- oder Sondervcrmögen, je nackdem
da^ V. einen mehr allgemeinen, öffentlicken Zwect
bat, wie das Staats-, Gemeindevermögen u. s. w.,
oder im Besitz von physischen Personen oder von
solchen Gesellschaften und Vereinen ist, die nur
privatrechtlicken Charakter baben; ferner nach dem
Verwendungszweck Produktiv- oder Erwerbs-
vermögen, auch Kapitalvermögen, welchem
zur Produktion oder dem Erwerbe neuer oder schon
vorbandener Güter dient, und Konsumtions-
vermögen, welches dem Verbrauche gewidmet ist.
Dieses wird wieder in Gebrauchs- oder Nutz-
vermögen und in Verbrauchs- oderGenuß-
v e r möge n geteilt, nach dem Unterschiede, ob es
dauernde Gebrauchsgegenstände (Häuser, Möbel,
Kleider) oder Genußgüter betrifft, die einem fchncl-
len Verbrauch unterliegen. Doch lafsen sich alle diese
Begriffe nickt immer streng voneinander nnterschei-
den. Über V. in philos. Sinne s. Aktns und Potenz.
Vermögensabtretuug, s. (t88ic> dmwrum.
Vermögensbeschädigung, s. Betrug
Vermögensrecht, s. Bürgerliches Reckt.
Vermögenssteuer. Die V. gebort zu den Be-
sitz steuern, deren dreierlei zu unterscheiden sind:
allgemeine und partielle V., sowie Steuern auf
einzelne Gegenstände des Nutzvermögens idie di-
rekten Lurussteuern). Unter normalen Verbält-
nissen sollen die Stenern so bemessen sein, daß die
Zablungspflichtigen, von einzelnen Ansnahmen cck-
geseben, im stände sind, sie aus ihrem Einkommen
(s. d.) zu decken, obnc ihr Grundvermögen angreifen
zu müssen. Nur bei großen nationalen Notständen,
wenn es sich um das Bestehen des Staates handelt,
ist eine wirkliche, das Grundvermögen treffende
Steuer als Ausnahmemaßregel zulässig, wie sie in
Preußen z. B. in den I. 1812 und 1813, freilick
mit geringem finanziellem Erfolge, zur Anwendung
kam. Etwas ganz anderes dagegen ist die V. im
gewöhnlichen Sinne, nämlich einfach eine Besteue
rung des Einkommens, die nach dem Grundver
mögen des Pflicktigcn bemessen wird, obne dasselbe
angreifen zu sollen. Eine solckc Steuer trifft also
nur das Einkommen, das aus Grund- oder Kapital-
besitz fließt oder in der unmittelbaren Benutzung
von Gebraucksgütern besteht, von denen man indeo
nur die unbeweglichen zu berücksichtigen pflegt. E5
ist dieo das sog. fundierte Einkommen, dem dav un-
fundierte, nur auf der persönlichen Arbeit berubende
gegenüberstellt. Al5 alleinige oder banptsäcklickste
Steuer würde eine solche V. nickt zu billigen sein,
da sie, selbst wenn die Schwierigkeiten der Ein-
schätzung oder Sewstdetlaration eine zuverlässige Er-
mittelung der Vermögen nicht Verbindern sollten,
das Arbeitseinkommen, selbst da5 böchste, frei aus-
gehen ließe und keine genügende Scheidung zwischen
dem werbenden und dem rubenden Vermögen be-
wirkt. Zur Ergänzung der allgemeinen Einkommen-
steuer ls. Ergänzungssteuer), wie in Preußen laut
Gesetz vom 14. Juli 1893, kann sie für eine ge-
reckte Ausgestaltung des Steuersystems gute Dienste
leisten. Betrachtet man dock vielfack als das ra-
tionellste Steuersystem die Verbindung einer mäßig
progressiven V. mit einer ebenfalls progressiven all-
gemeinen Einkommensteuer ls. d.), wobei sowobl
die Vermögen wie die Einkommen unter einer ge-
wissen Grenze ganz frei zu lassen wären. Dieses
Svstem wird sckon seit längerer Zeit in mehrern
Kantonen der Sckweiz angewendet. In den süd-
deutscken Staaten baben die Ertragsteuern (s. d."
wenigstens die äußere Form von V., da sie nickt
nack den Reinerträgen, sondern nach den sog. Steuer-
tapitalien berechnet werden. Im übrigen aber unter-
scheiden sie sich, wie die Ertragsteilern überhaupt,
von der V. wesentlich dadurch, daß die Schulden dev
Steuerpflichtigen nicht berücksichtigt werden. Die
Niederlande haben durch Gesetz vom 27. Sept. 1892
eine V. neben einer partiellen Einkommensteuer für
Vermögen von 13000Fl. an einaefübrt.
Vermont sspr. wörmönnt), einer der Neueng-
land-Staaten der nordamerik. Union, wird begrenzt
im N. von Canada, im D. von New-Hampshire, im
S. von Massachusetts, im W. von Neuvork und dem
Champlainsee, umfaßt 24 770 c^km, zäblte 1790'.
85425, 1820: 235 960, 1880: 332 286 und 18901
332422 E., d. i. 13 E. auf 1 ^m; darunter 1004
Farbige und 44024 im Ausland (25004W Britisck
Amerika, 9810 in Irland, 877 in Deutschland) Ge-
borene. Die Oberfläche ist mit Ausnabme der Um-