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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ymir; Ynyscynhaiarn; Yoga; Yogin; Yokohama; Yola; Yolof; Yoma; Yonge; Yonkers; Yonne; Yonsche Gondelaufhängung

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Ymir - Yonsche Gondelaufhängung

Ymir, in der nordischen Mythologie der Urriese, aus dem die Welt geschaffen wurde. Er war entstanden aus dem Eise der Elivagar (s. d.), in das die Wärme Leben gebracht hatte. Unter seiner linken Hand wuchs Mann und Frau, und ein Fuß zeugte mit dem andern Kinder, das Geschlecht der Riesen. Ihn selbst töteten Burs Söhne Odin, Vili und Ve und machten aus ihm die Welt: aus seinem Fleische das Land, aus seinem Blute die Gewässer, aus seinen Knochen die Berge, aus seinen Zähnen die Klippen, aus den Haaren den Wald, aus dem Schädel den Himmel, aus dem Hirn die Wolken.

Ynyscynhaiarn (spr. -kin-), Stadt in der Grafschaft Carnarvon des engl. Fürstentums Wales, zählt (1891) 5224 E. und hat große Schieferbrüche.

Yoga (Joga, "Sammlung","Vertiefung"), eins der sechs orthodoxen brahmanischen Systeme (s. Indische Philosophie), das völlig auf den Lehren des atheïstischen Sāṁkhya-Systems fußt, aber diese durch Einführung des persönlichen Gottes (içvara) zu ergänzen bestrebt ist. Die Erlösung, d. h. auch nach der Auffassung des Y. die vollständige Absonderung der Einzelseele von der Welt des Stoffes, wird durch die Abwendung des Geistes von allen äußern Dingen und durch vollständige Sammlung erreicht. Die zur Beförderung der Sammlung anempfohlenen Mittel, Anhalten des Atems, besondere Stellungen des Körpers u. dgl., haben zu den unerhörtesten ascetischen Ausschreitungen geführt.- Vgl. Markus, Die Yoga-Philosophie (Halle 1886).

Yogin (Jogin), die Anhänger des Yoga (s. d.), dann die ind. Büßer überhaupt (s. Dschogi).

Yokohama, Stadt in Japan, s. Jokohama.

Yola (Jola), Hauptstadt von Adamaua (s. d.).

Yolof, Negerstamm, s. Joloff.

Yoma, s. Arakan-Joma und Pegu-Joma.

Yonge (spr. jong), Charlotte Mary, engl.Schriftstellerin, geb. 1823 zu Otterbourne in Hampshire, entfaltete ihre schriftstellerische Thätigkeit unter starker Hinneigung zu hochkirchlichen und konservativen Ansichten. Großen Erfolg errang sie mit den Romanen "The heir of Redclyffe" (1853) und "Daisy chain" (1856), deren Erträge sie zum größten Teil für Missionszwecke aussetzte. Unter ihren übrigen Romanen verdienen Erwähnung: "Heart's ease", "Dynevor Terrace", "The young stepmother", "Hopes and fears, scenes from the life of a spinster", "The lances of Lynwood", "The little duke", "Clever women of the family", "Prince and page, a story of the last crusade", "Unkown to history, a story of the captivity of Mary of Scotland", "The armourer's prentices" u. s. w. Ihre besonders für jugendliche Leser bestimmten histor. Arbeiten begann sie mit "'The kings of England" (1848). Später erschienen der Abriß der Weltgeschichte "Landmarks of history" (3 Bde., 1852 - 57),"History of Christian names and their derivation" (2 Bde., 1863), "The story of English missionary workers" (1871), "Stories of English history for the little ones" (1874), "Aunt Charlotte's German history for the little ones" (1877), "Aunt Charlotte's Roman history" (1878). Anßerdem veröffentlichte sie "The life of C. I. C. Patteson, missionary bishop of the Melanesian islands" (2 Bde., 1873).

Yonkers, Stadt im County Westchester im nordamerik. Staate Neuyork, liegt am östl. Ufer des Hudsons und an der Neuyork-Centralbahn, stößt an das Weichbild der Stadt Neuyork und ist als Vorort derselben anzusehen. Der Getty Square ist 29 km von der Battery in Neuyork entfernt. Y. zählte 1880: 18892, 1890: 32033 E. und hat beträchtliche Industrie, wie Fabrikation von Teppichen, Hüten, Seidenwaren, Aufzügen, Leim u. s. w.

Yonne (spr. ĭónn), lat. Icanna, 242 km langer, linker Nebenfluß der Seine, kommt vom Morvangebirge im Depart. Nièvre, entspringt am Pic-du-Bois-du-Roi (902 m), wird von oberhalb Corbigny auf weite Strecke von dem von der Loire kommenden Kanal von Nivernais begleitet, erhält links bei Clamecy den Beuvron, geht im Depart. Yonne im östl. Bogen nach Norden, rechts, unweit Vermenton, die Cure (mit Cousin) aufnehmend, wird bei Auxerre auf 112 km schiffbar, erhält weiterhin rechts den Serain und Armançon (mit Armance), daneben den Kanal von Burgund, der die Y. mit der Saône verbindet, wendet sich nordwestlich nach Joigny, umspült den Forêt d'Othe, empfängt bei Sens die Vanne und mündet bei Montereau.

Yonne (spr. ĭónn), franz. Departement in Burgund (s. Karte: Nordöstliches Frankreich), besteht ans Auxerrois und Sénonais, liegt zwischen den Depart. Seine-et-Marne (NW.), Aube (NO.), Côte-d'Or (O.), Nièvre (S.) und Loiret (W.), hat auf 7428 (nach Berechnung 7494) qkm (1896) 332656 E. (12032 weniger als 1891), darunter 1615 Ausländer, also 45 E. auf 1 qkm, und zerfällt in 5 Arrondissements (Auxerre, Avallon, Joigny, Sens, Tonnerre) und 37 Kantone mit 486 Gemeinden. Hauptstadt ist Auxerre. Das Departement gehört fast ganz zum Seinegebiet, ist meist hügelig, steigt im Südosten, wo nördl. Ausläufer des Morvangebirges hereinstreichen, bis 376 m hoch, zeigt da tief eingeschnittene, oft reizende Thäler (z. B. bei Avallon und Tonnerre), dacht sich im Südwesten, wo die Forêt de Frétoy 383 m emporragt, zur Loire ab und erhebt sich im Nordosten in der Foret d'Othe und nördlich der Vanne noch 238 m. Der Hauptfluß ist die Y., westlich davon, wo viele Sümpfe sind, fließt der Loing mit Ouanne und andern kleinen Zuflüssen nach der Seine. Der meist thonige, reichlich bewässerte Boden ist fruchtbar und gut bebaut und liefert (1895) 2192670 hl Weizen, 294644 hl Roggen, 242182 hl Gerste, 1821690 hl Hafer, 121215 t Kartoffeln, 21475,6 t Zuckerrüben sowie Hülsenfrüchte, Hanf und Raps. Sehr wichtig ist der Weinbau, er liefert den roten und weißen Niederburgunder (1895: 516602, von 1885 bis 1894 durchschnittlich 622730 hl); außerdem wurden 23448 hl Cider erzeugt (gegen 264831 hl im J. 1893). Die Viehzucht wird durch gute Weiden begünstigt und hat (1895) einen Bestand von 43293 Pferden, 5357 Eseln, 141579 Stück Rindvieh, 279806 Schafen und 36195 Schweinen. Der Wald bedeckt ein Fünftel des Bodens und liefert Bau- und Brennholz sowie Kohlen nach Paris. Außerdem gewinnt man treffliche Bausteine, etwas Steinkohlen, Braunkohlen und Eisen, das in zahlreichen Hochöfen, Walzwerken und Blechhämmern verarbeitet wird, und unterhält Schiffbauwerkstätten, Glashütten, Ziegeleien, Zuckerfabriken, Gerbereien, Leimsiedereien und Webereien. Der lebhafte Handel wird durch (1893) 612 km Eisenbahnen und (1895) 529,1 km Nationalstraßen sowie durch gute Wasserwege (die Y. und im Osten der Kanal von Burgund) unterstützt. Vorhanden sind ein Lyceum und 4 Collèges. - Vgl. M. Saurugue, Carte routière et chorographique du département de l'Y. (Par. 1889).

Yonsche Gondelaufhängung für Fesselballon (s. d.), s. Tafel: Luftschiffahrt II, Fig. 5.