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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bayeux - Bayrische Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung
tungskapitalien, Erleichterung der Bodenzinslasten, '
Herabsetzung der Staatsschuld, Errichtung einer!
staatlich geleiteten Mobiliar-Feuerversicherung, real- i
tionäre Abänderung des Heimatsgesetzes, Maß- ^
regeln gegen ausländische Vieheinfuhr, Aufhebung !
des bei einer Bahnrente ^
von mindestens 2 Proz., Abwälzung eines Teils der i
Kosten, welche die Interessenten bei Erbauung von ^
Lokalbahnen tragen müssen, auf den Staat, erhöhter
staatlicher Zuschuß zu den Distriktraten, Einführung !
einer allgemeinen progressiven Einkommensteuer,
Abzug einer Hypothekenschuld bei Gutsübernahmen
und Berücksichtigung derselben bei Berechnung der ^
Staats- und Notariatsgebühren. Vom 19. bio
21. Okt. tagte der bayr. handwerkertag in Kaisers-
lautern. Er behandelte vornehmlich die Lage des ,
Bauhandwerks und forderte Wiederherstellung des
Befähigungsnachweises für das Baugewerbe. !
Am '28. Sept. 1895 trat der Landtag wieder zu- ^
sammen. FinanzministervonNiedcllegtedasBudget ^
vor. Das 1.1892 habe geschlossen mit einen: Über-
schuß von 15176080 M., das I. 1893 mit einem
Überschuß von 493103? M. Da die zweijährige
Periode 1894-95 eine Heranziehung dcrliberschüs^e
nicht erforderte, würden diese zur außerordentlichen ^
Schuldentilgung verwendet. Das Budget 1896-97 !
balancierte mit 342930240 M. in Ausgaben und !
Einnahmen, ohne das; eine Steuererhöhung oder!
eine außerordentliche Anleibe nötig war. Das Ab- '
geordnetenbaus genehmigte die Erricbtung einer
staatlichen Mobiliarversicherungsanstalt und lehnte
den Antrag der Socialdemokraten aus Ausschluß!
der Privatversickerung ab i8. Nov.). Am 11. Dez.
genehmigte die Kammer der Neichsräte den von der
Abgeordnetenkammer am 6. angenommenen Mili-
täretat, lehnte dabei aber einen Antrag, der von ^
der Abgeordnetenkammer beschlossenen Resolution, !
die thunlichste Verminderung der Pensionierung!
von Offizieren verlangte, beizutreten, mit 38 gegen !
17 Stimmen ab. Auf Antrag des Centrums be- z
schloß die Kammer 16. Jan. 1896 mit 12 l. gegen !
12 Stimmen die Konversion der 4prozentigen!
Staatsschuld in eine 3V-2prozentige, jedock nacb z
Vorschlag des Finanzminister^ mit der Klausel, daß
die Regierung an keine Zeitbestimmung gebunden
sei' im Aug. 1896 wurde die Konversion eingeleitet.
"Bayeux, Stadt, hat tt891) 7147, als Ge- >
meinde 8102 E. !
Bayly (spr. bebli), Ada Ellen, engl. Roman-
schriftstellerin, bekannt unter dein Pseudonym Ed n a
Lyall, geb. in Vrigbton als Tochter eines Rechts-
onwalts, lebt in Eastbourne. Sie machte sich einen
Namen durch die Romane ">Von !>>' ^vaitiuF" (1879), !
"vonovliii') (1882: deutsch, 2. Aufl., Lpz. 1895), !
""V^s tw0" (1884: deutsch, ebd. 1895), "In tiis Foläon ^
sla^L" (1885), "Xnissiit-61'i-ant" (1887), "/Vutodio-
Zi'HpI^ 0l^ Lianäer" (1887: deutsch Gotha 1892),
"vßi-i-icii VÄU^Iilln, iiovoli^tn (1889), <^V lilliti)
^lorgeingn" (1889; deutsch Lpz. 1896), "^ Iisro in
tli6 strito" (1891), (Max Hsretoi ä'8 äreklin" (1892), z
"1o ri^dt tde ^vion^" (1893), "I)0i'66n" (1894). !
""Bayonne, Stadt, hat (1891) 22 682, als Ge-
meinde 27192 E. und eine Eisenbahnverbindung
im Thal der Nive mit St. Iean-Pied-dc-Port. ^
^Vayrische Eisenbahnen. Dieselben hatten
1. Jan. 1895 eine Ausdehnung von 5979,01 kni (d. i.
auf 100 ywn Fläche 7,9 km und auf je 10000 E. 10, l
^m). 5926,50 km waren voll-, 52,5i km schmalspurig:
von crstern geborten 5098/,^ km dem bayr. Staate, .
8,i.i Km waren württemb. und 0,03 km bad. Staats-
bahnen; 819,37 Km befanden sich im Privatbesitz,
wovon die größte Länge mit 655,06 Km auf die
Pfalz. Eisendahnen entfiel. Von den Schmalspur-
bahnen gehörten 5,i? km dem bayr. Staate, während
die übrigen im Privat besitz waren. Die normal-
spurigen Staats bahnen hatten eine Gesamt-
länge von 5188,22 km <5098/>7 km lagen, wie oben
angegeben, in Bayern), darunter 3994,30 km Haupt-
bahnen und 1193,92 km Nebenbahnen. Die Betriebs-
länge betrug 5100,0l: km, und an Betriebsmitteln
waren vorhanden: 1306 Lokomotiven, 3439 Per-
sonenwagen und 19888 Gepäck- und Güterwagen,
welche insgesamt 152770883 M. Beschaffungskosten
erforderten; außerdem standen 306 Postwagen im Be-
triebe. Befördert wurden 1894: 29698699 Personen
und 12 564357 t Güter und dafür 116703241 M.
vereinnahmt. Die Betriebsausgaben betrugen
78295667 M. und somit wurde ein Überschuß von
38407574 M., gleich 32,9i Proz. der Bruttoein
nähme, erzielt. Das verwendete Anlagekapital ver-
zinste sich mit 3,i9 Proz.
"Bayrische Hypotheken- und Wechsel
bank. Ibr jetziges Statut wurde von der General-
versammlung vom 1. Dez. 1896 genehmigt; das
Aktienkapitalwurdeum5Mill.M. erhöht. Ende 1896
waren in Umlauf an 4prozentigen Pfandbriefen
94139 000 M., an 3^ pl'ozentigen Pfandbriefen
542 920 600 M. Die 4prozentigen Pfandbriefe unter-
lagen in jüngster Zeit einer starken Verlosung und
wurden auch gegen 3^2 prozentige Pfandbriefe um-
getauscht. Das Erträgnis war 1891 - 95 je
12,367 Proz.
Bayrische Landes-Industrie-, Gewerbe
und Kunstausstellung in Nürnberg. Die Aus-
stellung, die wie ihre Vorgängerin vom 1.1882 in
dem durch schattige Vaumallecn ausgezeichneten
Stadtpark angelegt war, wurde 15. Mai 1896 von
ihrem Protektor, dem Prinz-Regenten Luitpold von
Bayern, eröffnet und dauerte bis zum 15. Okt. Die
Leitung bestand aus dem Ehrenpräsidenten Staats-
minister FreiberrnvonFeilitzsch, dem ersten Vorsitzen-
den, ersten Bürgermeister von Nürnberg I>i-. Ritter
von Schuh, dem technischen Leiter Theodor von Kra-
mer, Direktor des Bayrischen Gewcrbemuseums, dem
über ganz Bayern verzweigten Lande^komitee l221
Mitglieder), dem Centralausschuß (Vorsitzender:
Kommerzienrat Schmidmer), den Kreiskomitees mit
den Regierungspräsidenten an der Spitze und dem
aus sechs Ausschüssen bestehenden Nürnberger Lokal-
tomitee. Mit der Durchführung wurde das Bayrische
Gewerbemuseum betraut. Zur finanziellen Sichcr-
stellung wurde ein Garantiefond von 1219000 M.
aufgebracht. Die gesamte fläche der Ausstellung
detrug 162 400 ^m, davon kamen 43000 ^m auf
die Hauptausstellungsgebäude. Ihr eigentümliches
Gepräge empfing die Ausstellung dadurch, daß die
Gegenstände nicht nach Fachgruppen geordnet wa-
ren, sondern geschieden nach den acht Rcgierungs-
kreisen des Landes lOberbavern, Niederbayern,
Pfalz, Oberpfalz und Regensburg, Oberfranken,
Mittelfranken, Nnterfranken und Aschaffenburg,
Schwaben und Neuburg). Der Entwurf der zn
einem Vaukorper verbundenen Hauptausstellungs-
gebäude, die im Barockstil des 18. Iabrb. in monu-
mentaler Weise ausgebildet waren, stammte von
dem Ausstellungsleiter Theodor von Krämer. In
dem Industriegebäude, zu dem eine hohe Kuppel-
balle den Zugang vermittelte, waren die acht Kreis-