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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dortmund-Rhein-Kanal - Drahtseil
schleusn bei Emden) reduziert. Das .Hebewerk ver-
mittelt zunächst 16 km von Dortmund den Übergang
aus der auf -^ 70 m Seehohe liegenden Anfangs-
strecke zu der auf ^ 56 m liegenden Strecke Henricken-
burg-Münster und der als Zweigkanal in diese mün-
denden Strecke Herue-Henrichenburg. 25 km von
Dortmund überschreitet sodann der D. die Lippe,
auf 72 km (jenseit Münster) führt eine Schleuse mit
Sparbecken (seitlich angelegten Behältern, die einen
Teil des aus der obern Haltung beim Durchschleusen
von Schiffen verloren gehenden Wassers nickt in die
untere gelangen lassen, sondern für die nächste Fül-
lung der Schleusenkammern zurückhalten) in die auf
-^ 49,80 m liegende Haltung Münster-Bewergern.
Bei letzterm Ort, 110 km von Tortmund, soll der
Mittellandkanal (s. d.) auf gleicher Höhe abzweigen.
Der D. erreicht nun mittels 7 Schleusen, deren un-
terste wieder mit Sparbecken verschen ist, bei Lingen
aus 21,10 m Meercshöhe den alten Emstanal; dieser
ist auf den Querschnitt des D. gebracht und fällt
mittels drei Schleusen bei 166 km in die kanalisierte
Ems. Bis zu dieser haben die Sckleufen 67 m Länge,
8,"-, m Breite und 3 in Drempeltiefe. Von 166 km
ab jedoch sind die nachfolgenden Schleusen zur Auf-
nähme eines ganzen Schleppzuges eingericktet und
baben 165 m Länge, 10 m Breite, 3 m Drempeltiefe.
Bei 216 km unweit Halte mündet die kanalisierte
Ems (die mehrfach das Bett der Ems selbst benutzt,
im übrigen aber deren Krümmungen absckneidet
und 5 Schleusen erhält) in die untere Ems, die von
^ 0,38 m bei Halte bis 258 km unweit ^ldersum auf
das jeweilige Meeresniveau fällt. Von Oldersum
führt eine Seeschleuse von gleichen Dimensionen wie
die vorigen 5 Schleusen in einen gegrabenen Seiten-
t'anal, der mittels einer zweiten Seeschleuse bei 272 kni
die vnncrn Eindener Hafenanlagen auf ^ 2,it m er-
reicht. Dieser Seitenkanal ermöglickt den .Kanal
schiffen die Vermeidung der für solche nicht befahr-
baren untersten Emsstrecke. Bei Emden sind im
Kaifer-Wilhelms-Polder und im eigentlicken Binnen-
lande neue Schleusen- sowie Hafen- und Quaianlagen
im Bau. Die Fertigstellung der gesamten, 1893 be-
gonnenen Bauten ist für 1897 zu erwarten. DerD.
wird die erste große, einheitlich durchgeführte, künst-
liche Binnenwasserstraße im Deutschen Reiche und
namentlich fürdenKohlcnverkehr nach denEmvhäfen
und nachWilhelmshaven (die Schleusen des dorthin
führenden Ems-Iade-Kanals werden entspreckend
vergrößert und einige starke Krümmungen beseitigt)
von großer Wichtigkeit werden. Besonders bedeutsam
aber ist er als Teilstrecke des Rhein-Weser-
(5 l b e - K a n a l s (s. Dortmund - Rbein - Kanal und
Mittellandkanal). - Für Kohlen wird die im Dort-
munder Revier durch den D. erzielte Frachtersparnis
auf 30 Pf., für Erze auf 80 Pf. pro Tonne berechnet.
Die Abgaben für die Befahrung der qesamten Länge
des D. sind für die ersten sünf Jahre auf 10, 25,
50 Pf., später auf 30, 50 und 70 Pf. pro Tonne,
je nach Tariftlasse, in Aussicht genommen.
Dortmund-Rhein-Kanal. Nach Ablehnung
des sog. Projekts IV <ä der Tabelle Bd. 14, S.440)
in der Session des preuß. Landtags von 1894 hat
die Projektbearbeitung nicht geruht. Die Interessen-
ten dieser Linie, wesentlich im rhein. Provinzialland-
tage vertreten, wollen nach wie vor die geforderte
3prozentigc Zinsgarantie der Baukosten gewähren.
Die Interessenten der Linie II (l> der obenbezeichneten
Tabelle) sind wesentlich am Niederrhein und im west-
fal. Provinziallandtage vertreten/dessen Ausschuß
sich 23. April 1896 bereit erklärt hat, falls die
.iiniell gewählt würde oder auch neben der Linie IV
die Lippetanalisierung zur Ausführung käme, gleich-
falls 3 Proz. Zinsen der betreffenden Baukosten ganz
oder zum Teil zu garantieren.
Dossenheim in Baden, Dorf im bad. Kreis
und Amtsbezirk Heidelberg, am Odenwald und an
der Mannheim-Weinheimer Eisenbahn, hat (1895)
2320 E., darunter 1026 Evangelische, Postagentur,
Telegraph, Simultankirche; Obst- (.Ärschen-), Wein-,
Tabakbau und Porphyrsteinbrüche.
Dotzheim, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und Land-
kreis Wiesbaden, 4 Km von Wiesbaden, an der
Nebenlinie Wicsbaden-Limburg der Preuß. Staats-
babnen, bat (1895) 3376(5'., Postagentur, Fern-
spreckverbinoung, evang. Kirche; Brutanstalt und
Tackschieferbrüche.
*Toucet, Charles Camille, starb 1. April 1895
zu Paris. sAnacostia.
*Douglass, Frederick, starb 20. Febr. 1895 in
* Dover. Es wird gegenwärtig an dem Bau
eines sickern Außenhafens eifrig gearbeitet. Der
Admiralty Pier wird, um 200 m verlängert, Schutz
gegen die westl. und südwestl. Winde gewähren.
Als Schutz gegen Ost- und Südostwind dient ein
neuer, teils aus Eisen, teils aus Stein gebauter,
870 m langer, sich nach Südwesten krümmender
Damm, der East-Pier. Die Einfahrt wird 135 m
breit, das geschützte Bassin 14^ K". groß und zur
Hälfte bei Niedrigwasser 6-9 m tief sein. Am
User sollen 2 Vahnquais gebaut werden, an denen
4 Dampfer liegen können. Der erste Block zum
East-Pier wurde im Sept. 1894 in die See gelegt.
Drabenderhöhe, Dorf im Kreis Gummersbach
des preuß. Reg.-Bez. Köln, hat (1895) 3746 E., Post-
agentur, Fernsprechverbindung, Bürgermeisterei,
evang. Kirche; Blei- und Eisenerzgruben. Nahebei
die Wollgarnspinnerei Bielstein.
*Dragomanow, Michael, starb im Juni 1895
in ^ofia. Seine Biographie schrieb M. Pawlit
(tleinrussisch, Lemb. 1896).
Drahttette, s. Kette.
* Drahtseil. Die in den letzten Jahren bei D.
eingeführten Verbesserungen beziehen sich beson-
ders auf die Erzielung eines möglichst geringen
Eigenqewickts dcs Seiles bei möglichst großer
Bruckfestigkeit und Biegsamkeit und auf die mög-
lichste Einschränkung des mechan. Verschleißes durch
Vergrößerung der metallischen Oberflüche des Sei-
les. Die der Firma Felten ^ Ouillaumc in Mül-
heim a. R. patentierten Förderseile "verschlossener
Konstruktion" haben einen weit kleinern Durchmesser
oder Querschnitt als gewöhnliche D. und sind um
das Gewickt der Hanfseelen leichter; es gehen also
mehr Scilschläge auf die Seiltrommel ohne ent-
spreckende Vermehrung des Seilgewichts (was bei
den stetig zunehmenden Teuscn von großer Wichtig-
keit ist). Gleichzeitig haben diese Seile eine große
metallische Oberfläche dem Seilverschleiß entgegen-
zustellen, und es sind die Deckdrähte so geformt
(s. umstehenden Querschnitt, Fig. 1), daß jeder Draht
durch seinen Nachbardraht festgehalten wird, also
nicht, wenn er bricht, aus der Seilfläche heraustritt.
Förderseile dieser Konstruktion werden aus dünnern
Facondrähten (Fig. 1), solche für Laufseile für Lust-
bahnen aus dickern Drähten (Fig. 2) hergestellt.
Weitere Vorteile dieser verschlossenen D. sind die
geringe Neigung zum Rosten, weil der vom Ver-
feilen her an den Drähten haftende Teer das Ein-
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