Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

622
Ivesdruck - Jacobi
taillone und 108 Compagnien), 1 Kavallerieregiment
(6 Eskadrons), 2 Regimenter Feldartillerie (4 Abtei-
lungen, 16 Batterien zu je 6 Geschützen), 2 Sappeur-,
1 Verpflegungs- und 1 Sanitätscompagnie.
Die ital. Offiziere üben sowohl aktiv wie passiv
das Wahlrecht zur polit. Volksvertretung aus, und
es fehlt nicht an Beispielen, wo die Beteiligung an
den Wahlkämpfen eine bedenkliche Stellung der
Offiziere zu den Maßnahmen des Kriegsministers
offenbarte, so daß selbst die militär. Journalistik sich
veranlaßt sah, gegen diese Erscheinungen und ihre
Ursachen Front zu machen. - Die Einrichtung, daß
dem einzelnen Manne die scharfe Übungsmunition
zur Aufbewahrung überlassen bleibt, hat zu mancher-
lei Mißbrauchen und Verbrechen geführt. Obwohl
man diese Gefahr durch Wegnahme der Munition
zu beseitigen versucht hatte, so ist auf Befehl des
Kriegsministers doch seit 1888 die frühere Einrich-
tung wieder getroffen, weil dem Geist des Heeres
dadurch ein höherer Aufschwung verliehen würde.
II. Kriegsmarine. Die Flotte bestand 1896
aus 12 Panzerschlachtschiffcn erster Klasse von 9800
bis 15400 t Größe (darunter 2 im Bau), 3 Panzer-
schlachtschisfen dritter Klasse von 5520 bis 6167 t,
7 Küstenverteidiqungspanzerschisfen von 2660 bis
4693tGröße, 6Panzerkreuzern von4583 bis 11000t
(davon 3 im Bau), 5 geschützten Kreuzern zweiter
Klasse von 3050 bis 3745 t Größe, 15 geschützten
Kreuzern dritter Klasse von 2200 bis 2730 t Größe
(davon 7 im Bau), 4 ältern Kreuzern zweiter Klasse,
16 Torpedokrcuzern von 765 bis 1313 t Größe (da-
von 2 im Bau), 3 Torpedobootzerstörern (davon 1 im
Bau), 1 Torpedodepotschiff, 16 Hochseetorpedobooten
von mehr als 100t Größe (davon 7 im Bau), 101
Torpedobooten zweiter Klasse von 65 bis 100 t
Größe, 74 Torpedobooten dritter Klasse, darunter
14 Wachtboote, 4 unterseeischen Booten (davon 2 im
Bau), ferner 5 Avisos, 6 Kanonenbooten, 6 Lagu-
nenkanonenbooten, 17 Hilfskreuzern der Handels-
flotte, 16 Schiffen zu besondern Zwecken (Schulschiffe,
Tender), 9 Transport-, Vermessungs-, Kabelleg- und
Werkstattschiffen, 40Hafendienstfahrzeugen (Schlepp-
dampfer, Wasserprähme, Hulks).
Projektiert sind noch 4 Panzerschlachtschisfe erster
Klasse, 1 Panzerkreuzer, 2 Torpedokreuzer, 3 Tor-
pedobootzerstörer und mehrere Fahrzeuge für den
Küstendienst. In Dienst gestellt waren von der ital.
Flotte Anfang 1896: ein ständiges Geschwader
von 11 Schiffen und 12 Torpedobooten (darunter
3 Schlachtschiffe erster Klaffe), ein Neservegeschwader
von 5 Schiffen (darunter 2 Schlachtschiffe erster
Klasse), 1 Torpedoflottille von 22 Torpedobooten;
für Ausbildung des Personals verschiedener Zweige
6 Schulschiffe, 4 Beischiffe und 36 Torpedoboote;
für den hydrogr. Dienst 1 Schiff; serner 4 Schiffe
als Centralschiffe für die Hasenverteidigung von
Spezia, Maddalena, Tarent und Venedig. Für den
Zollwachtdienst wurden ältere Torpedoboote der
Zollverwaltung überlassen. Von den für die ital.
Flotte in Bau befindlichen Schissen liefen 1895 vom
Stapel 2 Panzerkreuzer, 1 Torpedobootzerstörer, ein
unterseeisches Boot.
Das Personal besteht nach dem Etat für 1896
aus: 1 Admiral, 6 Viccadmiralen, 13 Konteradmi-
ralen, 53 Linienschiffskapitänen, 70 Fregattenkapi-
tänen, 70 Korvettenkapitänen, 311 Schiffslieute-
nants, 167 llntcrlientenants, 115 Seekadetten, zu-
sammen 806 Seeoffizieren. Ferner gehören dazu
96 Marineingcnicure, 204 Maschinisten, 285 Ma-
rinczahlmeistcr, 187 Marineärzte, 135 Offiziere der
Roali 6<MMFFi, 425 technische und 517 Verwal-
tungsbeamte, 260 Mann Semaphorpersonal. Das
Matrosenkorps ist 22 625 Mann stark, darunter sind
7876 Mann für Deck- und Steuerdienst, 5344 Mann
für den Artillerie-, Torpedo- und Gewehrdienst,
5432 Mann für den Maschinen-, Heizer- und Arbei-
terdienst, 3973 Mann für den Küstendienst, als
Spielleute, Sanitätspersonal, Botteliers, Tele-
graphisten und Leitungsleger.
Das Marinebudget betrug für 1895/96:
92863748 Lire, für 1896/97: 91058124 Lire.
Ivesdruck (spr. eiws-), ein vom Amerikaner
Ives angewandtes Reproduktionsverfahrcn, Druck-
platten direkt von einem Gelatinerelief herzustellen;
von diesem wird ein Abdruck auf gekörntes Papier
gemacht, welcher zum Drucke auf Stein oder Zink
übertragen und auf letzterm auch für die Buchdruck-
presse hochgeätzt werden kann.
Izanagi und Izanami, s. Japanische Mytho-
logie und Religion.
Jod.
^facobi, Hermann Georg, Sanskritist, geb.
11. Febr. 1850 zu Köln, studierte in Bonn und
Berlin Philologie und widmete sich hauptsächlich
dem Sanskrit unter Gildemeister und Weber. Nach-
dem er sich ein Jahr lang in London aufgehalten
hatte, unternahm er eine wissenschaftliche Reise nach
Indien. 1875 habilitierte er sich in Bonn und wurde
1876 als außerord. Professor an die Akademie zu
Münster, 1885 als ord. Professor uach Kiel, 1889
nach Bonn berufen. I.s Arbeiten bewegen sich in
der Hauptsache auf den Gebieten der Prakrit-Gram-
matik,des Dschainismus, der epischen und klassischen
Eanskritlitteratur, der ind. Metrik und Chrono-
logie. Er gab heraus "^1i6 X^Ip^8üti'H okLiiaära-
I)5kii" (Lpz. 1879), "1k6 ^cüiÄiiFH 8üti'a ol tlie
Hvetäindai-H ^ain8" (Lond. 1882), " stkavii-Hvaii
Üdarita or I'I.riäiLdtaMi'vaii d)' lleiuaciianöi'Ä"
(Kalkutta 1891) und übersetzte das XcäränFa, Xalpa,
IIttaiM1^3^iiQ3. und 8üti-aIcritänFH 3ütrH in den
"8^1-oä K00K8 ok t1i6 I^3t", Bd. 22 und 45 (Oxford
1884,1895). I. veröffentlichte ferner "v6 asti-olo-
Fia6 Inäica6 Hoi'5. ^ppsiiatg^ ori^iniduZ" (Bonn
1872), "Ausgewählte Erzählungen in N5kä.i'58ktrl"
(Lpz. 1886), "Das Ramayana, Geschichte und In-
balt" (Bonn 1893), "11i6 coiuputation ok Mliäu
äNtL8 in in8ciipti0ii3 6tc." (in "^pi^rap^ia Inäica",
Bd. 1, Kalkutta 1892). Außerdem sei noch erwähnt
der Aufsatz "über das Alter des Rigvcda" im "Fest-
gruß an Rudolf von Roth" (Stuttg. 1893), in welchem
I. aus astron. Gründen für die vedische Kultur und
Litteratur ein beträchtlich höheres Alter herausge-
rechnet hat, als bis dahin allgemein angenommen
wurde. Dieser Aufsatz hat eine lebhafte Erörterung
der Frage in Europa und Indien hervorgerufen.