Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

623
Jacobson - Jamagata
*Jacobson, Ed., starb 29. Jan. 1897 in Berlin.
*Jacque, Charles, starb 8. Mai 1894 in PaM.
*Jaffa-Jerusalemer Eisenbahn. Die Ge-
sellschaft, die die Bahn erbant hatte, geriet im Früh'
jähr 1894 in Konkurs; doch kam ein Vergleich mit
den Gläubigern vor dem Pariser Handelsgericht zu
stände. Eine Hafenbahn in Iafja ist der Gesellschaft
genehmigt worden, und der Bau einer Abzweigung
nach dem Toten Meer soll beschlossen sein.
Jagdpachtvertrag, der Vertrag, durch welchen
das Iagdrecht, d. h. die Befugnis zur Ausübung der
Jagd auf einem bestimmten Grundstück (nicht ein
bestimmtes Grundstück zur Jagdbenutzung), an einen
andern gegen ein bestimmtes Entgelt abgetreten
wird. Die Änsübnng der Jagd auf kleinem Grund-
besitz ist polizeilich und volkswirtschaftlich von Nach-
teil. Sie gefährdet die Sicherheit der Personen
auf Nachbargruudstücken, läßt die kleinen Besitzer
leicht ihren eigentlichen landwirtschaftlichen Beruf
vernachlässigen und führt nicht selten, namentlich
wenn die Besitzer andern das Jagen gestatten, zu
Rcvierüberschreitung und Wildern, also zu Schüdi-
gnng fremder Vermögensrechte. Aus diesem Grunde
ist den Kleingrnndbesitzern (über die gesetzlichen
Grenzen s. Jagdbezirk, Bd. 9), von der Jagd auf
fest eingefriedigten Besitzungen (geschlossenen Tier-
gärten) abgesehen, die eigene Ausübung des ibnen
auf ihrem Eigentum au sich zustebenden Iagdreckt^
verboten. Ihr Gebiet wird zu eiucm gemeinschaft-
lichen Jagdbezirk vereinigt, in welchem kraft Ge-
setzes die Gemeinde oder eine ans den Eigentümern
kraft Gesetzes bestehende Iagdgenossenschaft über
die Iagdausübung verfügt. Bezüglich der Art, in
welcher die Jagd ausgeübt werden soll, verlangen
Bayern, Vürttemberg, Elsaß-Lothringen und Oster-
rcick priucipiell Verpachtung; Ausübung der Jagd
dnrch angestellte Jäger soll nnr ausnahmsweise,
namentlich dann, wenn eine Verpachtung nicht ge-
lingt oder die Gemeinde selbst größern Grundbesitz
dat, zulässig sein. Das preuß., hannov. und sächs.
Recht stellt die Art der Ausübung srei. Tie Jagd
darf hier sogar ruhen gelassen werden. Bezüglich
der Verpachtung ist bestimmt, daß die Zahl der
Päckter nickt mehr als höchstens drei betragen soll
<im Interesse der Erhaltung des Wildstandes) und
der Pachtschilling unter die beteiligten Grundeigen-
tümer zu verteilen ist. Geht während des I. ein Teil
der Grundstücke in den Besitz eines zur Selbstaus-
übung berechtigten Großgrundbesitzers über oder
wird derselbe einem andern Gemeindcbezirk einver-
leibt, so wird der Vertrag nicht altericrt. Gemein-
same Jagden größcrn Umfanges können in mehrere
Jagdbezirke (Jagdbögen) zerlegt werden.
*Jagdschein. Durch ein besonderes Jagdscheingesetz vom 3l. Juli 1895 sind in Preußen die Jagdscheinverhältnisse einheitlich und zum Teil neu geregelt worden. Jeder, der die Jagd ausübt, muß danach einen auf seinen Namen lautenden, vom Landrat oder von einer städtischen Ortspolizeibehörde ausgestellten I. bei sich führen. Nur zum Ausnehmen von Kiebitz- und Möveneiern, zu Treiber- und ähnlichen bei der Jagdausübung geleisteten Hilfsdiensten und zur Ausübung der Jagd im Auftrage oder auf Ermächtigung der Aufsichts- oder Jagdpolizeibehörde bedarf es keines J. Der J. gilt für den ganzen Umfang der Monarchie; er wird entweder für ein Jabr (Jahresjagdschein) oder für drei aufeinanderfolgende Tage (Tagesjagdsckein) aufgestellt und tostet ersternfalls 15, letzternfalls 3 M. Diese Jagdscheinabgabe, von der nur gewisse Forstbedienstete und die sich in der für den Staatsforstdienst vorgeschriebenen Ausbildung befindenden Personen befreit sind, fließt in die Kreiskommunalkasse. Der J. muß versagt werden gewissen unzuverlässigen, den nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen, den unter Polizeiaufsicht stehenden und gewissen bestraften Personen; einer andern Kategorie von bestraften Personen kann er versagt werden. Die Ausübung der Jagd ohne J. wird als Übertretung mit Geldstrafe bestraft; auch kann gegen den wegen dieser Übertretung bereits vorbestraften Thäter, welcher einen J. überhaupt nicht besitzt, auf Einziebung der Iagdgeräte und Huude erkannt werden.
*Jagstkreis. Einwohnerzahl des Kreises und seiner T'beramtsbezirke:
Oberämter


Ortsanwescnde Bevölkerung
Zunahme(-j-) Abnahme (-) 1890-95 Personen

1895
1890

Aalen . . . Crailsheim . Ellwangen . Gaildorf . . Gorabronn . Omünd . . Lwll .... Hc'icu'uln'iill
Mcrgl'ntln'iili Nl'reshciln . Thrincml Schorudovf . Welzhcim ,



6 706 5417 6 358 5 041 5 905 7517 5 986 9 397 5 643 5 676 4651 6 233 6 081 4 505
30 099 25 762 30 202 23 875 29192 37474 29 530 39 043 28 644 28 640 20 815 29 583 25 787 20 241
29 425 26445
30 881 24158 30 125 36 836 29 548 38 788 29 295 29 258 21 283 31072 25 578 20 299
-j- 674 - 683 - 679 - 283 - 933 ^- 638 - 18 ^- 255 - 651 - 618 - 468 -1489 -s- 209 - 58
Jagstkreis 185116 >398887 > 402 991
Jahnsbach, Dorf in der Amtshauptmannschaft Annaberg der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, hat (1895) 2338 E., Postagentur, Fernsprechverbindung; Strumpfwarenfabrikation.
Jahnsdorf, Dorf in der Amtshauptmannschaft Chemnitz der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Würschnitz und der Nebenlinie Chemnitz-Stollberg-Zwönitz der Sächs. Staatsbahnen, hat (1895) 2943 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, evang. Kirche, Vorschußverein; Strumpf- und Trikotwarenfabrikation, Steinbrüche und wird als Sommerfrische besucht.
Jahrpunkte, bei den Chronologen die Zeitpunkte der beiden Äquinoktien und Solstitien.
Jakobsöl, s. St. Jakobsöl im Artikel Geheimmittel.
Jalu-kiang, Grenzfluß zwischen China und Korea, entspringt am Tschang-paik-schan und mündet nach südwestl. Laufe etwa 4 km breit bei Wi-tschju in die Koreabucht. Er ist bekannt durch die Seeschlacht, die 17. Sept. 1894 an seiner Mündung geschlagen und worin die Chinesen völlig von den Japanern besiegt wurden (s. Chinesisch-Japanischer Krieg). - Vgl. Lephay, TTTTT (Par. 1895); von Hanneken, Episoden aus dem Chinesisch-Japanischen Krieg. Das chines. Nordgeschwader und die Schlacht am I. (Juniheft 1890 der "Deutscher Rundschau").
Jamagata, Marquis, japan. Feldmarschall, geb. 1838, stammt aus dem im westl. Japan ansässigen Clan Choschiu. Im Bürgerkriege 1868 kämpfte Graf I. an der Spitze der Truppen seines Clans für den Kaiser gegen den übermächtig gewordenen Shogun, eroberte die Vura. von Nagoja und zeichnete sich in den weitern Kämpfen im nord-^[folgende Seite]