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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jacobson - Jamagata
^Iacobson, Ed., starb 29. Jan. 1897 in Berlin.
*Iacque, Charles, starb 8. Mai 1894 in PaM.
* Jaffa-Ferusalemer Eisenbahn. Die Ge-
sellschaft, die die Bahn erbant hatte, geriet im Früh'
jähr 1894 in Konkurs; doch kam ein Vergleich mit
den Gläubigern vor dem Pariser Handelsgericht zu
stände. Eine Hafenbahn in Iafja ist der Gesellschaft
genehmigt worden, und der Bau einer Abzweigung
nach dem Toten Meer soll beschlossen sein.
Iagdpachtvertrag, der Vertrag, durch welchen
das Iagdrecht, d. h. die Befugnis zur Ausübung der
Jagd auf einem bestimmten Grundstück (nicht ein
bestimmtes Grundstück zurIagdbenutzung), an einen
andern gegen ein bestimmtes Entgelt abgetreten
wird. Die Änsübnng der Jagd auf kleinem Grund-
besitz ist polizeilich und volkswirtschaftlich von Nach-
teil. Sie gefährdet die Sicherheit der Personen
auf Nachbargruudstücken, läßt die kleinen Besitzer
leicht ihren eigentlichen landwirtschaftlichen Beruf
vernachlässigen und führt nicht selten, namentlich
wenn die Besitzer andern das Jagen gestatten, zu
Rcvierüberschreitung und Wildern, also zu Schüdi-
gnng fremder Vermögensrechte. Aus diesem Grunde
ist den Kleingrnndbesitzern (über die gesetzlichen
Grenzen s. Jagdbezirk, Bd. 9), von der Jagd auf
fest eingefriedigten Besitzungen (geschlossenen Tier-
gärten) abgesehen, die eigene Ausübung des ibnen
auf ihrem Eigentum au sich zustebenden Iagdreckt^
verboten. Ihr Gebiet wird zu eiucm gemeinschaft-
lichen Jagdbezirk vereinigt, in welchem kraft Ge-
setzes die Gemeinde oder eine ans den Eigentümern
kraft Gesetzes bestehende Iagdgenossenschaft über
die Iagdausübung verfügt. Bezüglich der Art, in
welcher die Jagd ausgeübt werden soll, verlangen
Bayern, Vürttemberg, Elsaß-Lothringen und Oster-
rcick priucipiell Verpachtung; Ausübung der Jagd
dnrch angestellte Jäger soll nnr ausnahmsweise,
namentlich dann, wenn eine Verpachtung nicht ge-
lingt oder die Gemeinde selbst größern Grundbesitz
dat, zulässig sein. Das preuß., hannov. und sächs.
Recht stellt die Art der Ausübung srei. Tie Jagd
darf hier sogar ruhen gelassen werden. Bezüglich
der Verpachtung ist bestimmt, daß die Zahl der
Päckter nickt mehr als höchstens drei betragen soll
<im Interesse der Erhaltung des Wildstandes) und
der Pachtschilling unter die beteiligten Grundeigen-
tümer zu verteilen ist. Geht während des I. ein Teil
der Grundstücke in den Besitz eines zur Selbstaus-
übung berechtigten Großgrundbesitzers über oder
wird derselbe einem andern Gemeindcbezirk einver-
leibt, so wird der Vertrag nicht altericrt. Gemein-
same Jagden größcrn Umfanges können in mehrere
Jagdbezirke (Jagdbögen) zerlegt werden.
* Jagdschein. Durch ein besonderes Jagdschein-
gesetz vom 3l. Juli 1895 sind in Preußen die Jagd-
scheinverhältnisse einheitlich und zum Teil neu ge-
regelt worden. Jeder, der die Jagd ausübt, muß da-
nach einen auf seinen Namen lautenden, vom Landrat
oder von einer städtischen Ortspolizeibcbörde aus-
gestellten I. bei sich führen. Nur zum Ausnebmen
von Kiebitz- und Möveneiern, zu Treiber- und ähn-
lichen bei der Jagdansübung geleisteten Hilfsdien-
sten und zur Ausübung der Jagd im Auftrage oder
auf Ermächtigung der Anfsichts- oder Jagdpolizei-
behörde bedarf es keines I. Der I. gilt für den
ganzen Umfang der Monarchie; er wird entweder
für ein Jabr (Jabresjagdschein) oder für drei auf-
einanderfolgende Tage lTagesjagdsckein) aufgestellt
und tostet ersternfallo 15, letzternfalls 3 M. Diese
Iagdscheinabgabe, von der nur gewisse Forstbedien-
stete und die sich in der für den Staatsforstdienst
vorgeschriebenen Ausbildung befindenden Personen
befreit sind, fließt in die Kreiskommunalkasse. Der
I. muß versagt werden gewissen unzuverlässigen,
den nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte be-
findlichen, den unter Polizeiaufsicht stehenden und
gewissen bestraften Personen; einer andern Kategorie
von bestraften Personen kann er versagt werden.
Die Ausübung der Jagd ohne I. wird als Über-
tretung mit Geldstrafe bestraft; auch kann gegen den
wegen dieser Übertretung bereits vorbestraften Thä-
ter, welcher einen I. überhaupt nicht besitzt, auf Ein-
ziebung der Iagdgeräte und Huude erkannt werden.
^Iagstkreis. Einwohnerzahl des Kreises und
seiner T'beramtsbezirke:
Oberämter


Ortsanwescnde Bevölkerung
Zunahme(-j-) Abnahme (-) 1890-95 Personen

1895
1890

Aalen . . . Crailsheim . Ellwangen . Gaildorf . . Gorabronn . Omünd . . Lwll .... Hc'icu'uln'iill
Mcrgl'ntln'iili Nl'reshciln . Thrincml Schorudovf . Welzhcim ,



6 706 5417 6 358 5 041 5 905 7517 5 986 9 397 5 643 5 676 4651 6 233 6 081 4 505
30 099 25 762 30 202 23 875 29192 37474 29 530 39 043 28 644 28 640 20 815 29 583 25 787 20 241
29 425 26445
30 881 24158 30 125 36 836 29 548 38 788 29 295 29 258 21 283 31072 25 578 20 299
-j- 674 - 683 - 679 - 283 - 933 ^- 638 - 18 ^- 255 - 651 - 618 - 468 -1489 -s- 209 - 58
Iagsttreis 185116 >398887 > 402 991
Iahnsbach, Dorf in der Amtshauptmannschaft
Annaberg der sücks. Kreishanptmannschaft Zwickau,
hat (1895) 2338 E., Postagentur, Fernsprechverbin-
duug; Strumpswarenfabrikation.
Iahnsdorf, Dorf in der Amtshauptmannschaft
Cbemnitz der sächs. Kreishauptmannschaft Zwiäau,
an der Würschnitz und der Nebenlinie Chemnitz-
Stollberg-Zwönitz der Sächs. Staatsbahnen, hat
(1895) 2943 E., Postagentnr, Fernsprechverbindung,
evang. Kirche, Vorschußverein; Strumpf- und Tri-
kotwarenfabrikation, Steinbrüche und wird als
Sommerfrische besncht.
Jahrpunkte, bei den Chronologen die Zeit-
punkte der beiden Äquinoktien und Solstitien.
Iakobsöl, s. St. Iakobsöl im Artikel Geheim-
mittcl.
Ialu-kiang, Grenzfluß zwischen Chinaund Korea,
entspringt am Tschang-paik-schan und mündet nach
südwestl. ^aufe etwa 4 kni breit bei Wi-tschju in die
Koreabucht. Er ist bekannt durch die Seeschlacht, die
17. Sept. 1894 an seiner Mündung geschlagen und
worin die Chinesen völlig von den Japanern besiegt
wurden (s. Chinesisch-Japanischer Krieg). - Vgl.
Lephay, I^H dktai1i6 navaie 6n ^5a1n li'azn'53 165
i-6ii86iFH6iu6iit8 lrancaiZ 6t 6ti-HNZ6i-8 (Par. 1895);
von Hanneken, Episoden aus dem Chinesisch-Japa-
nischen Krieg. Das chines. Nordgeschwader und die
Schlacht am I. (Iunihcft 1890 der "Deutscher
Rundschau").
Iamagata, Marquis, japan. Mdmarschall,
geb. 1838, stammt aus dem im westl. Japan an-
sässigen Clan Cboschiu. ^Im Bürgerkriege 1868
kämpfte Graf I. an der spitze der Truppen seines
Clans für ^en Kaiser gegen den übermächtig ge-
wordenen ^bogun, eroberte die Vura. von Nagoja
und zeichnetesich in den weitern Kämpfen im nord-