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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lapsi - Lebensversicherung
*I"2.psi. Die Kenntnis von den lidkUatici ist
neuerdings durch die Entdeckung mehrerer Originale
von sog. lidsiii bereichert worden. Eins derselben
entdeckte Krebs in der Sammlung von ägypt. Pa-
pyrusrollcn aus dem Nachlaß von Brugsch im Ber-
liner Museum. Es stammt aus der Verfolgung unter
Kaiser Decius und enthält die Erklärung des ^jähri-
gen Diogenes aus dem ägypt. Dorf Alerandros
Nesos, daß er stets geopfert habe und es gehorsam
dem kaiserl. Befehl auch jetzt thue; er bittet diese
seine Angabe durch behördliche Unterschrift zu bestäti-
gen. Deutlich ist die Kopistenhandschrift des Schrift-
stücks von den groben Zügen der amtlichen Unter-
schrift zu unterscheiden; es schließt mit der Datierung
aus dem ersten Regierungsjahr des mit allen seinen
Namen bezeichneten Kaisers Decius. Das andere
Original fand sich unter den in den Besitz des Erz-
herzogs Naincr gekommenen Nollen aus dem Fajum
und stammt aus Philadelphia in Ägypten, ebenfalls
aus der Decianischen Verfolgung. - Vgl. F. Krebs,
Ein 1ido11u8 eines 1id6i1kticu8 vom I. 250 n. Chr.
aus dem Fajum (in den "Sitzungsberichten der Ber-
liner Akademie", 1893); K^ Wessely, Ein lideilug
> eines lideiiaticuZ aus den Fajum (in den "Sitzungs-
,' berichten der Wiener Akademie", 1894) und die Auf-
sätze von A. Harnack in der "Theol. Litteraturzeitung"
(Lpz. 1893 u. 1894).
Larsson, Karl, schwed. Maler und Zeichner, geb.
28. Mai 1853, studierte an der schwed. Kunstakademie
und in Frankreich. Er ist einer der hervorragendsten
unter den schwed. Freilichtmalern, mit lebhafter
Phantasie begabt und sehr vielseitig auf dem Gebiete
der Buchillustration, Aquarellmalerei, Ölmalerei,
Radierung und Temperamalerei thätig. Er war
einige Zeit Leiter einer Malerschule in Göteborg,
wo er sich auch als Freskomaler versucht hat (Galerie
Fürstenberg und die Mädchenschule). Jetzt wohnt er
zu Stockholm, mit den Freskowandmalereien im
Treppenhause des Nationalmuseums beschäftigt.
Lascelles (spr. lassell), Sir Frank Cavendish,
cngl. Diplomat, geb. 1841 als Sohn des zweiten
Grafen von Harewood, trat 1861 als Attache in
den diplomat. Dienst und war, seit 1865 zum Ge-
sandtschaftssekretär befördert, in Berlin, Paris,
Kopenhagen, Rom, Washington und Athen ange-
stellt. Nachdem er 1878-79 als Generalkonsuln
Ägypten und 1879 - 86 in derselben Stellung in
Bulgarien fungiert hatte, wurde er 1887 Gesandter
in Bukarest, 1891-94 in Persien, im März 1894
Botschafter in Rußland, im Okt. 1895 in Berlin.
Laster, Emanuel, Schachspieler, geb. 25. Dez.
1868 zu Verlinchen im Kreis Soldin, studierte Ma-
thematik in Berlin und Göttingen, unterbrach aber
seine Studien, um sich in England dem Schach zu
widmen. Er erlangte 1892 die Meisterschaft- von
England durch Vesiegung I. H. Vlackburnes. Er
hielt sich dann längere Zeit in den Vereinigten Staa-
ten auf, wo er M. Steinitz die "Meisterschaft der
Welt" entriß. Diesen Titel hielt er seitdem fest. Auch
auf den Turnieren in Petersburg und Nürnberg
1896 sowie in Moskau 1897 errang er den ersten
Preis. L. war Herausgeber einer Schacbzeitung
("I^onäon <Ük688 I^oi'^iFliti^") und veröffentlichte
das Werk "(^oinmoii 80N86 in eli688" (Loud. 1896).
Lastenmaßstab, s. Schiffbaukunst.
*Latour d'Auvergne, franz. Adclsgeschlecht.
herzog M aurice (geb. 1809) starb im Febr. 1896
zu Clermont-Ferrano als letzter Sproß des Hauses
Latour d'Auvergne-Lauraguais.
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. XVH.
Latzina, Francisco, Statistiker und Geograph,
geb. 2. April 1843 in Vrünn, besuchte die Marine-
akademie in Trieft, wurde 1863 Offiziersdienst thuen-
der Kadett und ging 1864 nach Argentinien. Er
wurde 1872 Professor der Mathematik am National-
colleg in Catamarca, nachher Assistent an der Stern-
warte in Cordoba, Professor an der Universität da-
selbst und 1881 Direktor des Statistischen Amtes in
Vuenos-Aires. Er schrieb: "NZtaäo äei comercio ^
äe la navi^acion ai'^sMina äs Io8 ano8 1880-93",
c(lÜ6U80 63colar äo 1k Nepudlica. ^i'FSntinH" (1883),
"(^N8o 36U6i-a1 cle Lu6ii08-^ir68" (1889), "1,'^i-i-
cultui'6 6t 1'6i6VHZ6 äÄN8 111. Rßpndlihue^.i'FeiNme"
(1889), "660FlHpni6 cl<3 III. Ii6pud1iciu6^rZ6ntin6"
(1890), "Diccionai'ioFLOFi-aiico ai^oMiiio" (2. Aufl.
1892) und viele andere Schriften pädagogischen,
nationalökonomischen oder administrativen Inhalts.
5 Laufer, Wilh., übernahm im Okt. 1896 die Chef-
redaktion der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung."
Lausitzer Eisenbahngefellschaft, Aktien-
gesellschaft (Grundkapital 4009000 M.) mit dem
Sitze in Sommerfeld, welche 1896 die Genehmi-
gung zum Bau der Nebenbahnen Muskau-Teuplitz-
Sommerfeld (62,65 km) und Rauscha-Freiwaldau
(8M km) erhielt; letztere wurde 1. Dez. 1896 eröffnet.
Lautenbach, Dorf im Kreis und Kanton Geb-
weiler des Bezirks Oberelsaß, im Lauchthal, an der
Nebenlinie Vollweiler-L. (13,3 km) der Elsaß-Lothr.
Eisenbahnen, hat (1895) 2082 E., darunter 28 Evan-
gelische, Postagentur, Telegraph, kath. Pfarrkirche;
Baumwollspinnerei, Nähgarnfabrik, Dampfsäge-
werk, Dampfdrechslerci und Ölmühle. In der Nähe
der Stauweiher Lauchensee und die kath. Kirche St.
Michael und Et. Gangolf, eine dreischijfige roman.
Basilika (12. Jahrh.) mit got. Chor, schönem spätgot.
GestühlundreichgeschnitzterKanzel(17.Jahrh.),einer
der bemerkenswertesten Spätrenaissancearbeiten des
Elsasfes. ^London.
^Layard, Austen Henry, starb 5. Juli 1894 in
Lebach, Flecken im Kreis Saarlouis des preuß.
Reg.-Vei. Trier, an der Theel und der Linie Wem-
metsweiler-Hermeskeil (im Bau) der Preuß. Staats-
bahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Saar-
brücken), hat (1895) 1460 E., darunter 55 Evan-
gelische, Post, Telegraph, kath. Kirche; Gerberei,
Mühlen, bedeutende Kram- und Viehmärkte.
Lebendes Werk, s. Schiffbaukunst.
Lebensbalsam von Spudäus, s. Geheimmittel
(Spudäus' Lebmsbalsam).
^Lebensversicherung. Die Statistik ist, von
Deutschland, der Schweiz und Österreich-Ungarn
abgesehen, sehr unzuverlässig. Ende 1895 waren für
L. im engern Sinne bei 42 deutschen Anstalten
1131577 Verträge über rund 4840 Mill. M., bei
17 österr. Gesellschaften Ende 1894: 408 274 Ver-
träge über rund 1246 Mill. Kronen, bei 7 schweiz.
Gesellschaften Ende 1893: 68 503 Verträge über
256 Mill. M. (s. auch Schweiz) in Kraft. Bei den
18 größern franz. Gesellschaften betrug schon Ende
1890 die Versicherungssumme rund 2562 Mill. M.
In England validierten 1894 bei etwa 80 Gesell-
schaften 1290148 Policen über 7390 Mill. M.
neben 13,3 Mill. sog. Arbeiterversicherungen über
2560 Mill. M. Nach dem Bericht des Neuyorker
Versicherungsamtes bestanden Ende 1894 bei den
im Staate Neuyork arbeitenden Gesellschaften L.
über 18 500 Mill. M. Die Tabelle auf S. 706 und
707 giebt den Gesckäftsumfcmg vnv 42 deaMm
Anstalten Ende 1895.
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