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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Mais

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Mahgoniholz ^[richtig: Mahagoniholz] - Mais

hat; einzelne Blöcke sind aber noch weit größer. Wie Fichten und andre Nutzholzbäume gibt auch der Mahagonibaum das feinste und dichteste Holz, wenn er in hohen, trockenen und felsigen Lagen gewachsen ist. In Honduras finden sich die nächsten und zugänglichsten Wälder in feuchtem Tieflande; ihr schwammiges, grobfaseriges Holz könnte gar nicht für Mahagoni gehen, wird aber dennoch in Massen nach England ausgeführt und bei der Möbelfabrikation zu Blindholz oder Unterfurnier verbraucht, wozu es sich vortrefflich eignet, da es die aufgeleimten Furniere so fest wie kein andres hält. Das bessere Holz kommt aus dem Innern unter möglichster Benutzung des Wassertransports, daher sich die Schläge stets an den Flüssen und Zuflüssen aufwärts ziehen. Das Hondurasmahagoniholz soll jedoch von einem andern Baume, der Swietenia multijuga (Schiede), abstammen. Die Waldungen gehören größtenteils dem Staate und die Holzfäller bezahlen die einzelnen Bäume nach Taxe von 5-10 Dollar. Der Abtrieb dauert von August bis zum Eintritt der Regenzeit.

Das M. von guten Standorten ist dicht, hart und schwer, im Trocknen wie unter Wasser sehr dauerhaft und wird von Würmern nicht angegriffen. Es schwindet sehr wenig, ist dem Verwerfen und Reißen weniger unterworfen, als irgend ein andres Nutzholz und nimmt, wenn auch nicht ausnahmslos, eine schöne Politur an. Das Holz wurde von den Spaniern schon im 16. Jahrhundert zum Schiffsbau verwendet und auch jetzt noch wird es gern hierzu benutzt, namentlich zu Dampfern, da es Temperaturwechsel gut verträgt. Seine Benutzung als Möbelholz datiert erst von 1724, in welchem Jahre einige Planken nach London kamen und erst als unbrauchbar verworfen, doch aber bald in ihrem Werte erkannt wurden. Bei Möbel- und Furnierholz kommt es natürlich besonders auf feine Masse, schöne Färbung und Zeichnung an. Es herrschen darin große Unterschiede. Die Farbe ist am neuen Holz gewöhnlich heller, rotgelb, hellbräunlich etc., dunkelt aber allmählich nach bis ins Kastanienbraune. Es ist mehr oder weniger schön gezeichnet, mit abwechselnden Farbentönen, Adern, Wellen, Streifen und Flammen, hat feine Jahrringe, seidenartig glänzende Markstrahlen und als feine Striche erscheinende Poren. Das Holz von den Inseln ist am schönsten gezeichnet.

Bei den englischen Händlern ist es Brauch, aus den Stämmen mit einem Hohlbohrer Proben zu nehmen, um die Qualität zu erkunden; dennoch ist der Kauf des Holzes immer eine Art Lotterie. Die feinsten Qualitäten sind sehr teuer; es ist vorgekommen, daß die bekannte große Pianofortefabrik Broadway drei Blöcke, die Trennstücke eines einzigen Stammes, allerdings Holz von ganz ungewöhnlicher Schönheit, um den enormen Preis von 3000 Pfd. angekauft hat, um daraus Furniere schneiden zu lassen. Außerdem kommt auch in Planken geschnittenes Holz im Handel vor. Es werden nämlich die Stämme schon im Walde vierkantig behauen. 12-15 m bis zu den ersten Ästen ist die gewöhnliche Stammhöhe großer Bäume, die dann aber auch ein 200jähriges Alter haben. Außerdem gewinnt man aus dem ästigen Stammteil und von Auswüchsen auch schönes Maserholz und das sog. Pyramidenholz, bei welchem Flammen nach entgegengesetzten Richtungen sich ausspitzen und das aus Querschnitten durch den Stamm und zwei gegenüberstehenden Ästen bestehen soll. -

Von den anderweiten, mit dem Prädikat Mahagoni belegten Hölzern, die alle geringere Bedeutung haben und im europäischen Handel wenig vertreten sind, ist das afrikanische M., auch Madeira-M. oder Caïlcedraholz genannt, dem echten Holz noch am ähnlichsten und wird auch viel verbraucht, ist noch etwas härter als das amerikanische Holz, in Senegambien und Sierra Leone nicht selten und wird von San Louis aus nach Frankreich ausgeführt; es stammt von Khaya senegalensis (Guill. et Perott) und wird zu Möbelfurnieren und zur Verfertigung feiner Holzarbeiten (z. B. Kästen für Mikroskope, feine Gewichte etc.) verwendet. In Ostindien gibt es drei Arten von Cedreleen, deren Hölzer M. genannt werden, das eine derselben wegen seines Seidenglanzes auch Atlasholz. Neuholländisches M. heißt das dichte rote, veilchenartig riechende Holz von ein paar Arten von Eucalyptus, mächtigen Bäumen aus der Familie der Myrtaceen. Weißes M. ist das Anacardienholz (s. d.). - Zoll: s. Tarif im Anh. Nr. 13 c.

Mais (Zea L., engl. Indian Corn, Maize, frz. le maïs, holl. türksch koren; indianisches, türkisches, welsches Korn, Kukurutz, türkischer Weizen, Welschkorn), eine der wichtigsten Getreidepflanzen, aus Amerika in alle Weltteile verbreitet und vielfach angebaut, als Grünfutter und als Körnerpflanze, als letztere lohnend nur im Weinklima, oder nicht über dem 54.° nördlicher Br., in Deutschland südlich der Mainlinie, am meisten am Rhein und im Südwesten, als überwiegende Getreidepflanze in allen Donauländern, von Ungarn an bis zur Mündung, und in den Mittelmeerstaaten, hochwichtig für menschliche Ernährung, für das Vieh und für die Technik, besonders zur Stärkefabrikation, aber auch für Branntwein, Bier, Zucker und zur Darstellung von Papier, im Haushalt zu Puddings, Polenta, Suppen, Klößen, Bier, Kuchen und zum Brotbacken.

Anbaufläche in Deutschland (1879) zusammen 10408 ha zur Körnerfrucht, Ertrag 154645 m. Ztr., in Europa durchschnittlich fast über 80 Mill. hl nach Hausner, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 1879 auf 53,08 Mill. Acres (à 0,40467 ha), 1547,9 Mill. Bushels (zu 25,4 kg) im Geldwert von 580,48 Mill. Dollars oder 373,16 Mill. m. Ztr. und 2467 Mill. Mk. Ausfuhr nach Deutschland: 86,3 Mill. Bushel zu 40,65 Mill. Dollar und 397160 Faß Maismehl zu 1,052 Mill. Doll. Gesamteinfuhr in Deutschland 341 Mill. kg.

Der M. gehört zu den Pflanzen, welche in starker Düngung gebaut werden können, in Reihen gesäet und fleißig behackt werden müssen; er kommt in sehr großer Zahl der Sorten vor, von welchen nur die mittelhohen bis niedrigen bei uns zur Reife kommen können, die sehr hohen nur als Zierpflanzen in Gruppenbeeten Verwendung finden. Die Sorten mit weißen Körnern,