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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Erdbeeren; Erdnüsse; Essenzen; Faßdauben; Felle; Feraghan; Fischbein; Fleisch; Fleischfuttermehl; Fleischzwieback

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Erdbeeren - Fleischzwieback

Beziehung genau zu prüfen. Das einfachste und gebräuchlichste Mittel hierzu ist, das Ei vor ein Licht zu halten, indem man dasselbe dicht vor das mit einer Hand umschattete Auge bringt. Ein altes Ei ist an der Spitze, ein frisches im Zentrum durchscheinender, während ein verdorbenes gänzlich undurchsichtig ist. Auch die Schwere der E. ist ein Kennzeichen ihrer Frische. Frische E. sind schwerer als alte, da bei den letzteren bereits ein Teil des Eiweiß verdunstet ist. In einer 10 proz. Kochsalzauflösung sinkt ein frisches Ei allmählich zu Boden. Je älter das Ei dagegen ist, desto höher wird es an der Oberfläche bleiben, während verdorbene E. ganz oben schwimmen. - Zoll: E. von Geflügel s. Tarif Nr. 37 b.

Erdbeeren sind neuerer Zeit ein Handelsartikel, der nicht nur Transporte von nicht zu großer Ausdehnung verträgt, sondern bereits Zentralpunkte für seinen Handel besitzt, unter denen Kötzschenbroda bei Dresden der bedeutendste ist. Hier findet, je nach der Reife der Früchte, von Ende Mai bis Ende Juni eine Erdbeermesse statt, deren Umsatz auf jährlich 30000 Mk. im Durchschnitt geschätzt wird. - Zollfrei.

Erdnüsse, vergl. Arachidöl.

Essenzen, s. Fruchtäther.

Faßdauben werden aus dem sogen. Spalt- oder Stab- auch Staffholz (vergl. Holz, S. 207) gefertigt und können nur durch Spalten aus dem Groben, nicht mit der Säge erzeugt werden. Das Holz wird gewöhnlich an Ort und Stelle von der Länge, Breite und Dicke zugerichtet, wie es zu den gangbaren Arten der Fässer gebraucht wird. Danach führt es auch die Handelsbenennungen wie Pipenstäbe, Oxhoft-, Faß-, Halbfaß-, Tonnenstäbe u. dgl. Im Norden wird fast nur Eichenholz zu F. verarbeitet, in anderen Ländern aber auch Buchen-, Kiefern-, Kastanienholz u. s. w. Deutschland ist bei seinem Bezug von Faßholz wesentlich auf das Ausland angewiesen, da die einheimischen Eichen infolge klimatischer Verhältnisse schlecht spaltbar sind. Ungarn ist ein hervorragendes Produktionsland für Faßholz, Frankreich (besonders Bordeaux) der Hauptabnehmer. Faßholz muß gerade gewachsen und astfrei sein; die beste Sorte heißt auch Franz- oder Klappholz. - Zoll: S. Tarif Nr. 13 c 2.

Felle, s. Häute und Rauchwaren.

Feraghan, s. Teppiche.

Fischbein. Den Hauptanteil an der Produktion von F. beanspruchen die Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo es bedeutende Fischbeinfabriken in Newyork und Boston gibt. In der Schirmfabrikation wird das F. neuerer Zeit immer mehr durch den Stahl verdrängt, dagegen behauptet es in der Peitschen- und Korsettfabrikation den ersten Platz. In der Damenhutfabrikation wird es ebenfalls, zu feinen Streifen geschnitten, verwendet, die in Stroh eingeflochten werden, doch sind derartige Hüte sehr teuer, der Verbrauch ist daher nicht groß. Aus weißem F. fabriziert man neuerdings „Fischbeinband“, zu welchem Zwecke das Material in ganz dünne, durchscheinende Streifen geschnitten wird, die nach Belieben rot, grün, blau u. s. w. gefärbt werden. Die Sattler benutzen dieses Fischbeinband gerne zu Rosetten für Pferdegeschirre. - Zoll: S. Fischbein S. 133. Fischbeinbänder s. Tarif Nr. 13 g; Hüte aus Fischbeingeflecht Nr. 35 d 1 und 2.

Fleisch. Im deutschen Detailhandel werden, mit geringen Ausnahmen wie z. B. beim Lendenstück des Rindviehes, alle Teile eines geschlachteten Tieres im großen und ganzen zu demselben Preise verkauft, während der wirkliche Nahrungswert derselben keineswegs ein gleicher ist. Dieser Handelsgebrauch begreift daher eine große Ungerechtigkeit in sich, welche namentlich die ärmeren Klassen trifft, die immer nur kleine Mengen kaufen, bei denen sich die Minderwertigkeit des einen Stückes F. gegen den höheren Wert des andern nicht ausgleichen kann. In England, Frankreich und Belgien trägt man diesem Mißverhältnisse Rechnung, indem man die einzelnen Teile des geschlachteten Viehes nach ihrem wirklichen Nahrungswerte klassifiziert und dementsprechend die Preise festsetzt, So teilt man das Ochsenfleisch in England z. B. in vier Klassen: I. Klasse Nr. 1 Schwanzstück, Nr. 2 Lendenstück, Nr. 3 Vorderrippe, Nr. 4 und 5 Hüftenstück; II. Klasse Nr. 6 Oberweiche, Nr. 7 hinteres Weichenstück, Nr. 8 Wadenstück, Nr. 9 Mittelrippenstück, Nr. 10 Oberarmstück; III. Klasse Nr. 11 Flankenteil, Nr. 12 Schulterblatt, Nr. 13 Brustkern; IV. Klasse Nr. 14 Wamme, Nr. 15 Hals, Nr. 16 und 17 Beine. Die Preise richten sich genau nach dieser Klassifizierung und beziffern sich durchschnittlich von 2 Mk. für I Nr. 1 (Schwanzstück) bis 63 Pfg. für IV Nr. 14, 15, 16 und 17 (Wamme, Hals und Beine) pro Kilogramm. Sowohl Verkäufer wie Käufer finden bei dieser Preisnormierung ihren Vorteil. - Zoll s. Tarif Nr. 25 g 1.

Fleischfuttermehl wird aus den bei der Fleischextraktfabrikation gewonnenen Rückständen zubereitet und, als Viehfutter verwendbar, in großen Mengen namentlich aus den La Platastaaten eingeführt. Es besitzt durchschnittlich 11,5% Wasser, 3,7% Asche, 72,8% Protein (Eiweißstoffe) und 12% Fett. Den üblen Geruch des F.es, den viele Tiere verabscheuen, verdeckt man durch Zusatz aromatisch riechender Pflanzenstoffe, wie z. B. Pfefferminz-, Kümmel-, Anisöl u. s. w. Hauptsächlich dient das F. als Mastfutter für Schweine, welche auch durch den schlechten Geruch vom Fressen nicht abgehalten werden. - Zoll s. Tarif Nr. 25 g 1.

Fleischzwieback (Fleischbrot, Fleischbiskuit), ein von Berlin aus in den Handel kommendes haltbares mit Fleischextrakt versetztes Weizengebäck, das zur schnellen Herstellung einer kräftigen Suppe dient und in der Menge von 1 Pfd. dem Nährwert von 4 Pfd. Rindfleisch entspricht. In England und Rußland sind ähnliche F.e in der Armee und Marine eingeführt und Nordamerika verbraucht große Mengen eines F.es, zu dessen Bereitung dem Rindfleisch sogleich nach dem Schlachten durch