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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

VIII

Vorwort zur ersten Auflage.

Schwierig möchte gerade bei dieser Abtheilung die Frage zu entscheiden sein, in welcher Weise die Anordnung der zahlreichen Artikel erfolgen soll? Drei Wege stehen hier offen: entweder die rein alphabetische Anordnung, und diese erscheint nach meinen Erfahrungen als die praktischste, oder, wie bei der ersten Abtheilung, eine Eintheilung in Gruppen: Säuren, Basen, Salze etc. Bei dieser Art wäre dann am Anfang einer jeden Gruppe die allgemeine chemische Charakterisirung derselben anzubringen. Auf den ersten Blick hat diese Art der Anordnung das Bestechendste; doch auch hier würden mancherlei Schwierigkeiten eintreten, so bei den Stoffen organischer Zusammensetzung, die sich nicht immer leicht in besonderen Gruppen unterbringen lassen. Die dritte Art endlich wäre die, dass man die Chemikalien organischen und anorganischen Ursprungs von einander trennte und, bei den letzteren beginnend, dieselben nach den Grundelementen ordnete, z. B. alle Kaliumverbindungen oder alle Schwefelverbindungen anknüpfte an die Betrachtung des Kalium oder des Schwefels. Auch diese Methode hätte das für sich, dass hier mit Leichtigkeit die allgemeinen, chemischen Betrachtungen angeknüpft werden könnten. Doch liegt gerade hierin eine gewisse Gefahr, dass dadurch diese Abtheilung etwas zu stark aufgebauscht würde.

Selbstredend muss die Nomenklatur in den beiden ersten Abtheilungen die lateinische sein, doch müssen die gebräuchlichen deutschen Namen hinzugefügt werden. Es wird nöthig sein, neben dem lateinischen Inhaltsverzeichniss auch ein solches in deutscher Sprache anzubringen. Bei der dritten Abtheilung, den Farben und Farbwaaren, die lateinische Nomenklatur durchführen zu wollen, wäre ein Unding; hier muss naturgemäss die deutsche Bezeichnung an Stelle derselben treten.

Schliesslich noch ein Wort über die, schon oben angeführte erdrückende Fülle des Materials, in der, wie gesagt, eine grosse Schwierigkeit liegt. Es möchte nicht ganz leicht sein, hier in der Auswahl immer das richtige Maß zu treffen. Es will mir scheinen, als sei es vollständig angebracht, auch die seltener vorkommenden, mehr obsolet gewordenen Drogen wenigstens kurz zu erwähnen, während es auf der andern Seite kaum nothwendig sein dürfte, die Besprechung auf alle die zahllosen, stets neu auftauchenden und oft ebenso rasch verschwindenden chemischen Präparate auszudehnen. Wer sich über derartige Stoffe heute unterrichten will, muss fortwährend die chemischen und pharmazeutischen Fachblätter