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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

VII

Vorwort zur ersten Auflage.

Er geht sogar noch weiter, indem er behauptet, es sei besser, dem Sprachgebrauch, wie er sich nun einmal eingebürgert hat, ebenfalls Rechnung zu tragen. Er erinnert nur an die zahlreichen "Radices" und hält es entschieden für richtiger, diese ganze Gruppe unter diesem, von Alters her eingebürgerten Gesammtnamen zusammen zu fassen, ohne sie in die rein wissenschaftlichen Unterabtheilungen von "Radices", "Rhizomata", "Stolones", "Tubera", "Bulbo-Tubera" etc. zu zerreissen. Selbstverständlich muss neben dem gebräuchlichen "Radix" auch die streng wissenschaftliche Bezeichnung angeführt werden.

Der Verfasser gedenkt das Buch in drei Hauptabtheilungen zu bringen und in der ersten die eigentlichen Rohdrogen aus dem Pflanzen- und Thierreiche zu behandeln, ansteigend aus den einfachen Pflanzen und Pflanzentheilen bis zu den aus ihnen durch einfache Manipulationen gewonnenen Einzelprodukten, wie Harze, Fette, ätherische Oele etc. In der zweiten Abtheilung sollen die chemischen und technischen Präparate behandelt werden und in der dritten endlich die Farben, Farbstoffe, Firnisse, Lacke etc.

Dass bei einer solchen dreifachen Gliederung des Buches ebenfalls nicht immer eine ganz strenge Trennung ermöglicht werden kann, ist sicher; namentlich bei den Artikeln der letzten Abtheilung werden oft, um Wiederholungen zu vermeiden, Hinweisungen auf die erste Abtheilung erfolgen müssen. Es würde eine solche Abtrennung der letzten Abtheilung überhaupt nicht nöthig sein, wenn die Art der Drogengeschäfte keine so mannigfaltige wäre. Während in dem einen Geschäfte der Handel mit den eigentlichen Drogen vorherrscht, liegt in dem andern der Schwerpunkt auf dem Handel mit Farbwaaren. Hier wird der Lehrling sich hauptsächlich aus dem letztern Theil unterrichten wollen, während im ersten Falle der erste der wichtigere für ihn sein wird. Was nun endlich die zweite Abtheilung, enthaltend die chemischen Präparate, betrifft, so kann diese, dem Charakter des Buches entsprechend, nicht ein eigentliches Lehrbuch der Chemie sein, da es ohnehin eine reiche Fülle der vortrefflichsten, chemischen Leitfaden giebt, sondern es muss auch hier mehr der Charakter einer Waarenkunde gewahrt bleiben. Die hierher gehörigen Chemikalien müssen vor Allem nach ihrer technischen Darstellung und erst in zweiter Linie nach ihrem chemischen Verhalten behandelt werden. Selbstverständlich dürfen die Kennzeichen ihrer Güte und Reinheit und die einfacheren Prüfungsmethoden auf dieselbe nicht fehlen.